Montag, 4. Juni 2012

Abschlussdeklaration des "Weltkongresses der Familien" in Madrid, Spanien, vom 27. Mai 2012


Vom  25. bis zum 27. Mai 2012 fand in Madrid der sechste Weltkongress der Familien (World Congress of Families) statt, mit etwa 2500 Teilnehmern und zahlreichen Delegierten von Organisationen aus aller Welt. Auf der Abschlusskundgebung am 27. Mai wurde eine Deklaration mit folgenden Punkten verabschiedet (eigene Übersetzung):

1. „Nicht das Individuum, sondern die natürliche Familie ist die grundlegende Einheit der Gesellschaft.“

2. „Die durch die Ehe gegründete Lebensgemeinschaft eines Mannes und einer Frau wurde mit dem Ziel geschaffen, Liebe und Freude zu teilen, Kinder zu zeugen, für deren sittliche Erziehung zu sorgen, einen Haushalt  aufzubauen ...“

3. „Sie ist ein fester, in der menschlichen Natur verwurzelter Bestandteil der Schöpfungsordnung.“

4. „Es ist die ideale und richtige familiäre Struktur. Wir kennen zwar viele De-facto-Situationen, doch sind alle übrigen Familientypen mit Mängeln behaftet.“

5. „Das authentische geschlechtliche Band ist die eheliche Verbindung von Mann und Frau, denn nur diese steht der natürlichen und verantwortungsvollen Schaffung eines neuen Lebens offen.“

6. „Für uns ist das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum Tod heilig. (...) Abtreibung, Euthanasie und alle anderen Formen der Manipulierung menschlicher Wesen im embryonalen oder fetalen Zustand sind deshalb Angriffe gegen das menschliche Leben.“

7. „Die wirkliche demographische Gefahr des neuen Jahrhunderts geht von der Krise der Geburtenziffern und von der Überalterung der Bevölkerung aus.“

8. „Diese Institution ist die wichtigste Quelle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstandes und der Pfeiler, auf den sich die Überwindung der heutigen Weltwirtschaftskrise zu stützen muss.“

9. „Frauen und Männer sind zwar gleich an Würde und angeborenen Rechten, unter vielen anderen Aspekten sind sie jedoch verschieden. Wenn es auch Ereignisse im Leben des Menschen gibt, die seine Berufung vereiteln können, besteht diese doch für jeden Jungen darin, Ehemann und Vater, und für jedes Mädchen, Ehefrau und Mutter zu werden.“

10. „Die gegenseitige Ergänzung der Geschlechter ist eine Quelle der Kraft. Männer und Frauen sind zwar biologisch und psychologisch gesehen äußerst verschieden, doch wenn sie sich durch die Ehe verbinden, wird diese Vereinigung zu etwas Größerem als die Summe der Teile.“

11. „Die Eltern haben das Recht, die Kinder ohne Eingreifen des Staates zu ihrem Besten zu erziehen.“

12. „Jeder Mensch hat das Recht auf religiöse Freiheit und die Gemeinschaft hat die Freiheit des Einzelnen zu respektieren, sich zu seinem eigenen Glauben zu bekennen, ihn an seine Kinder weiterzugeben und diese in ihm zu erziehen.“

13. „Der ideale ‚Familienlohn’ besteht in der „gleichen Vergütung für gleiche familiäre Verantwortung“. Die Abgeltung der Arbeit, die Steuergesetzgebung und die Sozialversicherung sollten zur Stärkung der natürlichen Familienbande beitragen.“

14. „Wir weisen auf die notwendige Rolle hin, die dem privaten Eigentum des Bodens, der Wohnung und des produktiven Kapitals als Grundlage der Unabhängigkeit der Familie zukommt.“

15. „Dauerhafte Lösungen für die menschlichen Probleme, einschließlich der Wirtschaftskrise, gehen von den Familien aus.“

Kommentare:

Grandloser hat gesagt…

Authentisch ist nur die Familie,
die Familie überwindet die Krise,
ist durch die Schöpfung gegeben,
etc....
Mann oh mann Weltfremder geht es nicht, oder wie soll ich ohne Job mit meiner Hausfrau die auch nicht arbeitet und grad zum sechsten mal Schwanger ist die Weltwirtschaft aufrichten? Da hilft mir auch das gesparte Schulgeld nicht viel wenn Grundbildung kostenlos ist, aber das hat mir mein Vater nicht beigebracht.....

Die Punkte der Konferenz fast alle etwas phantasievoll, und an die Kritiker fragen Sie mal einen jungen Spanier wir eine Familie gründen soll.

Anonym hat gesagt…

nestesej2Meinen Glückwunsch! Sie stellen keine Fragen. Sie haben Antworten.

E. Winkler hat gesagt…

Klare Worte über klare Sachverhalte. Großartig in einer Zeit, in der alles verdreht wird!

