Donnerstag, 20. Juni 2013

Hightech im Klassenzimmer

Auf der Frankfurter Buchmesse testet eine Schulklasse den Unterricht mit 3D-Fernseher. So stellen sich IT-Firmen das Klassenzimmer der Zukunft vor.

Die Klasse 6c der Helene-Lange-Schule aus Wiesbaden ist in die Frankfurter Messehalle 4.2 gekommen, um ein "Klassenzimmer der Zukunft" zu testen. In drei sogenannten Cyber Classrooms saßen die Schüler dafür mit 3D-Pappbrillen auf ihren kleinen Nasen.

Der Bildschirm zeigte ihnen den Blutkreislauf, Akkus und Batterien und den Teilchenbeschleuniger am Genfer Forschungszentrum Cern. Alle Lernmodule gehören zu naturwissenschaftlichen Fächern, angeboten werden sie von der Firma Visenso, einem IT-Spin-off der Uni Stuttgart.

Die Firma begann vor 15 Jahren mit Visualisierungen für die Autoindustrie, jetzt will sie auch im Bildungsbereich Geld verdienen. 70 Lernmodule gibt es laut Firmenangaben bereits, die bislang in 20 Schulen von Lehrern und Schülern getestet und mit ihnen weiterentwickelt werden.

Ihren aktuellen Stand der Technik zeigte die Firma auf der Frankfurter Buchmesse, auch wenn ihr Angebot mit klassischen Schulbüchern nichts mehr zu tun hat. Die Hardware - ein Stereofernseher, der mit einer Spielekonsole gesteuert wird - kostet 15.000 Euro.

Klassenlehrer Rech ist skeptisch. Seine Schule, die Helene-Lange-Schule Wiesbaden, wurde 2007 für innovative Lernmethoden mit dem Deutschen Schulpreis geehrt und gilt als fortschrittlich. Rech sagt: "Gerade an unserer Schule legen wir viel Wert auf selbstständiges Lernen, auf Praktisches, auf Rausgehen." Das alles komme im Cyber Classroom nicht vor.

Die Kosten entsprächen in etwa dem Jahresetat der Theater AG. "Das würde ich abwägen." Wenn es beispielsweise im Unterricht um die alten Römer gehe, "dann würde ich lieber mit der Klasse nach Trier fahren", anstatt sie vor den Bildschirm zu setzen. Rech befürchtet, ein virtuelles Klassenzimmer könnte die Kreativität ersticken. Letztlich laufe es dann doch auf Frontalunterricht hinaus, der gerade junge Schüler daran gewöhnt, alles für "wahr" zu nehmen, was sie auf einem Bildschirm sehen.

Kritiker dieser virtuellen Klassenzimmer bemängeln, dass Schüler es versäumten, soziale Fähigkeiten zu erlernen, weil sie nicht mehr persönlich mit Gleichaltrigen zu tun hätten.

Mit Material aus Spiegel online

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Unsere Kinder leben gerade in geistiger Hinsicht in einem der schlimmsten Zeitalter die es je auf Erden gab.

Jede Art von Perversionen werden immer mehr zum ganz "normalen" Standard. Kaum ein Kind kennt mehr die Pflanzen aus seiner Umgebung, oder hat eine Beziehung zu Tieren.

Nein, man sitzt im Cyberroom, verliert Fähigkeiten und Talente.
Wenn die Ganztagsschulen erst Einzug gehalten haben, sterben die Musikschulen, die Sportvereine und vieles mehr. Welches Kind soll da noch hingehen, wenn es morgens mit
dem Bus bereits um 6.30 - 7.oo Uhr außer Haus ist und kommt abends erst spät wieder nach Hause.

Warum bauen familienfeindliche Politiker nicht für alle Kinder Heime, dann kann man vollends mit ihnen machen was man möchte. Eltern können ihren Nachwuchs, wenn überhaupt mal am Wochenende besuchen.

Bindungsunfähige Menschen lassen sich wunderbar manipulieren.

Arme Welt, in der es keinen Vater, keine Mutter, kein Zuhause mehr gibt. Arme Kinder, die ihr den Duft von Blumen nicht mehr kennt, ein Sonnenuntergang nicht mehr wahrgenommen wird.

Das Wort Freundschaft wird von der Technik abgelöst.

Seelenlose Menschen werden so herangezogen. Wehe dem, der in einer solchen Welt alt werden muß.

Werte, Tugenden, Ideale werden für gering erachtet, Nächstenliebe ist ein Fremdwort und Liebe findet ihre Erfüllung in hemmungslosem Sex.

Das alles wird sich eines Tages bitter rächen, dann, wenn es bereits zu spät sein wird.

Wo bleibt unser aller Verantwortung gegenüber den Kindern? Fremde Leute bestimmen von morgens bis abends, was die Kinder denken, empfinden, tun und lassen werden.

Das, was wir hier säen, werden wir spätestens dann ernten, wenn wir alt sein werden, nämlich völlig überflüssig.