Montag, 6. August 2012

"Die ZEIT" warnt vor seelischen Folgen der Abtreibung

Das zweite Opfer einer Abtreibung ist immer die Frau

(Christliches Forum / Felizitas Küble) Unter dem Titel “Tabu Abtreibung” veröffentlichte die linksliberale Wochenzeitung ZEIT(-online) vom 3.8.2012 einen  – für ihre Verhältnisse – erstaunlich kritischen Artikel über Abtreibung und ihre seelischen Folgen für betroffene Frauen.
Schon eingangs wird festgestellt:  “Schwangerschaftsabbrüche sind zwar möglich, aber längst nicht unproblematisch. Denn viele Frauen lassen der Trauer keinen Raum. Sie fühlen sich schuldig und allein.“

Die Redaktion berichtet von einer Susanne M., die vor sechs Jahren ihr Kind abtreiben ließ und wenig später in einer Art Panikattacke einen Selbstmordversuch unternahm.  Auch danach litt die junge Frau unter ihrer Entscheidung: 

“Es ist ein kleiner Eingriff mit großen Folgen. Ich habe mich nach dem Abbruch sehr verändert. Ich hatte über Jahre Schlafstörungen, weinte aus heiterem Himmel, lebte wie ein Roboter.

Zudem heißt es in dem Artikel der ZEIT:

“Ein weiteres Problem ist, dass nach dem Abbruch die Frauen und Männer meist allein mit ihrer Entscheidung sind. Abtreibungen sind legal, und doch spricht fast niemand öffentlich darüber. Über Todesfälle in der Familie können Hinterbliebene reden. Für Eltern, die eine Fehl- oder Totgeburt erlebt haben, gibt es Hilfsgruppen. Gruppen für Abtreibungen gibt es so gut wie nicht. Und die, die existieren, werden kaum angenommen.”

Eine Betroffene schildert ihr Dilemma:

“Meine Kinder haben mich danach immer wieder gefragt: Mama warum weinst Du? Ich konnte es ihnen nicht sagen”, berichtet sie. Erst der Kontakt zu anderen betroffenen Frauen in einem Verein, der Menschen zusammenbringt, die abgetrieben haben, bot ihr den Austausch, den sie brauchte.

Die Redaktion verlinkt in diesem Abschnitt sogar direkt zur Selbsthilfegruppe RAHEL, einer Initiative abtreibungsgeschädigter Frauen, die seit Jahrzehnten vor Abtreibungen warnt.
Am Schluß kommt nochmal Susanne M. zu Wort: 

“Es ist etwas anderes als eine Fehlgeburt, ich habe die Entscheidung getroffen, ich habe Schuld am Tod meines Kindes”.

Die ZEIT fügt hinzu:

“Auch andere Frauen fühlen sich so nach der Abtreibung schuldig, viele schweigen deshalb. Susanne M. redet heute öffentlich über ihren Abbruch und engagiert sich dafür, dass auch in Schulen über das Thema gesprochen wird. “Abtreibungen gibt es überall, in jeder Schicht, in jeder Altersgruppe, in jeder Religion. Sie hinterlässt immer Spuren.”

Kommentare:

