Montag, 13. August 2012

Juristen fordern Verbot des Bluttests auf Trisomie 21

In einem Schreiben an die Freiburger Regierungspräsidentin Schäfer hat der Vorsitzende der Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V. (JVL) in Köln Bernward Büchner erneut ein Verbot des von der Konstanzer Firma „Livecodexx“ entwickelten Bluttests gefordert. „Ich teile die Auffassung des Bonner Rechtswissenschaftlers Professor Gärditz, dass ein solches Verbot nach Paragraf 26 des Medizinproduktegesetzes sehr wohl möglich ist“, so Büchner, ehemals Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht in Freiburg.

 Dieses Gesetz verbiete es, Medizinprodukte in den Verkehr zu bringen oder anzuwenden, wenn durch sie die Sicherheit und die Gesundheit der Patienten, Anwender oder Dritter unmittelbar oder mittelbar gefährdet werden könnten. „Eine solche Gefährdung“, heißt es in dem Schreiben Büchners, „geht von dem vorgeburtlichen Bluttest auf Trisomie 21 zweifellos aus. Denn er dient einzig und allein dem Zweck, eine Trisomie 21 festzustellen oder auszuschließen und im ersteren Fall den Embryo wegen seiner Behinderung zu töten.“

Bereits im Embryonalstadium seiner Entwicklung sei der Mensch Träger der Menschenwürde und des Rechts auf Leben und deshalb zweifellos auch Dritter im Sinne des Medizinproduk-tegesetzes. „Wegen einer Behinderung darf er nicht getötet und so in der schwerstmögli-chen Form diskriminiert werden“, so Büchner.

Ausdrücklich widerspricht der JVL-Vorsitzende der von dem Mainzer Rechtsprofessor Hufen vertretenen Ansicht, ein Verbot des Tests sei „unzumutbar und unverhältnismäßig“. Ohne ein solches Verbot könne nämlich die Gefährdung der Embryonen mit Trisomie 21 nicht verhindert werden. Anders als Professor Hufen ist Bernward Büchner überzeugt: „Der Lebensschutz des Embryos hat Vorrang vor dem Informationsinteresse der Eltern.“ Dementsprechend halte es auch das Bundesverfassungsgericht für geboten, den Eltern in der Frühphase der Schwangerschaft die Information über das Geschlecht des Kindes vorzuenthalten.

Presseerklärung der Juristenvereinigung für das Leben

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und umso weniger Kinder wird es geben. Wie kann man nur der Idee folgen Eltern informationen über ihr eigenes Kind vorenthalten zu wollen.

Franz Josef Mandel hat gesagt…

Bei diesem Vorhaben, den Bluttest
auf Trisomie 21, erinnert man sich
an die menschenverachtende Ideolo-
gie des Naziterrors, der Auslese von "lebenswerten" bezw. sogen."le-
bensunwerten" Menschen im ungebo-
renen Zustand. Soll diese unmensch-
liche Selektion der Nazizeit jetzt
wieder eingeführt werden ?! Da fragt man sich doch, was für einen
geistigen Wert denn unsere deutsche
Gesellschaft noch hat, wenn sie so
systemat. ungebornene Menschen schon um das Lebensrecht auswertet!
Der Direktor einer Ausbildungsstät-
te für Sozialarbeiter, der sich
einst mit den Naziideologen ausein-
ander gesetzt hstte: "Ein Volk ist
selbst soviel wert, wie es bereit
ist, sich für die Schwächsten unter
ihnen einzusetzen."

Gino hat gesagt…

„Ich kann Fehler akzeptieren, jeder macht sie. Aber es nicht zu versuchen, das kann ich nicht akzeptieren.“
Michael Jordan

Old Geezer hat gesagt…

...hätte dann nich auch dieselbe Forderung gegen die Fruchtwasseruntersuchung aufkommen müssen?
Muß der Bluttest nicht legal sein, wenn des die Fruchtwasseruntersuchung ist?

Fordern können die viel, nur ist das hier zitierte Medizinproduktegesetz mit einer offensichtlich ganz andern Intention formuliert worden, eine 'gefährdung' von Ungeborenen mit Trisomie 21 besteht auch ohne den Test (erhöhte Abort-Wahrscheinlichkeit, Fruchtwasseruntersuchung, noch später dann auch Ultraschall.. - soll all das auch verboten werden?), und der Rest der Argumente sind persönliche emotionale Befindlichkeiten, die man schlecht der ganzen Bevölkerung aufzwingen kann.