Sonntag, 10. November 2013

Schulunterricht zu Hause e.V.: Das Bundesverwaltungsgericht löst die elterlichen Grund- und Menschenrechte auf/Der Staat tritt an die Stelle der Eltern

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat am 11. Sept. 2013 entschieden (BVerwGE 6 C 12.12, S. 11):

„Mit ihr (der Schulpflicht) haben die Eltern hinzunehmen, daß der Staat als Bildungs- und Erziehungsträger im Umfang des schulischen Wirkungsfeldes an ihre Stelle tritt, womit ihre Möglichkeit, unmittelbar in eigener Person pädagogisch auf ihre Kinder einzuwirken, auf den außerschulischen Bereich beschränkt wird.“

Damit löst das BVerwG das Grundrecht des Art. 6 Abs. 2 Satz 1 auf. Dort heißt es:

„Die Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

Weiter löst das BVerwG das Grundrecht des Art. 4 Abs. 1 u. 2 GG auf. Dort heißt es:

„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und welt-anschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“
„Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“

Das Bundesverwaltungsgericht widersetzt sich damit der bindenden ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum elterlichen Erziehungsrecht. Diese lautet (BVerfGE 93,1/17):

„Im Verein mit Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG, der den Eltern die Pflege und Erziehung ihrer Kinder als natürliches Recht garantiert, umfasst Art. 4 Abs. 1 GG auch das Recht zur Kindererziehung in religiöser und weltanschaulicher Hinsicht. Es ist Sache der Eltern, ihren Kindern diejenigen Überzeugungen in Glaubens- und Weltanschauungsfragen zu vermitteln, die sie für richtig halten. Dem entspricht das Recht, sie von Glaubens-überzeugungen fernzuhalten, die den Eltern falsch und schädlich erscheinen.“

Des weiteren verstößt die Entscheidung des BVerwG gegen Art. 2 des 1. Zusatzprotokolls zur Euro-päischen Menschenrechtskonvention. Dort heißt es:

„Der Staat hat bei der Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.“

Mit dieser Entscheidung des BVerwG –  wenn sie nicht durch das BVerfG oder Menschengerichts-höfe aufgehoben werden sollte – gehören die Kinder letztlich dem Staat und sind diesem rechtlos ausgeliefert.

Der Staat bestimmt, wann die Kinder schulpflichtig werden – Tendenz immer früher.

Der Staat bestimmt, wie lange die Kinder täglich die Schule besuchen müssen – Tendenz Ganztagsschule.

Der Staat bestimmt Unterrichtsinhalte und Erziehungsziele.

Erziehungsziel der staatlichen Schule ist: Durchsetzung der Gender-Ideologie.

Der Beschluss der Bundesregierung dazu lautet:

„Mit Kabinettsbeschluss vom 23. Juni 1999 hat die Bundesregierung auf der Grundlage des in Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG festgelegten Staatsziels die Gleichstellung von Frauen und Män-nern als durchgängiges Leitprinzip ihres Handelns anerkannt und beschlossen, diese Auf-gabe mittels der Strategie des Gender-Mainstreamings zu fördern.“

Hier könnte der Eindruck entstehen, es ginge um mehr Gleichberechtigung und Gleichstellung von Mann und Frau. In Wirklichkeit aber unterschiebt Gender-Mainstreaming dem Gleichheitsartikel unseres Grundgesetzes eine völlig neue Bedeutung. Es geht nicht um die Chancen und Rechts-gleichheit von Mann und Frau, sondern um die Durchsetzung der Ideologie, nach der jeder Mensch seine soziale geschlechtliche Identität (gender) unabhängig von der biologischen geschlechtlichen Identität (sexus) selbst bestimmen kann und somit jede sexuelle Orientierung als gleichwertig zu betrachten ist. Das bestätigt die Gender-Ideologin Nina Degele, Prof. für Soziologie und Gender-studien an der Universität Freiburg/Breisgau. „… (Es geht) bei der Gender-Ideologie um die Entnaturalisierung von Geschlecht.“ Dann weist sie darauf hin, dass es die Aufgabe von Gender-Mainstreaming ist, diese Sicht programmatisch umzusetzen: „Ein solches … Unterminieren ist radikal. Denn was verunsichert uns mehr, als den Menschen uns gegenüber nicht eindeutig als Frau oder Mann klassifizieren zu können.“ (Zitiert aus Michael Kotsch, Herausgeber. „Abschied von den Geschlechtern.“ S. 65).

Die Gender-Mainstreaming-Erziehung wurde zur Aufgabe der Schulen gemacht, z.B. im Schul-gesetz von Rheinland/Pfalz festgelegt (§1 Abs. 4).

Vor diesem ideologischen Hintergrund ist die Gender-Ideologie die folgerichtige Weiterentwick-lung der 68er Emanzipation von Autoritäten und Normen. Nur noch das eigene Fühlen und Wollen des Menschen ist entscheidend über sein Geschlecht (Gender – das soziale Geschlecht; Dekonstruk-tion von Mann und Frau und Selbstkonstruktion des Gender-Menschen). Zur Durchsetzung dieser Gender-Ideologie ist die staatliche, fächerübergreifende Sexualerziehung in den staatlichen Schulen zwingend. Mittels dieser SE werden die Zweigeschlechtlichkeit, die Ehe und die Familie als Grund-lage unserer Gesellschaft abgeschafft.

Zur Durchsetzung dieser Gender-Revolution hat sich der Staat im Kinder- und Jugendhilfegesetz das Recht geschaffen, jedes Kind von Geburt an, das nicht „gemeinschaftsfähig“ von seinen Eltern erzogen wird (also im Sinne der Gender-Ideologie), in die Tagespflege zu nehmen (§ 24 Kinder- und Jugendhilfegesetz = SGB VIII)

Schulunterricht zu Hause e.V., Armin Eckermann 8. November 2013



Kommentare:

Grandloser hat gesagt…

hwarpre 753Die Argumentation ist mehr als Zweifelhaft, da Eltern noch immer ihre Weltanschauung vermitteln können. Wer dazu zu Hause zu Faul ist braucht hier nicht rum heulen das ihm der Staat alles wegnimmt. Es ist die Aufgabe des Staates die Menschen zu Bilden, zu schützen und wenn nötig zu zwingen und das ist nicht seit 68 so sondern seit mindestens Zeit 1700. Daher alles nur falsch verstandene Pseudo Rechte christlicher Fundamentalisten die nicht damit klar kommen das sich die Gesellschaft wandelt und ihre veralteten und gescheiterten Werte hinterher trauern.

Franklin Clinton hat gesagt…

Oh Himmel, da kommt einer mit der Moderen Welt nicht klar ! Ich kenne ne Menge Eltern die ihren Kinder nichts oder nur das falsche beibringen würden. Wenn in den Schue ständig nur der sinnlose Religionsunterricht stattfinden würden hätten die Betreiber dieser Seite sicher nichts gegen Schule&Co ! Aber in der Schule gibt es ja den "Bösen" Sexualkundeunterricht, weil alles was mit Sex zu hat davon sollen Kinder am besten erst ab 21 was erfahren ! Das schönste ist das keiner die Seite hier Ernst nimmt!

Anonym hat gesagt…

Ihr begreift überhapt nicht die Zeichen der Zeit. Ihr seid blind, aber nicht stumm.

Genau das, was jetzt vom BVG beschlossen wurde, war die tiefe Überzeugung und das Handeln von Margot Honecker. Für diejenigen, die sie nicht (mehr) kennen, es war die langjährige Bildungsministerin der DDR. Sie war maßgeblich für die Heimunterbringungen der Kinder von Regimekritikern verantwortlich. Sie war auch dafür verantwortlich, dass viele Eltern ihre Kinder zur Heucheleich erzogen, um genau das zu verhindern.

Bitte macht die Augen auf und begreift, dass wir uns auf dem Weg zu einer solchen Diktatur befinden. Jetzt sind vielleicht nur die Christen im Visir. Aber glaubt mir, bald wird jeder mit einer eigenen Meinung ein Verfolgter sein. Zumindest, wenn er sie zu äußern wagt. Dabei werden Weggucker wie Ihr im zunehmenden Maße zu Handlangern werden. So war es jedenfalls im dritten reich und der DDR.

Wenn die Schlinge zu ist, wird es zu spät sein dagegen aufzustehen. Dann werdet Ihr Euren Enkeln sagen. "Wir wussten nicht, dass es sooo schlimm war und hätten auch keine Möglichkeit gehabt, etwas dagegen zu tun."

