Dienstag, 2. April 2013

Verfassungsrichter Andreas Vosskuhle lehnt Ehrung Cohn- Bendits wg. »Der große Basar« ab

(Freie Welt) Weil sich der Grünen-Europaparlamentarier Daniel Cohn-Bendit in der Vergangenheit »in nicht unproblematischer Weise zur Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern« geäußert hat, hat der Präsident des Bundesverfassungsgericht seine Teilnahme an der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises abgesagt. Den Preis soll Cohn-Bendit bekommen, die Festrede sollte Vosskuhle halten.

Ein Sprecher Vosskuhles betonte, der Richter sei »in ganz besonderer Weise gehalten, jeden Anschein zu vermeiden, es würde solche Aussagen billigen«. Dabei bezog er sich auf das 1975 erschienen Buch »Der große Basar«, in dem Cohn-Bendit sexuelle Kontakte zu Kindern andeutet, die in einer Betreuungseinrichtung seiner Obhut anvertraut waren.

Cohn-Bendit bereut seine Äußerungen inzwischen. In einem Spiegel-Interview von 2012 sagte er, sie täten ihm leid. »Ich schrieb über meine Erfahrung als Erzieher in einem Frankfurter Kinderladen, und das Thema Sexualität der Kinder wollte ich nicht ausklammern.« Dass der Text so lange Zeit nach seinem Erscheinen wieder gelesen und diskutiert werde, betrachte er »philosophisch«: »So ist das Leben. Die Geschichte kann einen immer wieder einholen.«

Das Kuratorium der Theodor-Heuss-Stiftung, die den Preis verleiht, kann (will?) die Kritik an ihrem Preisträger nicht verstehen. Von dort heißt es: »Die aktuell erneut vorgebrachten Vorwürfe des Missbrauchs von Kindern hält die Stiftung für unbegründet und ehrenrührig.« Cohn-Bendit habe »nicht aktiv und auch nicht in instrumentalisierender oder missbräuchlicher Absicht gegenüber den Kindern gehandelt.« Der Kritisierte hat Verständnis für den Fall signalisiert, dass ihm der Preis nun nicht verliehen wird. Davon will die Stiftung, deren Vorstand auch Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angehören, nichts wissen.

In dem inkriminierten Buch schreibt Cohn-Bendit unter anderem: »Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen. Es ist kaum zu glauben. Meist war ich ziemlich entwaffnet.« »Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: ›Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?‹ Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt.«

Cohn-Bendit hat sich nicht nur in seinem Buch als Pädophiler hervorgetan, sondern sich mit seinen Taten auch in einer Talkshow gebrüstet. Ob die Opfer, die er auf seinem Gewissen hat, das auch »philosophisch« sehen?

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Das ist sooo deutsch...

...ein Aussage von vor fast 50 Jahre über eine Situation von vor mehr als 60 Jahren reicht, um einem irgendwie 'Linken' Politiker zum Unberührbaren zu machen, aber organisierter Massenmord war nach nichtmal 5 Jahren vergessen und die Täter wie für den höchsten Staats dienst legitim.
Oder auch Verteidigungsminister, in deren Amtszeit im Rahmen eines verfassungsrechtliche sehr zweifelhaften Auslandseinsatzes ein Befehlsverweigerung und unnötiger Massenmord am Zivilisten stattfand, treten nicht zurück.

Das zweierlei Maß, mit dem hierzulande immer noch gemessen wird, ist wirklich bedenklich.

Anonym hat gesagt…

Old Gelzer sagte: Das ist sooo deutsch ...
auf diesen Kommentar kann man wohl nur schließen, dass der Schreiber selbst ein Pädophiler zu sein.

Anonym hat gesagt…

Cohn -Bendit ist leider kein Einzel- Beispiel für die Fehlbesetzungen im EU-Parlament.
Normaler Weise gehört dieser feine Herr in den Knast , aber nicht mit einem öffentlichen Amt betraut, in dem sich die ganze Clique auf Kosten der arbeitenden Menschen in Europa ein posierliches Leben macht.Es ist erschreckend , wie naiv das Kuratorium der Theodor-Heuss-Stiftung mit der unrühmlichen Vergangenheit des Preis-Nominierten umgeht. Auf diese Weise kann man auch das Andenken an einen angesehenen Politiker , der einmal unser Bundespräsident war entehren.

avo hat gesagt…

Das Geschehen nimmt seinen Lauf,
setz ich den Sprachumwandler auf...
mz per ix... bitte melden,
aber ohne Trick´s:

http://itccs-deutsch.blogspot.fr/

P.S. Setz ich den Sprachumwandler auf...
P.P.S. Gott schütze ALLE Kinder des Universums!

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"auf diesen Kommentar kann man wohl nur schließen, dass der Schreiber selbst ein Pädophiler zu sein."

Das muß dann wohl mal wieder die lustige Logik des gläubigen Menschen sein...
...können Sie diesen Schluß erklären?


@Anonym:

"Normaler Weise gehört dieser feine Herr in den Knast"

Aufgrund welchen Gesetzesverstosses?


Ach, ist das Thema bei den organisierten Christen immer wieder witzig.
Einerseits möchten sie am liebsten bei jeder Andeutung den Lynchmob anführen, aber auf der anderen Seite wird die Strafvereitelung und das Zuführen von Opfern an die Täter durch die katholische Kirche immer wieder entschuldigt.
Einerseits werden Politikern verfehlte Äußerungen in Büchern auch na 50 Jahren noch nachgetragen, andererseits ist einem Kardinal veruntreutes Gemeindevermögen schon ein Jahr später vergeben und vergessen.

Zu schade, daß diese Gruppe ihr Sündenregister nicht mal endlich konsistent aufgebaut bekommt, und wenn sie schon mit zweierlei Maß mißt, dann doch wenigstens den Verstoß gegen kirchliche Regelungen nicht immer denen schwerer anrechnet, die sich zu selbiger nie bekannt haben.

Anonym hat gesagt…

Cohn Bendit als Pädophilen zu bezeichnen dürfte sicher vor keinem deutschen Gericht Bestand haben.

Aber für eine besondere Ehrung reicht es bestimmt nicht. Der Jurist Vosskuhle hat Recht. Dieser Preis steht einem Cohn Bendit nicht zu.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Selbst dabei kommt es darauf an, WOFÜR der Betreffende geehrt werden soll.
Sollte jemand eines Nobelpreises für ein Krebsmittel unwürdig sein, weil er wegen häuslicher Gewalt verurteilt wurde?

Wurde die Fields-Medallie nie an einen chronischer Raser und Falschparker vergeben?

Mindert es Alan Turings Verdienste, daß er schwul war?

Manche Dinge haben eben NICHTS miteinander zu tun!

Dantalion hat gesagt…

Dazu sag ich nur wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. Solange ihr euch an euren Taten nicht messen lässt, habt ihr kaum das Recht, andere nach 50/60 Jahren zu verurteilen. Bewundertswert ihre Geduld Geezer das sie immer noch hier schreiben nachdem man ihnen ja schon so ziemlich alles vorgeworfen hat.