Mittwoch, 19. Dezember 2012

Großbritannien: Empörung über geplante Öffnung der Ehe für Homo-Paare/Schon 600.000 Unterschriften für den Schutz der Ehe

Nach heftigen Debatten und dreimonatiger Beratung hat sich die Regierung in Großbritannien nun entschieden: Die Ehe homosexueller Partner soll zugelassen werden. Ein entsprechendes Gesetz soll ab 2013 vorliegen.

Die katholische Kirche reagierte bestürzt auf die Ankündigung der Regierung. Ebenso wie die anglikanischen Kirchen von England und Wales lehnt sie eine Ehe gleichgeschlechtlicher Partner ab. Die Kirchen sollen durch das Gesetz nicht in Zugzwang gesetzt werden: Neben der Zivilehe sollen zwar auch religiöse Zeremonien für homosexuelle Paare erlaubt werden, aber nur, wenn sich die jeweilige Kirche dazu entschließe, so die britische Kultusministerin Maria Miller. Peter David Smith, der Vorsitzende der Kommission für Christliche Verantwortung und soziale Einrichtungen der Bischofskonferenz von England und Wales zweifelt jedoch an dieser Aussage:

„Die Diskussion hatten wir ja auch schon mal, als es um die standesamtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren mit allen anderen Paaren ging. Die Regierung hat uns damals garantiert, dass es keine Erlaubnis geben werde, gleichgeschlechtliche Partnerschaften in der Kirche zu erlauben. Und dann, etwa drei Jahre später, gab es einen Zusatzantrag, der doch genau das erlauben sollte. Deshalb beruhigen mich Versicherungen der Regierung nicht im Geringsten. Das Gesetz wird vom Parlament gemacht und jede Regierung kann sagen, was sie will. Wenn es bei den nächsten Wahlen eine neue Regierung gibt, kann die wieder neue Gesetze machen.“

Es heiße zwar, die Kirchen sollen davor geschützt werden, solche Zeremonien in ihrer Kirche durchzuführen, aber das habe er alles schon einmal gehört, so der Erzbischof von Southwark im Süden Londons. Sollte die Regierung ihre Versprechen diesbezüglich nicht halten, so werde man vor dem Gerichtshof für Menschenrechte klagen. Die Regierung habe auch nicht darauf reagiert, dass mehr als 600.000 Menschen eine Petition gegen die Gesetzesänderung unterschrieben hätten:

„Das ist ein weiterer Punkt, den wir kritisieren: Vor dieser Gesetzesänderung hat es keinen demokratischen Prozess gegeben. Auch war weder in den Parteiprogrammen der Hauptparteien, noch in der Rede der Königin jemals die Rede von diesen Plänen. Insofern ist das ganze wirklich lächerlich. Nichts wurde vorher durchdacht und sie versuchen, den Hauptpunkt der Diskussion zu ignorieren.“

Es gehe nämlich um mehr, als nur um die Frage der Religionsfreiheit:

„Es geht um die Bedeutung der Ehe. Keine Regierung hat das Recht, diese fundamentale Bedeutung der Ehe zu ändern. Schon seit jeher ist es so, dass es die Ehe zwischen Mann und Frau gibt. Und auch viele verschiedene, nicht katholische Untersuchungen zeigen, dass es am besten für Kinder ist, in dem stabilen Umfeld eines verheirateten Paares aufzuwachsen.“

Was die Kirche konkret tun könne, um dieses, seiner Meinung nach völlig irrationale Gesetz noch zu stoppen, wisse er nicht, so Erzbischof Smith. Sicher sei aber, dass man bis zum Schluss dagegen vorgehen wolle. So sollten etwa katholische Rechtsanwälte das geplante Gesetz genau lesen und prüfen, inwieweit man rechtliche Schritte einleiten könne.

Quelle: Radio Vatikan

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Ich verstehe die Argumentation nicht:

Fordert hier EINE SPEZIELLE Kirche tatsächlich von der Regierung des Vereinigten Königreiches (in deren Regierungsbereich Dutzende größerer Religionen vertreten, darunter viele Millionen Sikh, Hinhus, Moslems und Anhänger der alten keltischen Religionen, polinesischer Traditionen, artralischen Aborigines, Druiden und Wikkas sind Theosophie starken Einfluß hat und neue Kulte auch heute noch Religionsstatus erhalten, z.B. Jedi), für ALLE DIESE ANDERNE Religionen auch die Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren zu untersagen???

