Montag, 1. Juli 2013

Island will Online-Pornographie verbieten

Im Februar hat Islands Innenminister Ögmundur Jónasson eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die an einem Gesetzentwurf arbeitet mit dem Ziel, Internet-Pornographie völlig von der Insel zu verbannen. Auf der Insel gilt bereits seit einigen Jahren ein Verbot, pornographisches Material zu drucken und zu verbreiten. Dieses Verbot, so die Absicht des Ministers, sollte auf das Internet ausgedehnt werden, das zur größten Pornoschleuder der Geschichte geworden ist.

„Wir müssen über ein Pornographie-Verbot sprechen können, die – darin sind wir uns alle einig – sehr schädliche Auswirkungen auf unsere Jugend hat und da ein offensichtlicher Zusammenhang zu Gewaltverbrechen an Frauen besteht“, sagte der Minister. Jónasson gehört der Links-Grünen Bewegung an, die nach den Parlamentswahlen 2009 mit der sozialdemokratischen Allianz die Regierung der Inselrepublik bildete.

Als Teil der Arbeitsgruppe des Innenministers wurde eine Gruppe von Internetprogrammierern gebildet, mit dem Auftrag einen Filter zu entwickeln. Er soll eine digitale Schutzmauer gegen Pornographie bilden. Die Juristen der Arbeitsgruppe bauten in den Gesetzentwurf eine Bestimmung ein, die vorsieht, isländische Kreditkarten zu sperren, mit denen im Internet pornographisches Material erworben wird.

Vor zwei Jahren hat dieselbe Regierung das isländische Parlament davon überzeugt, Rotlichtlokale zu verbieten. Begründet wurde die Maßnahme zwar nicht mit der Verletzung der Menschenwürde, aber mit der Verletzung der bürgerlichen Rechte der Frauen, die dort „arbeiten“. Das Gesetz war vor allem von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurðardóttir (Allianz) gewollt.

Bei den Parlamentswahlen am 23. Mai wurde die Linksregierung abgewählt. Die liberale Fortschrittspartei und die euroskeptische liberalkonservative Unabhängigkeitspartei haben eine neue Regierung gebildet. Neue Innenministerin ist die 45jährige Politologin Hanna Birna Kristjánsdóttir von der Unabhängigkeitspartei. Auf der offiziellen Internetseite der neuen Regierung heißt es, dass ein Hauptpunkt der Regierungspolitik „die Verbesserung der Lebensbedingungen der isländischen Familie“ ist.

Damit wären die Voraussetzungen gegeben, den Gesetzentwurf der Vorgängerregierung zum Verbot von Internet-Pornographie weiterzutragen. In Island kann auch nicht das Argument ins Treffen geführt werden, dass mit einem Online-Verbot die „klassische“ Porno-Industrie gefördert werde und damit eine Wettbewerbsverzerrung erfolge, da diese bereits verboten ist. In anderen Ländern würde dieses Argument sicher umgehend in die Diskussion eingebracht werden.

Was in Island geschieht, wird aufmerksam von einem Teil der britischen Öffentlichkeit verfolgt. Sollte das isländische Parlament ein Verbot erlassen, ist es nicht ausgeschlossen, dass ein ähnlicher Vorstoß im britischen Parlament unternommen wird. Als im April 2012 der Abschlussbericht zur Child Online Protection durch das Parlament in London angenommen wurde, hatten bei der parlamentarischen Anhörung alle angehörten Experten eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen für Kinder im Internet gefordert.

Wie sieht die Lage in Europa allgemein aus? Die explosionsartige Ausbreitung der Pornographie war ein Produkt der „Sexuellen Revolution“ und damit Teil der „68-Revolution“. Diese Verknüpfung blockiert bis heute ein kritisches Hinterfragen und eine aufmerksame Untersuchung ihrer schädlichen Folgen.

Erst in den 80er Jahren war die erste Trunkenheit der 68er soweit abgeklungen, dass Versuche einer Analyse unternommen werden konnten. 1984 legte das Forschungsinstitut „Eurispes“ den 1. Bericht über Pornographie in Italien vor. Die wissenschaftliche Studie war vom Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel gefördert worden. Seit dem 5. Bericht, der 2005 erschien, wird das Thema von „Eurispes“ nur mehr am Rande gestreift.

Auch die Ständigen Vertretungen des Heiligen Stuhls bei den internationalen Institutionen scheinen das Thema seit Jahren „aufgegeben“ zu haben. Der letzte Vorstoß war eine Rede von Cathy Murphy, einer Beraterin der Ständigen Vertretung des Vatikans bei den Vereinten Nationen, die im Oktober 2010 vor dem Dritten Komitee der UN-Vollversammlung in der Generaldebatte über die Situation der Frau, Gesetze „gegen die Prostitution, die Kinderpornographie und die sexuelle Ausbeutung zum besseren Schutz von Frauen und Kindern“ forderte.

