Mittwoch, 25. Januar 2012

Elterninitiativen erringen Sieg gegen Schulsexualaufklärung


Elterliche Verantwortung für die sexuelle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen wird wieder mehr betont. In der Tschechischen Republik und in Frankreich wurden entsprechende Initiativen auf den Weg gebracht.

In Prag hat eine Elterninitiative die Abschaffung der Schulsexualerziehung in Tschechien erreicht. Das berichtet das Deutschlandradio am 25. Januar 2012.


"Wir haben eine Petition an das Schulministerium überreicht", erklärt die Eltern-Vorsitzende Anna Brychtova. "Mehr als 40.000 Eltern haben unterschrieben. Die Schule soll nicht in das Intimleben unserer Kinder eingreifen. Nur die Eltern haben das Recht mit ihren Kindern über Sex zu reden."

Der Wunsch der Eltern wurde von Schulminister Dobes respektiert. Er hat allen Schuldirektoren geschrieben. "Wir müssen die Wünsche der Eltern respektieren. Wir werden deshalb unsere Lehrpläne verändern. Die sexuelle Aufklärung wird künftig kein Pflichtfach mehr sein, sondern ein freiwilliges Angebot im Rahmen des Ethikunterrichtes."

Auch in Frankreich rückt die Notwendigkeit der elterlichen Erziehung wieder in den Vordergrund. In etwa 80 Schulen in der Nähe von Paris wurde die "Schultasche für Eltern" ins Leben gerufen, um sowohl bei Eltern als auch bei Lehrern für mehr Verständnis und gegenseitige Information über die Fortschritte des Kindes beim Lernen zu werben. Das meldet die EU-Plattform "Europäische Allianz für Familien"

Diese Entwicklung entspricht der internationalen Rechtslage, die die elterliche Verantwortung für Erziehung und Wohlergehen des Kindes festlegen: Artikel 26 Absatz 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Artikel 13 Absatz 3 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, Artikel 18, Absatz 4 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, Artikel 3 Absatz 2, Artikel 5, Artikel 7 Absatz 1, Artikel 14 Absatz 2, Artikel 18 Absatz 1, Artikel 27 Absatz 2 und Artikel 29 Absatz 1 des Internationalen Übereinkommens über die Rechte des Kindes sowie Artikel 16 und 17 der geänderten Europäischen Sozialcharta des Europarates.

In Artikel 18 Absatz 1 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes heißt es beispielsweise: „Die Vertragsstaaten bemühen sich nach besten Kräften, die Anerkennung des Grundsatzes sicherzustellen, dass beide Elternteile gemeinsam für die Erziehung und Entwicklung des Kindes verantwortlich sind. Für die Erziehung und Entwicklung des Kindes sind in erster Linie die Eltern oder gegebenenfalls der Vormund verantwortlich. Dabei ist das Wohl des Kindes ihr Grundanliegen.”

Kommentare:

ich hat gesagt…

"Nur die Eltern haben das Recht mit ihren Kindern über Sex zu reden."
ich habe es erlebt und kann es auch heut beobachten, wie das aussieht.
und das wollen ausgewachsene menschen den kleinen würmchen zumuten?
helft mit, was für alle tragbares zu machen.
sieg für wen?
für die kinder und unsere nachkommen nicht.
aber für nur das eigene ICH schon.

Nic hat gesagt…

Ich finde es einen großen Fortschritt, dass endlich wieder die Eltern mehr Verantwortung für ihre Kinder bekommen. Es macht mir Mut, auch in Deutschland für die Abschaffung der Pflichtsexualkundeerziehung dranzubleiben, denn wir Eltern wissen am allerbesten, wann unsere Kinder dazu bereit und reif sind. Und jeder, der sich dazu nicht in der Lage oder gar überfordert fühlt, darf gerne bei Gott nachfragen, der jedem gerne Weisheit schenkt, wenn man ihn darum bittet. Weiter so für eine glückliche Zukunft unserer Kinder!

