Montag, 17. März 2014

Bildungsplan 2015: Gegner protestieren gegen Kretschmanns Ausgrenzung/"Durchsichtiger Versuch der Landesregierung, die Kritik am Bildungsplan thematisch zu verengen"

Mathias von Gersdorff

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) plant für den 27. März 2014 ein Treffen mit christlichen Vertretern. An diesem soll über den „Bildungsplan 2015“ und insbesondere die darin enthaltene Erziehungseinheit „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ diskutiert werden.

Diese „Verhandlungsrunde“ ist die Reaktion Kretschmanns auf die Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ und die Demonstrationen gegen den Bildungsplan am 1. Februar 2014 und am 1. März 2014 auf dem Stuttgarter Schlossplatz.

Oberflächlich gesehen sieht Kretschmanns Gesprächsangebot wie ein Entgegenkommen an die Gegner des Bildungsplanes aus. Das stimmt aber nicht: Bis heute wurden weder die Initiatoren der Petition noch die Organisatoren der beiden Demonstrationen eingeladen.

Ebenso wenig wurden katholische, orthodoxe oder muslimische Vertreter eingeladen. Alles deutet darauf hin, dass Kretschmann eine Show vorbereitet, um der Öffentlichkeit vorgaukeln zu können, er wünsche sich ein „Kompromiss“.

Dass er etwas ganz anderes vorhat, zeigt die Tatsache, dass er einen Vorschlag der „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft- GEW“ – sicherlich kein Hort christlich-konservativen Denkens -, den Bildungsplan um ein Schuljahr auf 2016/2017 zu verschieben und eine deutliche Überarbeitung der Inhalte vorzunehmen, ablehnte. Kretschmanns Reaktion war erstaunlich, denn etliche Politiker der Grünen haben den GEW-Vorschlag begrüßt.

Die Elterninitiativen sind nicht bereit, die undemokratische Vorgehensweise Kretschmanns zu akzeptieren. Die Initiative „Schützt unsere Kinder“, die die beiden Demonstrationen in Stuttgart organisiert hat, die Orthodoxe Kirche in Stuttgart und die Initiative „Arche-Viva“ haben sich inzwischen mit Protestschreiben an Kretschmann gewandt.

„Schützt unsere Kinder“ kritisiert, dass offenbar nur sehr ausgewählte Kreise eingeladen werden sollen. Generell seien die Vorbereitungen des Treffens am 27. März intransparent. Eine „Politik des Gehörtwerdens” (das war die „Vision“ Kretschmanns im Wahlkampf für die letzte Landtagswahl) sähe anders aus. "
Für uns ist dies der durchsichtige Versuch der Landesregierung, die Kritik am Bildungsplan thematisch zu verengen und der Öffentlichkeit gegenüber als rein religiöse Empörung darzustellen", so "Schützt unsere Kinder".

Wie Kretschmann auf diese Proteste reagieren wird, muss abgewartet werden. Es wird aber immer deutlicher, dass der grüne Ministerpräsident nicht in der Lage ist, irgendwelche Einwände zu hören, egal von welcher Seite sie auch kommen. Er scheint nicht realisieren zu können, dass so sensible Themen wie Schulpolitik und Kindererziehung nicht mit der Brechstange durchgesetzt werden können. Aber Kretschmann scheint immer noch derart über seine Wahl zum Ministerpräsident berauscht zu sein, dass er gar nicht daran denkt, sich mit der harten Realität auseinanderzusetzen. Mit seinem autoritären Gehabe riskiert Kretschmann endlose Proteste und öffentliche Diskussionen. Es ist kaum anzunehmen, dass in einem solchen Klima am Ende überhaupt ein Bildungsplan zustande kommt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich möchte wissen, ob es eine
alternative Lehrerorganisation gibt. Es müsste ein Bündnis von Lehrern geben, die sich weigern, diesen Bildungsplan umzusetzen.
Es muss Eltern geben, die sich organisieren, die ihre Kinder an den Tagen, wo diese Sauerei den
Kindern beigebracht werden soll,
nicht zur Schule schicken. Unser
Widerstand muss konkret werden, sonst lacht uns Kretschmann aus. Es muss eine Bürgerinitiative gegen GEW, SPD und Grüne entwickelt werden. # JR

