Mittwoch, 20. Februar 2013

Fernsehkonsum steigert Kriminalität

Einer Studie zufolge werden Erwachsene häufiger kriminell, wenn sie als Kinder viel Fernsehen geguckt haben. Zudem fördert der extreme Fernsehkonsum ein aggressives und dissoziales Verhalten, berichtet T-Online am 18.02.2013.

In den bisherigen Studien war unklar, ob dissoziale Menschen mehr fernsehen, oder tatsächlich das Fernsehen ein unsoziales Verhalten mit sich bringt. Diese Studie der Universität Otago hat den Beweis erbracht, dass tatsächlich Fernsehen unsoziales Verhalten auslöst.

Zu dieser Studie wurden 1000 Kindern, die 1972 und 1973 in der neuseeländischen Stadt Dunedin geboren wurden, alle zwei Jahre befragt, wie lange sie fernsehen. Dabei zeigte sich, dass sich die Persönlichkeit der Teilnehmer im Erwachsenenalter, zu dissozialen oder sogar kriminellen Verhalten, durch den vermehrten Fernsehkonsum, verändert hat.

Dieser gesteigerte Fernsehkonsum in der Kindheit hängt mit einer aggressiven Persönlichkeit im Erwachsenalter zusammen. Nicht selten kommt es zu einer Veranlagung die mit negativen Gefühlen zusammen hängt. Koautor Bob Hancox berichtet, dass die Teilnehmer der Studie, die als Kinder abends fernsehen, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer späteren Verurteilung für ein Verbrechen um 30 Prozent erhöht. Zunehmend erhöht sich das Risiko zu einer dissozialen Persönlichkeitsstörung und durch kontinuierlich aggressives und antisoziales Verhalten durch langen Konsum von Fernsehen.

Koautorin Lindsay Robertson berichtet, dass es nicht die bereits dissozialen Kinder seien, die mehr vor dem Fernseher gesessen hätten. „Viel mehr war es so, dass Kinder, die eine Menge Fernsehen guckten, später dissoziales Verhalten und dissoziale Persönlichkeit entwickelten“. Gleichzeitig stellten die Forscher sicher, dass der gesellschaftliche Status der Teilnehmer, im Zusammenhang mit späterem dissozialem Verhalten, nicht erklärt werden kann und als Grund ausgeschlossen wird.

„Wir sagen mit dieser Studie nicht, dass Fernsehen jedes dissoziale Verhalten verursacht, betont Hancox. Dennoch zeigt diese einmalige Langzeitstudie, dass extremer Fernsehkonsum Langzeitfolgen hat.

Ein reduzierter, bewusst gewählter Fernsehkonsum könnte ein Beitrag sein, dissoziales Verhalten in der Gesellschaft zu verringern. Nicht mehr als ein bis zwei Stunden kindgerechtes Fernsehen am Tag sollte als Empfehlung angenommen werden.



Kommentare:

Pauker hat gesagt…

Ich zweifle diese Studie mal schlichtweg an.
Es ist nicht die Menge von TV ausschlaggebend. Meine Umwelt zeigt mir, dass es der sture Kontakt zum Gerät schafft, den Menschen abwegig werden zu lassen.
Wie mit vielem: Wer gelernt hat mit den Angeboten der Zeit umzugehen, sie zu brauchen oder abzulehnen, wer seine Richtung hat, der wird kaum in die geweissagte Richtung abgehen.
Schüler, die sich von andere nicht drängen lassen, bestimmte Sendungen zu konsumieren, werden in diesen Fragen auch nicht gemobbt.
Zu tendenziös. Nicht aussagekräftig. Für die Entwicklung der Kinder leicht abwegig und nicht bindend.

Dalian hat gesagt…

""Ein reduzierter, bewusst gewählter Fernsehkonsum könnte ein Beitrag sein, dissoziales Verhalten in der Gesellschaft zu verringern. Nicht mehr als ein bis zwei Stunden kindgerechtes Fernsehen am Tag sollte als Empfehlung angenommen werden.""

Stimmt verantwortungsvolle Nutzung steht hier im Vordergrund. Man kann nicht einfach sagen jeder der Fernsehn schaut ist kriminell.