Mittwoch, 12. März 2014

Bildungsplan 2015: Kretschmann nimmt Gegner des Bildungsplanes nicht ernst/Bewegung in der CDU

Mathias von Gersdorff

Wie die „Schwäbische Zeitung“ am 11. März 2014 in ihrer Online-Ausgabe berichtet, hält Ministerpräsident Winfrid Kretschmann (Grüne) nichts von einer Verschiebung des „Bildungsplanes 2015“ um einen Schuljahr. Diese Maßnahme wurde vor wenigen Tagen von der „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – GEW“ vorgeschlagen. Die GEW-Forderungen wurden von zahlreichen Politikern der Grünen, der FDP und der CDU begrüßt.

Außerdem ist Kretschmann weiterhin der Auffassung, die Proteste gegen den Bildungsplan seien lediglich Folge von Missverständnissen. Kretschmann will lediglich „Reizbegriffe“ löschen, die eben zu einer übertriebenen Kritik geführt hätten. Ansonsten sei der Bildungsplan für ihm einwandfrei.

Kretschmann will sich am 27. März mit Vertretern von Kirchen – insbesondere Pietisten – treffen und über den Bildungsplan „verhandeln“.

Nach seinen jüngsten Äußerungen muss man sich fragen, ob der grüne Ministerpräsident es überhaupt ernst meint. Jedenfalls hält er die Kritik am Bildungsplan für völlig falsch und unangemessen. Für Kretschmann steht völlig fest, dass er absolut im Recht ist. Er ist maximal bereit, ein Paar Texte umzuformulieren. Verhandeln, im eigentlichen Sinne des Wortes, will er offenbar nicht.

Unter diesen Umständen sollten sich die Vertreter der Kirchen, die am 27. März mit Kretschmann „verhandeln“ sollen, fragen, um das Treffen überhaupt noch Sinn macht. Es scheint, als ob Kretschmann eine Demütigung der Kritiker plant. Es wäre nicht verwunderlich, dass er sie ausschimpft und ihnen vorwirft, sie würden sich vom „homophoben Schlossplatz-Mob“ (dieser Ausdruck stammt von der „Grünen Jugend“) beeindrucken lassen.

Währenddessen positionieren sich Kreise innerhalb der CDU deutlich gegen den Bildungsplan. Der Kreisverband Stuttgart hat sogar in einer Stellungnahme gefordert, das Elternrecht müsse respektiert werden: „Weiterhin erinnert die CDU Stuttgart daran, dass die Werteerziehung in erster Linie Aufgabe der Eltern ist. Außerdem hat der Kreisvorstand die Position der CDU Deutschland, dass die Familie das Leitbild für die Erziehung von Kindern ist, bekräftig.“

Die Stuttgart-CDU fordert ebenso von der Landesregierung, die Proteste ernst zu nehmen: „Wir fordern die Landesregierung des Weiteren auf, die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger  im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Bildungsplans ernst zu nehmen“.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Da irrt Herr Kretschmann leider...
...es sind keine "Mißverständisse", sondern die übliche, infame Desinfomationskampagne der religiösen Fundamentalisten, in denen deren leichtgläubiger Klientel Lügen, Strohmänner und deformierte Zitate geliefert werden, um Aufruhr zu stiften.
Denn eine aufgeklärte Jugend ist weniger geneigt, später ein treu zahlender Kirchensoldat zu werden.

AR hat gesagt…

Old Geezer,

bitte schauen sie mal genau in den Spiegel. Vielleicht erkennen sie irgendwann beim genaueren Hinsehen, dass sie selbst ein Fundamentalist sind, der leichtgläubig modernistische ultra-liberale Thesen verinnerlicht hat und im Allgemeinen in einer niveaulosen Art und Weise gegen Christen hetzt, was sehr stark ihre geistigen Haltung offenbart. Ich erlebe andauernd in diesem Forum, wie sie Andersdenkende diffamieren. Hier wird kein Aufruhr gestiftet, sondern es kommt etwas ans Licht, was viele verantwortungsvolle Eltern umtreibt. Nur ist der sogen. brave Bürger nicht so protestfreudig wie die Regenbogenszene, von der wir alle schon oft in den Medien was mitbekommen haben. Und auch diese Taktik, nach der alle Regenbogengegner angeblich eine verschwindend geringe radikale Minderheit sei, ist mehr als auffällig. Seltsam, wie diese Minderheit sogar in den großen Parteien sitzt und auch Kanzlerin Merkel schon Äußerungen tat, nach denen sie aus ihrer Sicht zu diesen Fundamentalisten gezählt werden müsste, weil sie ja Homos diskriminiert.
Aber nun ist halt mal das Maß voll, weil sich ihresgleichen an unseren Kindern vergreifen will und deshalb werden nun immer mehr Eltern laut! Ich wette, dass die Freunde der Regenbogensexualität vergleichsweise wenig Kinder haben - ganz im Gegensatz zu denen, die sich hier zurecht entrüsten und an deren Kinder man nun ran will, um ihnen eine Regenbogen-Moral einzuimpfen, noch bevor sie die Pupertät erreicht haben.

666 hat gesagt…

Trennt Kirche und Staat bitte so schnell es geht völlig, dann ist hoffentlich Ruhe ! Wenn ich hier lese " weil sich ihresgleichen an unseren Kindern vergreifen will " oder " an deren Kinder man nun ran will " kann ich nur müde lächeln, wieder einer der nicht verstanden hat worum es im BP 2015 wirklich geht. Wo oder Wann hat Frau Merkel bitte Homos diskriminiert ?

