Freitag, 15. März 2013

Alkohol – besorgniserregender Anstieg vor allem bei Kindern und Jugendlichen

Alkohol zählt zu den am weitesten verbreiteten und gesellschaftlich akzeptierten Suchtmitteln. Zu Empfängen gehört der Sekt, zum Grillen das Bier und nach einem üppigen Essen folgt der Verdauungsschnaps. Gleichzeitig zerstört Alkohol das Leben vieler Menschen. Rund 1,3 Millionen Deutsche gelten als alkoholabhängig.

Darauf weist der evangelische Suchthilfeverband Blaues Kreuz in Deutschland in seiner Zeitschrift hin und beruft sich dabei auf Zahlen im Jahrbuch Sucht 2012. prolifeusa

Zu den Alkoholabhängigen kommen noch zwei Millionen Menschen, die mißbräuchlich Alkohol konsumieren, und neun Millionen Bundesbürger, deren Verbrauch als riskant gilt.

Statistisch gesehen trinkt jeder Deutsche  –  vom Baby bis zum Greis  –  über 137 Liter alkoholische Getränke pro Jahr: 107 Liter Bier, 20 Liter Wein, 4 Liter Schaumwein und 5,5 Liter Spirituosen.

Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 19 Jahren stieg innerhalb von zehn Jahren die Zahl der Alkoholvergiftungen um 173,2 Prozent: Im Jahr 2000 waren es noch 9.514, 2010 schon 25.995 Kinder und Jugendliche, die aufgrund akuten Alkoholmißbrauchs stationär behandelt werden mußten. 2011 stieg die Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes weiter an auf 26.365 Kinder und Jugendliche.

„Die Kinder wollen ,in’ sein und dazugehören“, sagte der Bundessekretär des Blauen Kreuzes, Reinhard Lahme, gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA: „Ein hoher Blutalkoholpegel gilt als Leistungsstärke.“

Gerade in diesem Alter sei die Gefahr, später abhängig zu werden, aber besonders groß.  Hierzu R. Lahme: „Viele, bei denen mit 25 Jahren die Abhängigkeit durchschlägt, haben mit 14 Jahren, oftmals sogar noch früher, angefangen zu trinken. Je eher die Kinder beginnen, umso schwerer wird für sie meist der Ausstieg aus der Sucht.“

Quelle: Idea Spektrum

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Jede Mengen schelchte Beispiele...
...wer im Dorf beim Schützenfest nicht mitsäuft, gehört einfach nicht dazu.
(man könnte hier sardonisch einwerfen, daß ja die Kirchenmitgliedschaft bei den meisten auf demselben Mechnismus beruht.)

Es ist hier auch schlicht kein Ausweg erkennbar - die 'Alten' haben es sich so angewöhnt, wollen oder können sich von dem Konsum nicht distanzieren, und leben es vor, die 'Jungen' machen es nach.
Konsequente Bestrafung von Alkohol am Arbeisplatz, hinterm Steuer etc., zusammen mit Preiserhöhung und Aufklärung sowie Nachteilen in der Krankenversicherung könnten über Generationen hier eine schrittweise Verbesserung bringen; mehr zu hoffen wäre vermessen.

Der Chorleiter hat gesagt…

Vielleicht wäre es gut, einmal den Mechanismus Leben in dieser Hinsicht zu beurteilen, um einen besseren Umgang mit den Freuden und den Tücken zu erreichen.
Zahle ich für ein Bier 1,30 € und für eine Cola 1,40 € ist der Versuch finanziell unterstützt. Sagt der Papa zum Kind bei einer Feier, ein chluck kann nicht schaden, so ist es schon fast Verführung zur Droge Alkohol. Sehen die Kinder und Jugendlichen, was den Erwachsenen nach zu tief ins Glas passiert, nämlich so gut wie nix - und das oft auch bei Urteilen - ist das Nachahmen wollen groß. Kinder sind erfinderisch. Sie umgehen leicht die Gesetzlichkeit und elterliche Weisungen.
Für mich der Beweis für falsches Verhalten: Kraftfahrer mit der Grenze 0 war zu DDR-Zeiten das Muss, heute, für die Vordenker und Industrieschoner, eine kleine Ausnahme kann ja sein.
Gegen Abtreibung die große Keule und bei Alkohol das Mauseloch.
Euer Beitrag am Leben ist leider nicht abgestimmt und so recht helfend. Nicht aufregen. Bessere Lösungen finden und vorleben.
Die Sänger haben es schon akzeptiert, wenn auch nicht gern, daß ein Chorleiter oft selbst nicht der beste Sänger ist. Doch auch ein zu großes Vorbild beim Singen kann stören. Da sucht man gern einen verbindenden Weg.
Es ist nicht damit getan, daß als Messwein Saft kredenzt wird. Doch ein Anfang. Da hat man es schon geschafft, die Tradition zu vermenschlichen.
Macht es weiter und weitsichtiger.
Der Apfel fällt nicht weit vom Baum.