Mittwoch, 9. Januar 2013

100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt

Derzeit werden rund 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Besonders in Afrika hat die Christenverfolgung durch Islamisten zugenommen. Unrühmlicher Spitzenreiter zum elften Mal in Folge ist das abgeschottete kommunistische Nordkorea, zeigt der Weltverfolgungsindex 2013 (WVI), den das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors heute vorstellt. Der WVI erfasst und dokumentiert jährlich neu die Situation der Religionsfreiheit von Christen weltweit und listet die 50 Länder auf, in denen Christen wegen ihres Glaubens am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. Berichtszeitraum für den neuen WVI ist der 1. November 2011 bis 31. Oktober 2012.

In Nordkorea wird bereits der Besitz einer Bibel mit der Todesstrafe oder Arbeitslager für die gesamte Familie bestraft. Auf den weiteren acht Plätzen folgen Staaten, in denen der islamische Extremismus die Hauptquelle für eine systematische Verfolgung von Christen ist.

Bedrohung in Afrika gestiegen

Die afrikanischen Länder Mali, Tansania, Kenia, Uganda und Niger sind im WVI 2013 erstmals vertreten. In Mali eroberten militante, der Al Kaida nahestehende Islamisten den nördlichen Landesteil. Christen mussten fliehen. Eine verstärkte Unterwanderung der Gesellschaft durch islamistische Gruppierungen und gleichzeitig gewaltsame Übergriffe auf Christen wurden auch aus Tansania, Kenia, Uganda, Niger und Nigeria sowie Ländern des "Arabischen Frühling" gemeldet. Extremistische muslimische Organisationen stehen bereit, dort die Macht zu ergreifen, wo sich durch die Revolutionen ein Machtvakuum aufgetan hat. Aber auch in Ländern ohne mehrheitlich muslimische Bevölkerung erleiden Christen zunehmende Unterdrückung und Gewalt. Sie können vielerorts ihren Glauben weder privat noch öffentlich frei leben.

Hier werden Christen am stärksten verfolgt

Platz 1 Nordkorea Platz 2 Saudi-Arabien Platz 3 Afghanistan Platz 4 Irak Platz 5 Somalia Platz 6 Malediven Platz 7 Mali Platz 8 Iran Platz 9 Jemen Platz 10 Eritrea

In der Gefahr nicht allein lassen

"Durch das beherzte Engagement von Politikern und Christen, die sich in Deutschland und anderswo für verfolgte Christen im letzten Jahr eingesetzt haben, konnten wir vielen Betroffenen unmittelbar helfen und neue Hoffnung geben. Der Weltverfolgungsindex soll nicht nur als Gradmesser der Christenverfolgung weltweit gesehen werden, sondern dazu führen, dass unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft, vorrangig Kirchen und Politiker, sich noch intensiver für verfolgte und bedrängte Christen einsetzen", appelliert Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland.

Originaltext: Open Doors Deutschland e.V. Digitale Pressemappe

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Wirklichkeit oder Überdramatisierung?

a) als Missionswerk ist Open Doors wohl kaum überparteilich und ohne Eigeninteresse in dieser Angelegenheit, daher sollte man deren Daten mit etwas Skeptik betrachten.

b) nur weil jemand, der unter Verfolgung, Verboten oder Diskriminierung leidet, AUCH Christ ist, heißt das noch lange nicht, daß dieses der alleinige oder primäre Grund für diese Situation ist; es kann ebenso die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe (bei regionalen Konflikten oder Bürgerkriegen), einer gesellschaftlichen Schicht (in ehem. Kolonien oder Aufständen) oder einer Berufsgruppe (in Falle von Ausbeutung durch ausländische Unternehmen oder Missionstätigkeit) der eigentliche Grund sein, und die Religion nur locker damit korellieren

c) die Klagen einer Organisation, die sich schon durch Schulpflicht, Verbot von 'Gehsteigberatung' und Klagen gegen durch sie parktizierte Diskriminierung am Arbeitsplatz verfolgt fühlt, kann man sowieso nicht wirklich ernst nehmen.
Insbesondere, wenn diese auch noch einen so ausgeprägten Märtyrerkomplex hat.

Anonym hat gesagt…

Lieber Old Geezer! Ich habe bei Ihren Kommentaren den Eindruck, als ginge es Ihnen nicht ums eigentliche, sondern "Hauptsache, was gesagt!" Um es mit Ihren Worten zu sagen: kann man sowieso nicht wirklich ernst nehmen.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Ganz im Gegenteil;
ich benühe mich dem Leser etwas über den Umgang mit Statistik zu erläutern, weil hier eine solche danach stinkt, mangelhaft gemacht, schlecht publiziert und willkührlich gemaäß einer vorgefaßten Auffassung interpretiert zu werden.

Es steht Ihnen frei, sich mit dieser Studie zu befassen und meine Vermutungen zu widerlegen...

Anonym hat gesagt…

Eine Organisation wie Open Doors ist einmalig und ihr Einsatz für verfolgte Christen ebenso. Aber es ist ja immer leichter, die Blicke auf das Neagtive zu, um eine gute Sache schlecht zu machen. Das haben die Pharisäer bei Jesus auch schon versucht!! Wenn es Ihnen wirklich erst ist mit dem Christsein, nutzen sie doch bitte die Möglichkeiten von Open Doors, um den verfolgten Christen bei zu stehen.Jesus Christus möge Ihnen dazu den Mut geben.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Wäre es vielleicht, wenn diese Christen tatsächlich nur ihr Glauben leben wollten und deswegen tatsächlich verfolgt würden.
Aber sollte es sich hierbei in der Mehrheit um Fälle von Verfolgung der Art 'müssen ihre Kinder zur Schule schicken' oder 'sind Teil einer Ethnie die gerade ganzes im Bürgerkrieg Vertreibung ausgesetzt ist' oder 'wurde als Missioniare in eine Land geschickt, daß sichj dieses Art von Rekrutierung explizit verbittet', dann ist diesr ganze 'Verfolgungbericht' von Open Doors nicht mehr als Augenwischerei und eine PR-Aktion, und sie sollten sich schämen, auf diese Weise Mitleid, Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft von wirklich Bedürftigen abzuziehen.

Also muß der erste Schritt sein, diesen Bericht und seine zugrundeliegenden Daten zu hinterfragen.