Montag, 17. Februar 2014

Internet-Sucht: Mit Soldaten in die reale Welt zurück

Das Phänomen der Internetabhängigkeit oder Online-Sucht ist ein zunehmendes Problem für Gesellschaften mit entsprechender Infrastruktur.

Zu den häufigsten Symptomen einer Internet-Sucht gehören: Schlafstörungen, Depressionen, Thrombosen, sinkende Leistungsfähigkeit und erhöhte Reizbarkeit. Schon seit geraumer Zeit gibt es “Entzugskliniken“ in Europa und den USA, die Programme oder Gruppentherapien zur Entwöhnung anbieten. Jetzt gibt es in China auch derartige Institutionen.

Dieses Problem nehmen die Chinesen wohl sehr ernst. In manchen Fällen ist es bereits so schlimm, dass Eltern zu unerbittlichen Maßnahmen greifen und ihren Kindern Schlafmittel in das Essen mischen, um sie von ihrem Computer loszureißen und in die Klinik zu bringen.
In China verbringen Kinder teilweise durchgehend mehrere Tage ohne Schlaf in Internet Cafés.

Kaum befinden sich die Kinder in der Klinik, werden sie von Soldaten bewacht. Sie müssen Kurse und Therapien besuchen und in drastischen Fällen werden die Internet-Süchtigen auch mit Medikamenten behandelt, um in die Realität zurück zu finden. Der Tag beginnt für die Jugendlichen durch Wecken von Soldaten – auch die Kleidung ist einheitlich im Military-Look. Von der Außenwelt werden sie abgeschnitten, dafür gibt es strikte Regeln, die den Jugendlichen die Rückkehr in den Alltag ermöglichen sollen. Unbekannt ist die Erfolgsquote.

Noch fehlt es an Anerkennung einer solchen Sucht, aber dieses Problem scheint sich immer weiter auszubreiten. Beobachtet man sein Umfeld in öffentlichen Verkehrsmitteln, Cafés oder Restaurants, gibt es kaum noch Menschen, die nicht mindestens einmal zu ihren mobilen Geräten greifen.

Das Gesundheitsministerium in Japan hat ermittelt, dass circa 8,1 Prozent der japanischen Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren krankhaft internetsüchtig sind. In Südkorea sieht es ähnlich aus: Jeder fünfte Schüler oder Schülerin ist dort abhängig von seinem Smartphone. Dort wird die tägliche Nutzung von mehr als sieben Stunden als Sucht definiert.

Mit Angaben von: telekom-presse.at

Kommentare:

Ute Lehmann hat gesagt…

Weil die Realität so schlimm ist, suchen Leute den Kurzurlaub für die Seele in Form ihres Avatars in einem Computerspiel. Das krasse dabei ist, wenn der Avatar was gegessen hat, ist man selbst satt. Wenn der Avatar geschlafen hat ist man selber wach. Wenn der Avatar verwundet ist, bekommt man selber Schmerzen. Wenn der Avatar stirbt ist es total schlimm. Und das sind normale , übliche Reaktionen von normalen Spielern. Meine Meinung: Die Leute sollten wieder ein lebenswertes Leben bekommen in einer gesunden Umgebung mit frischer Luft und schöner Landschaft und einem gemütlichen Heim, dann braucht sich niemand mehr in diese Fantasie-Welten flüchten... Die Realität ist doch der Horror, und nicht das Spiel. Manche spielen Horror-Spiele weil die Realität so nicht ganz so schlimm ist.

Old Geezer hat gesagt…

Ich sähe mein Kind lieber vorm Rechner versumpfen als in den Fängen von Preßoffiziern!