Montag, 18. Februar 2013

"Ärzte für das Leben": Die "neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse" zur Pille danach gibt es nicht

Presseerklärung der "Ärzte für das Leben"

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte um die Wirkungsweise und Abgabe der „Pille danach“ hat der Verein „Ärzte für das Leben e.V.“ kritisch Stellung bezogen.

„Die in unserer Kultur geforderte und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich verankerte Achtung der Würde eines jeden Menschen und des Verbots seiner Tötung wird in der medizinischen Praxis vor allem in sog. Grenzsituationen des Lebens nicht konsequent durchgehalten und immer wieder relativiert“, erklärte der 1. Vorsitzende der Ärzte für das Leben e.V., Prof. Dr. med. Paul Cullen in Münster.

„Paradigmatisch für eine solche medizinische Grenzsituation ist der Zustand von Menschen, die gerade ins Leben getreten sind, den Embryonen unmittelbar nach der Befruchtung. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits der Mensch als Ganzheit angelegt, die sich unter günstigen Umweltbedingungen aus sich heraus weiter in die verschiedenen Phasen des Menschen entfalten wird, ohne dass neue Veranlagungselemente von außen hinzukommen. Klare biologische Einschnitte, die das Bereits-Menschsein vom Noch-nicht-Menschsein trennen, sind in diesem Entwicklungskontinuum nicht nachweisbar“, so Prof. Cullen.

In diesen Kontext falle die mediale Debatte um die "Pille danach". Dabei wurden "neuere wissenschaftliche Erkenntnisse" erwähnt, die zeigen sollen, dass die derzeit in Deutschland zu diesem Zweck zugelassenen Medikamente (1) ihre Wirkung ausschließlich über eine Hemmung der Befruchtung - im wesentlichen durch Verhinderung des Eisprungs - ausüben, und nicht durch Hemmung der Einnistung der befruchteten Eizelle (2).

„Aus Sicht der Ärzte für das Leben gibt diese Annahme nicht den wissenschaftlichen Kenntnisstand wieder: zwar wirkt die "Pille danach" auch über eine Verhinderung des Eisprungs, doch wird je nach Zyklusstand der Frau nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand auch die Einnistung des Embryos verhindert. Medikamente, die die Einnistung von Embryonen verhindern, sind keine "Notfallkontrazeptiva", sondern Mittel zur Abtreibung. Denn durch diese wird nicht die Entstehung eines Menschen unterbunden, sondern ein bereits existierender Mensch getötet, der unseren Schutz verlangt. Die stillschweigende Akzeptanz seiner Tötung - in welchem Kontext auch immer - höhlt unweigerlich die Prinzipien des Tötungsverbots und der Menschenwürde auf breiter Front aus“, sagte Prof. Cullen.
Fußnoten:
(1) Derzeit sind hierfür zwei Präparate zugelassen: das Gelbkörperhormon Levonorgestrel in einer hohen Dosierung von 1,5 mg sowie Uliprisalacetat, ein Modulator des Rezeptors für das Hormon Progesteron, in einer Dosierung von 30 mg.
(2) Beispielsweise Presserklärung des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. vom 24.01.13: „Beide Medikamente greifen deshalb nicht in das Werden eines bereits gezeugten Menschen ein. Sie sind als Verhütungsmittel einzustufen, nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch.“
Über Ärzte für das Leben e.V.:
Ärzte für das Leben e.V. ist eine seit 1991 bestehende nicht-konfessionelle und unabhängige Gemeinschaft von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, die sich für das Leben von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod einsetzt und für die bedrohte Freiheit des Arztberufs, damit Ärzte sich unbeeinflusst von den Interessen Dritter für das Heil ihrer Patienten in hippokra

Kommentare:

WÄCHTER hat gesagt…

Besonders Chefredakteure u ä intelligente Leute in den Printmedien wissen sehr genau, daß diese Pille eine Tötungssubstanz ist. Da sie aber ihre Drecksheftli für die Gleichgültigen, Egoistinnen, Kriminelle des Lagers der "Reproduktiven Gesundheit", Hardcorehumanisten, Lebenslästerer, Linke, Autonome, Denkfaule , Mitläufer uä
produzieren, werden im Blätterwald weiter Lügendetektor aufgetischt, nach denen diesen Vögeln die Ohren jucken.

WÄCHTER hat gesagt…

Korrektur : Statt Lügendetektor muß es einfach Lügen heißen.

Fehler im Handy-Textvorhersageprogramm.
(SwiftKey 3)

Anonym hat gesagt…

Was würde Jesus zu diesem Diskussionsstil sagen , in dem Menschen die man nicht kennt pauschal durch den frommen Kakao gezogen und beleidigt werden ?

Husum hat gesagt…

Mir ging spontan das Bibelwort "Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen" Apg.5,29 - Petrus spricht in göttlicher Vollmacht - durch den Kopf.

Thomas Gentsch hat gesagt…

Die Herrnhuter Losung (evangelische Tageslosung, Bibelimpuls) gibt heute passend dazu Jeremia 6,13-14 an:
"Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede."
(ich meine passend in Bezug auf den Umfaller des Herrn Kardinal Meissner in dieser Frage - bin mal gespannt, ob die anderen kath. Oberhirten ihm nun folgen in der aktuellen Frühjahrssitzung der Bischofskonferenz - es wäre ein totaler Umfaller vor dem Zeitgeist - auch der Katholizismus ist davor leider nicht mehr gefeit!)

