Montag, 6. August 2012

Online Netzwerke können zu Psychoschäden führen

Durch starke Nutzung sog. “sozialer Netzwerke” wie Facebook etc. werden menschliche Beziehungen beeinträchtigt, wie die Berliner Psychotherapeutin Franziska Kühne sagt: “Online-Netzwerke lassen Welten zusammenbrechen und schaffen viele Dramen”, sagte Kühne dem Nachrichtenmagazin “Focus”. -  Diese führe bis hin zu Selbstmordgefährdung: “Infolgedessen therapiere ich sogar Suizidgedanken und Suizidversuche.”

Web-Netzwerke machten zwischenmenschliche Kontakte unverbindlicher, kritisierte Frau Kühne.  Online-Konversationen seien lediglich “Formen der passiven Kommunikation, bei der all das verloren geht, was wir brauchen, um Nähe aufzubauen und dauerhaft zu stabilisieren.”

Die Menschen fühlten sich “zunehmend einsamer, was in Unzufriedenheit, Frustration oder dysfunktionalem Verhalten mündet”, so Kühne. Sie zögen sich “stärker zurück und entwickeln auch soziale Ängste”.

Die Therapeutin mit eigener Praxis nannte die sozialen Netzwerke ironisch eine “schöne neue Psychowelt”, denn “das Internet konsumiert die Menschen, sie werden darin verschlungen und versinken einfach”. 

In ihrer Arbeit bestätige sich diese Gefahr an vielen Patienten. Sie befürchte, “dass die Menschen im Jahre 2050 in dunklen Räumen, allein vor hellen Bildschirmen sitzen”.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO wird in Industrieländern bis zum Jahre 2030 “Depression” die meist festgestellte Krankheit sein. Kühne glaubt, daß diese Entwicklung “durch das Internet stark begünstigt wird”. 

In ihrem demnächst erscheinenden Buch “Keine E-Mail für Dich. Warum wir trotz Facebook & Co. vereinsamen” beschreibt die Psychotherapeutin ihren Praxisalltag anhand von Fallbeispielen vieler Web-Geschädigter. 

Quelle: dts-Nachrichtenagentur

1 Kommentar:

Old Geezer hat gesagt…

"Web-Netzwerke machten zwischenmenschliche Kontakte unverbindlicher"

Nein, Frau Kühne, sie machen sie erst MÖGLICH.
Oder wie stellen Sie sich vor, soll der Wochenendpendler mit seinen Kindern von Angesicht zu Angesicht sprechen, wenn nciht über SKye, wie Eltern mit in der Ferne studierenden Kindern ihre täglichen Erfahrungen austauschen, wenn nciht über EMail, wie Schulfreunde die ihre Arbeit in unterschiedliche Länder verschlagen hat, mit einander Kontakt halten, wenn nicht über Facebook?

Sie machen die Menschen nicht einsamer, die dämpfen eher das Gefühl von Einsamkeit, das aus unseren unsteren, hektischerem Leben resultiert - das aber nicht durch FB & Co. sondern schon lange vorher durch eine veränderte Arbeitswelt verursacht wurde.

Wie kommt die Frau Kühne zu diesem Schluß?
Kann sie Untersuchungen dazu anbringen?
Kann sie Alternativen anbieten?

Gegenposition:
Soziale Netzwerke sind das einzige, was noch Bindungen außerhalb des engsten Familienkreises langfristig aufrechterhalten kann in unserer Zeit, die Mobilität und Flexibilität zur Grundvoraussetzung zum Broterwerb macht (zumindest für sehr viele Bürger).
Das Internet ersetzt hierbei nicht den physichen, direkten Kontakt, das Gespräch Auge in Auge auf Armlänge, denn das ist sowieso verloren, sondenr ersetzte und übertrifft Brief und Telefon, die bis dato verwendete Kommunikation von Bekannten über Entfernung, und erweitert diese um Ton und Stimmung (gegenüber dem Brief) und Bild un Mimik (gegenüber dem Telefon).

Möchte Frau Kühne uns nun also mit ihrem Artikel auffordern, unsere Kommunikation mit uns mehr oder auch weniger nahestehenden Personen
auf die beschränkten Mittel vergangener Tage zu reduzieren (und was verspricht sie sich davon?), oder ist Ihre Forderung eine Rückkehr in die Lebens- und Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts?