Dienstag, 11. Dezember 2012

Neue Studie zu anonymen Geburten: Anonyme Geburten verringern erheblich Kindstötungen

Seit 2001 gibt es in Österreich die gesetzliche anonyme Geburt, zu der es eine neue Studie mit erfreulichen Zahlen, gibt.

Dieses Gesetz erlaubt Frauen in anerkannten Notsituationen eine anonyme und kostenfreie Geburt in einem Krankenhaus, ohne dass von Sicherheitsbehörden Erhebungen gegen sie durchgeführt werden.

Jetzt haben Forscher der Medizinischen Universität in Wien nachgerechnet: Gab es vor mehr als zehn Jahren noch durchschnittlich sieben Tötungen auf hunderttausend Geburten, so waren es im vergangenen Jahrzehnt drei.

Gleichzeitig belegt diese Studie, dass die Zahl von Kindstötungen in den ersten 24 Stunden nach der Geburt um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist.

In Finnland oder Schweden gibt es entsprechende Statistiken, aber kein ähnliches Gesetz. Dort sind die Zahlen im selben Zeitraum auch nicht gesunken.
Leider gibt es solche Gesetze in nur wenigen europäischen Ländern, wie Frankreich oder Italien.

Eine schöne Vorstellung wäre es, dieses Modell auch in Deutschland einzuführen. Zwar sind die Zahlen (noch) gering, aber ein Menschenleben ist eben nicht in Zahlen zu werten.

In Deutschland gelten andere Gesetze

Hier gibt es Babyklappen, die zwar geduldet werden, aber offiziell als rechtswidrig gelten. Pro Jahr kommt es zu 30 bis 40 anonymen Entbindungen. Dagegen werden jedes Jahr nur zwei bis drei Neugeborene „abgelegt“. Scheinbar sind Babyklappen keine ausreichende Hilfe für verzweifelte Schwangere.

Desweiteren fehlen bundesweite Zahlen über Neugeborenentötungen, weil diese nicht als eigenständiges Vergehen gelten. Vereinzelte Krankenhäuser arrangieren anonyme Geburten – aber nach diesen ermittelt die Polizei.

Kommentare:

WÄCHTER hat gesagt…

Ich kann gut verstehen, wenn ein junges Mädchen, vielleicht ohne Ausbildung, gerade einen Job gefunden hat, nun plötzlich schwanger wird und ihre Exestenz in Gefahr sieht, weil der Freund , auch aus der Unterschicht, kein Verantwortungsgefühl zeigt, zeigen kann, will.
Hier müßte mehr auf die Möglichkeit der Adoption hingewiesen werden, zur Treue in der Öffentlichkeit erzogen werden, Baby-Paten (die menschliche Variante der Babyklappen) zur Verfügung stehen.
Denn eigentlich wollen die meissten Frauen ihr Baby. Allerdings werden es immer mehr Frauen, die sich für Mutterschaft schämen oder diese als eine Art Behinderung auffassen, weil viele Kräfte in der Gesellschaft darauf hinarbeiten.
Womit wir bei GENDER gelandet sind, einer neuheidnischen Religionsphilosophie, die die unbedingte Emanzipation der Frau von ihrer Natürlichen Weiblichkeit, vom Mann und vor allem vom Kind lehrt.
GENDER will einen neuen Menschen ein NEUTRUM hervorprügeln, denn normale Leute fassen sich bei GENDER einfach nur an den Kopf.

WÄCHTER hat gesagt…

Vor allem Leute mit Einfluss und finanzieller Macht hätten viele Möglichkeiten, eine gezielte Umgestaltung der öffentlichen Meinung wieder hin zu mehr gottgefälliger Natürlichkeit zu erreichen. Aber wo sind diese Leute, die sich um die im Artikel beschriebenen Opfer, nämlich Baby, Mutter, Vater und Gottes Ordnung kümmern?

ben hat gesagt…

1. Der Artikel ist widersprüchlich
Zit: "Dort sind die Zahlen im selben Zeitraum auch nicht gesunken." Der Bezug zu den Studien aus Skandinavien ist unklar.

2. Anonyme Geburten sind teilweise genauso hochproblematisch wie die Babyklappe ....
hier gibt es die Argumente dagegen:
http://www.tdh.de/was-wir-tun/themen-a-z/babyklappe-und-anonyme-geburt.html

Der einzig sinnvolle Weg ist die Förderung der vertraulichen Geburten ... Menschen in Notsituationen werden geschützt, aber das Kind hat später eine Chance, seinen Wurzeln kennen zu lernen. Dies bewusst einem Menschen vorzuenthalten ist eine akzeptierte gravierende Rechtsverletztung. Fast keine Schwangere will soweit wir es wissen sich für ewig dem Kind gegenüber verstecken, sondern gegenüber dem aktuellen Umfeld.

Die Beobachtung der genannten Studie ist bemerkenswert ... aber einfach eine kausale Verbindung aus einer Korrelatioin zu ziehen ist methodisch zweifelhaft.

Ich bin ein großer Anhänger des Lebensrechtes von Anfang an, aber die oft undifferenzierte Propagierung der Babyklappen und anonymen Geburten lässt mir als Vater einer Adoptivtochter das Grausen kommen.

Old Geezer hat gesagt…

@ben:

Auch ohne bessere Statistiken kann man mehr Babyklappten aus ganz einfachen Argumenten fordern: vernachlässigbare Kosten UND keine negativen Auswirkungen aus funktionierende Familien UND ein einfaches und lebensrettendes Hilfsangebot für einige Notfälle.

Da brauch es nicht mehr viel Bedenken um einfach auf eine "macht mal, ist keine schechte Idee und schadet niemendem" zu kommen.

Wo soll der Unterschied bei der 'vertraulichen Geburt' zu einer 'annonymen Geburt' leigen, außer daß die Gebärende mehr Vertrauen in die Verläßlichkeit der Zusagen staatlicher Stellen benötigt?