Wie anmaßend ist denn soetwas??

Ist es wirklich zuviel von der z.B. katholischen Weltkirche verlangt, unter Androhung von Höllenfeuer und Exkommunikation dieses Sakrament für homosexuelle Paare in ihren Gemeinden zu verbieten?

Anonym hat gesagt…

@old Geezer:
ein wenig Wissen dazu wäre ganz nützlich.
Die Kath. Kirche bezieht lediglich Stellung in einer Sache, die praktisch alle anderen Religionen ebenso ähnlich sehen. In kaum einer Religion wird man eine Gleichstellung homosexueller Lebensarten mit der Ehe zwischen Mann und Frau finden. Das war in der Geschichte so (selbst bei den Griechen und Römern gab es so etwas nicht, auch wenn es teils toleriert wurde, aber nie angesehen war).
Man findet es höchstens in denjenigen (lutherischen) Landeskirchen so, die sich von Luthers Grundsatz bereits vor Jahrhundertern verabschiedeten und der unbiblischen liberalen Theologie anhängen.
Anmaßend sind die immer mehr ausufernden Forderungen Homosexueller Verbände gegen den gesunden Menschenverstand und gegen die Volksmehrheit. Hier wird Toleranz gar nicht verstanden oder einfach uminterpretiert. Toleranz richtet sich gegen Menschen, nicht gegen Sachverhalte oder Meinungen. Toleranz kann man nur dann üben, wenn man einen eigenen, festen Standpunkt hat, der auch ganz anders sein kann. Das wird leider nicht bedacht, oder nicht gewusst.

Anonym hat gesagt…

Jedi ist eine Religion? Dragon Balls Z auch? Und solche kriminellen Organisationen wie Scientology auch? Dann können wir ja auch der Cosa Nostra den Religionsstatus verleihen, wenn wir schon mal dabei sind... Ironie Ende!
Und solchen Satanismen wie Druiden und Wikka Religionsstatus anzuerkennen ist einfach absurd. Wenn wunderts noch bei solchen abstrusen Anschauungen, wie du sie vertrittst. Da ist alles gleich-gültig und man merkt gar nicht, wie damit alles gleichgültig wird...

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"kaum einer Religion wird man eine Gleichstellung homosexueller Lebensarten mit der Ehe zwischen Mann und Frau finden"

Das können Sie aus wievielen der tausenden praktizierter Religionen feststellen?

"unbiblischen liberalen Theologie anhängen"

Was jetzt unbiblischer daran sein soll, homosexuelle zu akzeptieren statt am Sabbath Feuer zu machen müssen Sie mir nochmal erklären.

"Toleranz kann man nur dann üben, wenn man einen eigenen, festen Standpunkt hat, der auch ganz anders sein kann."

- Was wollen Sie damit sagen?
- Wem gebricht es in dem Fall am festen Standpunkt?
- Warum sollte ein fester Standpunkt notwendig sein?
Viele Menschen sind in vielen Fragen indifferent, und man kann von Ihnen trotzdem Toleranz gegenüber denen erwarten, die dort eine Meinung haben.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

IIRC wurde Jedi in Australien (Commenwealth) als Religionsgemeinschaft anerkannt.
Scientology genießt bekanntermaßen in den USA Religionsstatus.
(Und wenn wir mal die blutige Geschichte des Christentums - um nur eine der etablierten Religionen zum Vergleich heranzuziehen - betrachten, ist fraglich ob Scientology ein so hartes Urteil verdient.)
Wenn Sie statt Cosa Nostra die Yakuza heranziehen, so haben Sie dort zumindest im Opfern von Körperteilen als Initiationsritus schon Parallelen zu Judentum, einigen islamischen Fraktionen und AFAIK koptischen Christen.
Druiden Satanismus vorzuwerfen ist nun wirklich albern - diese Religion ist weit älter als das Christentum, slebst als das schriftliche belegbare Judentum, ganz zu schweigen davon, daß ja diese und die damit verbundenen Ideen vom Teufel hierzulande erst mit den Römer eingeschleppt wurden.

Selbstverständlich ist es gleichgültig (außer für die jeweiligen Anhänger), da keiner dieser Kulte besser oder schlechter als jeder andere darlegen kann, daß sie irgendwie näher an der Wahrheit lägen als die Konkurrenz