Sabine Bätz hat gesagt…

"AR" - Sie haben vollkommen Recht!
"Old Geezer + 666": Warum posten Sie nicht unter ihrem Namen? Das spricht für sich - wenn ich eine Meinung vertrete, kann ich auch dazu stehen und muss mich nicht hinter irgendeinem Pseudonym verstecken um irgendwelche Thesen zu verbreiten und Wert-orientiert denkende Menschen anzugreifen.

AR hat gesagt…

Frau Merkel hat meiner Meinung nach niemanden diskriminiert, aber das wurde ihr vorgeworfen, als sie in einer öffentlichen Fragerunde im Fernsehen vor den letzten Wahlen sagte, sie habe Bedenken, ob bei der Adoption von Kindern durch Homosexuelle dies nicht zum Nachteil für das Kind sei. Sie sei. Mit ihr sei dieses Adoptionsrecht nicht zu machen. Der Fragende hatte ihr dann Diskriminierung vorgeworfen und die Kommentare hier gehen in die selbe Richtung. Frau Merkels Bedenken werden hier immer wieder mit der Krankheit "Homophobie" betitelt. Hier sehen wir mal wieder, wer hier wirklich wie viel Minderheit und fundamentale Randgruppe ist. Man möchte doch deshalb so gerne an die Kinder ran, weil sich Erwachsene nicht so leicht mit über den Tisch ziehen lassen und sehr wohl begreifen, um was es hier geht.

Old Geezer hat gesagt…

@AR:

Och, ich überprüfe eigentlich meine Standpunkte recht kritisch; und stelle jedem seinen eigenen frei; ...allerdings wird hier von der fundamentalistischen Seite versucht, Fakteninformationen und eine gesellschaftlich kooperatives Verhaltensnorm (Toleranz) zu unterbinden!
Ich hetze auch keineswegs gegen Christen, auch nicht gegen fundamentalistische, sondern gegen politisch agitierenden, verlogene Extremisten.
Viele Christen (und Anhänger anderer abrahamitischer Kulte) lehnen Homosexualität ab - ist ihr gutes Recht - und verstoßen ihre Kinder, falls sie solche Neigungen haben - ihr eigener Verlußt - aber die Grenze ist erreicht, wenn Lügen verbreitet werden ("Indoktrination zum Schwulsein") oder die Betroffenen verfolgt oder diskriminiert werden (von Ehe- und Adoptionsverbot bis hin zu Zwangsverheiratung); bzw. Bürger, die die Rechte nicht-glatt-heterosexueller Mitbürger verfechten, als "Lesbenbande" oder "Pädophile" diffamiert werden.

" Hier wird kein Aufruhr gestiftet, sondern es kommt etwas ans Licht, was viele verantwortungsvolle Eltern umtreibt"

Mit Nichten; das Gros der verantwortungsbewußten Eltern pellt sich da ein Ei drauf.
Die waren nämlich so verantwortungsbewußt, daß sie sich vorher schlau gemacht haben, und wissen, daß ihre Kinder weder zur Homosexualität verführt werden, noch daß die ohne Sexualkunde mit dem Sex bis zu Ehe warten würden, bzw. sie wünschen ihren Kindern ein glückliches Leben voller Freude, und drängen sie daher nicht ein das Glückspiel der jungfräulichen Einehe.
Und selbst unter den fundamentalistischen Christen versteigt sich nur eine verschwindend geringe Minderheit dahin, die für ihre eigenen Kinder angelegten Zwänge auch auf die von anderen Eltern ausweiten zu wollen und müssen.

"Ich wette, dass die Freunde der Regenbogensexualität vergleichsweise wenig Kinder haben - ganz im Gegensatz zu denen, die sich hier zurecht entrüsten"


Was hier "zu recht" sein mag oder nicht ist eine Frage des Standpunktes - wer sowenig Fakten für seinen benennen kann wie Sie, sollte sich hier nicht so selbstbewußt auftreten.

Ich habe keine Statistik der Kinderzahl nach Sexueller Präferenz, aber:
- in einer bereits völlig übervölkerten Welt und einem Staat, in dem Kinder zu als Konsumenten geschätzt sind, nicht aber als zukünftige Arbeitssuchende, ist "mehr Kinder" keine gesellschaftliche Auszeichnung.

- Die Mehrheit der heterosexuellen Ehen bleiben mittlererweile kinderlos, bei mehr als einem Kind pro Frau im Mittel muß also der Rest (den Sie vermutlich großzügig unter 'Regenbogen-Moral' zusammenfassen) für den größten Teil des Nachwuchses verantwortlich sein.

" und an deren Kinder man nun ran will, um ihnen eine Regenbogen-Moral einzuimpfen, noch bevor sie die Pupertät erreicht haben."

Sollten Sie mit "Regenbogen-Moral" Toleranz gegenüber anderen Sexuellen Präferenzen und Familienformen meinen, so soll diese ihnen nahegebracht werden, denn im Unterschied zum palestinensischen Volk des 1. Jahrhunderts gilt es hierzulange nicht als Zeichen eines Heilands, "Trouble and Strife" zu bringen.
Befürchten Sie allerdings hinter diesen Worten eine Erziehung zur Homosexualität, so sind sie einem Strohmann der Agitatoren aufgesessen.