Freitag, 18. Januar 2013

“Pille danach” ist ein Frühabtreibungsmittel und widerspricht daher dem Lebensrecht aller Menschen

Pressemitteilung der Kölner Hospitalvereinigung St. Marien vom 16. Januar 2013 zur „Ethischen Stellungnahme zur Notfallkontrazeption bei Patientinnen, die vermutlich Opfer eines Sexualdelikts geworden sind“:

Die katholischen Krankenhäuser im Verbund der Hospitalvereinigung St. Marien GmbH gewährleisten die medizinische Versorgung aller Menschen im Kölner Norden, egal in welcher medizinischen Notlage sie sich befinden.

In dem genannten Fall vom 15. Dezember 2012 ist es vermutlich zu einem Missverständnis zwischen der Notdienstleistenden Ärztin der GKV-Ambulanz und der Gynäkologischen Klinik des Krankenhauses gekommen, welches derzeit intern geprüft wird. Eine gemeinsame Aufarbeitung und Klärung des künftigen Verhaltens und Ablaufs ist im Sinne der medizinischen Kooperation sinnvoll und notwendig.    Baby (2)

Im Rahmen der Erstversorgung ist uns wichtig, dass alle zeitsensitiven Hilfsmaßnahmen geleistet werden:

Außer der Abgabe der Notfallkontrazeption [Pille danach] werden alle medizinischen Maßnahmen sofort angeboten. Dies beinhaltet auch die Kooperation mit der Anonymen Spurensicherung (ASS), sollte sich die Patientin zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Strafanzeige entschließen.

Für die Behandlung und Versorgung bei „einem vermuteten Sexualdelikt“ hat das Klinische Ethikkomitee der Hospitalvereinigung Anfang November 2012 eine Stellungnahme verabschiedet, die als Handreichung für die Ärzte erarbeitet wurde. Sie will den behandelnden Ärzten Sicherheit bei ethischen Fragestellungen geben. Zentrale Aspekte der Stellungnahme sind Fürsorge und Autonomie.

Das bedeutet für uns, dass eine vollumfängliche medizinische Versorgung geleistet wird sowie psychologische und seelsorgliche Betreuungsangebote gewährleistet sind (Fürsorge). Da uns die Entscheidungsfreiheit (Autonomie) der Patientin wichtig ist, kann sie sich selber für oder gegen eine Notfallkontrazeption („Pille danach“) entscheiden.

„Entscheidet sich die Patientin für die Einnahme der Notfallkontrazeption, muss die weitere Behandlung bei einem Arzt/Ärztin ihres Vertrauens bzw. die Beratung durch eine Stelle für Schwangerschaftskonfliktberatung mit der damit verbundenen gesetzlich vorgeschriebenen Beratung erfolgen (s. § 219 Strafgesetzbuch iVm § 5 Schwangerschaftskonfliktgesetz).“
(Zitat aus der Stellungnahme des Ethikkomitees zur „Notfallkontrazeption bei Patientinnen“)

Entscheidet sich die Patientin gegen die Einnahme einer Notfallkontrazeption, wird eine Überweisung an caritative oder staatliche Stellen empfohlen.

Kontakt Presse:
Christoph Leiden
Graseggerstr. 105
50733 Köln
Tel 0221 974514-915
Mail christoph.leiden@cellitinnen.de

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dies ist eine klare Richtlinie und sollte eigentlich FÜR alle Krankenhäuser gelten.
Doch hier in diesem Fall in Köln wurde dies auch nicht so Hand gehabt und es kam zu keiner ASS und zu keiner ernsthaften Strafverfolgung, dies alles zum Hohn und Spott der Patientin. Das ganze nun als Missverständnis hinzustellen ist eine typische Reaktion der Katholischen Einrichtung und der Hohn dabei ist: Eine öffentliche Entschuldigung so wie sie in der Tageschau veröffentlicht wurde, zeigt doch ein VERSCHULDEN und kein Missverständnis!
ÜBRIGENS:
Interessant wäre nur noch eines, was wäre geschehen, wenn das Ganze in zwei nichtkatholischen Krankenhäusern passiert wäre?
Ganz sicher wäre der Fall nicht SOOOO bekannt geworden!

Husum hat gesagt…

Bleibt zu hoffen, dass auch nicht-katholische Krankenhäuser eine Abtreibung bzw. Hinführung dazu abgelehnt hätten.
Im übrigen: Hier geht es wieder einmal um die Tatsache, dass eine Abtreibung gegen Gottes Willen ist.
Die katholische Kirche bleibe fest! Das schreibt ein evangelisches Gemeindeglied.