Dr. phil Senker hat gesagt…

Die Welt ist groß, der Menschen gibt es viele. Wir haben verschiedene Arten der Beziehungen und der Lebensgestaltung. Auch die Bibel ist voll von Beispielen zwanghafter Familienbindungen.
Und da kommen sie daher und wollen uns ihre Suppe als die auserlesene Speise reichen?
Dort sind nicht einmal komplette regionale Zutaten drin. Bezug auf andere Richtungen des Geschmacks und wirksame Zutaten fehlen.
Wo ist die Geschichte der Familien unter welchen Verhältnissen erforscht? Es gab schon vor den heutigen Religionen Familien. Und diese haben sich damals schon weiter entwickelt und den Rahmen ihrer ethischen und weltanschaulichen Bindungen gesprengt.
In den so gepriesenen Punkten, denen Historie und Allumfassend fehlt, ist auch die Sicht auf die Zukunft nicht ersichtlich. Wer den Eltern Rechte ohne Kontrolle des Staates wünscht, sollte doch wenigstens das nötige Rüstzeug für diese einfordern.
Wie Vieles an dieser Stelle: Stückwerk, bei dem eine solche Betrachtung das eigene Wollen als das Entscheidende unterjubeln will.
Als wenn nichts als dieses in dieser Form von Wichtigkeit wäre.
Eine Familie ohne andere ist ein Nichts, viele Familien ohne gegenseitig geachtete Regeln führen zum Chaos UND zu den heute gering scheinenden Geburtenziffern.
Insgesamt zu einseitig und zu westlastig.
Befragt mal Kinder zu diesen Problemen. Ihr würdet euch wundern. Sie lernen nach dem Wollen. Wir Erwachsenen? Nehmen uns die gemachten Fehler als Wegweiser und kommen dadurch von diesen nicht genügend ab.
Ist Punkt 15 ernst gemeint? Hoffentlich greift dieser Glaube nicht um sich.

Anonym hat gesagt…

Da fragt ein Dr. phil Senker, wo denn das erforscht worden sei. Na, in den Familien, in denen Liebe gelebt und glückliche Menschne auf ein Leben in Verantwortung vor Gott vorbereitet werden.

Anonym hat gesagt…

Guter Witz.
Vorgelebt wird viel, doch frag, warum?
Und Verantwortung vor Gott?
Wäre gut, wenn man in der Familie Verantwortung übernehmen täte.
Und Verantwortung gegen seine Gegner.
Warum gibt es Familien mit mehr Problemen als Liebe? Weil man Probleme verteilen kann. Bleibt die Liebe einem selbst.
Da steht noch mehr drin, was zu einer Familie gehören sollte.
Wenn Trallala langt, wundert man sich halt nicht über Misstöne.
Wenn es mit dem Individuum nicht klappt, wird wohl auch das kleinste Gemeinsame nicht klappen.

G. Kind hat gesagt…

schließe mich E. Winkler an.

Tyler_86 hat gesagt…

11. „Die Eltern haben das Recht, die Kinder ohne Eingreifen des Staates zu ihrem Besten zu erziehen.“

wessen besten jetz? zu dem der eltern, oder zu dem der kinder ... und mit welchen mitteln? mit allen erdenklichen? prügel, gewalt, vergewaltigung, hauptsache es kommt ne gute ehefrau dabei raus? ich liebe diese schnellen und einfachen versimpelungen desl ebens. so bekommts endlich auch die dumme herde mal hin, nicht wahr ?!

Anonym hat gesagt…

Ich finde, die 15 Punkte bringen das Problem auf DEN Punkt. Gleich der erste Punkt ist eine Absage an den individuellen Hedonismus auf Kosten jeglicher familiärer Verantwortung.Im Geschlechterverhältnis ist Komplementierung und nicht Neutralisierung gefragt.(Allerdings darf die Frau, denke ich, nicht wegen ihrer ökonomischen Abhängigkeit zum Spielball des Mannes werden.)Dies wird jedoch nicht eintreten, wenn man den Verkehr auf seinen ursprünglichen Zweck (Kinderzeugung) zurückführt, und auch sonst nicht nach dem Motto "Edite, bibite, post mortem nulla voluptas" (Jesaja) lebt.Es ist auch richtig, sich gegen die Verstaatlichung der Erziehung zu wenden.