Ralph Mielke hat gesagt…

deutschland ist auf den weg zu verkommen,wer soll in diesem land wieder etwas ordnung und fuersorglichkeit rein bringen

Grandloser hat gesagt…

Herr Mielke erklären Sie doch wie und warum Deutschland verkommt? Gejammer allein ist kein Beweis, und Bildung ist keine Pornografie, sondern es verhält sich ja umgekehrt dort wo die Menschen ungebildet sind ist Religion am stärksten, dummer weise sind diese Menschen auch die oft die Ärmsten, während Bildung geistige wie materielle Armut bekämpft.

AR hat gesagt…

Ich kann mich nur den vorigen Kommentaren anschließen.
Wenn man die Kommentare der Freunde der Regenbogen-Sexualität aufmerksam verfolgt, dann wird sehr deutlich, wie hier Anspruch und Realität auseinander liegen. Soll heißen: Wer sich kritisch zu dem Bildungsplan äußert, wird als undemokratisch, diskriminierend, fundamentalistisch oder anders verunglimpft. Doch mit dieser Vorgehensweise werden genau die eigenen Vorwürfe selber umgesetzt: Bibel orientierte Christen werden als Spinner diskriminiert. Mit öffentlicher Hetze und gesetzeswidrigem Verhalten bei Demos werden unsere Meinungsfreiheit und unser Rechtsstaat mit Füßen getreten. Die hier vertretenen, oft extrem linken und atheistischen Thesen werden in einer so fundamentalen Weise gebracht, als ob jedes andere Weltbild ausgemerzt werden müsste.
Es gibt übrigens einen Begriff für diese Art der geforderten Toleranz, bei der "in einer Gesellschaft mit unklarem Wertepluralismus, in der Toleranz als Norm gilt, rationale und berechtigte Kritik wirkungslos bleiben kann" (Zitat Wikipedia): REPRESSIVE TOLERANZ. Der Toleranzbegriff überhöht sich dann zu einem Maß, bei dem nicht mehr normal das betreffende Thema behandelt werden kann, denn jede Kritik steht unter dem Generalverdacht der Intoleranz. Genau das erleben wir hier und heute: Wer den Bildungsplan infrage stellt, wird als verschwindende, fundamentale und kranke Minderheit denunziert. Wer so angreift, sucht auf keinen Fall eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern will nur seine eigene Ideologie durchsetzen - ganz egal, ob das nun die Mehrheit will oder nicht.

AR hat gesagt…

Grandloser,

das ist zum Teil richtig, was Sie sagen, sollte aber noch weiter differenziert werden.
Religiosität als Übernahme dessen, was nun mal gerade vorherrschend ist, wird bei ungebildeten Menschen sicher besser funktionieren als bei vorherrschender Bildung. Religion ist vom Grundbegriff her der Versuch des Menschen, sich durch eigene Leistung einen gnädigen Gott zu stimmen. Hier bleibt die Angst vorherrschend und auch in Religionen wie dem Buddhismus gibt es Leistungskataloge wie z.B. Askese, den zehnfachen Pfad des Leids, usw. ... Wohl die Mehrzahl der Menschen ist in diesem religiösen Sinn gläubig. Wenn dann die Religion positive Veränderungen verbietet, bleibt ein Land im Abseits stehen.
Kommen wir nun zum sogen. christl. Abendland. Dieses hat sich deutlich besser entwickelt - trotz (oder wegen?) christlicher Religion. Je mehr die Kirche des finsteren Mittelalters überwunden wurde, umso vorteilhafter war das für uns. Aber worin bestand denn diese Überwindung dieser Kirche des Mittelalters? Sie bestand maßgeblich eben auch darin, dass nun das einfache Volk selber die Bibel lesen konnte und nicht alles durch oft völlig ungeistliche Machtmenschen vorgegeben wurde - und dann oft nur auf Lateinisch. Und hier wird eine Menge Blödsinn über die Bibel erzählt. Die Bibel behauptet z.B. nicht, dass die Erde eine Scheibe sei. Vielmehr kennt sie den Kreislauf des Wassers und weiß, dass die Erde "im Nichts" aufgehängt ist (siehe Buch Hiob, das vor Christi Geburt geschrieben wurde). Sie legt uns heute auch nicht nahe, Sklaverei zu betreiben. Hier wird oft nicht der Wechsel vom Alten ins Neue Testament verstanden. Und der Glaube an Jesus Christus ist auch gar keine Religion im oben beschriebenen Sinn, sondern ein Geschenk, das befreit. Denn wir können uns nach dem biblisch christlichen Glauben durch kein Befolgen eines Leistungskataloges einen gnädigen Gott stimmen. Was wir nicht vollbringen können, hat Gott für uns getan! Der Weg der Erlösung geht in diesem Sinn nicht von unten nach oben, sondern die einladende und rettende Hand kommt umgekehrt vom Herrn aus dem Himmel in unsere menschliche Niedrigkeit. Wir bräuchten nur einschlagen ... Biblischer Glaube steht keiner positiven Entwicklung im Weg, aber negativer schon.

