Mittwoch, 8. August 2012

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder demoliert letzte christliche Fundamente in der CDU


Mathias von Gersdorff

Für die Wähler der CDU, die sich bei ihrer Wahlentscheidung noch stark am Christentum orientieren, gibt es zwei dominierende Themen: 1. Das Lebensrecht, also der Schutz ungeborener Kinder und 2. Die Haltung zu Ehe und Familie. Zum zweiten Punkt gehört auch die Positionierung hinsichtlich der Homo-Agenda, vor allem, wie stark homosexuelle Partnerschaften der normalen Ehe angeglichen werden sollen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat mittlerweile in beiden Themenfeldern ein Schaden für ihre Partei angerichtet, von dem sich die CDU nicht ohne weiteres erholen wird. Sehr wahrscheinlich hat Frau Schröder den endgültigen Niedergang ihrer Partei eingeläutet.

Manche sagen, der harte christliche Kern sei inzwischen zu klein und daher nicht mehr wahlentscheidend. Selbst wenn das wahr sein sollte, ist es unklug, diese Wähler völlig abzuschreiben. Sie verkörpern nämlich in vieler Hinsicht die „Seele der Partei“. Sollte sich diese Wählergruppe definitiv nicht mehr mit der Christdemokratie identifizieren, hätte die Parteileitung erhebliche Schwierigkeiten, ihre Partei in der öffentlichen Meinung mit irgendeinem Profil präsentieren zu können. Sämtliche Meinungen und Strömungen wären innerparteilich nunmehr akzeptiert, eine Disziplinierung würde kaum noch gelingen. Man kann sich schwer vorstellen, wie die Partei ohne eine seriöse Verankerung im Christentum überhaupt noch überleben könnte.

Seit langem – schon von Anfang an - ist bekannt, dass Kristina Schröder als Bundesfamilienministerin eine Fehlbesetzung ist, zumindest aus der Perspektive einer christlich orientierten Politik, wie sie die CDU eigentlich vertreten sollte.

Doch inzwischen ist auch klar geworden, dass Frau Schröder über keinen politischen Instinkt verfügt (oder man unterstellt ihr tatsächlich, das noch verbleibende christliche Profil ihrer Partei vernichten zu wollen). Viele ihrer öffentlichen Aussagen und Entscheidungen sind nicht nur haarsträubend und grotesk, sie wirken in seltsamer Weise unwirklich, künstlich und hilflos.

Selbst ihre Tabubrüche wirken peinlich und albern:

Im Frühjahr dieses Jahres hat sie die Abtreibungsaktivistin Alice Schwarzer vor dem Bankrott gerettet, wozu nicht einmal die rot-grüne NRW-Landesregierung bereit gewesen war. 600.000 Euro hat sie der Radikal-Feministin geschenkt. Was hat sich wohl Bundesministerin Schröder dabei gedacht? Meinte sie etwa, irgendeine Stimme für ihre Partei gewinnen zu können. Alice Schwarzer ist DIE Symbolfigur des Kampfes linker Kräfte für die Freigabe der Abtreibung in Deutschland.

Die Christdemokraten haben jahrzehntelang gegen die Einführung der Abtreibung gekämpft. Sie haben durch eine Klage beim Bundesverfassungsgericht verhindert, dass die sozial-liberale Koalition Mitte der 1970er Jahren die Fristenlösung einführen konnte. Viele C-Politiker sind Wahlrisiken eigegangen, um das Lebensrecht der Ungeborenen zu verteidigen. Immer noch ist der Schutz des Lebens ein wichtiges Ziel in den Grundsätzen der Partei und viele aktive C-Politiker hoffen auf eine Zeit, in der sie sich wieder offensiv für das Recht auf Leben aller Menschen einsetzen können.

Die Schenkung von Kristina Schröder an Alice Schwarzer ist eine Geste dummer Arroganz gegenüber ihrer eigenen Parteikollegen, den Grundsätzen der Christdemokratie und der Geschichte ihrer Partei.

Jetzt will Frau Schröder die homosexuellen Paare steuerlich mit der normalen Ehe gleichsetzen und argumentiert noch dazu, dort würden „konservative Werte“ gelebt.

Was beabsichtigt sie mit diesem lächerlichen Tabubruch? Diese Geste ist eine Anbiederung an die Homo-Lobby niedrigsten Niveaus, mit der sie nichts als Verachtung ernten wird, selbst von den Homo-Aktivisten.

Die klassische Familienpolitik der Christdemokraten war die Förderung der Familie und die Gewährleistung ihrer Unabhängigkeit gegenüber dem Staat. Mit dieser Politik hat Bundesministerin Ursula von der Leyen gebrochen. Anstatt auf steuerliche Entlastungen zu setzen, damit die Familien selber entscheiden konnten, wie sie ihr Leben, vor allem die Erziehung der Kinder organisieren könnten, entschied sie sich für staatlichen Interventionismus und entsprechende Maßnahmen wie der flächendeckende Ausbau von Krippenplätzen.

