Dienstag, 5. Juli 2011

Bundesvorstand der Senioren-Union fordert in Manifest "Kultur des Lebens" breite gesellschaftliche Werte-Debatte

Zweitstärkste CDU-Bundesvereinigung erinnert die Partei an ihre christlichen und ethischen Fundamente

Die Senioren-Union (SU), mit 57.000 Mitgliedern zweitstärkste Bundesvereinigung der CDU, hat zu einer breit angelegten gesellschaftlichen Werte-Debatte aufgerufen. In einem heute in Berlin beschlossenen Manifest "Kultur des Lebens" sorgt sich der Bundesvorstand der Senioren-Union: "Deutschland ist ein christlich geprägtes Land, aber wie lange noch?"

Das Manifest appelliert an alle gesellschaftlichen Gruppen, sich auf die abendländische Tradition zu besinnen: Um dieses geistig-moralische Fundament zu schärfen, sei "eine breit angelegte gesellschaftliche Debatte – nicht nur innerhalb der CDU – darüber notwendig, was die Eckpfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und politischen Handelns sind."

Zu diesen Eckpfeilern gehörten an erster Stelle die im Grundgesetz verankerten Prinzipien des Lebensschutzes und der Menschenwürde, unterstreicht die Senioren-Union.

Einleitend heißt es in dem Manifest "Kultur des Lebens":

In einer Zeit die unter anderem geprägt sei von immer mehr Individualität und Werteverfall "brauchen wir in unserer Gesellschaft wieder mehr Orientierung, mehr inhaltliche Führung und ein konkretes christlich geprägtes Leitbild, das Richtschnur unseres Handelns und Verhaltens sein soll."

Mit Blick auf den gesellschaftlichen Führungsanspruch der CDU fordert der Bundesvorstand der Senioren-Union: "Wir Christdemokraten müssen für das christliche Menschenbild einstehen, immer und zu jeder Zeit." Die Union dürfe ihre ethischen Fundamente "nicht schleifen".

In dem Manifest spricht sich die CDU-Bundesvereinigung scharf gegen die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID), die Stammzellenforschung, die Tötung nicht geborener Kinder durch Abtreibung sowie gegen die aktive Sterbehilfe aus. Diese seien "unvereinbar" mit dem christlichen Menschenbild. Die CDU müsse sich aktiv für eine "Kultur des Lebens" einsetzen und konsequent "am 'C' orientiert" politisch handeln, mahnt das Manifest.

So lehne die Senioren-Union die "Tötung noch nicht geborener, wehrloser Kinder grundsätzlich ab." Der Staat sei verpflichtet, sich schützend vor das ungeborene Leben zu stellen. Der Bundesvorstand der Senioren-Union bedauert: "Die CDU dagegen ist in dieser Frage leider nicht mehr konsequent."

Die Senioren-Union erinnert ausdrücklich an das Grundsatzprogramm der Union, in dem es heißt: "Mit den hohen Abtreibungszahlen, die sich auch aus Spätabtreibungen ergeben, finden wir uns nicht ab."

Nach den CDU-Verlusten bei den jüngsten Landtagswahlen und vor dem Hintergrund anhaltend schlechter Umfragewerte bundesweit nicht nur für die Union, will der Bundesvorstand der Senioren-Union mit seinem Manifest "Kultur des Lebens" einen nachhaltigen Anstoß zu einer breiten Werte-Diskussion in Partei und Gesellschaft geben.

Die Senioren-Union weicht dieser die Gesellschaft herausfordernden Debatte nicht aus und stellt in Bezug auf die Mutterpartei fest: "Die Frage 'Was macht den christdemokratischen Kern der CDU heute wirklich noch aus?' wird zu Beginn des 21. Jahrhunderts zwar immer öfter gestellt – aber immer seltener beantwortet." Grundsätze und Wertegerüst der Union würden im politischen Alltag "immer mehr verschwimmen."

Kritisch merkt das Manifest an: "Spitzenakteure der CDU sprechen gerne davon, dass die Kernideen und Werte unserer Partei immer wieder in die neue Zeit 'übersetzt' werden müssen. Dem stimmen wir mit einer Ausnahme zu: das christliche Menschenbild ist zeitlos und davon ausgenommen. "

"Enttäuscht" äußert sich der Bundesvorstand der Senioren-Union darüber, dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion abweichend vom Grundsatzprogramm der Partei und den Beschlüssen des Karlsruher CDU-Bundesparteitages nicht für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) votiert hat.

"Die Feststellung, dass in bioethischen Fragen Gott und die Ebenbildlichkeit des Menschen der letzte Maßstab bleiben müssen, hat nichts an Aktualität und Relevanz eingebüßt. Bei der CDU aber scheint dies leider nicht mehr uneingeschränkt der Fall zu sein", rügt der Bundesvorstand der Senioren-Union.

Das Manifest "Kultur des Lebens" zitiert den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer: "Christen müssen vor allem eines, nämlich führen!" Diesen Anspruch dürfe die CDU nicht aufgeben, unabhängig auch von aktuellen Stimmungen oder rückläufiger Mitgliederzahlen in der katholischen und evangelischen Kirche.