Anonym hat gesagt…

Dann fangen wir Lehrer und Eltern an, uns zusammen zu schließen. Ich bin dabei!
Grundsätzlich möchte ich mich in diesem Staat als Christin und als Eltern gewertschätzt und ernst genommen fühlen. Ich möchte die Erziehung und Erziehungsinhalte meiner Kinder selbst übernehmen. Ich bedaure außerordentlich, dass Kinder permanent durch die stark sexualisierte Erziehung emotional überfordert werden, bei Grundschulkindern sind mir unzählige Beispiele bekannt.
Ich schließe mich dem Kommentar an, dass die sogenannte Meinungsfreiheit anscheinend nur für bestimmte Gruppierungen gelten soll.
Kann bitte jemand erklären wie das zu einer Demokratie passt, wo doch verschiedene Meinungen wertschätzend nebeneinander stehen dürften???

Grandloser hat gesagt…

Schön AR das Sie als Gläubiger zugeben das Glaube nur eine Strohpuppe ist die von den Menschen gemacht wurde um seine Ängste und Wünsche zu kanlalisieren. "durch eigene Leistung einen gnädigen Gott zu stimmen" = erfundenener Gott so wie er gerade ins Bild passt für Dinge die ich nicht erklären kann. Herrlich wie Sie sich gerade selbst demontieren. Religion ist auch bei positiven Entwicklungen ein bremser, besonders dann wenn sie auf erfundene altertümliche bronzeitliche Vorstellungen von Lebensarten behart die ihre Erfinder sich nicht vorstellen konnten. So ist es auch beim Bildungsplan. Und ihr Geschenk befreit nur von Eins, Selbstverantwortung und selbstädiges Denken, denn immer wenn Gläubige nicht weiter wissen brauchen sie jemanden der ihnen sagt was Sie machen sollen, oder der für Sie entscheidet. Seis ein Pfarrer oder die Bibel, religöse Menschen haben Angst vor dem Menschsein. Zur Meinungsfreiheit, die ist gegeben, aber jetzt im will ich Höflich bleiben, wenn Sie mal genau beoachten würden wie viele Menschen mit den Bildungsplan ein Problem haben und die meist dummen Begründungen sehen würden, müssten Sie unumwunden zugegeben das es wirklich nur eine Minderheit ist, die oftmals mit Thesen auftritt die wissenschaftlich wiederlegt sind oder mit alten panikmachenden Argumenten kommen. Ich nenne mal zwei der häufigsten Beispiele: Einmal Schulpflicht wird als schlecht angesehen da von 1938, alles falsch 1919 gab die erste Gesamtdeutsche Schulpflicht aber bereits 1835 der letzte Staat im deutschen Bund die Schulpflicht ein. Diese simple tatsache wird jedesmal angeführt und ignoriert und lässt bei dauernder wiederholung Zweifel am Intellekt der Kritiker entstehen. Nummero zwo: Sexualisierung der Kinder durch Schule und aushebeln des Elternrechts. Erstmal gibt es bereits dutzende Studien seit 1969 die Belegen das Wissen über Sex nicht automatisch zu mehr Sex führt, wird gerne von den Demonstranten ignoriert, zweitens gibt es noch eine simple Tatsache, das die Kinder durch die Eltern sozalisiert werden, auch heute, das ist ebenfalls erwiesen, die Mehrheit der deutschen Eltern schafft es trotz Schule, Kindern ihre Werte beizubringen. Das Bedeutet natürlich das man seine Kinder selber erzieht und sein Elternrecht wahrnimmt. Wer das nicht macht delegiert dies zum Staat und muss damit leben. Anscheinend sind die Bildungsplangegener nicht in der Lage ihre Werte in ihrer Erziehung zu vermitteln (vor allem 18 Jahre Elternhaus gegen 8 Stunden Sexualkunde lächerlich), da sollten sich diese erst mal selber an die eigene Nase fasen. Daher entsteht zurecht oftmals der Eindruck den Sie beklagen, wenn die Gegner nicht in der Lage sind einfachste Fakten anzuerkennen und dann mit nachweislich falschen, obskuren und zum Teil braunen Thesen um sich werfen das die Mehrheit der Deutschen sagt: religöse Spinner einer minderheit. Und Spinner spricht man die oftmals zurecht Gewisse Fähigkeiten ab. Ihre Kritik mag zum Teil berechtig sein, aber wie ich sagte biher könnte diese kaum Sachlich begründet werden, und somit stellen die meisten Leute fest das 90% der Argumente der Bildungsplangegner einfach nur dumpfe Propaganda von gläubigen Minderheiten sind die ironischerweise genauso zahlreich und bedeutend sind wie ihr Feindbild er Homosexuellen und wenn es hoch kommt nur 5 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Grandloser hat gesagt…