Frau Schröder will nun eine der letzten bürgerlichen Bastionen innerhalb der CDU schleifen: den Widerstand gegen die Angleichung homosexueller Partnerschaften mit der normalen Ehe. In nahezu allen Ländern der Welt ist die besondere Behandlung von Ehe und Familie Markenzeichen christlich orientierter Politik. In nahezu allen Ländern wird die christliche Haltung eines Politikers hinsichtlich der Familienpolitik daran gemessen, wie er zu der Homo-Ehe steht.

Es ist undenkbar, dass Frau Schröder diese Zusammenhänge nicht kennt. Offensichtlich will sie die eminent christlichen Themen in ihrer Partei definitiv einstampfen und die CDU zu einer profillosen Partei degradieren, die sich nur noch nach Meinungsumfragen und nach der politischen Korrektheit orientiert.

Frau Schröder unterschätzt sträflich die politische Gestaltungskraft des Christentums und will es durch Beliebigkeit ersetzen. Kurzfristig mag das vielleicht funktionieren, doch langfristig nicht. Mit dieser Politik zerstört sich die CDU nämlich selbst. 

Bild: Wikipedia

Kommentare:

Grandloser hat gesagt…

Ein schöner Text der den US-Amerikanischen Fanatikern und Verschwörungstheorien alle Ehre macht.

Denn betrachten wir mal den Sinn und Zweck einer Ehe: die klassischen Ehe war eine Gemeinschaft zur Schaffung einer witschaftlichen Basis zum Erwerb dieser und Weitergabe eben dieser an die Nachkommen. Sowie die Legitimierung der Kinder damit diese erben konnten.
Die christliche Ehe ist ein ein Bund abgeschlossen im Sinne einer Ideologie überwacht von einen selbst ernannten System. Vorher und später gab es die Ehe auch ohne christlichen Gott allen bekannten Völkern des Altertums, der Neuzeit etc.. gewürzt mit den eben aktuellen glauben.

Die Gleichstellung der "Homo-Ehe" eine in erster Linie wirtschaftliche Gleichstellung (durch das Ehegattensplitting), und erst zweitens eine moralische Anerkennung. Die der gewandelten humanistischen Einstellung der Menschen Rechnung trägt.
Des Weiteren zählt in der BRD im Rechtsverkehr nur die Amtliche Ehe, und keine Aufführung Rituale irgendeiner Art.
Und ihre christliches Ehe ist davon in keinster Weise bedroht, nicht wirtschaftlich, noch durch Missbrauch da sicherlich keine Homo-Ehen in der Kirche geschlossen werden oder? Es war doch so das die Kirche nur "ihre" Trauung anerkennt, existenzielle Bedeutung dieser ist vernachlässigbar da diese nur ein Wohlfühlbonus birgt.

Wenn ihnen dies nicht gefällt das böse aus Satan, Luzifer, Beezelbub und Diablo bestehende BVG hat auch ihnen das Recht zuerkannt in den Staat ihrer religösen Wunschträume auszuwandern, es zwingt sie keiner deutscher Staatsbürger zu sein.
Meine Empfehlungnen als Gottesstaaten: der Iran, Nordkorea, und die Vatikanstadt

Matthäsius hat gesagt…

Na »Grandloser«, in Anbetracht des Hintergrundes dieser Seite, sollten Sie sich vielleicht doch nochmal in den Geschichtsbüchern belesen...

roxsi hat gesagt…

Was hindert unsere "christlich demokratischen" Eliten bei einer derart perversen Grundeinstellung noch daran, künftig auch GmbHs, GmbH & Co KGs, Gesellschaften Bürgerlichen Rechts oder Aktiengesellschaften mit der Ehe und damit steuerlich gleichzustellen? Der weitere Niedergang der "CD"U ist vorprogrammiert, denn welcher wert- und vernunftsorientierte Mensch kann diesen Kurs noch unterstützen. Keine Frage: Neue Parteien braucht das Land!

Anonym hat gesagt…

Grundloser: Der Schutz der Ehe im GG hatte den Sinn, die Zukunft des Staates zu sichern durch Kinder und deren Erziehung. Nicht um zwei Liebende zu unterstützen.Die Väter des GG haben niemals daran gedacht, daß das Wort Ehe jemals so pervertiert werden könnte. Für sie war die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau. Was jetzt passiert ist eine Verhöhnung des GG.

Thomas Gentsch hat gesagt…

Vorsicht!
Die gesamte Kritik von Mathias v. Gersdorff in diesem Artikel hat inhaltlich ihre volle Berechtigung.

