Montag, 28. Januar 2013

Der “Spiegel” vernebelt die frühabtreibende Wirkung der “Pille danach”

Felizitas Küble

Unter dem Titel “Kirchliche Kliniken und Abtreibung: Die Katholischeren” veröffentlichte “Spiegel-online” am 21. Januar 2013 einen antikirchlichen Rundumschlag, was beim Hamburger Linksmagazin nicht weiter erstaunt.

Allerdings sollte auch der “Spiegel” seine Leser wenigstens auf faktischer Ebene nicht für dumm verkaufen, was jedoch der Fall ist, wenn   -  wie geschehen -  die frühabtreibende Wirkung der “Pille danach” vernebelt und zugleich der irreführende Ausdruck “Schwangerschaftsverhütung” verwendet wird:

So heißt es dort:

“Die “Pille danach” verhindert eine Schwangerschaft, für die katholische Kirche ist das Teufelszeug. Also dürfen ihre Kliniken keine Rezepte ausgeben, egal in welcher Situation sich eine Patientin befindet.”

Rein juristisch trifft es zwar zu, daß die “Pille danach” eine sogenannte “Schwangerschaft” verhindert, weil die Definition “Schwangerschaft” rechtlich gesehen ab Beginn der Nidation zutrifft, mithin ab der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter; diese Implantation erfolgt 6 bis 10 Tage nach der Befruchtung, somit 1 bis 2 Wochen  nach der Entstehung neuen menschlichen Lebens.

Daß auch der Embryo  – nicht allein moralisch, sondern durchaus auch gesetzlich -  schutzwürdig ist, bestätigt das deutsche Embryonenschutzgesetz, das die kleinste Erscheinungsform des Menschen  -  eben die befruchtete Eizelle  -  schützen will, allerdings leider nur dann, wenn diese sich quasi in der Petrischale  – und damit außerhalb des Mutterleibs  -  befindet.

Wegen dieser Schutzwürdigkeit des Embryos gab es in Deutschland eine jahrelange Debatte in und außerhalb des Parlaments um die sog. PID (Prä-Implantations-Diagnostik). Lebensrechtler kritisieren beim PID-Screening das Selektieren und Vernichten von Embryonen im Kontext der In-Vitro-Fertilisation, der künstlichen Befruchtung also.

Unabhängig von der Inkonsequenz des heutigen gesetzlichen Embryonenschutzes steht wissenschaftlich ohnehin seit langem fest, daß das Leben des Menschen nicht etwa erst mit der Nidation bzw. Implantation beginnt, sondern mit der Befruchtung, der Verschmelzung von Ei und Samenzelle, womit bereits alle Erbanlagen des neuen Menschen vorhanden sind.

Da nun die “Pille danach”   – wie schon der Name nahelegt  -  bei einer bereits erfolgten Empfängnis die Nidation verhindert, handelt es sich um ein Frühabtreibungsmittel   – und deshalb ist sie tatsächlich “Teufelszeug”, freilich nicht allein aus Sicht der katholischen Kirche, sondern aller Lebensrechtler, die einen umfassenden  Schutz menschlichen Lebens von Anfang bejahen.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

"Rein juristisch trifft es zwar zu, daß die “Pille danach” eine sogenannte “Schwangerschaft” verhindert, weil die Definition “Schwangerschaft” rechtlich gesehen ab Beginn der Nidation zutrifft, mithin ab der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter; diese Implantation erfolgt 6 bis 10 Tage nach der Befruchtung, somit 1 bis 2 Wochen nach der Entstehung neuen menschlichen Lebens."

Darauf darf man dann schließen, daß Ihnen eine rechtlich eindeutige Lage nicht hinreicht, um sich an Gesetze zu halten, sondern Sie aufgrund dubioser religiöser Regeln dieses Gesetz egal ist.
Solange SIE FÜR SICH SELBST strengere Regeln anlegen möchte, hat da auch niemand etwas dagegeben, aber lassen Sie doch die Menschen damit in Ruhe, die Ihre religiöse Auffassung nicht teilen, und sich schlicht an die verbindliche Gesetzeslage halten.

