Dienstag, 21. August 2012

Selektion durch Bluttest auf Down Syndrom: Der Dammbruch war die Abtreibung


Mathias von Gersdorff

Der vorgeburtliche Test zur Diagnose des Down-Syndroms, der seit dem 20. August 2012 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Liechtenstein in Kliniken und Arztpraxen verfügbar ist, bewegt die Gemüter.

In ihrer Ausgabe vom 21. August 2012 berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, der baden-württembergische Ministerpräsident, Winfried Kretschmann (Grüne) halte den Test für „bedenklich“. Die Landessozialministerin von baden Württemberg, Karin Altpeter (SPD), fordert eine „breite gesellschaftliche Debatte“. Diese beiden Politiker waren besonders gefragt, denn Freiburg i. Br. war das zuständige Regierungspräsidium für die Zulassung.

Aus der CDU gab es viele Politiker, die das Verfahren kritisiert haben. Insbesondere hat sich gegen die Einführung der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU), eingesetzt.

Der Test der Firma LifeCodexx dient ausschließlich der Feststellung, ob ein ungeborenes Kind Down-Syndrom hat oder nicht. Über 90 % der Kinder, bei denen diese Behinderung diagnostiziert wird, werden anschließend abgetrieben. Das Verfahren von LifeCodexx hat also keine weitere praktische Anwendung, als die Selektion von Menschen mit Down-Syndrom. Das Verfahren wird ausschließlich mit der Absicht angewendet, eine unheilbare Krankheit festzustellen um eventuell eine Abtreibung vorzunehmen.

Diese Tatsache erschrickt viele. Man fragt sich: Wird es bei diesem Verfahren bleiben? Werden nicht weitere Folgen, so dass Menschen mit Behinderungen systematisch „selektiert“ werden können? Ist der deutsche Staat noch in der Lage, das uneingeschränkte Recht auf Leben aller Menschen zu schützen? Will unser Staat das überhaupt?

Es gibt keinen vernünftigen Grund, wieso nicht weitere Selektionsmethoden eingeführt werden sollen.

Die Einführung dieses Verfahrens ist nichts anderes als die logische Konsequenz der Legalisierung der Abtreibung Mitte der 1970er Jahre. Seitdem wurden die Möglichkeiten, straffreie Abtreibungen durchzuführen, immer mehr ausgeweitet. Zudem wurden immer perfektere Diagnoseverfahren entwickelt, um die Gesundheit der ungeborenen Kinder festzustellen. Noch letztes Jahr wurde in Deutschland die „Präimplantationsdiagnostik“ zugelassen. Seit langem gibt es die sog. Fruchtwasseruntersuchung. Diese wurde oft angewandt wohlwissend, dass etwa 0,5 bis 1 % der untersuchten Embryos dadurch getötet werden! Ebenso dient die Pränatal Diagnostik zur Erkennung von Krankheiten und Behinderungen bei ungeborenen Kindern in den letzten Monaten vor der Geburt. Diese Diagnostik ist Ursache für die sog. Spätabtreibungen.

Der Sinn für das menschliche Leben geht immer mehr verloren, der Mensch wird zunehmend zum Objekt. Die Entfaltung der „Kultur des Todes“ schreitet grausam voran und kann nur aufgehalten werden, wenn die Menschen erkennen, dass der Dammbruch die Legalisierung der Abtreibung war. Seitdem wird das Leben des Menschen immer mehr bedroht, inzwischen auch am Ende und sogar zwischen Geburt und natürlicher Tod: Um Organtransplantationen zu erleichtern, wird zunehmend versucht, eine laxe Definition des Todes einzuführen.

Erneut bleibt es den Lebensrechtlern überlassen, sich für das Recht auf Leben einzusetzen, die Stimme der Ungeborenen und das Gewissen der Nation zu sein. Nur aus der christlichen Basis der Gesellschaft sind die Impulse zu erwarten, die zu einer entscheidenden Verbesserung der Achtung des Lebensrechts der Ungeborenen führen könnten. Das Thema Abtreibung ist seit der Neufassung des § 218 immer wieder in der Öffentlichkeit und manchmal auch im Bundestag (z.B. Spätabtreibungen) debattiert worden und erfreulicherweise haben etliche Abgeordnete und sonstige Politiker die richtige Position vertreten und sich für das Leben und gegen den Tod eingesetzt. Doch dass es zu diesen Debatten kam, war nur möglich, weil sich Menschen im vorpolitischen Raum, in den Vereinen, in den öffentlichen Demonstrationen, an den Unterschriftensammlungen beteiligt oder weil sie an die Politiker Postkarten und Briefe verschickt haben.