Dennoch plädiere ich was Frau Schröder betrifft zur Vorsicht: sie wird auch von den linksliberal orientierten Medien in ähnlich persönlich niedermachender Art und Weise angegriffen. Daran sollten sich Christen in Anbetracht von Menschenwürde und Nächstenliebe (auch Feindesliebe) nicht beteiligen.

Dagegen honoriere ich, das Frau Schröder sich weigert, eine gesetzliche harte Frauenquote für Unternehmen einzuführen, was auch in der CDU nicht mehr selbstverständlich ist. Dafür gebührt ihr Respekt!

Gerade aus feministischer Richtung kommt oft, dass sie eine "Fehlbesetzung" sei - gerade das ehrt sie und lässt vermuten, dass sie es gerade nicht ist! Deshalb sollten sich konservative Vertreter nicht mit den gleichen Worten an dieser Debatte beteiligen!

H+O hat gesagt…

es ist immer wieder beschämend mit welchen abstrusen Themen unsere Politiker versuchen, die Sommerlöcher zu füllen. Besonders schlimm bei dem wirren Vorschlag von Frau Schröder ist dann auch noch, dass sich weitere CDU-Abgeordnete dafür hergeben, für denselben Vorschlag Werbung zu machen.
Es gibt keine Homo-Ehe und es wird auch nie eine geben; es gibt eben nur Lebensgemeinschaften und die dort adoptierten Kinder können einem eigentlich nur noch leid tun.
Und eine christliche Partei, die in der Tat homosexuelle oder lesbische Lebensgemeinschaften mit der Ehe gleichstellt, hat für mich leider ihre Werte verspielt.
Franzalfred

Jung hat gesagt…

Vor längerer Zeit hat mich ein Forscher (er ist KEIN Christ!) darüber aufgeklärt, wie die Politiker bei öffentlichen und nicht öffentlichen Veranstalltungen, ja bei jeder Gelegenheit von Lobbyisten belagert werden. Und wenn sie einen Politiker schon nicht gesprochen bekommen, dann drücken sie ihm eine (frisierte?) "Studie" oder zumindest eine Visitenkarte in die Hand. Er selbst meinte abschließend: "Ganz erhlich, ich wollte nie Politiker sein. Der Druck, der auf ihnen lastet, ist ennorm". Ich weiß inzwischen, wie stark die Homo-Lobby ist, welche die Interessen von max. 2,5 bis 3 % der Bevölkerung vertritt. Schaut euch doch die Atmosphäre in der Öffentlichkeit zu diesem Thema an. Ich finde es inzwischen echt hart, zu Christus und SEINEM Wort zu stehen.

Grandloser hat gesagt…

@Anonym im GG steht nur das die Ehe besonderen Schutz geniest, nicht wie sich die Ehe gestaltet, es wäre im Rahmen des GG ergo auch eine polygame Ehe möglich wenn es die Mehrheit der Gesellschaft tragen würde.. Dies hat auch das BVG in der Vergangenheit mit seinen Urteilen bewiesen, mit einer atheistischen, humanistischen und aufgeklärten Sichtweise, die nicht der Mehrheit die Ängste und Paranoia einer Minderheit aufzwingt.

@Matthäsius und was steht da? Vielleicht sollten sie mal in die vorchristlichen Epochen blicken, da gab es auch Eheformen und Familien die funktioniert haben sonst gäbe es uns nicht, oder? Oder sagt ihr Geschichtsbuch das die Welt 147 Jahre alt ist und alle wir alle von einem Inzuchtpaar aus dem Garten Eden abstammen, oder hatte Adam eine zweite Frau? Das würde einige interessante moralische fragen aufwerfen, und kommen sie mir nicht mit der göttlichen Vergewaltigung ala Maria, weil diese hebt den nicht vorhanden moralischen Anspruch der christlichen Lehre nicht wirklich.

Frz.Jos. Mandel hat gesagt…

zu "Grandloser v. 8.8.12"
Selbst wenn Sie ein Professor oder
ähnliches wären - entsprechend Ihrer Wortwahl. Das hört sich alles
sehr hochgeschraubt und äußerst
polemisch an, vor allem gegenüber der Kathol. Kirche an. Sie hauen
drauf,wie es sich z.Zt. ja etliche Draufhauer erlauben und sich dann
noch so klug vorkommen. Aber, Sie glauben doch Ihren "starken"Worten
wohl selbst nicht ! Sonst muß man
annehmen, Sie ignorieren die Ge-
schichte der universalen Kath. Kir-
che, wie es in der Vergangenheit,
auch der jüngsten, die ich als Ju-
gendlicher persönl. erfahren habe,
immer wieder ihre, auch schärfsten Gegner erleben mußten. Gewiß im Verlaufe Ihrer Geschichte hat sie
viel Zerstörung, ja Blutvergießen
einstecken u. verkraften müssen;
aber sie ging aus allem geläutert,
erneuert u. gestärkt hervor. Sie
hat alle ihre auch erbittersten Ge-
gner, mit noch so großem Haß, über-
standen. Das eigentliche Problem ist doch das, daß ihre Gegner ein-
fach nicht bereit sind, aus der Ge-
schichte zu lernen. Franzjosef

Anonym hat gesagt…

Ach ja, ein wahres Ding der Liebe, dieses Religiöse.
Mit Verstand hätte man es nicht zeugen können.