Der generellen Abnahme des Interesses entspricht allerdings kein Rückgang des Phänomens. Die Zahl der zur Anzeige gebrachten Sexualstraftaten bleibt konstant hoch, das gilt auch für Straftaten, die direkt mit der Prostitution und Pornographie Minderjähriger zusammenhängen.

Mit Material von Katholisches.info

Kommentare:

Abendfrieden hat gesagt…

Das ist die richtige Maßnahme .... Hut ab vor Island !!!!

Wann folgt Deutschland um dem Schmutz zu beseitigen ?

Grandloser hat gesagt…

Hallo Abendfrieden,

vielleicht können Sie mir ein paar Hilfen geben.
Was ist an Pornographie für Erwachsene so schlecht? Wie zerstört diese Familien? Wo ist der Zusammenhang mit den Gewaltverbrechen? Denn immer wenn solche Argumente beigesteuert werden, hat es sich gezeigt das es meist heiße Luft der Politiker war, um von den wirklichen Problemen abzulenken. Siehe hier in Deutschland die "Killerspiel" Debatte.Das Pornographie nur Erwachsenen zugänglich sein sollte ist selbstverständlich.

Des Weiteren habe ich extreme Zweifel, einmal bei der technischen Umsetzung, die nur scheitern kann, und wer bestimmt was unter dieses Gesetz fällt?
Ich sehe da eine Gefahr der Zensur.

Für eine sachliche Diskussion bin ich zu gerne zu haben.

Anonym hat gesagt…

Man muß daran erinnern, daß die Pornographie in Deutschland 1973 offiziell freigegeben wurde. Zuvor ebnete eine korrupte Justiz in einer konzertierten Aktion dem Gesetz den Weg indem - ungeachtet geltenden Rechts - die Strafverfolgung eingestellt und vollendete Tatsachen geschaffen wurden. Der frühere Verfassungsrichter Hans Faller äußerte seinerzeit öffentlich, daß die Justiz nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stehe, weil sie bestehende Gesetze "einfach nicht mehr anwendet". Zuvor hatte die SPD über ihre parteieigene "Auerdruck GmbH" massenhaft die St. Pauli-Presse gedruckt und vermarktet. "Alles Geld fließt in die Parteikasse", schrieb damals der SPIEGEL. Als dies ruchbar wurde, gründete man kurzerhand die "Marianne GmbH" an welcher Helmut Wehner und eine weitere SPD-Größe mit 2 Mio DM formal beteiligt wurden. Diese Firma mietete die Maschinen der "Auerdruck GmbH" und das kriminelle Spiel ging weiter, geschützt von der Hamburger Justiz. Aber nicht nur die SPD hat diesbezüglich Dreck am Stecken. Auch die "C"DU"/C"SU trug ihren Teil zur Freigabe der Pornographie bei. Insbesondere die bayerische Justiz stellte sich schützend vor die Pornomafia und blockte j e d e Strafanzeige durch generelle Einstellung des Verfahrens ab. In Bayern sitzen vor allem die Mafiosi der Filmindustrie. Das Dickste aber leistete sich Helmut Kohl als damaliger Minsterpräsident von Rheinland/Pfalz. In seiner Eigenschaft als Bundesratsmitglied stimmte er der Pornofreigabe zu mit der Begründung, er wolle damit den Jugendschutz verbessern, Pornographie im Fernsehen werde es nicht geben.

Wir brauchen uns keine Hoffnungen zu machen, daß Deutschland dem Vorbild Irlands folgen könnte. Dazu ist der Politladen viel zu tief im Linksextremismus verwurzelt. Mittlerweile ist die Zwangssexualisierung der Schulkinder - auch in "C"DU/"C"SU-regierten Ländern - entgegen dem Elternrecht Realität. Die Pornoindustrie braucht Kundennachschub, und unsere "integren" Scheindemokraten sorgen dafür.

Grandloser hat gesagt…

An Anonym: wenn es Legal ist können die Behörden halt nichts machen.
Und ihre Verschwörungstheorie gegenüber einen Linken deutschen Staat ist dermaßen absurd das echt traurig ist das Sie daran glauben.

Sexualaufklärung ist kein Elternrecht sondern die Vermittlung von Moral ist eins.
In der Regel gibt es in der Schule folgendes: ein Mann und Frau haben einvernehmlich Sex wenn sie sich mögen, und dabei führt der Mann seinen Penis in die Vagina ein, und es könnte dabei eine Schwangerschaft resultieren und Sex macht meist Spass. Des weiteren gibt auch Menschen die ihr eigenes Geschlecht lieben. Und ein bisschen Verhütung. Vor allem deshalb ist der Unterricht notwendig da die meisten Eltern gegenüber ihren Kindern Hemmungen haben sie in diesen Themen aufzuklären.
Was soll daran schlecht sein? Bitte erläutern Sie mir ihre Position und Argumente.

Aber nicht vergessen das Hauptthema ist hier die Pornographie, und weshalb Sie schlecht sein sollte.