Kommentare:

ich hat gesagt…

viel hat die gewollte unkenntns von lebensabschnitten gemacht wenn man euch entgegenkommt und von der erfolgten zeugung als lebensbeginn spricht. eure anbetungswürdigenden haben euch schon bei recht natürlichen naturgesetzen falsch beraten und so wird es jetzt wieder sein. statt wissen zu sammeln und zu ordnen uns nutzbar zu machen behelft ihr euch mit ver und geboten. feigheit vor wissenschaft ist sowas. glaubt was wir nicht "noch nicht" wissen doch lasst uns entscheiden wie es gut für uns ist. mithelfen zur richtigen entscheidung wäre gut. doch nicht unter dem vorzeichen wir glauben anders wenns wissen was anderes vorschlägt.
schwangerschaftsabbrüche nicht wissenschaftlicher art doch für macht und glauben wurden früher schon produziert. wer dem fleische verfallen war wem fehltritte störten wer ne weiße weste wollt bracht das blutopfer. jetzt wo das problem zu den partnern besonders frauen als knackpunkt einkehrt habt ihr nichts weiter zu tun als zu mobben. helft den menschen damit richtig und nicht so unwirrsch damit umzugehen. verbot ist nicht helfend. doch dazu muss man seinen grips anstrengen und zu gedanken und wort kommen lassen. ihr könnts in euren breiten ja mal mit verboten probieren. bis jetzt is von ner gesunden wirkung derwegen nichts zu spüren. je mehr man die sackgass beschreitet desto komplizierter und umständlicher wird das weiterkommen.
(wollt ihr überhapt weiterkommen und dazu noch voran?)
zweifel über zwefel
vielleicht hat eine weise vorsehung oder ein grosses wesen meinen weg bestimmt oder leitet mich? wenn das rauskommt habt ihr schlechte karten.
das leben ist schön doch muss mans verstehn sonst wird es lahm gehn.

ich hat gesagt…

"Der Sinn für das menschliche Leben geht immer mehr verloren, der Mensch wird zunehmend zum Objekt."
er war immer ein gegenstand der entwicklung und wird sich auf das BESSER berufen. und das selbst. auf höhere prinzipien, auf mehr wissen.
je besser er glauben durch wissen ersetzt gehts weiter vorwärts wird der wahre sinn sichtbar und erstrebenswert.
die strafbarkeit der abtreibung traf immer die ausgeschlossenen. der vernünftige umgang mit dieser möglichkeit ohne rumstreiten doch mit dem wissen des gutseins is das wir erreichen sollten.
euer tun is auf das jenseits gerichtet unser auf das leben. und wenn ihr nicht überrollt werden wollt gestaltet mit. mit dem heute für morgen.
das was der "heilige" mann gerade abgelassen hat war übelste bevormundung und drohung. wenn uns sowas helfen soll dann mahlzeit.
diesen herrn werde ich meine aufmerksamkeit kündigen doch das feld nicht kampflos überlassen.
und das noch den abc-schützen in die ohren pusten.
unverfrorenheit, nicht kindgerecht, menschenentzweiend.
so sind auch die christlichen menschen vertrieben worden die für zusammenleben waren.
nichtchristlich ist kein schimpfen gegen christen. doch für mehr und weiter wissendes. da kann es schon zu spannungen kommen. nicht gut wenn nur der klügere nachgeben sollte. gewinnt immer die falsche seite.

Old Geezer hat gesagt…

"Das Verfahren von LifeCodexx hat also keine weitere praktische Anwendung, als die Selektion von Menschen mit Down-Syndrom"

...selbes gilt allerdings auch schon für die bisher angewandte Fruchtwasseruntersuchung, die nur mit mehr Risiken für das Ungeborene behaftet ist und erst später durchgeführt werden kann.
Ersteres ist für ALLE Kinder negativ, und letzteres auch für die TRisomie21-Feten kein Vorteil, da bei so schweren Behinderungen auch eine spätere Abtreibung legal ist.

"Es gibt keinen vernünftigen Grund, wieso nicht weitere Selektionsmethoden eingeführt werden sollen. "

Da es bereits welche gibt (Fruchtwasseruntersuchung, Ultraschall) und auch schon immer gab (angucken und aussetzten) ist nicht einsichtig, warum man nicht den sichereren und humaneren Weg dieser Bultuntersuchung gehen sollte.

"Diese Diagnostik ist Ursache für die sog. Spätabtreibungen. "

Und für pränatale Behandlungen und Heilung von Erkrankheiten bzw. Austragung trotz Defekten!

"Um Organtransplantationen zu erleichtern, wird zunehmend versucht, eine laxe Definition des Todes einzuführen. "

...fröhliche Märchenstunde...

"Erneut bleibt es den Lebensrechtlern überlassen, sich für das Recht auf Leben einzusetzen, die Stimme der Ungeborenen und das Gewissen der Nation zu sein."

Komischerweise hört man von diesen 'Lebensrechtlern' immer nur etwas, wenn es um die Gängelung von Frauen und ungeborene Kinder geht.
Auf Ideen wie kostenfreie Pflegehilfe für die, die trotz den PRobleme scherbehinderte Kinder austragen, echte Arbeitsplätze für behinderte Menschen, Arbeitsplätze in kirchlichen Betreiben für Eltern von behinderten Kindern, die diese eben nicht 12h am Tag alleine lassen können, usw. hört man hingegen nichts.

Tja, liebe 'Lebenschützer', wie wäre es mal mit Taten statt nur salbungsvollen Worten, praktischer Hilfe statt unrealistischer Forderungen?