Hans hat gesagt…

Ein Biologie-Lehrer an einem Gymnasium in Mittelhessen,
hat mal mit mir und einigen anderen Kollegen mal über die Aufklärung der Eltern durch ihre Kinder gesprochen.
Er berichtete von seiner Tocher, die als Abiturientin bereits in einem Theather einer Großstadt bei verschiedenen Aufführungen mitwirken darf. Sie spielte ein einem Theatherstück die Julia, ein junger Mann den Romeo. Während der Proben unterhielten sich die Artisten über die Liebe und die Sexualerziehung. Dabei kam heraus, dass keiner von Ihnen von ihren Eltern aufgeklärt wurde. Alle Schauspieler kamen aus NICHT-Christlichen Familien. Ähnliches weiß ich von einer befreundeten Ärztin, die aus einem NICHT-Christlichen Familienhintergrund kommt. Ich war erstaunt, war ich doch gewohnt, diesen Vorwurf nur gegenüber Christen zu hören.

Ich bedauere es sehr, dass die Sexualkunde an den Schulen oft weit über das Ziel der Sexualaufklärung gegangen ist. Dadurch wurde eine an sich sinnvolle Idee in Verruf gebracht. Ich habe selbst Schulbücher für Sechs- und Neunklässler gesehen, in denen die Grenze zwischen Aufklärung und Pornographie nicht mehr klar auseinander zu halten war. Einige Eltern haben sich bei einigen Bio-Lehrern und der Schulleitung darüber beschwert und ich kann es Ihnen nicht verübeln. Aber die Sexualkunde ganz abschaffen? Ob das wirklich nur gut ist? Andererseits: Unsere Bildungspolitik könnte wohl bald das ernten, was sie gesät hat.

Der Chorleiter hat gesagt…

Sehr schöner und treffender Beitrag von Hans.
Fühle ich mich nicht so einsam.
Es gibt aber noch andere Gärtner, die die Saat und das Wachsen im Guten wie im Schlechten beeinflussen.

Kerkermeister hat gesagt…

So ist es richtig! Die Kinder nicht in der Schule aufklären... sondern ihnen lieber das Märchen von Jesus und Co. beibringen... dann werden sie mit 16 ungewollt zu Eltern, aber dafür haben die Kirchenaktivisten ihren Willen bekommen. Wenn Aufklärung nicht in die Schule gehört, wohin dann??? - Ins katholisch-verklemmte Elternhaus???

Geris hat gesagt…

Wenn das katholische Elternhaus wirklich katholisch wäre, gäbe es keine 16-jährigen Eltern, weil Sex vor der Ehe nicht getrieben würde. Das katholische Elternhaus, so es richtig wäre, vermittelte den Kindern eine sehr frohe und freie Entfaltung, fernab von Jugend-Gruppenzwängen, nur einem liebenden Gott und den fürsorglichen Geboten der Kirche verpflichtet.

Alexander hat gesagt…

Wie in der Natur. Nur was den Bedingungen der Umwelt gerecht wird, die Pflege bekommt, die gebraucht wird, die richtige Abstammung hat und seinen Platz würdig verteidigt, kann eine gute Pflanze werden - ob Nutzpflanze oder Unklaut, ob Tierlein oder Raubtier.
Wer von der Erkenntnis fern gehalten wird, erlebt den Zusammenbruch, wenn sie über einen hereinbricht.
Bei uns hat es auch nicht geholfen durch Mauern von anderem fern gehalten zu werden.

Anonym hat gesagt…

Das Rote Kreuz gibt doch Decken für von Unbilden Betroffene aus. Sollen sie man auf die Elterninitiative private Aufklärung ausweiten. Ohne Decke findet dort sonst nischt statt.
Ein Sieg bringt meist nur einer Seite Gewinn. Die ander hat AGM. Hier ist es die Vernunft. Doch hat die Geschichte gezeigt, dass ihre Entwicklung trotzdem weiter geht.
Der Vergleich mit der Mauer war gut.
Ein Brandschott wirkt auch nur bei bestem Einbau die angegebene Zeit, wenn die umgebenen Bauteile auch die Mindesthaltbarzeit des Schotts aufweisen.
Gilt hier auch. Was nicht vorgelebt wird und als Wissen vorhanden ist, wird kaum den richtigen Nutzen für die Lernen, die Zuerziehenden bringen.
Besser ist, sich für alle stark zu machen. statt im stillen Kämmerlein zu versauern.
Eltern wissen oft etwas, doch wenn sie es durchsetzen ist es zu früh oder gar nicht. Wer Hilfe braucht, sollte wissen, wie und wozu er sie bekommt. Und das sollte konkret sein.
Erste Hilfe steht auch nicht in der Bibel, wenn sie auch für deren Weiterleben mitbestimmend ist.