Old Geezer hat gesagt…

„Nicht das Individuum, sondern die natürliche Familie ist die grundlegende Einheit der Gesellschaft.“

Wie kann etwas so offensichtlich nicht atomares eine Grundlage sein?
Familien setzen sich schließlich aus Individuen zusammen!
So viele Menschen leben ohne Familie, die Mechanismen des Zerfalls von Familien sind so elementar (Z.B. Tod), daß ein Leugnen der temporären und optionalen Natur der Familie albern erscheint.
Mehr noch, WÄRE dieses tatsächlich der göttliche Plan, sollte man dann nicht von dem Verantwortlichen erwarten können, daß er dieses ermöglicht, indem er den Tod von Ehepartnern synchronisiert, oder den Reproduktionserfolg von dem Ehestand abhängig macht?
Das dieses nihct der Fall ist, legt den schluß da, daß sich eine hypothetische alleinverantwortliche Gottheit offenbar nicht darum schert, wer mit wem verheiratet ist und warum.

"Die durch die Ehe gegründete Lebensgemeinschaft eines Mannes und einer Frau wurde mit dem Ziel geschaffen, Liebe und Freude zu teilen, Kinder zu zeugen"

MErkwürdig, daß dann vor der Eheschließung weder der Wille noch die Fähigkeit zur Reproduktion überprüft wird.
Wie erklären sich die Verfasser, daß (in Deutschland, aber in allen Ländern der 1. Welt ist es ähnlich) 1/3 der Ehen kinderlos bleiben, und das die Mehrheit der Geburten außerhalb von Ehen stattfinden?

"Sie ist ein fester, in der menschlichen Natur verwurzelter Bestandteil der Schöpfungsordnung"

Falsch, viele menschliche Gesellschaften und keine andere Primatenspezies kennen die monogame, auf die gesamte Lebenszeit angelegte Ehe.
Und eine 'Schöpfungsordnung' ist ein Mythos, auf den zurückzufallen die Realitätsferne dieser gesamten Erklärung begründet.
Kein Wunder, daß sich nur ein verschwindent geringer Teil der Menschheit von diesem und ähnlichen Kongressen vertreten fühlt.

"[...]doch sind alle übrigen Familientypen mit Mängeln behaftet.“

...mit Mängeln wie dem, daß sie im Unterschied zur Ehe seit Jahrmillionen bei Hominiden etabliert sind und diese daran prosperieren?

"Das authentische geschlechtliche Band ist die eheliche Verbindung von Mann und Frau [...]"

Huch, was ist denn bitte unauthentisch am nicht ehelichen geschlehctlichen Band?
Sex funktioniert, Kinder kommen auch, scheinbar unabhängig davon, ob verheiratet nach christlichem, islamischen oder Heidnischen Ritus, selbst ohne scheint es gleichermaßen zu klappen, auch die Trennungszahlen sind bei Ehen nicht bessern, wenn der wirtschaftliche Druck fehlt...
...also was ist hier bitte das 'authentische' daran?

Old Geezer hat gesagt…


„Euthanasie [...] sind deshalb Angriffe gegen das menschliche Leben.“
„Die wirkliche demographische Gefahr des neuen Jahrhunderts geht von der Krise der Geburtenziffern und von der Überalterung der Bevölkerung aus.“

Mit diesen beiden Grundsätzen zusammen stellen sich die Autoren natürlich vor ein neues Probem, das sie klugerweise toschweigen: wohin mit all den Menschen?
Ein ständiger Zustrom von Jungen bei Erhaltung der Alten führt natürlich zu einer ständig wachsenden Bevölkerung, die gefüttert werden will und Lebensraum benötigt; woher bekommt man also die Zweit- und Dritterden?

"der Pfeiler, auf den sich die Überwindung der heutigen Weltwirtschaftskrise zu stützen muss."

Und wie soll sie das schaffen?
Das bleibt wohl der Phantasie - ach ne, eher dem Glauben - des geneigten Lesers überlassen.

"[...] besteht diese [Berufung] doch für jeden Jungen darin, Ehemann und Vater, und für jedes Mädchen, Ehefrau und Mutter zu werden.“

Ist es nicht toll, wenn einem alles so klar vorgeschreiben wird, egal ob man das will oder nicht?
'Lebensborn', wiedermal?

„Die Eltern haben das Recht, die Kinder ohne Eingreifen des Staates zu ihrem Besten zu erziehen.“

Ich schätze mal, daß schließt bei diesen Autoren in guten biblischer Tradition Verprügeln, Verstümmeln und Opfern mit ein?

"„Jeder Mensch hat das Recht auf religiöse Freiheit und die Gemeinschaft hat die Freiheit des Einzelnen zu respektieren, sich zu seinem eigenen Glauben zu bekennen, ihn an seine Kinder weiterzugeben und diese in ihm zu erziehen.“

Auch schon gesagt, es wird den Beifall jener finden, die Ihre Kinder erst verstümmeln, dann verprügeln, ihren Bildung und Ausbildung diktiren und ihnen den Ehepartner vorschreiben, und sie gelegentlich auch mal wegen Ungehorsam töten - natürlich alles im Namen der Religion.
...einer Religion im übrigen, die die Kinder dann oft später nicht im geringsten teilen und die die Familienbande zerreisst.