Montag, 18. November 2013

Die Verbreitung von Cybermobbing in Deutschland

Die Ergebnisse einer internationalen Studie zum Thema Cyber-Mobbing ist erschreckend: Zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen haben in Deutschland Angst vor Cybermobbing, weltweit sind es 54 Prozent. Dabei sind vier von zehn Minderjährigen bereits Opfer dieses schlimmen Phänomens geworden. Der internationale Durchschnitt weicht bei diesem Kapitel nur zwei Prozentpunkte von dem der Bundesrepublik ab. 18 Prozent der Befragten gaben konkret an, im World Wide Web bereits drangsaliert oder lächerlich gemacht worden zu sein.

Deutschland im Mittelfeld

Während fast drei Viertel der in Deutschland Befragten über Online-Mobbing Bescheid wissen, sind es weltweit knapp über die Hälfte. 16 Prozent der deutschen Minderjährigen mobben andere online, im Vergleich zu jedem vierten Befragten.

Medienpädagoge Thomas Schmidt gab im Gespräch mit einem Online-Portal zu bedenken, dass die Opfer durch zu sorglosen Umgang selbst die Angriffsfläche für Internetattacken bieten würden. Kinder und Jugendliche seien über Smartphone, Handy und PC permanent online, sie könnten keine Grenzen mehr zwischen realer und digitaler Welt ziehen. Sie würden unbedacht Privates und Persönliches preisgeben. Wer auf dem Schulhof ein Feigling sei, könne sich im Internet als Draufgänger austoben. Vor allem in den Schulen sei das Thema noch nicht so recht angekommen, wird in der Studie bemängelt: Offizielle Schulrichtlinien oder eine Aufklärung hätten es in Deutschland in etwa 50 Prozent der Fälle gegeben. Der internationale Durchschnitt liege bei 60 Prozent.

Wichtige Tipps für Eltern:

-    Kinder nicht alleine online lassen. Darauf achten, wie Kinder das Internet nutzen. Zuhören und die Kinder ermuntern ihre Erfahrungen zu teilen.
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-    Die Kinder ermutigen, sich im Netz anders zu verhalten und mit gutem Beispiel voran gehen. Immer daran denken, dass Kinder die Unterstützung der Erwachsenen brauchen.
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-    Ist ihr Kind betroffen – aktiv eingreifen! Nicht warten, bis sich das Problem von selbst erledigt. Fragen Sie, wie Sie helfen können.
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-    Sollte Ihr Kind nicht Opfer, sondern Täter sein: Klarmachen, dass Mobbing nicht in Ordnung ist. Gegebenenfalls auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Versuchen Sie herauszufinden, welche Gründe hinter dem Mobbing stecken.
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-    Kindern vermitteln, dass sich Konflikte auch anders lösen lassen.

Weitere Ergebnisse:

-    Cybermobbing-Erfahrungen scheinen die Anfälligkeit für Suizidgedanken zu erhöhen.
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-    41 Prozent der Cybermobbing-Opfer wurden auch Opfer von direktem Mobbing.



Mit Material der Studie am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld

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