Mittwoch, 10. April 2013

Soziale Netzwerke: Facebook verringert Selbstbeherrschung

(Pressetext/Andrea Losa) Die Nutzung von Facebook mindert die Selbstbeherrschung der User. Dieses Ergebnis geht aus einer Analyse der University of Pittsburgh http://pitt.edu und der Columbia Business School http://gsb.columbia.edu hervor. Während die Selbstwertschätzung beim Durchforsten der Seite steigt, senkt sich jedoch die Selbstdisziplin - und das on- und offline. Für die Untersuchung wurden 1.000 Facebook-User rekrutiert, deren Unkontrolliertheit sich entweder in ihrem Body-Mass-Index oder Kreditkarten-Abrechnung widerspiegelt.

Frage bestimmt Ergebnis

Die gesamte Untersuchung wurde in fünf Teile geteilt. Die ersten zwei beschäftigten sich mit dem ansteigenden Selbstwert durch das Portal. Teil drei und vier beauftragten die Probanden, entweder Artikel der CNN zu lesen oder auf Facebook zu surfen. Danach mussten sie sich entweder für einen Schokoladen-Cookie oder ein Müsli-Riegel entscheiden.

Facebook-Liebhaber bevorzugten den ungesunden Cookie. Der fünfte Teil analysierte die Offline-Selbstbeherrschung. Das Ergebnis: User mit hoher Social-Media-Interaktion haben einen höheren Body-Mass-Index und eine höhere Kreditkarten-Abrechnung.

"Bei solchen Untersuchungen ist die Formulierung der Frage entscheidend, denn diese kann im Vorfeld so gestellt werden, dass der Studienausgang gesteuert wird", erklärt Social-Media-Expertin Anne M. Schüller http://www.anneschueller.de im Interview mit pressetext. Eine weitere Beeinflussung sei die Interpretation der Ergebnisse. "Man hat vorerst nur Zahlen vorliegen, wofür man häufig plausible Erklärungen erfindet, da unser Gehirn eine Begründung für unser Tun liefern möchte", so die Spezialistin.

Nutzer suchen Ersatz

Die Vorteile, die Social-Media-Nutzer genießen, sind individuell mannigfaltig. "Eine große Rolle spielt aber auch, sich innerhalb einer sozialen Gruppe aufgehoben zu fühlen, da Menschen soziale Wesen sind. Klassische Strukturen lösen sich nach und nach auf - beispielsweise fallen Familien auseinander", führt Schüller aus. Über Social Media finden sich neue Formen als Ersatz zusammen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Pauschalisierung durch Studien! Als ob 1000 oder 10.000 auch nur ansatzweise das Verhalten eines ganzen Volkes oder die Bevölkerung einer Staatengemeinschaft wiederspiegeln könnten. Von tausend Personen könnten tausend in der Studie einen Keks essen, was weder aussagt das sie das selbe kontinuierlich beim heimischen Surfen ebenso tun, noch das sich ihr Körper negativ verändert. Stoffwechsel arbeiten bei jedem Menschen anders! Und das soziale Netzwerke Familien zerstören ist ja wohl der grösste Schwachsinn überhaupt!!! Eher das Gegenteil ist der Fall. Wenn man mit Freunden oder Familienmitgliedern die weit entfernt wohnen, durch diese Sozialen Netzwerke einfach und kostenlos in Kontakt bleiben kann. Ausnahmen gibt es in allen Fällen und Lagen, aber im Großen und Ganzem ist daran nix Schädliches für die Gesellschaft. Ausser vielleicht für die, die diese Entwicklung, alters- oder umfeldbedingt, nicht verstehen oder nichts abgewinnen können.

Old Geezer hat gesagt…

Wo soll man hier mit der Kritik anfangen?

- Das Schöne an Facebook aus Sicht der Soziologen, Kommunikationsforscher, etc. ist, daß man hier leicht Experimente mit einem relevanten Teil der Menschheit unternehmen kann - 10% der Gesamtbevölkerung ist kein sportliches Ziel mehr.
Im Vergleich dazu sind 1000 Probanten eine lächerlich keline Anzahl.
Wie wurden sie ausgewählt?
Sind sie repräsentativ verteilt (schon numerisch unwahrscheinlich) oder gibt es Gemeinsamkeiten bzgl. KAufverhalten, Sozialer Stellung, Familienstand, Job, Nationalität, etc. die diese Resultate beeinflussen?

- "Frage bestimmt Ergebnis" sagt ja schon alles; ohne also die Fragen zu kennen, kann man keine Schlüsse aus dieser Unterscuhung ziehen.

- BMI oder Kreditkartensaldo sind für sich auch schon zweifelhafte Kriterien für Selbstbeherrschung, zumal sie auf mit ethnischer Zuordnung und Nationalität korrelieren;
hole ich meine Probanten aus dem WeightWatchers-Forum oder aus dem Dunstkreis eines polynesischen Koch-Blogs?
Gerade bei diesen Indikatoren wirkt sich die Zugehörigkeit zu einer Clique in einem sozialen Netzwerk sehr stark aus.

Und selbstverständlich haben Menschen, die viel Online aktiv sind, eine höhere Kreditkartenabrechung, schließlich ist das das im Onlinehandel präferierte Zahlungsmittel, während eine netzferne Kontrollgruppe kaum Bedarf dafür hat (nur Bares ist Wahres) bzw. in Gegenden wohnt, in denen oft noch Tauschhandel betrieben wird.