Montag, 28. Oktober 2013

Vatikan protestiert bei UNO gegen selektive Pränataldiagnostik

Vorgeburtliche Diagnostik, die über Leben oder Tod eines ungeborenen Kindes entscheide, ist "unvereinbar mit der Konvention über die Rechte von Kindern": Das hat der Vatikan-Beobachter bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Francis Chullikatt, in einer Ansprache vor der Sitzung der Kinderrechtskonvention der UNO in New York erklärt, die der Vatikan diese Woche veröffentlichte. Ungeborene Kinder gehörten nicht zu einer "Unterkategorie des Menschlichen" und jedes Kind habe vor allem das Recht darauf, "überhaupt geboren zu werden", so der Päpstliche Gesandte.

Das Recht auf Leben müsse, so Chullikatt, für alle Menschen in den Grundrechten garantiert sein, ohne Unterscheidung wie etwa nach Geschlecht, Behinderungen oder eugenische Politikerentscheidungen. Pränataldiagnostik mit Absicht der Selektion sei daher strikt abzulehnen.

Die UN-Mitgliedsstaaten stünden laut dem Apostolischen Nuntius in der Pflicht, die Familie "zu beschützen, zu fördern und zu stärken": Die Familie, "nicht der Staat", gebe den Kindern ein Zuhause, ernähre sie und erziehe sie zum Vorteil der nächsten Generation der Gesellschaft. Verteidigung der Kinderrechte erfordere somit Schutz der Familie, und erst ausreichende Hilfsangebote an Eltern für die Kindeserziehung würden jenem Grundsatz Rechnung tragen, demzufolge jedem Kind das Lebensumfeld für die bestmögliche körperliche, geistige, seelische, sittliche und soziale Entwicklung zusteht.

Kritik äußerte der Erzbischof gegenüber Formulierungen in einem diskutierten Dokument des UN-Kommitees wie "sexuelle Identität" oder "gender", die eine "unglückliche Wortwahl" darstellten, da es zu ihnen keineswegs einen "internationalen juridischen Konsens" gebe. Auch sei es falsch von der UNO, eine Erziehung der Kinder hin zu "sicherer Abtreibung" oder die Darstellung von Abtreibung als Methode der Familienplanung zu fordern. Chullikatt: "Abtreibung ist niemals sicher, weil sie das Leben des Kindes tötet und auch der Mutter Schaden zufügt".

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

" jedes Kind habe vor allem das Recht darauf, "überhaupt geboren zu werden", "

für die katholische Kirche mag das so sein, aber es ist unverschämt vom Vatikan, dieses als allgemeingültig darzustellen.
Zumal es ja Fälle gibt, in denen die Kinder von der Geburt nichts anderes haben, als ein paar Stunden oder Tage des Leidens.

Taupunkt hat gesagt…

...und darum spielen Sie dann Gott, weil Sie es ja genauer wissen!
Wir leben in einer gefallenen Welt und sie wird nicht besser, humaner oder ethischer, wenn noch mehr Sünde hinzugefügt wird. Ja, Abtreibung ist Sünde, ist Mord....IMMER!
Die Bibel sagt es und JESUS ist der Richter, nicht wir.

Old Geezer hat gesagt…

@Taupunkt:

Weis ich nicht, muß ich auch nicht - ich überlasse das den Leuten, die damit so oder so leben müssen!

Ob und was Sünde ist, hängt vom Glauben oder der ethischen Position ab - und da ist der Vatikan nicht für alle Menschen maßgeblich.

"Abtreibung ist Sünde, ist Mord....IMMER! "

Nicht nach bundesdeutschen gültigem Recht (das kennt nichtmal den Begriff "Sünde"), nicht nach der Weltanschauung vieler Bundesbürger; Mord impliziert das es einen Menschen als Opfer gibt, der Zeitpunkt des Menschwerdung ist aber kulturabhängig, also auch nicht vom Vatikan für alle festlegbar.

"Die Bibel sagt es und JESUS ist der Richter, nicht wir."

Die Bibel - wo genau?
Aber die Bibel erklärt auch die Tötung von aufmüpfigen Kinder zur empfohlenen Erziehungsmaßnahmen, und die Abtreibung durch Aufspießen von Mutter und ungeborenem Kind zur gottgefälligen Methode der Kriegsführung gegen andere, falsch gläubige Stämme...
...ich bin recht froh, daß unser Rechtssystem nicht mehr auf solch archaischen Märchenbüchern basiert.

Und wieder: sie können das Rechtssystem nicht auf Märchenfiguren aufbauen, wenn nicht (fast) alle Staatsbürger an diese glauben; Jesus ebensowenig wie Allah, Shiva, Heimdahl oder das fliegende Pizzamonster.
Die Mehrheit der Abweichler haut ihnen diese Gesetze um die Ohren, wenn Sie keine auch für diese Leute akzeptable Begründung anbieten können.

Franz Josef Mandel hat gesagt…

Zu "Old Geezer" Ihre Äußerungen sind doch statt von sachlicher Auseinandersetzung geprägt von Haß.
Mich erinnert gerade diese Art von Entgegnungen auf christliches Gedankengut und Wertmaßstäben an die fast gleiche Art und Ausdrucksweise der Nazi-Ideologie mit ihrer unsäglichen Anmaßung u. Haß gegen Gottes Offenbarungen seit Menschengedenkens.

Lupusmagnus hat gesagt…

Wieso ist eigentlich immer alles den Damen und Herren Christen nicht in den Kram passt gleich Hass?????

Herr Mandel googeln sie bitte das Wort sachlich sie scheinen seine Bedeutung nicht zu kennen

aber vermutlich ist es für sie Hass wenn man zeigt, dass die meisten Christen sich aus der Bibel nur die Rosinen rauspicken und sie nicht im Ganzen für bare Münze nehmen (zum Glück sonst wären Christen ja schlimmer als fundamentalistische Moslems)daran ist auch nichts auszusetzen denn die Bibel enthält durchaus nützliches und auf heutzutage übertragbares...
aber eben nicht alles und ganz sicher sollten wir nicht die Moralvorstellungen eines bronzezeitlichen Hirtenvolkes automatisch für überlegen halten nur weil ein altes Buch das sagt

Old Geezer hat gesagt…

@Franz Josef Mandel:

Dann können Sie mir sicher auf dne Punkt sagen, welche meiner Aussagen "von Haß getrieben" (also implizit falsch) sind?

Die Nazi-Keule zieht nicht, denn im Unterschied zu A.H. sehe ich mich nicht als vom Schöpfer auserkoren, eine durch höheres Recht bestimmte Weltordnung (wieder)herzustellen.

Ist es denn schon zu viel erwartet, daß die Leute, die hier meinen Gottes Wort vertreten zu müssen, wenigstens mal die Bibel gelesen haben - RICHTIG, nicht nur die weichgespülte Version der 10 Gebote, den kleinen Katechismus und ein Stücken Bergpredigt?