Mittwoch, 19. Juni 2013

Eine „Generation Porno“ wächst heran

Was Kinder und Jugendliche heutzutage über Sex wissen wollen, lernen sie meist von Internet-Pornographie – mit schwerwiegenden Langzeitfolgen: Ihnen wird ein völlig verzerrtes Bild vermittelt, das mit Zuneigung und Liebe nichts mehr zu tun hat. Besonders Mädchen erhalten den Eindruck, dass es „normal“ sei, zum Sex gezwungen zu werden. So wächst eine „Generation Porno“ heran, schreibt die britische Publizistin Eleanor Mills in der Sonntagszeitung „Sunday Times“. Die 41-jährige Mutter von zwei Töchtern hat eine Kampagne gegen Internet-Pornographie gestartet. Sie ist schockiert über das geringe Verantwortungsbewusstsein von Politikern und Eltern: „Wir lassen es zu, dass unsere Kinder Material sehen, das noch vor einem Jahrzehnt nur in einem Sexshop zugänglich gewesen wäre.“ Studien zeigten, dass Kinder im Durchschnitt mit sechs bis acht Jahren erstmals mit Pornographie in Berührung kommen. Die stärksten Porno-Nutzer im Internet unter den Minderjährigen sind die Zwölf- bis 17-Jährigen.

Anstatt der bisher üblichen vorsichtigen Phasen des Kennen- und Liebenlernen sei es heute verbreitete Praxis, dass ein Junge einem Mädchen einen Pornostreifen auf ihr Handy schicke und erwarte, dass sie das Gesehene praktizieren. Dazu gehöre auch die Anwendung physischer oder verbaler Gewalt. Viele Mädchen glaubten, dass es normal sei, dass man gar nicht in gemeinschaftlichen Sex einwilligen, sondern den Wünschen des Partners gehorchen müsse. Das könne bis zur Vergewaltigung gehen. Eine Analyse des Inhalts von Pornoseiten habe festgestellt, dass von 304 untersuchten Seiten 88,2 Prozent körperliche Gewalt wie Schlagen oder Knebeln sowie 48,7 Prozent verbale Gewalt wie Beschimpfen enthielten.

Ein Drittel des Internet-Inhalts besteht aus Pornographie

Pornographie mache mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller Internet-Inhalte aus. Jede vierte Suchanfrage habe mit Sex zu tun, und ein Drittel aller heruntergeladenen Dateien enthalte Pornographie. Die Online-Porno-Industrie mache pro Sekunde mehr als 2.200 Euro Umsatz. Deshalb seien die Firmen, die das Internet zur Verfügung stellen, wenig gewillt, stärkere Alterskontrollen einzuführen. Ein Weg wäre, so Mills, Zahlungen an ausländische Porno-Firmen zu blockieren. Auch sollten strengere Altersbeschränkungen umgesetzt werden. Der britische Premierminister David Cameron verlangt ebenfalls größere Anstrengungen von den Internetfirmen: „Pornographie verschmutzt das Internet, verdirbt die Gedanken und ist eine Gefahr für Kinder. Internetunternehmen und Suchmaschinen leben davon, das Netz zu sortieren und zu kategorisieren. Ich fordere sie auf, ihre technischen Möglichkeiten besser zu nutzen, um diese abscheulichen Bilder zu entfernen.“

Mit Material von idea.de

Kommentare:

Grandloser hat gesagt…

Hier der besagte Artikel

http://www.thesundaytimes.co.uk/sto/public/article1274103.ece

Grandloser hat gesagt…

Nach genauere studie des Artikels, wird hier die Auffassung von Journalismus deutlich.

Denn es fehlt rein "zufallig" die hälfte des Artikel in dem Frau Mills ihre Gegenrezepte erörtert.
Sexuelle Aufklärung und Erziehung in der Familie sowie der Schule, da laut ihren Artikel die meisten Jugendlichen Pornographie nur konsumiert haben um etwas über Sex zu erfahren.

Hier liegt deutlich das Problem, mangelnde Aufklärung und nicht das verschweigen und Aussitzen.

Das hier nur die Negativen Folgen publiziert werden, lässt tief blicken.

Joachim Müller hat gesagt…

zu Grandloser 20.6.:
der letzte Satz lässt ebenfalls tief blicken. Frage: wo ist bei Pornographie überhaupt Positives vorhanden? Wer so etwas bei Porno sucht oder entdecken will, ist krank.

Grandloser hat gesagt…

Herr Müller, mit tief blicken Meinte ich die einseitig verkürzte Meldung von Idea, in der ja nur das negative aber nicht alle Lösungsvorschläge von Frau Mills übernommen wurden.
Und das von ein Portal welches vorgeblich journalistisch arbeitet.
Aber dann doch den guten alten Emser Depesche Trick, oder eher gezielte Manipulation zur eigenen Meinung betreibt.
Dagegen hätte ich nichts wenn, sie sich halt nicht Journalisten nennen würden.

Des weiteren möchte ich mich gern menschlich verbessern. Daher sagen mir bitte welche medizinische Bildung Sie besitzen um anhand einer Ferndiagnose, ich vermute mal geistige Krankheit zu diagnostizieren. Und natürlich um welches Krankheitsbild es sich handelt damit entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Aber im ernst, Frau Mills spricht sich nicht Grundsätzlich gegen Pornographie aus. Es geht ihr darum die Jugendlichen bewusst darüber aufzuklären das es halt Erwachsenenmärchen sind, die nicht jedem gefallen müssen. Das toleriere ich, aber pauschale Aussagen wie das ist Krank, ohne eine vernünftige Argumentation ist soviel Wert,wie ein Anus denn jeder hat einen.

Ich bin bereit mit ihnen zu diskutieren, aber bitte mit Argumenten.

Grandloser hat gesagt…

schade ist wohl allen zu heiß das Thema, traut sich wieder keiner.

Anonym hat gesagt…

Na sicher so was hat es früher nicht gegeben,auch Kinder haben ein Recht auf Sexualität und mit Eintritt der Pubertät steigert sich das Interesse daran noch.Religiöse Spinner wie ihr müsst endlich mal schnallen das wir nicht mehr im Mittelalter leben. Wer weiter diskutieren erreicht mich unter 666 !