Der Chorleiter hat gesagt…

Was haben die Gläubigen und ihre Institution, genannt "Kirche", zur Verbesserung des Gleichgeschlechtlichen und des Hanges zur Gleichgeschlechtlichkeit beigetragen?
Nichts!
Haben sie gezeigt, wie man damit umgehen soll?
Außer Verbot des Ganzen?
Auch nichts!
Ist von ihnen ein verwertbarer Vorschlag zu erwarten?
Nein!
Warum sollen sich Leute, die mit diesem Problem beschäftigt sind, die sich um diese Menschen kümmern mit Ansichten der Religionen dazu belasten?
Ihr lernt es nie, ihr änder euch nicht, eure Hilfe wird mehr zur Last als zur Freude.
Wer Entwicklung bestreitet, behindert, verkennt oder nicht mit einbezieht, soll sich nicht wundern, von ihr überrollt zu werden.

ich hat gesagt…

solange es eheverträge gibt also der vorsorgeplan fürs scheitern kannste das normale eheblabla von allen seiten vergessen.
in guten wie in schlechten zeiten, außer bei: hier kommt das kleingedruckte als ehevertrag.
so wird ehe zu einer versicherungsfarce.
wo fundamente nicht tragen wird auch der überbau mal stürzen schäden anrichten. ursache fundament. bestes beispiel ist babel. geblieben ist babbeln.
weiter so. andere haens schon hinter sich und habens nicht mal gemerkt.

Old Geezer hat gesagt…

zum einen könnte ja einfach bei Frau Schöder die Überzeugung dahinterstehen, daß einige fundamentalistische Zöpfe Christlicher Rndgruppen nunmehr 2000 Jahre veraltet sind und zugunsten eines modernen, funktionalen Staatswesens abgeschnitten gehören.

Zum anderen ist es vielleicht wirklich ein Versuch, die Wählbarkeit der CDU auszudehnen.
Den Verlußt christlicher Stimmen muß Sie kaum befürchten, denn ihre Änderungen sind für weite Teile der Mailnstream-Christenheit völlig akzeptabel und die Fundis?
Welche Alternative haben sie?
Nicht-Wählen oder zur Partei bibeltreuer Christen o.ä. wechseln?
Dann würden deren Stimmen der CDU immerhin noch anteilig zufallen, während die Stimmen z.B. konservativer, homosexueller Wechselwähler von den Grünen ein doppelter Gewinn wären (eine weniger für die Konkurrenz, eine mehr für die eigenen Fraktion).
So schlecht scheint der Plan angesichts nennenswerter Konkurrenz im christlichen Lager nicht zu sein.

Old Geezer hat gesagt…

@Grandioser: Sie haben völlig REcht, was Funktion und Geschichte der Ehe angeht, selbst unsere Großeltern wurden noch primär nach wirtschaftlichen Gründen verheiratet; unsere Urgroßeltrn mußten hinreichen Einkommen und Mitgift nachweisen, bevor der Ehe stattgegeben wurde, noch eine Generation früher mußten Dinstboten, Knechte und Mägde ihre Arbeitgeber um Erlaubnis bitten,heiraten zu dürfen...

@Annonym:
Das GG spricht nur von 'Ehe', nicht von 'Ehe, bestehend aus einem Mann und einer Frau, im reproduktionsfähigen Alten, gesund und willens Kinder in die Welt zu setzen'.

@Jung:
Zählen Sie mal nicht die Teilnehmer an CSD-Paraden, sondern die Statistiken, knapp 10% der Bevölkerung ist eigntlich homosexuelle, dazu kommen mochmal gut doppeltsowviele Bisexuellen, die auch von diesen Gesetzen profitieren, zumindest insoweit, daß sie ihnen eine bessere Wahlfreiheit ermöglichen; under dem Rest der Bevölkerung nutzen die Gesetze zudem allen, die homosexuell lebende Angehörige haben.
Und wem Schade es?
Doch maximal dem diffusen Bauchgefühl einer Randgruppe fundamentalistischer, primär erzkatholischer Christen - eine sehr kleine Gruppe, und auch der nur subjektiv.
(Ist ja nicht so, als müßten diese auf einmal mehr Steuern bezahlen oder so...)