Mittwoch, 24. April 2013

Fakten und Klarstellungen des BVL zur “Pille danach”

Nach dem Frühjahrsforum des Treffens Christlicher Lebensrecht-Gruppen (TCLG) mit dem Schwerpunkt „Pille danach  –  Fakten, Hintergründe, Konsequenzen“, an dem zahlreiche Vertreter von Beratungsstellen für Schwangere in Notlagen, Initiativen und Ärztevereinigungen zum Lebensrecht teilgenommen haben, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) , Martin Lohmann:

Forderung an Bundestag nach Ablehnung der rezeptfreien „Pille danach“

Der Bundesverband Lebensrecht appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, dem Gesetzesvorhaben von SPD und Linkspartei nicht zuzustimmen, die sog. „Pille danach“ in Deutschland verordnungsfrei zugänglich zu machen. (Anhörung im Gesundheitsausschuss am 24.4.2013) 


Ärztliche Beratung im Hinblick auf hochdosierte Hormonpräparate mit unwägbaren Risiken für die Gesundheit von Frauen wäre praktisch abgeschafft, eine vervielfachte Anwendung, oftmals angstmotiviert und überflüssig, wäre die absehbare Folge. Allein im Jahr 2011 wurde die Pille danach mehr als 360.000 mal verschrieben und verkauft.

Kein Ausschluss frühabtreibender Wirkung möglich

Bis heute gibt es keine überzeugende oder sichere wissenschaftliche Evidenz, die eine ausschließlich befruchtungsverhindernde Wirkung belegen könnte.

Es ist im Gegenteil nach wie vor, auch nach Hersteller- und pharmakologisch-medizinischen Angaben, von einer auch zusätzlich frühabtreibenden Wirkung im Sinne einer Störung der Weiterentwicklung eines bereits gezeugten Embryos auszugehen.  images

Daher sprechen sich nicht nur die Mitgliedsverbände des Bundesverbandes Lebensrecht gemeinsam grundsätzlich gegen den Einsatz der aktuell am Markt befindlichen „Pillen danach“ aus.

Gewissensfreiheit für Ärzte und Apotheker sicherstellen

Zusätzlich ist angesichts der jetzigen Initiativen zur Forcierung des Einsatzes der „Pille danach“ als einem jederzeit verfügbaren pharmakologischen Präparat zur Verhinderung und Abbruch einer Schwangerschaft zu unterstreichen, dass Ärzte und Apotheker (nicht nur in kirchlichen Einrichtungen) uneingeschränkte Sicherheit haben und keine Nachteile befürchten müssen, wenn sie aus Gewissensgründen die Mitwirkung bei Verordnung oder Aushändigung der „Pille danach“ ablehnen.

Präzisierung von Aussagen der DBK und EKD erforderlich

Es ist dringend nötig, sowohl seitens der Kirchen als auch seitens der Ärzteverbände, kürzlich erfolgte relativierende Aussagen zu präzisieren. In diesem Sinne ist die am 10.4.13 eingesetzte gemeinsame Arbeitsgruppe von DBK, EKD und Bundesärztekammer zu begrüßen.

Der Bundesverband Lebensrecht fordert, am Markt erhältliche Präparate konkret zu benennen, die das Kriterium der ausschließlichen Befruchtungsverhinderung zweifelsfrei erfüllen würden, was international vor allem von Abtreibungsbefürwortern behauptet wird, die die Verhinderung einer Einnistung des Embryos in die Gebärmutter (Nidation) ohnehin nicht als Abtreibung definieren.

Angeführte Studien sind auf Herkunft, Finanzierung, Validität und Befangenheit sorgfältig zu untersuchen und öffentlich zu benennen.

Konsequente Neuausrichtung am Lebensrecht dringend geboten

Der Bundesverband Lebensrecht nimmt die aktuelle Diskussion zum Anlass, in Erinnerung zu rufen, dass die im § 218 (1) getroffene Festlegung, dass „Handlungen, deren Wirkung vor Abschluss der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes gelten“, schon seit Jahrzehnten weder den biologischen Erkenntnissen über die Embryonalentwicklung (und damit dem Beginn des menschlichen Lebens) entspricht  -  auch nicht der jüngsten Gerichtssprechung des Europäischen Gerichtshofs. Demzufolge dürfen embryonale Stammzellen nicht patentiert werden. Da für die Gewinnung Embryonen zerstört werden, verstößt dies gegen den Schutz der Menschenwürde, die bereits jedem Embryo in seiner frühen Lebensphase zukommt.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Genau dieser rezeptfreie Verkauf der 'Pille danach' ist übrigens in den USA (ohne besondere Altersbeschränkung) Bundesgesetz geworden...

