Samstag, 10. August 2013

Hatte Legalisierung von Pädophilie unterstützt: FDP-Politikerin Dagmar Döring zieht ihre Kandidatur zurück

Wie „Welt“ meldet, zieht die FDP-Politikerin Dagmar Döring ihre Kandidatur für den Bundestag zurück. Grund: Sie hatte in der Vergangenheit die Entkriminalisierung pädophiler Beziehungen gefordert.

Döring veröffentlichte in dem 1980 erschienenen Buch "Pädophilie heute" einen zweiseitigen Aufsatz, der die damalige Forderung einiger Pädophilie-Gruppen nach Legalisierung sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern unterstützt, wie sie selbst schrieb. Ihre Sichtweisen und politischen Aktivitäten damals seien aus heutiger Sicht "völlig inakzeptabel" und "ein großer Fehler". Sie distanziere sich mit aller Deutlichkeit von allen Schriften und politischen Aktionen aus "diesem früheren Kapitel aus meinem Leben"

Sie lege ihre Kandidatur für den Bundestagswahlkreis Wiesbaden nieder, schrieb Döring in einem von der FDP veröffentlichten Brief an den Kreisvorsitzenden der Partei in Wiesbaden, Florian Rentsch. Sie wolle Schaden von ihrer Familie und der FDP abwenden.

Dagmar Dörings Erklärung im Wortlaut

"Hiermit lege ich meine Kandidatur für den Wahlkreis 179 nieder."

Wiesbaden, den 10. August 2013

Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Pädophilievorwürfe gegen die Partei Bündnis 90/Die Grünen durch den Göttinger Prof. Franz Walter ist ein Artikel von mir in einem 1980 erschienenen Buch unter dem Titel "Pädophilie heute" in den Fokus genommen worden, mit dem Prof. Walter mich und die Medien konfrontiert hat. Der zweiseitige Aufsatz ist in Form eines Erfahrungsberichts geschrieben und unterstützt die damalige Forderung einiger Gruppen der sogenannten Pädophiliebewegung nach Legalisierung vermeintlich einvernehmlicher sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern.

Hierzu stelle ich fest: Meine Sichtweisen und politischen Aktivitäten in entsprechenden Organisationen sind aus heutiger Sicht völlig inakzeptabel und ein großer Fehler gewesen. Ich distanziere mich in aller Deutlichkeit von allen Schriften und politischen Aktionen aus diesem frühen Kapitel meines Lebens und weise darauf hin, dass ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen.

Die damalige Entwicklung, die zu diesen Irrungen und Wirrungen führte, ist mir heute, mehr als 30 Jahre später, gar nicht mehr im Einzelnen nachvollziehbar. Die Ereignisse jener Zeitspanne hatte ich in der Zwischenzeit vollständig verdrängt.

Als verheiratete Frau und Mutter von drei Kindern sind mir meine damaligen unreifen Gedanken heute unvorstellbar peinlich - vor allem vor meiner Familie und vor meinen heutigen Weggefährten.

Parteipolitisch war ich damals nicht aktiv.

Um Schaden von meiner Familie und der FDP abzuwenden, habe ich gestern dem Kreisvorsitzenden der FDP- Wiesbaden, Florian Rentsch, mitgeteilt, dass ich meine Kandidatur für den Wahlkreis 179 zurückziehe.

Kommentare:

Wolfgang Kugler hat gesagt…

Respekt vor Ihrem Schritt, Frau Döring. Möge er - besonders in grünen Kreisen - einen signifikanten Nachzieheffekt auslösen. Ich grüße Sie mit großer Hochachtung! Wolfgang Kugler (Vater von drei Kindern und Opa von zwei Enkeln)

Der Chorleiter hat gesagt…

Am Sonntag solches zu lesen, was seiner würdigen Form nicht entspricht, zeigt den Charakter von Christen: Ruhe am Sonntag für alle verordnen wollen, entspannenden Einkauf verdammen - aber die Seele mit neuem Streit füttern.
Ihr habt euch geoutet.
Es geht nicht um den Menschen, es geht nur um den Widerspruch zwischen Glauben und Leben ohne diesen Glauben.
Den Rest der Posts nehme ich für morgen. Ist man schon sonntags zu Hause, will man es auch genießen.
Ich bin enttäuscht und bestätigt.
Ruhe vor dem Konzert werde ich für mich wahrnehmen. Das Einstimmen darauf bei den Sängerinnen und Sängern mit der helfenden Kraft des Weltalls schaffen.
Nein. Wasser predigen und Wein trinken geht nicht.

Bettina Airaksinen hat gesagt…

Frau Döring tut recht und sie erkennt, dass sie "alles verdrängt" hat. Das ist richtig und glaubwürdig, aber die GRÜNEN leugnen bewusst, das ist der Unterschied. Ich war im Grünen Landesvorstand NRW in den 80iger Jahren (zuständig für Umweltpolitik) und auch Bundestagskandidatin. Ich kann bezeugen und darlegen, dass alle, wirklich alle (!) bescheid gewusst haben. Gern bin ich bereit, einen Gedächtnisbericht zu verfassen. Esmuss endlich einmal reines Licht in dieses Dunkel fallen. Ich bin unter Protest ausgetreten ("Grüne Themen auf der roten Liste" DER SPIEGEL). Einzelheiten später. Gruß und Gottes Segen allen, die bereit sind, umzukehren zum HERRN und Buße zu tun. Das ist der rechte Weg, der Zukunft hat.

Neumann Peter hat gesagt…

Respekt vor dieser Konsequenz.

Anonym hat gesagt…

"""Um Schaden von meiner Familie und der FDP abzuwenden, habe ich gestern dem Kreisvorsitzenden der FDP- Wiesbaden, Florian Rentsch, mitgeteilt, dass ich meine Kandidatur für den Wahlkreis 179 zurückziehe"""

Ach, nur um Schaden von der Partei und der Familie abzuwenden, hat Frau Döring diesen Text veröffentlicht?

Wäre es nicht wichtiger, Schaden von den Kindern, die durch ihr Handeln geschädigt wurden, abzuwenden?

Sollte Sie nicht heute denjenigen helfen, die aktiv gegen diese politischen Irrläufer, die auch heute noch aktiv sind, vorzugehen?

Old Geezer hat gesagt…

Hier zeigt sich in erster Linie wieder einmal das völlig Unverständnis des christlichen Fundamentalismus gegenüber dem Konzept des "Überlegens", "Untersuchens" und "Diskutierens".
Es ist ja nicht so, daß es zu jener Zeit oder jener Gruppe tatsächlich mehr pädophile Vorfälle als zu anderen Zeiten oder in andere Gruppen gegeben hätte, oder auch nur konkrete Forderungen zur Abstimmung ins Parlament gegeben worden wären.

Fundamentalistischer Konsens ist anscheinend: wer auch nur wagt, darüber nachzudenken, ob eine Praxis der letzten Generation noch (oder jemals) sinnvoll ist (oder war), macht sich schon strafbar, selbst wenn die überlieferte Methode bestätigt würde.

Anonym hat gesagt…

Schade, dass der Chorleiter immer in Rätseln spricht (schreibt).
Er will anscheinend, obwohl er nichts zu sagen hat, trotzdem was sagen.

666 hat gesagt…

Es sind Wahlen da tut man eben alles um den politischen Gegner ein aus zu wischen, ihn schlecht zu machen und damit Wählerstimmen ab zugreifen ! ich frag mich echt ob die Leute keine echten Probleme haben !