Heinz Hoppstädter hat gesagt…

Hat sich denn einer von den Nichtbetroffenen Scnellverurteilern ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wieviel körperliches Elend und seelische Not über eine vergewaltigte Frau und das eventuell entstehende Kind hereinbrechen kann.Statt hier pharisäerhaft Bibelsprüche zu zitieren, sollte man in erster Linie mal an die notleidenten Frauen denken. Jesus wäre ihnen im Handeln und Zuspruch sicher näher gewesen,als die alttestamentliche Gesetzmäßigkeit es zulässt. Es steht keinem Christen zu,Menschen zu verurteilen, die in einer schier auswegslosen persönlichen Notlage verzweifelt nach einer annehmbaren Lösung suchen.Gott allein hat das Recht über diese Menschen zu richten.Ich bin kein Katholik , aber die Kritik an dem Kölner Kardinal, der sich sicher ernsthafte Gedanken gemacht hat , ist heuchlerisch und erbärmlich.Er kann machen was er will, er macht immer alles falsch.Entweder handelt er zu konservativ oder zu weltlich. Wer die Tageslosung benutzt um sie anderen Menschen um die Ohren zu hauen , sollte sich erst selbst prüfen.Nächstenliebe sieht anders aus als die leichtfüssigen Kommentare hier zu sehr persönlichen Notlagen.Ich schwimme bestimmt nicht mit dem Zeitgeist, aber Gott hat uns auch die Möglichkeit , die Gaben und den Verstand gegeben , in Not geratenen Menschen nach unserem heutigen Wissensstand zu helfen. Wer das mit seinem Gewissen vor Gott verantworten kann und muß , hat sicher mehr Respekt verdient , als unangemessene christliche Polemik , mit denen Aussenstehende die hier lesen immer mehr zur Abkehr vom Christentum getrieben werden.Diese Art von Christentum schreckt ab. Wer so mit unserem höchsten Glaubengut der Nächstenliebe umgeht , braucht sich nicht zu wundern wenn Christen nicht mehr ernst genommen werden.Dabei wird immer wieder aus den Augen verloren , dass Christús für alle Menschen ans Kreuz gegangen ist.Für die betroffenen Frauen , für die die ihnen beistehen, für den Kardinal und seine Kritiker , für uns Alle.

Franke hat gesagt…

zu Heinz Hoppstädter:
Nun so leicht können Sie es sich auch nicht machen. "Verurteilen" ist keine Aufgabe von uns Katholiken, das tun sie auch nicht, wenn sie auf die Lehre CHRISTI und der Kirche hinweisen. Und Gebot der Nächstenliebe ist, diesen Frauen Hilfe und Stütze zu sein, wenn es zu einer Schwangerschaft gekommen ist. Diesen kleinen Menschen zu töten wäre Barbarei, denn was kann dieses Kind für das Verbrechen, hat es kein "Menschenrecht"?? Macht ein neues Verbrechen ein anderes ungeschehen? Wenn die Mutter denn möchte kann sie das Kinde ja zur Adoption freigeben. Aber ihr Gewissen ist nicht mit einer Kindstötung belastet. Auch das ist Nächstenliebe!

avo hat gesagt…

Ich überdenke meine Einstellung zur WEITERVERBREITUNG von Staats-TV! und stelle folgendes ein:

http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/13454184_gefaehrliche-glueckspillen-milliardenprofite

P.S. Gott schütze ALLE Kinder des Universums!

Anonym hat gesagt…

zu Herrn Franke :
Wo bleibt die echte nachhaltige Unterstützung der Kath. / ev.Kirche , für gequälte , vergewaltigte Frauen in Frauenhäusern ,in Armut lebender Kinder , für Kinder ohne Lebensperspektiven wirklich ? Warum werden die Kirchenreichtümer nicht zur Linderung dieser Not aufgegeben.? Jesus braucht den ganzen Pomp und kirchlichen Luxus nicht.Über das Gewissen einer Frau die Vergewaltigungsopfer wurde steht uns kein Urteil zu. Gerade Männer als die verursachenden Spezies sollten sich zurückhalten.Der Vorschlag einer späteren Adoptionsfreigabe ist für die Mutter fast genauso schlimm und herzlos wie die an ihr begangene Straftat.Was hat diese Einmischung bei der dem Opfer noch mehr Leid abverlangt wird mit Barmherzigkeit und Nächstenliebe zu tun? Egal wie die Frau sich entscheidet, es wird wohl immer situationsbedingt zu Schuldgefühlen kommen.In dieser Situation ist es christlicher die Frau mit ihrer Entscheidung seelsorgerlich zu begleiten, statt noch mehr Druck auszuüben.Da die "Pille danach " die schlimme Prozedur einer Abtreibung erspart stellt sie für ein Vergewaltigungsopfer eine notbedingte Alternative da, die man als Christ aus Barmherzigkeit nicht verurteilen sollte.Es wird noch kein Mensch getötet .In einer Frau bezüglich ihrer Entscheidung Schulgefühle zu verstärken ist das Allerletzte was sie in dieser Situation gebrauchen kann.Wir sollten das wirklich Gott überlassen , der allein gerecht ist.

Dalian hat gesagt…

Erbärmlich wie einige hier meinen sie haben die einzig wahre Wahrheit. So etwas ist völlig widerlich.

@ Heinz
Sie diskutieren hier mir Fanatikern die bereits die ultimative Wahrheit besitzen, bemühen sie sich nicht weiter, dass ist ungefähr so als ob sie Taliban davon überzeugen wollen, wie nett wir Christen sind.