Old Geezer hat gesagt…

"dass Ärzte und Apotheker (nicht nur in kirchlichen Einrichtungen) uneingeschränkte Sicherheit haben und keine Nachteile befürchten müssen"

Da all diese vorgeblich 'kirchlichen' Einrichtungen ohnehin praktisch vollständig vom Staat und nicht-kirchlichen Versicherungen finanziert werden, ist eine Sonderstellung in keinster Weise gerechtfertigt.
Viel mehr als die Ausführenden müssen sich die Patientenaus auf eine qualifizierte und objektiv an ihren Bedürfnissen ausgerichtete Behandlung verlassen könnten, und können nicht auch noch hinterfragen müssen, ob ihnen gerade auf dubiosen weltanschaulichen, esoterischen Motiven eine suboptimale Behandlung aufgeschwatzt wird.
Daher darf hier auch nicht auf Befindlichkeiten von Medizinern und Pflegepersonal Rücksicht genommen werden, wenn es sich nicht um eine rein optionale, ihre Grundhaltung klar darlegende Einrichtung und keinen Notfall handelt.

Anonym hat gesagt…

Mal wieder nur substanzloses Gesülze von "Old Geezer". War ja auch nicht anders zu erwarten...

Denn nach seiner Logik wäre demnach auch die Todesstrafe in Deutschland kein Problem. Denn die gibt es ja auch in einigen Bundesstaaten, per Gesetz verordnet!!

Und das zweite über die Kirchen sind entweder desinformationen oder einfach nur Lügen. Die Kirchensteuer (und zwar nur von Mitgliedern dieser Kirche) machen den allergrößten Teil der Finanzen aus. Daneben noch weitere Unterstützungen, die der Staat auch anderen Einrichtungen gewährt (Kindergärten, Altenpflegeheime etc.), und dafür sozial-gesellschaftliches Engagement erhalten.
Und tatsächlich gibt es noch viele Menschen, die ein Gewissen haben und sich diesem verpflichtet fühlen. Das mag "Old Geezer" zwar stören, aber das ist nun mal so. Gerade hinter der Abtreibungslobby stecken viel zu oft dubiose weltanschauliche Motive, die keine Rücksicht auf andere Ansichten nehmen (wollen).

Der Chorleiter hat gesagt…

Solange sie die Bezeichnung
"die sog. „Pille danach“" benutzen, lehne ich ihre Darstellungsweise ab und nehme sie, wie den nderen unterstellt, für ihre christliche Lobby genau so.
Dann gilt auch für das Sinnen in diesem Kreis "stecken viel zu oft dubiose weltanschauliche Motive, die keine Rücksicht auf andere Ansichten nehmen (wollen).
"Das mag" Anonym "zwar stören, aber das ist nun mal so."
Kläffen sie weiter. Die Karawane zieht auch weiter.
Würde diese Institution von den Kirchensteuern leben, nur Unterstützung für staatliche Belange an ihren Tätigkeiten
bekommen, wäre es für andere Ansichtler gut, denn die Pleite wäre vorprogrammiert.
Vielleicht erleben wir es noch.
Ra ist verschwunden, doch die Sonne scheint noch.
Bleiben wir positiv Denkende und vergessen das Lächeln nie. Unsere Kinder machen es vor. Solange sie nicht von uns von uns "überzeugt" wurden.
Schönes Wetter heute.

Dalian hat gesagt…

Falsch anonym die meisten Einrichtungen werden vom Staat bezahlt welche Quelle soll ich aufzählen, wobei ach nein sie würden es ja doch nicht glauben egal was für eine Quelle ich hier aufzählen würde. In einem Punkt gebe ich Ihnen allerdings Recht, schlecht ist die Unterstützung nicht unbedingt.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"Denn nach seiner Logik wäre demnach auch die Todesstrafe in Deutschland kein Problem. Denn die gibt es ja auch in einigen Bundesstaaten, per Gesetz verordnet!!"

Wie kommen Sie darauf, daß aus meiner Bemerkung ein solche Forderung folgt?
Ich wollte nur darauf hinweisen, das man es hierfür in andere westlichen Staaten nach ganz unterschiedliche Meinungen gibt.

"Die Kirchensteuer (und zwar nur von Mitgliedern dieser Kirche) machen den allergrößten Teil der Finanzen aus"

Nein - im Mittel vielleicht 5%.
Fast immer trägt der Staat, die Krankenkassen und die Kommune über 90% der Betriebskosten.
Und auch der Kirchenbeitrag wird keineswegs vollständig aus der Kirchensteuer berappt, sondern oft zu nicht unwesentlichen Teilen aus privaten Spenden von Gemeinden oder Umlagen aus großen Sammelaktionen.

Ihnen ist schon bewußt, daß sich die Kirchen über den Winkelzug des Subsidiaritätsprinzips auch die den Pflegeeinrichtungen ein Quasi-Monopol geschaffen haben und smit auch hier die großen Nutznießer von Zuschüssen sind?
Und das obgleich Pflegeheime eigentlich hochprofitabel sind?

Gewissen ist gut - aber bitte sein EIGENES!
Es ist ein Unterschied, ob jemand aus SEINEM Gewissen heraus eine nur für ihn selbst relevante Handlung ablehnt, oder ob er diese Handlung ANDEREN verweigert, die aus IHREM Gewissen heraus damit kein Problem haben.

yanyan zhangyan hat gesagt…

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