Sonntag, 16. Dezember 2012

Papst Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag: Abtreibung und Angriffe auf dei Familie verhindern den wahren Frieden

Ein Weg zur Verwirklichung des Gemeinwohls und des Friedens ist vor allem die Achtung vor dem menschlichen Leben, unter seinen vielfältigen Aspekten gesehen, von seiner Empfängnis an, in seiner Entwicklung und bis zu seinem natürlichen Ende. Wahre Friedensstifter sind also diejenigen, die das menschliche Leben in all seinen Dimensionen – der persönlichen, gemeinschaftlichen und der transzendenten – lieben, verteidigen und fördern. Das Leben in Fülle ist der Gipfel des Friedens. Wer den Frieden will, kann keine Angriffe und Verbrechen gegen das Leben dulden.

Wer den Wert des menschlichen Lebens nicht ausreichend würdigt und folglich zum Beispiel die Liberalisierung der Abtreibung unterstützt, macht sich vielleicht nicht klar, daß auf diese Weise die Verfolgung eines illusorischen Friedens vorgeschlagen wird. Die Flucht vor der Verantwortung, die den Menschen entwürdigt, und noch mehr die Tötung eines wehrlosen, unschuldigen Wesens, können niemals Glück oder Frieden schaffen. Wie kann man denn meinen, den Frieden, die ganzheitliche Entwicklung der Völker oder selbst den Umweltschutz zu verwirklichen, ohne daß das Recht der Schwächsten auf Leben – angefangen bei den Ungeborenen – geschützt wird? Jede dem Leben zugefügte Verletzung, besonders an dessen Beginn, verursacht unweigerlich irreparable Schäden für die Entwicklung, den Frieden und die Umwelt. Es ist auch nicht recht, auf raffinierte Weise Scheinrechte oder willkürliche Freiheiten zu kodifizieren, die auf einer beschränkten und relativistischen Sicht des Menschen sowie auf dem geschickten Gebrauch von doppeldeutigen, auf die Begünstigung eines angeblichen Rechts auf Abtreibung und Euthanasie abzielenden Begriffen beruhen, letztlich aber das Grundrecht auf Leben bedrohen.

Auch die natürliche Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau muß anerkannt und gefördert werden gegenüber den Versuchen, sie rechtlich gleichzustellen mit radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle verdunkeln. Diese Grundsätze sind keine Glaubenswahrheiten, noch sind sie nur eine Ableitung aus dem Recht auf Religionsfreiheit. Sie sind in die menschliche Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so der gesamten Menschheit gemeinsam. Der Einsatz der Kirche zu ihrer Förderung hat also keinen konfessionellen Charakter, sondern ist an alle Menschen gerichtet, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit. Solch ein Einsatz ist um so nötiger, je mehr diese Grundsätze geleugnet oder falsch verstanden werden, denn das stellt eine Beleidigung der Wahrheit des Menschen dar, eine schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens.

Kommentare:

Dieter Macher hat gesagt…

Das Leben ist vielfältig. Doch ist es endlich. Es gibt darin Dinge, die sind vorhanden, können für wie gegen das Leben genutz werden. Sind sie in unserem Sein in ihrem Wirken für uns eingebunden, so ist uns ein Erfolg gelungen. Gehen wir nur gegen ihre negativen Werte vor, werden wir nie den vorhandenen Nutzen erreichen. Da bezeichnet man leicht etwas als verhindernd und sieht nicht das helfende. Gibt es mehr als eine Seite, sollte man es auch beachten. Ist nicht auch oft die Religionsfreiheit auf der einen Seite ein Schutzschild gegen vorhandenes Nichtwissen?
Sollt man mal überlegen.
Wer sich verbünden will, sollte auf mehr als auf Verstärkung seiner selbst gefasst sein. Wer auf einen Familienbegriff baut, der mal war, wird die heutige Familie nicht erkennen. Er wird auch Teile der neuen Familie behindern, wenn nicht gar das Gute darin verhindern.
Wir reden so viel und lautstark von Frieden, dass man ihn schon nicht mehr hört.

Old Geezer hat gesagt…

Ganz offensichtlich gehören für den heiligen Stuhl die Abwesenheit von Kreig, Bürgerkrieg, Untergrückung Willkührherrschaft, etc. NICHT integral zum 'wahren Frieden', denn wie die Geschichte uns zeigt, werden diese durch konservative oder archaische Familienverhältnisse keineswegs verhindert...

Old Geezer hat gesagt…

"Auch die natürliche Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau "

...verblüffend, daß so viele andere, auch ursprüngliche Kulturen, ganz zu schweigen von der Natur selber, diese bürgerliche Ehe gar nicht kennen oder praktizieren...

"ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle"

...und trotz des Fehlens dieser 'unersetzliche Rolle' funktionieren.

"die auf einer beschränkten und relativistischen Sicht des Menschen"

Die Sicht des Menschen als Experiment Gottes zur Erschaffung von verbugten Anbetern und wehrlosen Bestrafungsobjekten ist weniger reduktionistisch?

"radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen"

Und wiedermal bleibt uns der Autor die Erklärung schuldig, was denn hier so 'radikal anders' ist und wie die Legalität von anderne Verbindungen die bürgerliche Ehe schädigen könnte, schuldig.
Weniger Phrasen, Herr Ratzinger, lieber mal Fakten oder Argumente bringen!


"Euthanasie"

Wieder ein plumper Versuch, das Recht von sterbenden Menschen, ihr Leid zu verkürzen mit einem Strohmann zu diskreditieren...
...HErr Ratzinger, nicht jeder sieht Hiob als Vorbild an!

"mit der Vernunft erkennbar"

Das allseits beliebte Totschlagargument: "Es ist wahr, weil jeder, der anderer Meinung ist, dumm sein muß."
Das geht allerdings in keinem Hörsaal als Beweis durch, und das sollte der Autor als studierter Mensch (wennauch zugegebenermaßen nur der Theologie) wissen.

"unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit"

Nur komisch, daß dann so viele andere Religionen andere Ehekonzepte vorschlagen...