Montag, 10. Februar 2014

Ein Schuljahr: Was müssen Eltern bezahlen

In Deutschland zahlt der Staat die Schule, aber Eltern tragen die Nebenkosten. Alle Eltern investieren gerne in die Bildung ihrer Kinder. Aber wehe sie sind arbeitslos, in Teilzeit beschäftigt oder alleinerziehend. Denn knapp 3000 Euro kostet Eltern ein Schuljahr.

Die Kosten hat eine Mutter von zwei Kindern in Focus online zusammengefasst:

Gebühren (z. B. Kopien, Versicherungen, Bus, Bücherei, DVD-Club und Veranstaltungen)        253,30 Euro
Schulbücher, Arbeitshefte, Lexika usw.                         300,35 Euro
Material (z. B. Schreibwaren, Sportzeug, Taschenrechner, Zeichenmaterial)          654,37 Euro
Klassenkasse, Lehrergeschenke                      120,00 Euro
Schulkantine                                        930,40 Euro
Klassenfahrten                                    260,00 Euro
Verloren und Ersetzen (z. B. Hefte, Stifte, Bekleidung)          364,45 Euro
Gesamt:                                            2.882,87 Euro

Die Gesamtsumme – nicht repräsentativ und trotzdem stellvertretend für viele – beläuft sich auf stolze 2883 Euro. Zusätzlich und unbezahlbar: 330 Schulbrote, elf Kuchen für diverse Schulfeste und ganz viel Trost und Motivation, wenn es in der Schule mal nicht so gut läuft.

Bundeselternbeirat Ursula Walther rät, nicht alle Kosten kritiklos hinzunehmen: “Damit Familien nicht als Nörgler dastehen, sollte der Elternbeirat über Aufforderungen zur Zahlung entscheiden.“

Kommentare:

Ute Lehmann hat gesagt…

Das ist realistisch. Wir haben zwar mit acht Kindern, aktuell mit zwei Schulkindern, etwas niedrigere Kosten: weil wir Schulmaterial auch von Discounter kaufen anstatt Markenware, und Lernmaterial auch zB von ebay. Da regen sich dann manche Lehrer auf. "Es gibt keine sozialen Unterschiede zwischen den Schülern einer Klasse." Die meint mit sozialen Unterschieden wohl finanzielle Unterschiede. Eines meiner Kinder war mal stellvertretender Landesschulsprecher, trotz "sozialschwacher, also finanzflauer Herkunft."Außerdem hätten wir gerne, beide Abi, beide Hochschulabschluss gerne die Grundschule durch Homeschooling ersetzt, zu mal unsere Kinder Hyperaktiv und hochbegabt sind. Wir neigen dazu gleich einführende Bücher für Anfangssemester zu kaufen für Fächer wie Chemie und Physik in den weiterführenden Schulen. Was auch viele Lehrer nicht gut finden. Aber ich meine, Hauptsache ist die Kinder lernen gerne und die Bücher machen Freude.

Frau Lew hat gesagt…

Einige der Sachen finde ich deutlich übertrieben. Mag von Schule zu Schule unterschiedlich sein, aber 120 Euro für "Klassenkasse, Lehrergeschenke"? Ich war inzwischen auf 5 verschiedenen Schulen und in noch deutlich mehr verschiedenen Klassen, und dort wurden maximal 20 Euro im Jahr "verlangt" (alles auch noch freiwillig!).

Und wer fast 1000 Euro in der Schulkantine liegen lässt, macht irgendetwas falsch. Es gibt ca 200 Schultage im Jahr. Selbst wenn die Kinder JEDEN Tag in der Kantine essen würde, wären das ziemliche Wucherpreise (und welches Kind hat bitte JEDEN Tag Nachmittagsunterricht?). Abgesehen davon kann man das gar nicht komplett dazu zählen, denn wenn das Kind nicht in der Schule essen würde, würde es zu Hause essen und auch etwas kosten. Ergo: Schwachsinn. ('tschuldigung)

Zu den anderen Dingen könnte ich jetzt auch einen halben Roman schreiben, aber da das vermutlich sowieso keiner liest und sich die armen Hartz IV Muttis diskriminiert fühlen würden, weil sie doch soooo viel zahlen müssen und sich bitte in ihrem Selbstmitleid suhlen möchten und die Wahrheit [Ergänzung:Ja, ALLE Schüler haben gleiche Rechte und Chancen. Es gibt Möglichkeiten, wie sogar Klassenfahrten bezahlt werden können! Wenn man zu arm UND sich zu fein dafür ist, Hilfe anzunehmen, ... Selbst Schuld, mein Beileid an die Kinder.] gar nicht wissen wollen, lasse ich das lieber.

Liebe Grüße von einer jungen Frau, die derzeit, wie schon fast ihr ganzes Leben unterhalb der Armutsgrenze lebt. ;)