Mittwoch, 22. Mai 2013

Junge Union Hessen spricht sich für den Schutz christlicher Symbole und Feiertage vor Blasphemie und Entweihung durch eine Reform des § 166 StGB aus

Am vergangenen Wochenende hielt die Junge Union Hessen ihren Landestag in Wiesbaden ab.  Rund 250 Delegierte wählten einen neuen Landesvorstand und berieten neben einigen Grundsatz- und Satzungsänderungsanträgen auch über insgesamt 121 allgemeine Anträge.

Der zweite Tagungstag wurde vor allem durch die 121 allgemeinen Anträge geprägt, die von den unterschiedlichen hessischen JU-Verbänden eingereicht wurden. Hierunter fielen auch die Anträge, die aus den Reihen der beiden Flächenverbänden angeregt wurden. Fünf von ihnen befassten sich inhaltlich mit der Stärkung und dem Schutz christlicher Werte und des christlichen Menschenbildes. Hintergrund jener Anträge war u.a. einen Startpunkt für die geplante christliche Kampagne der beiden JU-Flächenverbände zu setzen (PM vom 19.04.2013). Mit breiter Zustimmung der 250 Delegierten beschloss die Junge Union Hessen sich klar zum christlichen Glauben zu bekennen ohne dabei andere Religionen abzulehnen. Zugleich war man sich aber insgesamt auch einig, dass man die Einführung eines gesetzlichen, islamischen Feiertags ablehnt. Auch der inhaltlich recht umfassende Antrag zum Schutz christlicher Symbole wurde mit enormer Zustimmung angenommen.
Hierbei geht es vor allem um eine Reformierung des § 166 StGB. Zudem sollen das christliche Menschenbild sowie das entsprechende Wertefundament als Basis eines gesunden gesellschaftlichen Zusammenlebens gefördert und verbreitet werden.

Der Antrag zum Schutz Christlicher Symbole wurde folgendermaßen formuliert: 

Religiöse Empfindungen sollen respektiert, die Religionsbeschimpfung und Hetze gegen Christentum und Christen sollen bestraft werden. Weiterhin setzt sich die Junge Union Hessen zum Ziel, das christliche Menschenbild und Wertefundament als Basis eines gesunden gesellschaftlichen Zusammenlebens zu fördern und zu verbreiten.

Die Begründung der Antragsteller:

Es ist wirklich erschütternd, mit welchen Gotteslästerungen das Christentum zurzeit in Deutschland angegriffen und verspottet wird. Mit diesen Angriffen soll bezweckt werden, eine Zukunft aufzubauen, in der unsere Gesellschaft und die kommenden Generationen keine christlichen Werte und Prinzipien mehr finden, eine Welt, in der nichts „falsch“ ist, außer Christ zu sein.

Ein Beispiel: Beim jährlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin wurde am 22.09.2012 wieder für den Schutz der ungeborenen Kinder demonstriert. Zu einer Gegendemonstration unter dem Motto „What the Fuck!“ rief eine Initiative „Gegen christlichen Fundamentalismus und Abtreibungsverbot“ auf. Einer den Schweigemarsch störenden Sprecherchöre lautete: „Hätt‘ Maria abgetrieben, …“ Plakate zeigten ein über ein Kreuz gestülptes Kondom mit dem Slogan „Gib Religion keine Chance“10 und auch ein gekreuzigtes Schwein war zu sehen unter dem Motto „Jesus, du Opfer.“ Zahlreiche Reaktionen bestätigen es: Blasphemie ist in Deutschland in Sachen Islam unmöglich, aber in Sachen Christentum möglich. Dazu hat Pastor Jens Moschmann folgendes mittgeteilt:

„Man stelle sich nur einmal vor, die genannten Beispiele würden sich auf die Inhalte des Korans und auf die islamische Frömmigkeit beziehen. Ein Sturm der Entrüstung würde nicht nur durch die islamische Welt gehen, sondern auch Europa in helle Aufregung versetzen. […] Wenn aber solche Ausfälle gegen Christen gerichtet sind, dann gibt es keinen Aufschrei des Entsetzens, dann wird Artikel 5 des Grundgesetztes
zitiert.“

Kommentare:

Onkel Kurt hat gesagt…

Schaut euch die Entwicklung der Einwanderung von Arbeitskräften im westlichen Teil Deutschlands mal richtig an: Zum Arbeiten zu besonders günstigen Konditionen gut geeignet. Auf die Probleme ihrer Nichteingliederung auf unsere Bedingungen nie eingegangen. Heute großes Staunen: Wie kann das denn sein?
Wäre das Christliche überzeugend gewesen und mit der Umwelt verwachsen, sähe es anders aus.
Wer sich so über Symbole und das Drumherum streitet, hat den Inhalt nicht im Sinn.
Drüber Palavern ist einfacher als durch sein Leben die Grundsätze seiner Anschauungen für andere erstrebenswert zu machen.
War es ersichtlich, dass sich die angelockten Arbeitskräfte hier ihr Zuhause nach ihrem Willen einrichten würden, eine Diaspora errichten? Ja. Und wir haben es nicht Ernst genommen. Jetzt haben wir den Salat. Diverse Religionen und eine ansteigende Zahl von Nichtreligiösen.
Da kann sich Kirche aufregen, wie sie will. Wenn nichts dahinter zu sehen ist als an etwas glauben, wird sich die Situation nicht bessern.
Wer sich zu etwas bekehrt, und das führt nicht zum Unwohlsein, wird immer meinen, es ist das Richtige.
Welcher Gott oder welche Ideee wird uns überzeugen oder für die meisten der Kernpunkt sein?
Es ist kein Ende des Zurückdrängens der christlichen Lebensweise und Symbolik in der angebotenen Form abzusehen. Der Staat hat sich offen zu keiner Art Religion bekannt. Und das stört nur gelegentlich, dann es wird nocht ernstgenommen.
Also wird auf der Welt bleiben: Krieg, Terror, Menschenverachtung, Unvernunft, Arm und Reich, Geld regiert die Welt, uswusf.
Und wir machen alle mit, finden uns als das Größte.
Wessen wird die Erde sein? Oder sie und das Drumherum?
Man kann nicht immer nur seins machen, wenn man alle erreichen will.
Daher kann mich nur einer beleidigen, wenn ich mich dadurch beleidigt fühle. Muß er sich aber anstrengen.

Old Geezer hat gesagt…

Also hat der Bauernverband der Jungen Union unter hunderten Anträgen im Schnelldurchlauf auch einige verfassungsrechtliche fragwürdige (vermutlich bald zurückgenommene) und einseitig eine Religion bevorzugende (die in Kürze wohl eh dem Mehrheitskonsens zum Opfer fallen werden) Anträge durchgewunken bekommen.
Wäre höchsten noch interessant, für was die Bauerndelegierten im Gegenzug für anderen Fraktionen zugestimmt haben und welcher andere Sack Reis noch umgefallen ist.

"Mit breiter Zustimmung der 250 Delegierten beschloss die Junge Union Hessen sich klar zum christlichen Glauben zu bekennen ohne dabei andere Religionen abzulehnen."

Würde mich mal interessieren, wie sie das mit dem ersten Gebot (oder den ersten, je nach Version und Zählart) unter einen Hut zu kriegen gedenken.

" die Religionsbeschimpfung und Hetze gegen Christentum und Christen sollen bestraft werden."

...fragt sich nur, wo das beginnen soll?
Bereits bei Kritik an kirchlichem Handeln oder erst bei Satire über Kreuzigung?
Macht man sich strafbar, wenn man die Existenz von Jesus als historischer Person anzweifelt oder der wörtlichen Inspiration der Bibel?

"das christliche Menschenbild und Wertefundament als Basis eines gesunden gesellschaftlichen Zusammenlebens zu fördern und zu verbreiten. "

Meinen die damit jenes Menschenbild, welches das Erschlagen aufmüpfiger Kinder empfiehlt und Gottes Segen für das Schleifen der Städte und der Massakrieren Ungläubiger verspricht?
Oder geht es Ihnen um die Wiedereinführung der Sklaverei, die in der Bibel ja nur bei versklavten Juden kritisiert wird?

...man wüßte ja gerne, welche Ideen das emsige Landvolk so ausbrütet...

" „Gib Religion keine Chance“
"Blasphemie ist in Deutschland in Sachen Islam unmöglich"

Mal abgesehen davon, das z.B. das erste Zitat auf keinerlei spezielle Religion eingeschränkt ist sollte man evtl. nicht unterschlagen, daß die Entmündigung Schwangerer hier (also bei jenem Event) ausschließlich vom christlichen Splittergruppen betrieben wurde, und AFAIK weder buddistische noch muslimischen Organisationen und auch keine Hindu oder Taoisten dabei engagiert waren - warum sollte sich also die Gegendemo an anderer Religionen richten?

Old Geezer hat gesagt…

@Onkel Kurt:

"Wäre das Christliche überzeugend gewesen und mit der Umwelt verwachsen, sähe es anders aus."

Das Wirtschaftsunternehmen "Kirche" und ihre politische Agenda ist einfach zu allgegenwärtig und zu dominant gegenüber dem verbliebenen Fünkchen Spiritualität, als daß letzteres von vielen noch ernstgenommen werden könnte.
Wer wahrhaftig vom christlichem Glauben ist, hat von dieser Amtskirche doch schon lange Abschied genommen.

" Diverse Religionen und eine ansteigende Zahl von Nichtreligiösen."

Das hatten wir allerdings auch schon lange vorher - wenigstens seit 200 Jahren, davor in der Zeit der Maurischen Ausbreitung und jüdischer Präsenz, davor zu der Zeit der Römer, und schließlich nochmal davor, als jede Sippe ihren eigenen Götter anbetete oder Ahnen verehrte.