"Daß auch der Embryo – nicht allein moralisch, sondern durchaus auch gesetzlich - schutzwürdig ist, bestätigt das deutsche Embryonenschutzgesetz, das die kleinste Erscheinungsform des Menschen - eben die befruchtete Eizelle - schützen will, allerdings leider nur dann, wenn diese sich quasi in der Petrischale – und damit außerhalb des Mutterleibs - befindet."

Ganz unterschiedlich Theman:
1. eben EMBRYONENschutzgesetz und nicht BLASTOZYSTEMschutzgesetz.
2. der ´Vorgang einer befruchtung vor dem Embryonenstadium ich schließlich auch kaum praktisch feststellbar; so wird auch die 'Pille danach' nicht als Gegenmaßnahme einer bestätigten Empfänglich benutzt, sondern präventiv nach Unfall oder Vergewaltigung für den unwahrscheinlichen Fall einer erfolgreichen Befruchtung und den noch unwahrscheinlicheren Fall einer zukünftigen Einnistung.
3. Der schutz in der Petrischale dient schütz eben grede nciht vor der Vernichtung (das ist der Reglfall9, sondenr vor dem Mißbrach als Heilmittel, Experimentiermaterial oder Vermarktung.

"steht wissenschaftlich ohnehin seit langem fest, daß das Leben des Menschen nicht etwa erst mit der Nidation bzw. Implantation beginnt, sondern mit der Befruchtung, der Verschmelzung von Ei und Samenzelle, womit bereits alle Erbanlagen des neuen Menschen vorhanden sind"

Das ist natürlich mal wieder Unfug.
Dieses steht keineswegs 'wissenschaft fest', sondern es ist ein komplett willkürliche Definition es Lebensbeginns für rechtliche Fragestellungen.
Medizinsich ist zu dem Zeitpunkt noch nciht viel gesagt, weder wieviele Individuen entstehen, noch ob überhaupt eines, und auch nicht welche Ausprägungen bei der Ontogenese abgelesen und angelegt werden.

"Da nun die “Pille danach” – wie schon der Name nahelegt - bei einer bereits erfolgten Empfängnis die Nidation verhindert, handelt es sich um ein Frühabtreibungsmittel"

Wie gesangt, dieses ist eine Definitionsfrage.
Da es zu diesem Zeitpunkt noch sehr fraglich ist, ob sich a) diese befruchtete Eizelle überhaupt erfolgreich einnistet und b) sich auch noch bis zum lebensfähigen Kind entwickelt, mal abgesehen von den Leuten, die c) als 'Person' nur den zählen, der Selbsterkenntnis und Selbstreflecktion aufweist - also Kinder erst ab 2-3 Jahren - müßen Sie sich auch damit abfinden, daß Ihre persönlich Ansicht nur für Sie selber gelten kann.

"– und deshalb ist sie tatsächlich “Teufelszeug”, freilich nicht allein aus Sicht der katholischen Kirche, sondern aller Lebensrechtler, die einen umfassenden Schutz menschlichen Lebens von Anfang bejahen."

Also einer kleinen Minderheit der wahlberechtigten Bürger;
...warum nochmal soll das ein gültiger Maßstab für den großen Rest der Gesellschaft sein?

Grandloser hat gesagt…

Sehr gut Old Geezer!

Des Weiteren müsste man bei dieser strengen Auslegung der Schwangerschaft das Kondom als Frühabtreibungsmittel betrachten, genauso wie den Coitus Interruptus.
Kurz gesagt es geht an der Wirklichkeit vorbei.

Ars Goetia hat gesagt…

Das "denken" fehlt den so genannten Lebensrechtlern völlig. Blind folgen sie einer Ideologie hinterfragen sie nicht. Erinnert immer ein bisschen an die Taliban. ;)

Nur weil ihr meint es muss so sein, muss nicht jeder euch folgen. Vielleicht werden die blinden einmal sehen und aufwachen.

Ulrike hat gesagt…

Hallo Frau Küble,

bezüglich der Pille davor, der Pille danach, Abtreibung werden so viele Worte verloren, dabei ist es doch ganz klar bereits in den 10 Geboten definiert:

DU SOLLST NICHT TÖTEN

Jeder Mensch ist ein Gedanke Gottes

Darin ist bereits alles enthalten in diesen zwei Sätzen.