Sonntag, 2. Dezember 2012

CDU-Generalsekretär Gröhe: Bündnis90/Grüne sind erbitterte Kirchengegner

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wirft der Partei Bündnis 90/Die Grünen vor, dass dort „erbitterte Kirchengegner“ das Sagen haben. Anlass ist ein Beschluss, der Mitte November auf dem Bundesparteitag in Hannover mit großer Mehrheit gefasst wurde. 

Danach wollen sich die Bündnisgrünen dafür einsetzen, dass es das besondere kirchliche Arbeitsrecht – den sogenannten „Dritten Weg“ – nur in solchen Einrichtungen geben darf, „die mehrheitlich vom jeweiligen Träger finanziert werden“. Dies hätte weitreichende Folgen: Denn dann wäre der Dritte Weg – dabei werden Löhne und Arbeitsbedingungen in paritätisch besetzten „Arbeitsrechtlichen Kommissionen“ ausgehandelt – etwa in kirchlichen Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeheimen nicht mehr anwendbar. Die Finanzierung dieser Einrichtungen erfolgt vor allem durch den Staat und die Sozialkassen. Gröhe nannte den Grünen-Beschluss „einen schweren Angriff auf die bewährte Partnerschaft von Staat und Kirchen in Deutschland“. Der Staat fördere „zu Recht die ganz erheblichen kirchlichen Beiträge im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich“, wodurch „ein plurales Angebot“ gesichert werde, sagte Gröhe der Tageszeitung „Die Welt“. Nach seinen Worten wäre die Umsetzung des Beschlusses „das Aus für profilierte christliche Kindergärten, Schulen, Beratungsstellen und Krankenhäuser, die unserer Gesellschaft gut tun“.

Gröhe bezeichnete es als „unaufrichtig und doppelzüngig, wenn die Grünen Kirchenfreunde ins Schaufenster stellen, in der Programmwerkstatt aber erbitterte Kirchengegner den Ton angeben“. Er bezog sich damit auf die Wahl von Katrin Göring-Eckardt zur Spitzenkandidatin ihrer Partei im Bundestagswahlkampf. Sie ist Präses der EKD-Synode, lässt ihr Amt aber bis zur Wahl im Herbst 2013 ruhen. Kirchenkritische Haltungen der Grünen bestehen auch in den Landesverbänden. So fordern die bayerischen Grünen, religiöse Symbole wie Kruzifixe aus den Klassenzimmern zu verbannen.


Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Josef Winkler, wies die Kritik aus der CDU zurück: „Die scharfen Angriffe der Union sollen nur davon ablenken, dass die Union in immer mehr wichtigen kirchenpolitischen Fragen von den Kirchen abweichende Positionen vertritt.“ Als Beispiele nannte er die Flüchtlingspolitik der CDU/CSU und die positive Haltung einiger CDU-Politiker zur Embryonenforschung.


Quelle: Radio Vatikan




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Grünen stehen schon immer für eine Kultur des Todes. Die Maske der Verschleierung setzt der Scheinheiligkeit die Krone auf. Sie sind Deutschland-Feindlich, sitzen im Deutschen Bundestag, lehnen es ab die Deutsche Nationalhymne zu singen, und fördern den größtmöglichen Zuzug von Migranten, verantworten die Abtreibung millionenfach, Erzfeinde des deutschen Volkes.

Old Geezer hat gesagt…

Aha, die Grünen, die man sonst oft und zahlreich auf Kirchentage trifft, die viele Kirchenfunktionäre in Ihren Reihen haben und die in vielen religionsbetreffenden Punkten gemeinsam mit der CDU gegen die FDP stehen?

Also woher die KRitik.
Weil die Grünen hier etwas angreifen, was der Kirche wirklich wichtig ist: Ihre Profite aus dem hochsubventionierten und von ihr mit Lohndumping betriebenen privatwirtschaftlichen Unternehmungen.
Es hat sich doch in den letztne Jahren immer deutlicher herausgestellt, das der dritte Weg zu nichts anderem als Ausbeutung führt.
kirchliche Unternehmen unterbieten freie Anbieter dadurch, daß ihre Angestellten keinerlei arbeitsrechtliche Handhabe gegen Lohnsenkungen und schlechte Arbeitsbedingungen haben.
Mehr noch - durch die so eingebundenen kirchlichen sogenannten 'Gewerkschaften' werden reale Gewerkschaften und Betriebsräte verdrängt, und in zahlreichen Fällen haben sich die als reiche Klüngelklubs erwiesen, die in erster Linie die Interessen des Arbeitgeber vertraten.

" Die Finanzierung dieser Einrichtungen erfolgt vor allem durch den Staat und die Sozialkassen"

Beschönigend!
In der Regel sind es über 90% der Kosten, die die öffentliche HAnd trägt, und da ist noch nciht einkalkuliert, daß die Kirche damit ihre Mitarbeiter und Mitglieder auf die Lohnlisten setzt statt sie selbst zu bezahlen.

"wodurch „ein plurales Angebot“ gesichert werde"

Das ist eine LÜge, schlicht und ergreifend!
Denn durch das Subsidiaritätsprinip führ das nicht zu einem Mehr an Angeboten sondern einer Verdrängung freier Träger und öffentlicher Anbieter durch die Kirchenkonzerne.

„unaufrichtig und doppelzüngig, wenn die Grünen Kirchenfreunde ins Schaufenster stellen, in der Programmwerkstatt aber erbitterte Kirchengegner den Ton angeben“

Es ist also nach Meinung dieses Herrn nicht möglich, Teile der kirchlichen Arbeit und Standpunkt zu unterstützen und andere abzulehnen?
Nur, wie sollte es anders gehen, wenn man die Vielzahl der auch nur christlichen Gemeinschaften und Fraktionen betrachtet, die oft unterschiedliche Standpunkte beziehen?
Es ist ja in der CDU auch nicht anders - ja selbst innerhalb der größeren Kirchen findet man oft abweichende Haltungen.

"So fordern die bayerischen Grünen, religiöse Symbole wie Kruzifixe aus den Klassenzimmern zu verbannen."

Nicht nur bei den Grünen - eigentlich bei jedem, der das Grundgesetz gelesen hat.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Könnten Sie erläutern, wie Nationalismus eine kirchenfreundliche Haltung unterstreicht, oder eine Gegenposition zur "Kultur des Todes" sein soll?

Wer hat die Gastarbeiter eingeladen, wer hat die Greencard eingeführt, wer setzt sich aktuell für gezielte Einwanderung aus gefragten Berufsgruppen ein?
Und die Abtreibung gibt es seit Jahrtausende, die Legalisierung fand vor der Gründung der Grünen statt, also worauf gründen Sie Ihre Anschuldigungen.

Und hören Sie auf für das 'Deutsche Volk' zu sprechen, das ist anmaßend, denn Sie sind nur einer (evtl.) von den Milionen davon und viele in diesem Volk vertreten andere Auffassungen als Sie.