An Anonym von 14.11 Uhr: Das können Sie doch nach der Schule können Sie ihren Kindern am Wochenende oder jeden Tag eine Stunde ihre Themen vermitteln, daran wird Sie keiner hindern, außer es verstößt gegen das Gessetz, also wo ist da Problem? Selbst wenn Sie viel Arbeiten müssen können Sie doch noch immer ein Gegengewicht schaffen. Und wenn Sie mir nicht galuben schauen Sie sich die die DDR an trotz der Repression gab es Christen, wenn sie es in der wesentlich harmloseren BRD nicht hinbekommen muss ich dann echt feststellen das die Qualität der Christen in den letzten Jahren erheblich nachgelassen haben muss.

Anonym hat gesagt…

HR an Grandloser.
Wörter wie Intellekt oder Wissenschaft sollten Sie eigentlich nicht in den Mund nehmen. Ihre Kommentare sind einfach nur unterirdisch dumm.

Kinder, die zu früh (und dieser Zeitpunkt ist sehr individuell) und zu intensiv mit Sexualthemen (zwangs)konfrontiert werden erleiden Störungen.

Wenn unsere Regierung morgen zu dem Schluss kommt, dass Sex mit Kindern normal ist (hatten die Grünen schonmal in ihrem "Bildungsprogramm") oder Sex mit Haustieren, dann wird er unsere Kinder eben mit dieser "Normalität" konfrontieren.

Ein Staat, der seinen Bürgen eintrichtern will, was Sie zu denken haben, ist mir zutiefst zuwider. Und genau das findet heute auf immer breiterer Ebene statt. Das hatten wir schonmal und nun kommt es in anderem Mäntelchen wieder.

Wer das nicht merkt, ist eine Grand looser.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Die Nummer mit den Schäden behaupten Sie...
...können Sie uns mit mehr als Ihren Wort überzeugen?

Was ist "zu früh"?
Bevor sie ihre Eltern oder Geschwister dabei erwischen?
Oder ihre Freunde davon erzählen?
Oder sie es in dem Medien selbst bewußt wahrnehmen?
Oder jemand es an ihnen versuchen will?

Der erste Zug zum Selbstschutz ist das Wissen, was da gerade passiert!

Was soll denn Ihrer Meinung nach "zu viel", "zu intensiv" oder "eintrichtern" denn so ungefähr sein?

8 Stunden und 8 Jahren Oberstufe?

Wie kann ein aufklärerischer Schulunterricht "zu intensiv" sein, wenn die Kinder in dem Alter die Pornos ihrer älteren Geschwister (oder auch Eltern, wenn auch meist ohne deren Wissen) in die Finger bekommen können?