Dienstag, 18. Oktober 2011

Europäischer Gerichtshof bestätigt jedem menschlichen Embryo Menschenwürde und untersagt Patentierung von Stammzellen

Menschliche embryonale Stammzellen können nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht für die Forschung patentiert werden. Embryonen müssten für die Gewinnung der Stammzellen zerstört werden, was gegen den Schutz der Menschenwürde verstoße.

Damit bestätigen die Luxemburger Richter in erfreulicher Weise auch das in jüngster Zeit von Politikern und Forschern vermehrt angegriffene, vorbildliche deutsche Embryonenschutzgesetz (Rechtssache: C-34/10).

Die Richter legten den Begriff „menschlicher Embryo“ bewusst weit aus. So sei „jede menschliche Eizelle vom Stadium ihrer Befruchtung an als menschlicher Embryo anzusehen, da die Befruchtung geeignet ist, den Prozess der Entwicklung eines Menschen in Gang zu setzen“.

Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßte das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Ablehnung der Patentierung von embryonaler Stammzellenforschung. „Dieses Urteil freut mich außerordentlich. Es ist ein Erfolg für die Menschenwürde und ein deutliches Signal gegen den Machbarkeitswahn des Menschen. Es zeigt, dass die Würde des Menschen vom Beginn der Befruchtung an gilt“, sagte Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, der Mitglied der Unterkommission „Bioethik“ der Deutschen Bischofskonferenz sowie Mitglied im Deutschen Ethikrat ist. Der EuGH mache außerdem deutlich, „dass der umfassende Schutz der Menschenwürde nicht durch die Art der Formulierung von Patentanträgen unterlaufen werden darf, indem die Beschreibung keinen Hinweis auf die erforderliche vorausgehende Zerstörung menschlicher Embryonen enthält. Die Tatsache, dass Embryonen für die im Patentantrag enthaltenen Schritte zerstört werden müssen, reicht aus, um die Patentierbarkeit abzulehnen.“ „Auch wenn die Entscheidung des EuGH als positiv anzusehen ist, muss eine abschließende Bewertung der ausführlichen Begründung des Urteils noch erfolgen“, so Weihbischof Losinger.

Kommentare:

KeinKatholik hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Maria Fellner hat gesagt…

Auch mich freut dieses Urteil der Luxemburger Richter, weil sie damit für die Menschenrechte eingetreten sind.
Entsprechend dem Naturgesetz muss uns allen klar sein, dass der Schutz der Würde eines Menschen vom Beginn an gewährleistet sein muss und auch von einer geldgierigen Industriemafia nicht angetastet werden darf - auch wenn sich diese das Mäntelchen einer "hilfsbereiten Gesundheitsforschungseinrichtung" umzuhüllen versucht!

Anonym hat gesagt…

Schließlich hat der Mensch soviel Rechte als ein Tier. Nach diesem Urteil wird es für die Abtreiber aber schwer.

Old Geezer hat gesagt…

die hunderttausende allein in Deutschland unter degenerativen Erkrankungen Leidenden werden sicher zu schätzen wissen, daß ihre Aussichten auf Linderung und Heilung weiter mutwillig und ohne zwingenden Grund reduziert werden..

Old Geezer hat gesagt…

@Maria Fellner:

Was immer dieses obskure "Naturgesetz" (stammt das noch aus dem Reichsministerium für Volksgesundheit?) sein soll - wie kann der Würde der vielen kranken Menschen durch Glorifizierung von Abfallprodukten aus der Reproduktionsmedizin gedient sein?
Die Kranken verfallen weiter elendig und die Restzellen werden weiterhin ohne eigenes Bewußtsein entsorgt.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

wo sehen Sie da irgendeinen Zusammenhang zwischen Abtreibung und Patentierungmöglichkeiten für Verfahren um Stammzellen?