Gunnhild Fenia Tegenthoff hat gesagt…

das Problem ist nicht nur der Schwangerschaftsabbruch an sich: Im Vergleich zu älteren Fehl- und Totgeburten fehlt die Aufklärung und die selbstverständliche Umsetzbarkeit eines Begräbnisses. auch wenn bei der Zuführung zu Forschungsgut und Ethikmüll man sich immer wieder an Frauen festklammert, welche sich für den Abbruch ihrer SS sich entschieden haben, so werden auf Grund gesetzlicher Regelungen alles vor dem ca 5 SSM während der SS, Geburt oder kurz danach verstorbenen Kinder der Forschung (für Schönheit, Gesundheit und Biologische Waffe ec.) erfasst und den Produktions- und Forschungsstätten zugeführt. In Wien betrifft das alle unter 120 mm SSL, in der Schweiz alle vor der 22 +7 Geborenen Kinder, denn nur was Größer/älter wurde, wird der Totenbeschau durch Mediziner zugeführt. Bestatter sagen: ohne dem Ergebnis einer durchgeführten Totenbeschau können Sie nicht arbeiten. Alternative: Vor dem med. eingriff dem behandelnden Arzt sagen, das Frau ihr Gewebe haben und nach dem Eingriff mit nach Hause nehmen möchte. Zu Hause angekommen mit dem Friedhofsgärtner reden, denn er ist für das Öffnen und schließen eines Grabes zuständig. Verschraubbares Holzgefäß ist Pflicht, aber es muss kein Sarg sein, welcher bei einem Bestatter gekauft wurde. Oder: Kind im Beisein einer Hebamme zu Hause zur Welt bringen, denn dann ist anschließend die Zuführung zur Totenbeschau mit anschließendem Begräbnis noch immer nicht garantiert, aber eher gegeben. Bestatter schon am Telefon beim ersten Kontakt nach einem Fötensarg fragen, denn nicht jeder Bestatter hat solches im Angebot. Erfahrungen zeigen: Kleine Bestatter haben Fötensärge und sind in der Regel billiger.

Friedefürst hat gesagt…

Meine Frau und ich hatten vor ca. 20 Jahren meiner Schwester dringend von einer Abtreibung abgeraten. Wir selbst hatten unser erstes Kind, welches viel zu früh geboren wurde, nach einem Tag verloren und wußten um die Art des Schmerzes.
Leider konnten sich meine Eltern durchsetzen, die eine Abtreibung als Bedingung für weitere Hilfen von meiner Schwester forderten. Das war für mich nur schwer zu verstehen, da meine Mutter nächtelang weinte und ich später erfur, dass es wegen ihrer eigenen zwei Abtreibungen war.
Der psychische Absturz meiner Schwester kam bald. Inzwischen ist sie arbeitsunfähig berentet und muss ca. ein mal im Jahr in die Psychiatrie um medikamentös eingestellt zu werden.
Was muss noch geschehen, damit der Gesetzgeber hier wieder Schutzmaueren errichtet?

.. der Enkel ... hat gesagt…

Als junge Frau hat meine Großmutter mind. 5 Mal abgetrieben. So ganz genau wusste sie es selbst nicht mehr. Die Abtreibung als Familienplanungsmethode war in ihren Kreisen, die heute als konservativ gelten, als Normalität betrachtet worden. Mit steigendem Alter allerdings kamen bei ihr immer mehr Gewissensbisse auf. Aus einem vertraulichen Gespräch mit ihr habe ich verstanden, dass sie an einer Art stillem Leiden litt und sich nicht traute, mit jemanden offen darüber zu sprechen. Sie schämte sich wegen ihren Abtreibung zu schämen und über ihre Scham zu sprechen, weil sie ahnte, dass sie kaum einer verstehen würde. Am Ende des Gesprächs war sie über ihre Offenheit selbst überrascht. Damals war ich bereits Biologiestudent und war von ihrem Vertrauen, dass sie mir entgegenbrachte, genauso beeindruckt wie von ihren Äußerungen. An der Uni hatte ich die Abtreibungspraxis in einem anderen Licht kennen gelernt... Schade, dass ich meine Großmutter als Person erst richtig kennen und schätzen lernte, als sie bereits in hohem Alter war.

Old Geezer hat gesagt…

'linksliberal' war die Zeit nun wirklich noch nie!

Und das Frauen sich schuldig fühlen, wenn es ihnen von allen Seiten, ähm, Kanzeln eingeredet wird, ist auch naheliegend.

Ebenso ist offensichtlich klar, das eine bewußte Abtreibung nicht von jeder Frau gleich verarebitet wird, es also immer eine Entscheidungsfreiheit und Alternativen geben sollte;
....nur sucht man gerade bei Kirchen (hierzulande) vergeblich nach Alternativangeboten.

Und ebensowenig läßt sich aus diesem Artikel herleiten, daß eine Abtreibung für alle Frauen belastend oder nachteilig wäre, óder auch nur herleiten, daß sich ein Austragen des Kindes selbst für die unter der Abtreibung leidenden als besser erwiesen hätte.