Anonym hat gesagt…

Was hat linksextremistische "Aufklärung" = Unterrichtung in Schamlosigkeit und Unmoral = Aufkläricht mit Moral zu tun? Sie gehören offensichtlich zu der Generation, die das linke Gift - tief in sich aufgesogen haben. Die Ideologie der 68er mit ihrer Zielsetzung des "Marsches durch die Institutionen" und der "Umwertung aller Werte" hat in diesem Lande längst die Macht ergriffen. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Realität. Wir leiden unter einem Zustand gesetzlicher Anarchie. Und wer sind eigentlich die "Behörden, die nichts machen können"? Gerade im Bereich der Justiz wird vielfach nicht Recht gesprochen, sondern Recht gesetzt, weil es der jeweilige Justizminister so will und seine weisungsgebundenen Staatsanwälte dazu verdonnert, Unrecht zu tun. Ein demokratisch sein wollender Staat der es zuläßt, daß das elementare Prinzip der Gewaltenteilung mit Füßen getreten wird und das Recht gebeugt wird, gibt sich selbst auf.

Grandloser hat gesagt…

Erst mal danke Anonym das Sie sich beteiligen, denn hier wird es meist ganz schnell still wenn es um das Thema Sexualität geht.

Schamlosigkeit ist ein interessanter Begriff der gerne benutzt wird, aber selten erläutert werden kann. Bei Ihnen klingt es so als würden die Schulen die Kinder auffordern sich an die Straße zu stellen. Dabei wird ihnen doch nur das Biologische Grundwissen über die Zeugung und Verhüttung vermittelt. Mir ist nicht bekannt das dort noch exotische Stellungen und Praktiken gelehrt werden. Diese kommen höchstens als Fragen selbst von den Kindern, weil vorher keiner mit ihnen darüber reden will. Von daher, was genau und bitte mit Erläuterungen ist Schamlos und wie äußert sich diese.

Das mit der Moral haben Sie leider falsch verstanden, ich meinte das Moral in erster Linie von dem Elternhaus und Bezugspersonen eines Kindes gelehrt wird, und dies nicht Aufgabe des Staates ist.
Und damit wieder zurück zum Ursprung was ist an Pornographie nur für Erwachsene so Gesellschaft-schädlich?

Und zum Schluss: Recht hat nicht Ihren persönlichen Vorstellungen zu entsprechen, sondern nur den rechtlichen Grundlagen.

Anonym hat gesagt…

Das Problem der Pornographie im Internet ist eben, dass diese nicht nur für Erwachsene zugänglich ist, sondern auch sehr leicht von Kindern gesehen werden kann. Es gibt genügend gratis angebote bei denen man keine Kreditkarte benötigt, was es Kindern damit zugänglich macht.
Anfang des Jahrtausends gab es wenigstens noch Alterskontrollen über diverse Dienste (z.B. Eingabe der Personalausweisnummer), die es heute aber eigentlich in dieser Art nicht mehr gibt.

Somit stehen Kinder und Jugendliche, wie auch bei exzessiver Gewalt in Filmen und Videospielen, Tür und Tor offen, diese Angebote zu nutzen.

Es wird gerne gesagt, dass sowohl exzessive Gewalt in Filmen, Spielen sowie Pornographie Kinder und Jugendliche nicht beeinflusst. Im Gegenteil finde ich, dass gerade Kinder und Jugendliche, die noch nicht über ein stark ausgeprägtes (Un)Rechtsbewusstsein verfügen und leicht beeinflussbar sind, durch eben jene Dinge in ihrem Verhalten nachhaltig geprägt und beeinflusst werden. Die Hemmschwellen sinken und das kann sowohl bei Gewalt als auch bei Pornographie verherende Folgen haben.

Grandloser hat gesagt…

An Anonym 2:

das Pornographie nur Erwachsenen zugänglich sein sollte habe ich schon in meinen Vorposts geschrieben.
Mir ging es jetzt um die Begründung warum diese Verboten werden soll. Darunter befinden sich ja auch Webseiten deren Inhalte man nur mit einer Kreditkarte abrufen kann.

Begründung im Artikel war, sie würde Familien zerstören, Anonym 1 meinte Aufklärungsunterricht würde Unmoral und Schamlosigkeit propagieren, und ich bat um eine genauere Erklärung was sie die Pornographie nun anrichtet, bzw. wie sich diese Schamlosigkeit und Unmoral darstellt.

Richtige Antworten sind bisher nicht gekommen. Das Argument mit der nachgeahmten Videospielgewalt wurde bisher in Studien noch nie bewiesen. Die Gruppe die darüber am lautesten geklagt haben immer die soziale Ausgrenzung/Situation der Täter vergessen. Genauso bei der Pornographie bisher gibt es meines Wissens nach keine Studie die einen Zusammenhang zwischen Pornographie und Gewalt sauber bewiesen hat.

Aber ich lasse mich eines besseren belehren nur zu.