Mittwoch, 9. Januar 2013

Prostitution: In Schweden, Island und Norwegen kriminalisiert/Dänemark denkt über Kriminalisierung nach/In Deutschland staatlich anerkannter Beruf – Menschenhandel floriert

In Deutschland gelten die skandinavischen Länder als besonders „fortschrittlich“ und liberal. Hinsichtlich Prostitution gilt das jedenfalls nicht. Vor allem haben sie nicht die Prostitution als regulären Beruf anerkannt, wie das hierzulande irrsinnigerweise die Rot-Grüne Koalition unter Gerhard Schröder getan hat.

Wir dokumentieren einen Bericht aus der „Frankfurter Rundschau“ vom 18. Dezember 2012 zur Gesetzeslage in Skandinavien:

Schweden war das erste Land, das versuchte, der Prostitution durch die Kriminalisierung der Freier beizukommen. Die Frauen, die sexuelle Dienste anbieten, tun nichts Verbotenes – der Kunde aber macht sich strafbar. Der Strafrahmen dafür reicht von einer Geldstrafe von normalerweise 50 Tagessätzen bis zu sechs Monaten Gefängnis, bei der Ausnützung Minderjähriger bis zu zwei Jahren. Doch nicht viele „Dorsche“, wie man in Schweden die Freier nennt, enden an der Angel der Fahnder. Zwar stieg die Zahl der Urteile von 11 im ersten Jahr auf 107 zehn Jahre später, doch hinter Gitter musste noch keiner der Freier. Dennoch wirkt das Gesetz präventiv. Mehr als das Bußgeld wird der Strafbescheid gefürchtet, der in die Familienidylle platzen kann.

Während es in Schweden schätzungsweise 220 Prostituierte pro eine Million Einwohner gibt, sind es in Dänemark, wo Sexkauf legal ist, rund fünfmal so viele. Doch die Dunkelziffer ist groß. Internet und Smartphones haben den Straßenstrich für die Kontaktaufnahme abgelöst, das Geschäft hat sich von Parkplätzen in Hotels und Wohnungen verlagert. Die schwedische Sozialbehörde meint dennoch, dass das Gesetz einen Rückgang des Sexhandels bewirkt hat. Zudem schrecke es ausländische Menschenhändlerringe ab, die dorthin ausweichen, wo sie ihr Geld leichter verdienen können.

In Skandinavien hat Schwedens Gesetz Nachahmer gefunden. Seit 2009 werden Freier auch in Island und Norwegen verfolgt. Das norwegische Verbot erstreckt sich sogar auf das Ausland – auch Norweger, die ihren Gelüsten in Riga oder Pattaya nachgehen, machen sich strafbar. In Finnland ist Sexhandel dann kriminalisiert, wenn die Prostituierte Opfer von Menschenhandel ist.

Nur in Dänemark hat die Regierung auf Anraten des Strafrechts-Komitees ihren Vorschlag für ein Sexkaufverbot wieder zurückgezogen. Dass das Komitee aus fünf männlichen Juristen bestand, weckte Empörung unter den Anhängern eines Verbots. Sie meinen, dass die Empfehlung anders ausgesehen hätte, wenn in dem Gremium auch Sozialarbeiterinnen gesessen hätten.


Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

"Die Frauen, die sexuelle Dienste anbieten, tun nichts Verbotenes – der Kunde aber macht sich strafbar"

Was dazu führt, daß der Kontakt ausschließlich noch über vertrauenswürdige Zuhälter erfolgen kann und somit die Prostituieren aus diese angewiesen sind, um ihre Kühlschrank zu füllen!
Schweden generiert so den Markt für die Kupplerdienste, die sonst nicht nötig gewesen wären.

"Die schwedische Sozialbehörde meint dennoch, dass das Gesetz einen Rückgang des Sexhandels bewirkt hat."

Nur, wo soll darin der Vorteil liegen?
Wer hat etwas gewonnen, selbst wenn es wahr wäre?
Weniger Jobs für die Tätigen, weniger Steuern für die Gemeinde, mehr Sozialausgaben und ein frustrierendes Leben für die Menschen ohne Partner.

xpf hat gesagt…

Schweden hat mit seinem Prostitutionsverbot die höchste Vergewaltigungsrate in Europa!

Auf 100000 Einwohner kamen in Schweden 46,5 Anzeigen wegen Vergewaltigung, in Deutschland nur 10.

Dazu trägt sicher eine Gesetzgebung bei, die "Vergewaltigung" sehr weit fasst und so den Missbrauch des Vorwurfs ermöglicht, wie auch durch prominente Fälle bekannt.

Das Prostitutionsverbot düfte aber auch seinen Anteil haben.