Macht die Augen auf!

Anonym hat gesagt…

@ Franklin Clinton
Sie täuschen sich mehr als sie denken können.
Das Recht der Eltern wird mit den Füssen getreten und Menschen wie Sie haben wohl keine Kinder oder etwa doch?
Die Gesinnung des Staates den Eltern das Recht über die Aufenthaltungsbestimmung des Bildungortes ihrer Kinder wegzunehmen stammt von den Nationalsozialisten und wurde von der SED und anderen Kommunisten kopiert und vollständig übernommen.
Das Leid der frühsexualisierten Kinder ist ihnen ein Fremdwort und sie leben in einer Scheinwelt, welche die Realität verdreht: Das Böse ist das Gute!
Dies ist das Motto des modernen Menschen: Was ich als gut empfinde muss richtig sein auch wenn es pervers ist!
Frank Clinton ist ein gutes Beispiel dafür!

Anonym hat gesagt…

Wer nicht zu den JAsagern gehört, dem empfehle ich mal auf diese Seite zu gehen:

http://www.klagemauer.tv/

Wir können uns die Leitgläubigkeit nicht mehr länger leisten.

Die JAsager werden den Lügen, deren sie erlegen sind und die sie sogar mit verbreiten, erst merken, wenn sie selbst am Boden liegen.

Anonym hat gesagt…

Korrektur:
Die JAsager werden die Lügen, deren sie erlegen sind und die sie sogar mit verbreiten, erst erkennen, wenn sie selbst am Boden liegen.

aufgepasst hat gesagt…

"Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert und so abhängig von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird.
Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist."

Rothschild anno 1876

Matthäsius hat gesagt…

@ Franklin Clinton
»Das schönste ist das keiner die Seite hier Ernst nimmt!«

Warum nimmst Du sie ernst?

Matthäsius hat gesagt…

@Grandloser
»Es ist die Aufgabe des Staates die Menschen zu Bilden, zu schützen und wenn nötig zu zwingen (…)«

Wer bestimmt das?
Und mit welcher Autorität bzw. Ethik?

Anonym hat gesagt…

Somit gehören die Kinder ab der Geburt nicht mehr ihren leiblichen Eltern, sondern dem Staat. Ob die Deutschen sich das z.b. bei ihrem PKW gefallen lassen würden?

Grandloser hat gesagt…

Matthäsius, Sie haben sicherlich schon mal was Gesellschaftsvertrag frei nach Rosseau gehört, in dem der einzelne einige seiner Inviduellen Rechte abgibt, damit eine Gemeinschaft funktionieren kann? Als Beipsiel nehmen wir mal das Recht auf Justiz/Rache ich als Einzelperson gebe mein persönliches Recht an den Staat ab der mir dafür Sicherheit, ein Justizwesen (ritualsierte Rache), und Gerechtigkeit garantiert welche für alle gleich sind. Genauso verhält es sich auch mit der Bildung, der Staat garantiert jeden der will eine Grundbildung mit der er befähigt wird in diesem Staat ein nützliches Mitglied zu sein. Andere Bildungsgeschichten nach der Schulpflicht die es übrigens was hier geren übersehen wird schon weit vor den Nazis gab liegt im persönlichen Bereich in dem der der Staat nur zum Wohle der Gemeinheit eingreifen darf. Das Urteil sagt nichts anderes als : die Eltern müssen damit leben das Sie keine direkte Einflussnahme auf die Schule besitzen aber dafür andere möglichkeiten außerhalb der Schule haben, wie Wahlen , Anträge und die Schulfreie Zeit.

WÄCHTER hat gesagt…

Wie kann man bestreiten, was inzwischen schwarz auf weiss zu lesen ist?
Nämlich, daß Eltern bei der Schulbildung nichts und Null zu sagen haben und dies im Widerspruch zum Grundgesetz steht?
Es ist ganz einfach nachlesbar. Darum sollte man endlich akzeptieren, daß wir bereits im Kommunismus leben und dieser weitere Bereiche der Lebenswirklichkeit definieren wird (Geplanter Zwang zum Vegi-day) und alle entrechtet, die selbstbestimmt aber anders , nämlich nach eigener Überzeugung leben wollen.
Allerdings braucht der Kommunismus immer genug weggucker, Mitläufer und Feiglinge, die sich gern gegen ihre Natur umerziehen lassen wollen.

