Donnerstag, 6. Juni 2013

Immer weniger Deutsche leben in Familien

Die Zahl der in Familien lebenden Deutschen nimmt ab. Dies hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden aus Anlass des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai bekanntgegeben.

Innerhalb von 15 Jahren sank die Zahl der Familien von 13,2 Millionen auf 11,7 Millionen.

2011 lebten 49 Prozent der Bundesbürger in Familien; 15 Jahre zuvor waren es noch 57 Prozent. Als Familienmitglieder gelten, so das Bundesamt, Mütter und/oder Väter (auch Stief-, Pflege- oder Adoptiveltern) und die mit ihnen in einem Haushalt lebenden minder- oder volljährigen Kinder. Die Zahl der Familien sank in diesem Zeitraum von 13,2 Millionen auf 11,7 Millionen; das entspricht einem Rückgang um 14 Prozent. Das Bundesamt führt die Entwicklung auf die sinkende Zahl der jährlichen Geburten, den Anstieg an Single-Haushalten und die Zunahme an Senioren zurück.

Die Bundesgeschäftsführerin der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Berlin, Insa Schöningh, hält den sinkenden Familienanteil an der Bevölkerung nicht für dramatisch. Es gebe weniger Mehrkindfamilien, und die Menschen würden immer älter. Daher sei es verständlich, dass in diesen Haushalten immer weniger Kinder lebten. In einigen Jahrzehnten werde sich ein Gleichgewicht zwischen Geburten und Sterbefällen einstellen. Eine Steigerung der Geburtenrate lasse sich nicht erzwingen. Die Politik könne nur die Rahmenbedingungen zur Erfüllung des Kinderwunsches verbessern, etwa durch Betreuungsangebote sowie durch Werbung für ein kinderfreundliches Klima. Außerdem würde es laut Schöningh jungen Menschen bei der Entscheidung für Kinder helfen, wenn sie längerfristige berufliche Perspektiven hätten. Dies sei aber vor allem eine Aufgabe der Arbeitgeber.

Hingegen sieht der Leiter der evangelikal orientierten Ehe- und Familienberatung Team.F, Siegbert Lehmpfuhl (Rangsdorf bei Berlin), den Familienrückgang als Spiegel gesellschaftlicher Trends.

Eine ausschließlich an Wirtschaftsinteressen ausgerichtete Politik wolle Frauen weismachen, sie könnten zugleich Mutter sein und einen Erwerbsberuf ausüben.

In der Praxis führe dies zu einer Doppelbelastung, die sich durch den Verzicht auf Kinder am ehesten vermeiden lasse. Richtig wäre es vielmehr, erst Kinder zu bekommen und einige Jahre zu erziehen und erst dann in den Beruf zurückzukehren. Problematisch sei auch der Wunsch nach Perfektion, „selbst bei der Partnerwahl“. Lehmpfuhl: „Wenn der Märchenprinz endlich gefunden zu sein scheint, ist es für das Kinderkriegen oft zu spät.“ Der Familienpädagoge mahnt: „Wer sich gegen Kinder entscheidet, entscheidet sich auch gegen Enkel und damit für ein einsames Alter.“

Kritik an der Absicht der Bundesregierung, dem Kindermangel durch vermehrte Einwanderung zu begegnen, übt der Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit, Kostas Petropulos (Tübingen). Es grenze an „Ausbeutung“ ost- und südeuropäischer Länder, die dort ausgebildeten Facharbeiter abzuwerben. Sie würden für den wirtschaftlichen Aufbau ihrer Länder benötigt. Durch Einwanderung könne Deutschland seine hausgemachten Probleme nicht lösen, sagt Petropulos.

Wichtiger sei es, die wirtschaftliche Basis der Familien deutlich zu stärken. Dies sei die beste Voraussetzung dafür, dass Paare ihren Kinderwunsch verwirklichen können.

Mit Material von idea.de

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

2Richtig wäre es vielmehr, erst Kinder zu bekommen und einige Jahre zu erziehen und erst dann in den Beruf zurückzukehren"

Unrealistisch.
In vielen Branchen werden Mütter prinzipiell aus Abstellgleis in immer schlechter entlohnte Tätigkeiten abgeschoben und irgendwann entlassen.
Ohne gut verdienenden Partner in sicherer Anstellung ist das heute keine verläßliche Lebensbasis mehr.

„Wer sich gegen Kinder entscheidet, entscheidet sich auch gegen Enkel und damit für ein einsames Alter.“

Träumerei!
Niemand garantiert, daß die Kinder ihrerseits Kinder haben werden - oft bleiben die Enkel aus.
Selbst wenn sie existieren, ist die Chance groß, daß hunderte von Kilometern zwischen Großeltern und Enkeln liegen, und man nur ein- oder zweimal im Jahr besucht wird.

