Montag, 27. Januar 2014

Studie der Barmer GEK: Mehr Antipsychotika für Kinder

Ein besorgniserregender Anstieg um 41 Prozent, innerhalb von sieben Jahren, durch Verordnung von Antipsychotika bei Kindern. In Deutschland verordnen nicht nur Psychiater, sondern auch Kinder- und Hausärzte diese Mittel.

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Christian Bachmann von der Philipps-Universität Marburg und Falk Hoffmann von der Universität Bremen in einer Studie, die in der kommenden Ausgabe des „Deutschen Ärzteblattes“ (Bd.111, Nr. 3) erscheint und für die Daten der Barmer GEK ausgewertet wurden. Zwischen 2005 und 2012 stieg der Anteil der Kinder und Jugendlichen, denen die Mittel verordnet wurden, von 0,23 auf 0,32 Prozent; er nahm also um 41 Prozent zu.

Jungen wurden die Mittel häufiger verschrieben als Mädchen. Vor allem der Einsatz der als schonender geltenden atypischen Antipsychotika nimmt zu; die älteren, typischen Antipsychotika lösen motorische Störungen aus. Am häufigsten werden die Mittel bei ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, Autismus, Intelligenzminderung, Angst- und emotionalen Störungen sowie depressiven Störungen verschrieben.

Kritisch sehen viele Experten, dass ganz verschiedene Arztgruppen die Medikamente verordnen. Die aktuelle Studie ergab, dass 28 Prozent aller Verordnungen durch Kinder- und Jugendpsychiater, 25 Prozent durch Kinderärzte und 16 Prozent durch Hausärzte erfolgten.

Mit Angaben aus der Frankfurter Allgemeine vom 14.01.14

Kommentare:

666 hat gesagt…

Ist doch klar,gib dem Kind ne Pille und es wird ruhig gestellt,dann braucht man sich nicht um es zu kümmern, es ist nun mal so das Jungs eben wilder sind einen hören Bewegungsdrang haben und das passt eben nicht in die heutige Leistungsgesellschaft, die Kinder müssen heute funktionieren ! Unbeschwert Kind sein ist heute kaum noch möglich ! Heute schämen sich schon 6-7-jährige das sie noch mit Barbies spielen !

Taupunkt hat gesagt…

Heute muß ich Dir mal absolut zustimmen!
So isses, die Gesellschaft soll transformiert werden und wird dadurch leichter zu handlen....

Old Geezer hat gesagt…

Die Eltern nehmen Aufputschmittel, um in der Beruflichen Tretmühle durchzuhalten, die Kinder bekommen sie, in der Befürchtung, daß sie ohne diese durch ihr Verhalten und ihre Probleme in der Schule versagen und so gleich einen Fehlstart in den Beruf hinlegen.

Das hat mal wieder rein gar nichts mit einer gezielten Transformation der Gesellschaft zu tun, sondern ist lediglich die natürliche Anpassung des Menschen an die Anforderungen, die Umwelt und Leben an sie stellen.

Das Problem ist, daß diese zu einer Reduktion der Lebensqualität für viele Bürger bedeutet, und sich die Gesellschaft nicht rechtzeitig gegen die aufkommenden Ansprüche verwahrt hat.
Man hätte beizeiten der feien Verfügbarkeit von Arbeitskräften, der grenzenlosen Flexibilität, überhaupt des Primats des wirtschaftlichen Erfolges Grenzen setzen müssen.
Man kann schlecht den Eltern Vorwürfe dafür machen, daß diese den oft selbst erfahrenen Leitsatz "kannst Du nicht auf Anforderung 110% Leistung bringen, hast Du bald sehr viel Freizeit" auf ihre Kinder übertragen und diese vor dem Leben in der Gosse / Armut / Unterschicht bewahren wollen.