Grandlsoer hat gesagt…

Werter Wächter schauen Sie doch mal bitte nach was Kommunismus ist, und schauen Sie mal Sie sich mal real um, dann würden Sie merken das wir im Kapitalismus leben. Und der Veggie Day wird nicht kommen also wozu Angst schüren ? Ach stimmt Sie und ihre Meinung wird unterdrückt, nicht das Sie ihre Kinder auf eine christliche Privatschule schicken könnten. Mich erstaunt wie Sie der nach Freiheit schreit seine Eigenverantwortung so dermaßen fortwirft, Kinder werden in der Schule gebildet ach wozu soll ich eigen werte zu Hause vermitteln, das wäre ja zu anstregend dann lieber jammern das wir in der Endform des Soziallismuses leben. Jetzt mal ganz ehrlich ihre Traumwelt will ich mal haben....

Anonym hat gesagt…

Grandlsoer hat gesagt...
"... Jetzt mal ganz ehrlich ihre Traumwelt will ich mal haben...."

Träumen wäre ja noch kreativ. Sie sind aber einfach nur total dumm arrogant und lebensfremd.

Ich schäme mich für Menschen wie Sie.

Grandloser hat gesagt…

Bitte Anonym zerlegen Sie meine Argumentation, wenn sie es nicht können muss die Frage wer dumm und lebensfremd ist neu gestellt werden.
Eins ist sicher Paranoia und unreflektiertes Handeln sind hier schon mal mit Sicherheit vertreten.

Matthäsius hat gesagt…

Ich hatte mich vor einiger Zeit mal mit Rouseau beschäftigt (müssen), bin aber darauf gekommen, daß auch er wohl eher unreflektiert war.

Seine Schriften entstanden aus einer Art »Rebellion« gegen vorherrschende Umstände, somit sind also auch seine Lösungen nicht realistisch.

WÄCHTERs Vergleich mit dem Kommunismus ist eigentlich gar nicht so weit hergeholt. Die Idee des Kommunismus ist prinzipiell ähnlich der des Gesellschaftsvertrages von Rousseau.

Dieser ist wohl der Zentrale Satz in Rousseaus »Der Gesellschaftsvertrag oder Die Grundsätze des Staatsrechtes«:
»Alle diese Klauseln lassen sich, wenn man sie richtig auffaßt, auf eine einzige zurückführen, nämlich
auf das gänzliche Aufgehen jedes Gesellschaftsgliedes mit allen seinen Rechten in der Gesamtheit,
denn indem sich jeder ganz hingibt, so ist das Verhältnis zunächst für alle gleich, und weil das Verhältnis
für alle gleich ist, so hat niemand ein Interesse daran, es den anderen drückend zu machen.
«
Hier noch eine andere Übersetzung des gleichen Satzes: »Diese Bestimmungen lassen sich bei richtigem Verständnis sämtlich auf eine einzige zurückführen, nämlich die völlige Entäußerung jedes Mitglieds mit allen seinen Rechten an das Gemeinwesen als Ganzes. Denn erstens ist die Ausgangslage, da jeder sich voll und ganz gibt, für alle die gleiche, und da sie für alle gleich ist, hat keiner ein Interesse daran, sie für die anderen beschwerlich zu machen.«
(aus o. g. Werk, Kap. 6, »Der Gesellschaftsvertrag«)

Marx hätte es nicht besser ausdrücken können, nur anders, was er auch tat, um den perfekten Kommunismus zu beschreiben.

Dieser Satz beinhaltet zwei Charakteristika des Menschen, nein, eigentlich eine:
1. Der Mensch ist gut und selbstlos! (»(…) das gänzliche Aufgehen jedes Gesellschaftsgliedes mit allen seinen Rechten in der Gesamtheit (…)«)
2. spätestens wenn alle Unstände stimmen, ist er gut und selbstlos (»(…) und weil das Verhältnis
für alle gleich ist, so hat niemand ein Interesse daran, es den anderen drückend zu machen.
«)

Von genau dieser Basis ist Marx auch ausgegangen, allerdings in Bezug auf Geld und Besitz.

Nun, leider liegen damit beide falsch! Der Mensch ist nun mal nicht gut und schon gar nicht selbstlos! Und selbst, wenn die Umstände perfekt sind, und alles gleich ist, ist doch jeder auf seine eigene Weise gierig und egoistisch.

