Montag, 27. Mai 2013

Schon Kleinkinder werden mit iPad und Smartphone ausgestattet

Christiane Jurczik

Spielerisch lernen schon die Kleinsten den Umgang mit neuester Technik. Experten streiten darüber, ab welchem Alter Kinder welche Medien nutzen sollten und verkraften können. Ein US-Psychologe warnt vor dem iPhone-Syndrom.

Eine Gruppe Fünfjähriger bevölkert einen Raum, es ist mucksmäuschenstill. Doch die Kinder schlafen nicht. Sie sitzen an Tischen und spielen auf ihren iPads. Was befremdlich wirkt, ist seit Herbst 2011 Realität in einem US-Kindergarten. Dort wurden alle Kinder eines Jahrgangs mit den Tablet-Rechnern ausgestattet. Täglich spielen und lernen sie nun mit den Geräten. Experten streiten über dieses Projekt. Kern der Diskussion: Wie viel Technik und Medien verkraften Kinder, und ab welchem Alter sollten sie damit in Kontakt kommen? Zu viel Medienkonsum gefährdet die Entwicklung, sagen die einen. Tablets und Co. ermöglichen besseres Lernen, meinen die anderen.

Der US-Psychologe und Buchautor Jim Taylor warnt in seinem neuesten Elternratgeber "Raising Generation Tech - Preparing Your Children For a Media-Fueled World" bereits vor dem iPhone-Syndrom. Dieses entstehe, wenn Eltern beispielsweise ihren gelangweilten Kindern unterwegs in der Bahn ihr Smartphone zusteckten, damit sie ruhig seien. "Die Kinder lernen: Wenn sie quengelig sind, werden sie unterhalten", erklärt Taylor. "Was sie nicht lernen, ist, geduldig zu sein oder gar ihrer Langeweile aus eigenen Stücken mit eigenen Ideen zu entfliehen."

Aber auch ein Überengagement der Eltern kann problematisch sein. "Manche Eltern bringen ihre Kinder schon früh und häufig mit Medien in Berührung, aus Angst, ihr Kind könnte später im Umgang mit all den Geräten hinterherhinken", sagt Taylor. Zu oft erlebe er Kinder, die weder Schnürsenkel schnüren noch Schwimmen könnten, wohl aber souverän im Umgang mit Smartphones seien.

Drastische Folgen von zu viel Medienkonsum sehen der Kinderarzt Christian Fricke und seine Kollegen regelmäßig in der Sprechstunde. „Motorische Unruhe, Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen, sind die klassischen Symptome, die durch falschen Mediengebrauch entstehen“, sagt Fricke. Seiner Meinung nach besteht die Gefahr einer Mediensucht.

Doch wann beginnt es, für das Kind schädlich zu werden? Zahlreiche Initiativen klären in Deutschland über Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen auf, einige nennen Richtlinien für Eltern, die empfehlen, Kinder unter zwei Jahren gar nicht erst vor einen Bildschirm zu setzen. Bis zum Grundschulalter sei maximal eine halbe Stunde vor dem Fernseher, Smartphone oder Computer zu vertreten. Für Zehnjährige liegt demnach der Grenzwert bei einer Stunde, ab 11 Jahren sind 75 Minuten am Tag in Ordnung.

"Solche pauschalen Werte werden allerdings in der Medienpädagogik stark diskutiert", sagt Daniel Seitz, der Mitglied im Bundesvorstand der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur ist. Obwohl Kinder immer öfter und auch länger vor der Mattscheibe oder dem Computer Zeit verbringen, zählen "Draußen spielen" und "Freunde treffen" für Kinder bis 12 Jahre weiterhin zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen.

Taylor aber mahnt, dass Kinder erst einmal lernen müssten, dass es diese Tätigkeiten auch gibt, und was das reale Leben bereithält. Dazu zählt er auch sinnliche Erfahrungen wie Riechen, Schmecken und Fühlen. Dinge, die ein Bildschirm nicht bieten kann: "Selbst wenn es inzwischen auch Spiele und Filme in 3D gibt. Tatsächlich ist nur das reale Leben dreidimensional".

Aber auch die Eltern selbst sollten ihren Medienkonsum kritisch beobachten

"Sie sind die Vorbilder für ihre Kinder - das sollten sie nie vergessen", sagt Fricke. Ihre Aufgabe sei es, den Kindern Grenzen zu setzen. Experten raten, mit den Kindern und Jugendlichen Nutzzeiten zu vereinbaren.

Eltern sollten auch immer ein Auge darauf haben, wenn Kinder Filme gucken, Computerspiele spielen oder im Internet surfen. Am wichtigsten sei es, darüber sind sich Medienpädagoge Seitz und Kinderarzt Fricke einig, zu wissen, was die Kinder über die verschiedenen Medien konsumieren und mit ihnen über die Inhalte sprechen.

Regelmäßige Bewegung, Hobbys und Ausflüge mit der Familie oder mit Freunden drängen den Medienkonsum zurück.

Mit Material aus Spiegel online

1 Kommentar:

vigil hat gesagt…


vigil

Zusätzlich zu der von Frau Jurczik belegten seelisch-psychischen Gefährdung unserer Kinder besteht vorrangig die gesundheitlich-physische durch Elektrosmog ingestalt vor allem der gepulsten elektro-magnetischen Bestrahlung, deren Smartphone, iPad & Co. bedürfen wie der Fisch des Wassers. Wo gibt es für unsere Kinder (noch) Vorbilder ohne Smartphone und iPad? Dazu nur zwei frische Bei-spiele: Doch nicht der Vater, der am Muttertag 2013 im Café seine beiden 4 und 5-jährigen Töchter, seine Frau, seine Eltern und sich mit der Smartphone-Camera fotografiert, um die Bilder dann stolz seinen Töchtern zu zeigen? Doch sicher nicht die christlichen Väter, die sich als Stadträte der digitalen Ratsarbeit verschrieben haben und diese zuhause vor ihren Kindern mit dem Tablet ausüben? Für immer weniger Kinder immer mehr Mobilfunk? Neben WLAN schon für Grundschüler nun auch Tablets aus Steuergeldern ante portas für sie?
Welche Christen lassen sich nicht in den milliardenschweren Markt des mobilen Funks integrieren? Sind Dtn 5, 11, Mt 6, 24 und 1 Kor 6, 19 nicht mehr Teile der Bibel?
Wer nach aktueller, umfassender und wissenschaftlich integrer Unterrichtung sucht, der forsche nach unter < http://www.diagnose-funk.org/erkenntnisse/effekte-bei-kindern/index.php > und < … org/elektrosmog-im-alltag/kinder-jugend-und-mobilfunk/index.php > und < … org/ themen/be-strahlte-generation/index.php > sowie unter < http://www.kompetenzinitiative.net/broschueren-reihe/mobilfunk-zum-schutz-der-kinder-taetig-werden/index.html > und < … broschuerenreihe/die-gefaehrdung-und-schaedigung-von-kindern/index.html >. Seit wenigen Tagen ist im Handel Maes, Stress durch Strom und Strahlung, 6. Aufl., 2013. Was das Sachwortverzeichnis unter „Kind …“ nachweist, dürfte an Vollständigkeit nichts zu wünschen übrig lassen.