Old Geezer hat gesagt…

@Husum:

Das heißt, weil SIE an einen Gotte glauben und meinen seinen Willen zu kennen, dürfen all die vielen Millionen Bundesbürger, die das nciht tun, an einen anderen Gott glauben oder dessen Willen anders interpretieren, sich Ihren Vorstellungen unterwerfen und die Konsequenzen tragen?

...das nenne ich mal Hybris, wie es im Buche steht.

Old Geezer hat gesagt…

Wie kann man von einem 'Mißverständnis' reden, wenn gelich zwei katholisch Kranknhnäuser dieselbe Politik fahren?

Versucht hier mal wieder ein anachronistisches Unternehmen die Uhr zurückzudrehen und gesetzeswiderigerweise irländische oder polnische Zustände einzuführen?

Denn daß das kirchliche Management sich hier einer Verfehlung bewußt ist, zeigt ja das hektische Zurückrudern in den Medien heute.

Grandloser hat gesagt…

Richtig 2 mal das selbe Missverständnis, ja na klar. Wie war das mit der Notversorgung, und nach einer Vergewaltigung gehört die Pille dazu, da gibt es keinen Zweifel.

Hier zeigt sich wieder das die Kirche zynisch und diskriminierend ist und Opfer verletzt den die schlimmsten verbrechen erleiden mussten.

s' Peterle hat gesagt…

Ihr schafft es nicht einmal, dass eure Anhänger alles nach eurer Ordnung tun, mischt euch aber mit euren Vorderugen in staatliche Belange ein: Das ist asozial.
Entweder alles für alle oder wer das nicht will, die beanstandetem Gebiete Fallen lassen. Jemand, der nicht bereit ist, die geltenden Rechte anzuerkennen hat nichts auf entsprechenden Positionen zu suchen. In diesem Rahmen sollte man bald auch die Glaubensfreiheit hinterleuchten. Wenn diese eine geordnete freie Tätigkeit einengt oder gar behindert, sind dort unmissverständliche Änderungen zu empfeheln. Ich habe zwar noch keinen Zeugen Jehovas als Mitarbeiter des Blutspendewesens gefunden. Es gibt also eine kleine Einsicht. Doch nicht bei allen.
In anderen Kulturkreisen reinhören. Auch die haben Geschichte und interessantes Wissen.
Doch wir sind die Klügsten und Bestreligiösten. Was kümmern uns da andere.
Ach. Wie schön war Gestern. Oder gar Vorgestern. Wie böse ist das Morgen.
Wacht auf. Information schadet keinen. Die Umsetzung kann es schon.

Lebrecht Rotter hat gesagt…

Hättet ihr den Mund nicht so voll aufgerissen und der Erkenntnis gemäß: "...entspricht nicht dem christlichen (oder katholischen oder einigem religiösen) Recht" gewählt, würde es der Gegebenheit entsprechen.
Doch dann sag ich es so, wie ich es sehe:
Verhalten gesetzlos, eigener Wunsch dem religiösen Glaube geopfert.
Wieviel Geistliche der Altzeit haben eigentlich wieviel Frauen durch Engelmacher in die Grube befördert? Schon vergessen?
Ihr maßt euch an, für die gesamte Menschheit zu sprechen. Wo ist die Bestätigung, von wem?
Wonach sollte man urteilen:
Glaube, Wissen, Situation, Mensch?
Die sich ihre Ansichten gesetzlich schützen lassen, trauen diesen nicht. Die berechtigte Kritik als Hass verkaufen, sind unglaubwürdig.
Wie soll man mit solchen Menschen umgehen, wenn man ihnen seine eigene wahre Meinung sagt?
Ich kann nienanden mit Wasser bespritzen ohne ihn nass zu machen.
Die einen Beschneidung, die anderen Missbrauch, und vielleicht noch ne kleine Gerte, auf dem Gehweg volltexten?
Ich bin froh, ein Mensch zu sein. Und dafür lebe ich.

Dalian hat gesagt…

Da gibts nur eins überprüfen wer unterhält diese Krankenhäuser und wen sie aus öffentlicher Hand finanziert werden, sofort der Kirche entziehen.(Was a) häugig der Fall ist und b) zb. bei einem Kindergarten schon vorgekommen ist) Scheinbar wurden einige schon einer solchen Gehirnwäsche unterzogen, dass für sie der "Mensch" nicht mehr im Vordergrund steht. Ideologie hat nichts nichts in einem krankenhaus verloren, sondern da zählt der Mensch.