So werden bei der völligen Entäußerung jedes Mitglieds an das Gemeinwesen die, die sich weniger hingeben jene, die sich mehr hingeben ausnutzen, und ihnen ihre Ansichten als »das Gemeinwohl« aufdrücken. Rousseau ging davon aus, das schon keiner so schlecht sein wird. Zwar wußte er um die Diskrepanz zwischen »Gemeinwillen« und »Gesamtwillen«, der die Summe von Privatwillen darstellte, jedoch glaubte er auch, das wenn man »von ebendiesen das Mehr und Weniger wegnimmt, das sich gegenseitig aufhebt«, letztlich nur das Gemeinwohl übrig bleibt.

Auch das ist Unsinn!
Wir können gerade alle live mitbeobachten, wie der Gesamtwille, ein demographisches Desaster verursacht, ein Ergebnis, das offensichtlich nicht dem Gemeinwohl entspricht.

Da mein Text nun zu lang wird für diesen Blog, muß ich jetzt ein Fazit ziehen:
Rousseaus Gesellschaftsvertrag fällt raus als Antwort

Die Frage steht also weiterhin im Raum:
Wer bestimmt das?
Und mit welcher Autorität bzw. Ethik?

Sollte Rousseau jedoch die Ethik dahinter sein, dann ist erst recht verdeutlicht, daß der Mensch »böse« und egoistisch ist!

Bis bald und gute Nacht

Old Geezer hat gesagt…

Die Eltern versagen halt auf breiter Front in der Bildung, schon wenn sie nur das zuträgliche Umfeld schaffen und motivieren sollen.
Was will man da erwarten, wenn Sie auch noch selbst die Hauptlast tragen.

Guckt man sich mal die Figuren an, die Homeschooling fordern, dann sind es zum allerüberwiegenden Teil von Standesdünkel getriebene "Eliten", die ihren Kindenr einen Vorsprung und extra-Bonus zuschanzen wollen, und dabei sehr oft einen brutalen Drill wie die sprichwörtliche Eislaufmutter aufbauen und damit dem Kind die Kindheit versauen, oder esotherisch umnachtete Freaks, welche durch faktische Informationen und das Lernen, Dinge zu Hinterfragen ihr LaLaLand gefährded sehen, in welches sie sich schon Jahrzehnte geflüchtet haben und in dem sie ihre Kinder auch gerne einsperreen möchten.

Hier agiert der Staat zum Schutze des Kindes vor den verschrobensten Eltern.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"Sie war auch dafür verantwortlich, dass viele Eltern ihre Kinder zur Heucheleich erzogen"

Und Heuchelei gibt es im Christentum (oder beliebigen anderen Religionen) selbstverständlich nicht.
Völlig undenkbar, daß ein Teenager nur aus Angst vor Streß mit seinen Eltern nicht der Kriche entsagt, oder nur um der Geschenke willen den Konfirmationsuntericht durchsteht, oder ganze Familien der Erboma gegenüber die braven Kirchgänger mimen...


"Wir wussten nicht, dass es sooo schlimm war und hätten auch keine Möglichkeit gehabt, etwas dagegen zu tun."

...und jetzt habt Ihr die Misere: ihr könnte Lesen und Schreiben, wisst wie die Welt funktioniert, und habt die Verantwortung für Euer Handeln, und könnt nicht mehr den Kopf in den Sand stecken und hoffen, daß ein Fabelwesen alle Eure Probleme löst - hartes Schicksal.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"Die Gesinnung des Staates den Eltern das Recht über die Aufenthaltungsbestimmung des Bildungortes ihrer Kinder wegzunehmen stammt von den Nationalsozialisten und wurde von der SED und anderen Kommunisten kopiert und vollständig übernommen."

Huch - sind Internate verboten worden?
Gibt es keine Schulen in privater Trägerschaft mehr?
Wurden all konfessionellen und privaten Schulen geschlossen?
Schiebt die Polizei Wache vor Montessori- und Waldorf-Schulen?
Dürfen Eltern ihre Kinder nicht mehr auf der Schule ihrer Wahl (in ihrem Einzugsbereich) bewerben?
Oder etwa Eltern, die tatsächliche Gründe dafür haben (z.B. Diplomaten, Artisten, Flußschiffer - im Unterschied zu Fundamentalisten wegen 2 Wochenstunden Sexualkunde und Biologie über die gesamte Schulzeit) nicht mehr auf Privatlehrer oder Heimuntericht zurückfallen?

