Montag, 22. April 2013

Stress ist schon an Grundschulen ein Thema

Bereits Grundschüler sind häufigen Stresssituationen ausgesetzt, wobei ein Drittel der Betroffenen die Schule als Auslöser dafür angibt.

Der Deutsche Kinderschutzbund führte zusammen mit dem Prokids Institut Herten und weiteren Institutionen aus Berlin eine bundesweite Befragung durch, die den Stress von Grundschülern untersuchen sollte. An der Studie nahmen fast 5.000 Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren teil. Das Ergebnis sollte zu denken geben: Jeder dritte Zweit- und Drittklässler fühlt sich durch die Schule unter Druck gesetzt.

Denkt man als Erwachsener selbst einmal an seine Kindheit zurück, so dürfte die Grundschule zumindest wohl kaum als Stressfaktor negativ in Erinnerung geblieben sein. Die ersten Schuljahre waren dominiert von einem sachten Heranführen an den „Ernst des Lebens“ und der Spaß sollte im Optimalfall schon rein pädagogisch an erster Stelle gestanden sein, anstatt  die Kinder schon frühzeitig unter Leistungsdruck zu setzen. Doch die Zeiten ändern sich und rund ein Drittel der befragten Grundschüler gab an, dass die Schuler an der Spitze der Stressauslöser stünde, wobei der eher zu erwartende Stress in der Familie vergleichsweise selten genannt wurde. Entsprechend zeigte sich die Leiterin des Prokids-Instituts, Anja Beisenkamp, überrascht, dass die Schule bei Kindern schon so früh Stress auslösen kann. Für die Kinderforschung sei diese Erkenntnis natürlich ein großer Gewinn, für viele Eltern aber sicherlich erschreckend.

Wahl des Schulzweigs für den Druck verantwortlich?

Wie Friedhelm Güthoff vom Deutschen Kinderschutzbund bemerkte, könne es schon enormen Druck ausüben, für welchen Schulzweig sich ein Kind in der vierten Klasse qualifiziert. Was dieser Theorie Recht gibt, ist, dass der Druck auf die Schüler in der dritten Klasse gegenüber der zweiten Klasse um das doppelte zunimmt. Güthoff bezeichnet diesen als Stress empfundenen Erfolgsdruck bereits als „Vorwehe“ der Entscheidung, mit welcher weiterführenden Schule zu rechnen sein wird. Das Thema „Stress an der Grundschule“ birgt insgesamt noch einiges an Klärungsbedarf und die Forschung muss sich hier darum bemühen, Antworten zu liefern.

Befragung brachte auch positive Aspekte zum Vorschein

Neben dem Stress, zeigte die Studie auch, dass die meisten Kinder über ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein verfügen. Fast allen befragten Kindern war es wichtig, gesund zu sein und rund 90% legten dabei besonderen Wert auf eine gesunde Ernährung. Für Überraschung sorgte das Ergebnis, dass nur 28% der Kinder oft oder sehr oft Süßigkeiten verzehren, dafür aber fast 80% Obst und Gemüse. Mit den Getränken zeigte sich ein ähnliches Bild, das den Vorurteilen entgegensteht: Nur 22% der Kinder bevorzugten Limonade, während ganze 62% mit Wasser und ungesüßtem Tee vorlieb nehmen. Experten fordern hierbei ganz klar, dass Schulen nicht nur dafür da sind Wissen zu vermitteln, sondern auch darum bemüht sein müssen, den Druck in der Grundschule gering zu halten und dafür die positiven Aspekte, wie eben die Ernährung, zu fördern und mit Praxis zu untermauern. Wenn das gelingt, ist ein großer Schritt für die bewussten, motivierten und wissensdurstigen Schüler vollzogen.

Quelle: Artikelmagazin.de

Kommentare:

Pauker hat gesagt…

Ich erlaube mir mal anzumerken, dass ein wenig forderndes Elternhaus nicht zu einer fordernden Schule passt. Hier hinken viele Statistiken. Das ist auch ein Übel an unseren Schulen. Die unterschiedliche Bereitschaft aufeinander zuzugehen kann der Auslöser für eine negative Eisnstellungen unserer kleinen Racker sein. Fängt übrigens schon im Elternhaus an. Da ist der Vater, die Mutter der Liebling, da er, sie Forderungen der Mutter, des Vaters abschwächt oder ganz außer Betrieb setzt. Oder er, sie fällt ins totale Gegenteil. Damit behält dann der Satz: "Wird es nun oder wird es nun nicht?" seine Wahrheit irgendwie.
Statistiken können gut sein, wenn sie nicht losgelöst von einer konkreten Situation gesehen werden. Um etwas anzuklagen oder hervorzuheben sind sie ungeeignet, und bringengen mehr Schaden als Nutzten.
Schauen sie mal auf Ausführungen, was Stress hervor bringt und wie Stress auf Einzelne wirkt.
Wer auf die Ebbe schaut sollte doch mehr als die Worte Ebbe und Flut kennnen. Hängt nicht nur mit viel oder weniger Wasser am Strand zusammen.
Für einen Statistiker ist damit oft schon alles erfüllt. Doch ist er so vorsichtig einen größeren Abstand zu halten. Man könnte sich irren und es schwappt über.

Anonym hat gesagt…

Halte den Bericht für zu oberflächlich.Der Verfasser scheint zu ignorieren,was wirklich an deutschen Schulen vor sich geht.Dieser Artikel jedoch geht am Wesentlichen gänzlich vorbei.