"Wichtiger sei es, die wirtschaftliche Basis der Familien deutlich zu stärken"

Bitte nicht als als ausschließliche Kritik an der Lohnhöhe.
IMHO wäre wichtiger, daß Jobs verläßlich sind, sicher auch über Änderungen im Familienstand hinweg.
Ortsfest und in der Nähe von kindertauglichem Wohnraum, nicht nur in den Slums des Ruhrgebiets und der City von München.
Daß keine Wanderarbeit vorausgesetzt wird und zeitweise Teilzeit nicht zur Degardierung führen.
Es sind sozusagen 'weiche' Faktoren, welche das Leben als Familie ermöglichen.


Joachim Müller hat gesagt…

"Old Geezer": Es ist Ihnen vermutlich noch nie gesagt worden, daß Ihre "Kommentare" zum Lächeln animieren. Es ist schon erstaunlich, daß Sie zu einer Vielzahl von Artikel schreiben, ohne eine Sachkenntnis geschweige denn Hintergrundwissen. Sie sollten deshalb zukünftig strenge Zurückhaltung üben -- und so mutig sein, Ihren richtigen Namen nennen. Oder gehören sie zu den "bestellten" Forenschreibern?

Dantalion hat gesagt…

Joachim Müller Sie haben natürlich ein unglaubliches Fachwissen was sie zu diesen Kommentar berechtigt? ;) Oder auch nur kirchlich geprägtes Pseudowissen? Und noch eine Anmerkung solange dieses Forum öffentlich ist, kann hier jeder schreiben was er will. So möchten doch auch weiter lächeln können, wen sie schon im Reallife wenig zu lächeln haben. :)

ich hat gesagt…

find ich putzig. da soll sünder gegen sünder schelten.
mancher scheint nicht zu wissen dass eine eigene meinung geäußert werden kann die oft sehr intensiv überlegt wurde. stimmt sie dann nicht mit dem überein was ein anderer hören will weil er vielleicht einen anspruch darauf zu haben meint wird es immer krach geben.
die hier vorbetende christliche seite hat in richtung veränderung scheuklappen auf und behauptet immer historisch gesehenes. alls in vorbereitung einer herrschaft gottes. was das auch sein mag.
er verbat sich schon den biss in den apfel der erkenntnis. und mit "er wird es machen" wird es ähnlich sein.
wie funktioniert heute die gesellschaft? wie ist das zusammenwirken organisiert? wovon geht es aus? was wird immer störender und was fördernder?
nicht zuerst die frage "was gab es?" das ist bei der suche beim vorangehen wichtig doch nicht die voraussetzung.
die anbetung des sonnengottes mit seinen halbschatten wurde auch beendet weil das abgestritten wurrde.
religion lernt nicht von den untergegangenen. und behindert so (vielleicht stachelt sie auch an)die entwicklung.
wenn meine meinung so falsch sei sollte mir doch auch von der allwissenden stelle geholfen werden. aus gnade. vielleicht mit engel? vielleicht auch durch einen himmlischen menschen?
ich habe bisher immer besseres wissen und bessere haltung geachtet. doch die hier oft gezeigte fällt nicht - noch nicht? - darunter.
und auch unsere zeit und gesellschaft lädt nicht dazu ein ohne dicken grund den namen nennen zu müssen.
manche geäußerte Meinung zu den posts lässt da böses ahnen.
wollen wir uns doch mehr über die probleme austauschen. ob mit und ohne gott, allah oder ähnlichem.
doch wir sollten uns freuen ein mensch zu sein. mit und ohne s.v..
den anfang könnte man mit der frage machen:
Wenn es immer mehr Menschen gibt, die ohne staatlich sanktionierte Familienbindung, mit wenigen Kindern, mehr Trennungen und oft störendem Verhalten auskommen: Woher stammt das?
Sollten wir Vergangenes mehr anpreisen? Oder lag darin schon die Ursache für diese Erscheinungen? Welches ist unser Ziel?
Nicht einfach immer vorschreiben, so soll es sein, so ist es natürlich.
Nicht jeder Mensch ist mit dem, was geglaubt zufrieden. Mancher möchte wissen.
Bei Glauben ist grenzenlos gegeben. Bei Wissen leider viel Unvollkommenheit.
was gibt es eurerseits für vorschläge zum diskutieren und etwas streiten?
familie und kinder sind schon etwas was zu dieser site passt. und der beginn für weitere fragen der zeit.
nicht vorwerfen und anderer denken behaupten wollen.
macht mal. ich bin gespannt.