"Das Leid der frühsexualisierten Kinder"

ANGEBLICH "frühsexualisiert - was immer das heißen mag, wenn die Leute bei eintreten in die eigenen Pubertät über ihre Vermehrung informiert werden.

Ich schätze mal, ein paar Jahre eher ein unverklemmtes, befriedigendes Sexualleben ohne alberne Schuldgefühle zu haben, kommt all jenen als Leid vor, die im Leben nur ein Jammertal zum Lobe einer mythischen Gestalt zu sehen erzogen wurden.
Solche Leute möchten vermutlich gerne das weitergeben, was ihre Eltern ihnen angetan haben (analog zur Beschneidung bei Mädchen in einigen Ländern, bei denen oft die eigenen Mütter die betreibenden sind.)

"Was ich als gut empfinde muss richtig sein auch wenn es pervers ist!"
Und dagegen ist Ihr Motto: "Was ich als pervers empfinde, kann nicht gut sein, auch wenn es fast alle anderen als völlig okay ansehen?"

Na, wer sich da wohl eher der Hybris schuldig macht...

Matthäsius hat gesagt…

»Guckt man sich mal die Figuren an, die Homeschooling fordern (…)«

Na Dich Figur wöllt' ich mal sehen… :)

»Hier agiert der Staat zum Schutze des Kindes vor den verschrobensten Eltern.«

Wen meinst Du eigentlich mit »der Staat«, der uns vor den verschrobenen Eltern schützen soll?

Grandloser hat gesagt…

Hallo Matthäsius: natürlich ist Rousseau ein Theoretiker, er hatte nie die Chance sein System zu verwirklichen, aber hier kommt noch de Humanismus ins Spiel, der anerkennt das der Mensch (frei nach Hobbes) fehlerhaft ist und ihm zum besseren erziehen will. Verbunden mit einen Gesellschaftsvertrag ergibt mit den Menschenrechten der französischen Revolution das ethisch moralische Grundgerüst unserer Gesellschaft. Und die Meinung von Wächter wir würden in einer sozialistischen Kultur leben ist ja mehr als unüberlegt, den mit den 16 Bundesländern haben wir effektiv 16 verschieden Schulformen plus die freien, ergo eine ganze Menge Auswahl. Schauen Sie sich um, Ausland gibt es meist wesentliche weniger Auswahl.

Und mit Staat mein eich die BRD.

Old Geezer hat gesagt…

@aufgepasst:

."Die Wenigen, die das System verstehen [...]"

...und was ist mit denen, die Verfolgungswahn verstehen?

"[...]so sehr an seinen Profiten interessiert und so abhängig von der Gunst des Systems[...]"

Wow, und jetzt zeigen Sie uns mal bitte, wo man im Bildungssystem diese angeblichen Profite und Gunst abgreifen kann, die einem den Mund so wässerig machen soll?


Old Geezer hat gesagt…

"www.klagemauer.tv/"

...und zur Auflockerung dazwischen ein paar Folgen der Wochenschau aus den 30ern.

"Wir können uns die Leitgläubigkeit nicht mehr länger leisten."

...und dieses Worte aus dem Munde eines religiösen Menschen...

Old Geezer hat gesagt…

@Matthäsius:

"Wer bestimmt das?"

Die Gesellschaft, die wenig Lust hat, Quertreiber und Kostgänger mit durchzuschleppen und sich von ihnen noch beschimpfen zu lassen?

Und mit welcher Autorität bzw. Ethik?"

Der der praktischen Vernunft und der des humanistischen Menschenbildes, das Kindern ein eigenes Lebens- und Existenzrecht und ein Recht auf das Streben nach Glück zugesteht. statt sie dazu zu verurteilen, stets nur in den Fußstapfen und unter innerhalb des Horizonts ihrer Eltern zu existieren.

