Mittwoch, 3. Juli 2013

Sozialdemokratisierung der CDU-Schulpolitik: CDU-Spitze will sich endgültig von der Hauptschule verabschieden

Die CDU will ihre Schulpolitik grundsätzlich neu ausrichten. Das von der Bundespartei bisher verflochtene System aus Haupt-, Realschule und Gymnasium soll zukünftig durch ein zweigliedriges Modell ersetzt werden, wie aus dem Entwurf eines Bildungskonzepts hervorgeht, der der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag.

Demnach soll es neben dem Gymnasium künftig nur noch eine "Oberschule" geben, die Haupt- und Realschule vereint.

In dem Entwurf des Leitantrags für den Bundesparteitag in Leipzig schreibt der Vorstand: “Derzeit haben wir zu viele Schulformen, die Eltern, Schüler und Lehrer gleichermaßen verwirren, deshalb treten wir für eine Reduzierung der Schulformen und die Einführung des Zwei-Wege-Modells in allen Ländern ein: Gymnasium und Oberschule.“

Das 30-seitige Papier wurde am Dienstag an die Vorstandsmitglieder verschickt und soll bei einer Sitzung am Montag mit Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel beschlossen werden. Die neue Oberschule solle Hauptschule und Realschule in sich vereinen, heißt es darin. Neben dem Gymnasium solle sie einen weiteren und gleichwertigen Weg, entweder in die berufliche Bildung oder zur allgemeinen Hochschulreife eröffnen.

Unterstützt werden die Pläne nur von den Regierungsparteien CDU und FDP, obwohl es auch dort Gegenwind gibt. Die Opposition bemängelt vor allem, dass die Gesamtschulen benachteiligt werden.

Verpflichtende Förderung vor der Einschulung

Außerdem soll künftig die Deutsch-Förderung für Kinder vor der Einschulung verpflichtend werden. Schicken Eltern ihre Kinder nicht dorthin, obwohl sie es sollten, müssen sie künftig mit einem Bußgeld rechnen. Niedersachsen hatte 2002 als erstes Bundesland einen Sprachtest für Kinder vor der Einschulung eingeführt – seitdem gibt es für diejenigen, die Förderbedarf haben, im Jahr vor der Einschulung Deutschunterricht.

„Wir sind der Ansicht, dass alle Kinder an der Förderung teilnehmen sollten. Die Kinder, die nicht dabei sind, haben von Anfang an schlechtere Chancen“, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums.

Mit Material von Süddeutsche.de

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