Darum darf man auch keine Kinder mehr opfern, um die Ernte zu verbessern und Gott gnädig zu stimmen.
Oder daß Kinder entgegen biblischer Anweisung nicht mehr erschlagen werden sollen, wenn sie aufmüpfig und lästig werden.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Kinder gehören weder dem Staat noch den Eltern, sondern sich selbst.
Ihre Eltern sind allerdings verpflichtet, sich anständig um sie zu kümmern, und dürfen zu diesem Zweck auch Entscheidungen treffen, wie die, auf welche Schule das Kind gehen soll.
Aber diese Entscheidungen sind eingeschränkt auf ein vernünftiges Maß: die Schule sollte gewisse Standards erfüllen und die Eltern können aus organisatorischen Gründen von der Gesellschaft erwarten, daß diese ihnen nur um einer Laune willen, das Kind täglich quer durch die Republik transportiert.

Das ist in der Tat ähnlich wie beim Auto: Sie dürfen fahren, wohin Sie wollen und wann Sie wollen, solange Sie sich an die Verkehrsregeln halten; und sie haben die frei Wahl des Fahrzeuges, solange sie es bezahlen können und das Auto die Zulassung geschafft hat.

Matthäsius hat gesagt…

»"Und mit welcher Autorität bzw. Ethik?"

Der der praktischen Vernunft und der des humanistischen Menschenbildes, das Kindern ein eigenes Lebens- und Existenzrecht und ein Recht auf das Streben nach Glück zugesteht.
«

Vielleicht beschäftigen Sie sich nochmal eingehend mit der Philosiphie des Humanismus…

»Darum darf man auch keine Kinder mehr opfern, um die Ernte zu verbessern und Gott gnädig zu stimmen.«

Wir halten fest, daß in der Geschichte die Juden die erste Kultur waren, die Kinderopfer abgeschafft haben. Es sei hier mal dahingestellt, ob das nun auf »Anweisung Gottes« hin passierte oder aus eigener Vernunft…

p.s. Wieviele Kinder haben Sie eigentlich?

Franklin Clinton hat gesagt…

Klagemauer.TV lol der war gut, die Spinner kann man doch nicht Ernst nehmen, die gehören zu AZK, die wittern überall ne Verschwörung !
Dann sollen also alle Schulen geschlossen werden und die Kinder zu Hause unterrichtet ! Dafür haben die Eltern heute ja auch alle Zeit und Geduld ! Sicher wäre es Leuten wie Anonym am liebsten wenn die Kirche wieder das alleinige Sagen und Macht hätte wie es früher war ! "Das Leid der frühsexualisierten Kinder" den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, bitte beweisen ! So viel Mist schreibt ja nicht mal die Bild !

Matthäsius hat gesagt…

»"Das Leid der frühsexualisierten Kinder" den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, bitte beweisen!«

Das ist eigentlich gar nicht so kompliziert wenn man gewisse Grundsätze der kindlichen Entwicklung kennt und akzeptiert, daß sie nun mal so sind.

»Das Leid frühsexualisierter Kinder« ist eher ein passives »Leid«. Ein zu früh mit Sexualität konfrontiertes Kind wird davon keine körperlichen Schmerzen bekommen, es wird einfach nur sehr verwirrt vielleicht sogar angewidert (oder geekelt) sein, weil es damit einfach noch nichts anfangen kann. Manche Erwachsene schildern ihre eigene Aufklärung als einen Schock. »So etwas würden meine Eltern niemals tun!« ist wohl keine seltene Reaktion.

Interessanterweise sind es oft auch solche »frühsexualisierten Kinder«, die als Jugendliche plötzlich Probleme mit Pornographie haben. Die meisten Jugendlichen kommen damit in irgendeiner Weise in Berührung, aber zu einer regelrechten Sucht entwickelt es sich bei diesen schneller.

Das ist dann schon mal ein Leid, eins das den Betroffenen erst später trifft, denn tatsächlich können Betroffene sich ähnlich wie Alkoholkranke nur schwer gegen ihr Problem wehren. Und auch wenn man Pornographie an sich nicht als problematisch betrachten möge, genausowenig wie Alkohol an sich, wird doch eine Sucht danach in beiden Fällen als eher beeinträchtigend wahrgenommen.

Das wäre schon mal EIN »Leid«. Die Liste ist länger, wenn auch oft nicht auf denn ersten Blick nachvollziehbar.

Wie halten Sie es eigentlich mit Ihren Kindern mit dieser Thematik, Franklin Clinton?