Das "Manifest 'Kultur des Lebens'" der Senioren-Union findet sich auf der Homepage www.senioren-union.de.

Kommentare:

Anne hat gesagt…

Führen sollte nur, wer vorn geht, Der andere lässt führen.
Wer eine Wertedebatte will, soll auch andere zu Wort kommen lassen. Die akzeptierte Rede vorzugeben ist nicht voranbringend. Damit wird nur der eigene Führungsanspruch gestärkt. Das gibt die Frage:
Wer sollte führen?
Die bisherigen Zeichen der Kirche sind als Wurzel vorhanden und erkennbar, doch für die heutige Entwicklung nicht der Alleinvertretungsanspruch.
Kultur des Lebens - ja, bitte.

Wattwunder hat gesagt…

@Anne: Wer sollte führen?
Die bisherigen Zeichen der Kirche sind als Wurzel vorhanden und erkennbar, doch für die heutige Entwicklung nicht der Alleinvertretungsanspruch.

Ich sage: Führen MUSS GOTT, sonst geht der Kahn den Bach runter, wie man weltweit sehen kann. Beliebigkeit ist bodenloser Unsinn! Das ist allseits zu erkennen! Früher bekamen die Kinder nen Klaps, heute werden Lehrer, Eltern, Mitschüler, ja sogar Polizisten misshandelt von Kindern und Jugendlichen, die nie lernten, wo Grenzen sind und was man nicht tun darf. Anstand, Mitgefühl, Ehrlichkeit und Vertrauen sind ab- und ausgestorben, geopfert auf dem Altar des Egoismusses. Die derzeitigen "Führer" in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind auch nur auf den persönlichen Erfolg und Gewinn fixiert und es ist ihnen völlig egal, ob dadurch andere ins Abseits oder gar in den Ruin gedrängt werden. Die Religionen dieser Welt haben keine wirklichen Angebote und vermitteln nur Hass und Gewalt gegen jeden, der ihrer Ideologie nicht folgt. Wie anders ist da der Gott der Bibel, der sich Liebe seinen Geschöpfen zuwendet und ihnen in Jesus ein unnachahmliches, einmaliges Angebot macht. Wer sich diesem Jesus anvertraut, hat die Chance auf eine neue Lebensform, die von Hingabe, Fürsorge, Verzicht zum Wohle des Nächsten und von Zielorientierung geprägt ist, ein Leben, das sich wirklich lohnt, unter der Führung des allmächtigen Gottes!

Old Geezer hat gesagt…

...immer wieder verblüffend, wie sich die SENIORENgruppen in Dinge einmischen, die sie nichts angehen und mit denen sie nichts zu tun haben, wie z.B. _Reproduktionsmedizin_, Kindererziehung, Schule und Ausbildung.

Old Geezer hat gesagt…

@Wattwunder:

"Führen MUSS GOTT"

...nur welcher?

Damit haben Sie hierzulande schon eine Grundsatzdiskussion am Hals, in denen Sie zu keinen Konsenz kommen werden.

Anne hat gesagt…

Übergeben Sie Ihren Führungsanteil an Gott. Meinetwegen.
Ich tue das, was ich erkannt habe.
Mit den Aussagen von Ihnen zum Thema Achtung und Erziehung habe ich mich entwickeln dürfen, doch n Watschn gabs net. Die so etwas reichlich bekamen sind zwar nach außen heilig, doch ihr wahres Gesicht scheint aus dem Dunkel des von Ihnen beschriebenen.
Was ich nicht tue, tut auch Gott nicht für mich und mein Kind und meine Familie und für die Welt.
Habens amal ei Beispiel?
Die einen besitzen ein Taschentuch und könnens benutzen, der Vielzahl fehlt mindestens eins davon; und schlimmen Fingern beides.
Fragen Sie mal, was mit denen pssiert, die die Jagd nach dem eigenen Euro nicht artgerecht mitmachen, die mit dem Erreichten auskommen. Die das Mehr spenden oder anderweitig helfen. Anerkennung?: Mobbing olè (Auch von gestiegenen geistlich denkenden) Und die große Spende für die Kirche, von der Steuer abgesetzt, gegen Unterschrift auf eine günstige Landurkunde.
Führen und Verführen.
Gottes Wort ward bis heute nur aus menschlichem Mund zu vernehmen, des Menschen Fühlen ähnlich.
Kultur des Lebens - ja, bitte.
Für uns und mit uns; wenn es geht mit Zusatz Alle
Führt Ihre Verbundenheit zu Gott und Jesus zum gleichen Resultet - Sie sind herzlich willkommen. Wir sind eine bunte, verschworene Gemeinschaft; und der blaue Himmel über uns.

Old Geezer hat gesagt…

@Wattwunder:

"Wer sich diesem Jesus anvertraut, hat die Chance auf eine neue Lebensform, die von Hingabe, Fürsorge, Verzicht zum Wohle des Nächsten und von Zielorientierung geprägt ist"

Ähm...
...vielleicht möchten Sie das nochmal mit der Bibel abgleichen:

"For I am come to set a man at variance against his father, and the daughter against her mother, and the daughter in law against her mother in law. And a man's foes shall be they of his own household." – Matthew 10.35,36.

" If any man come to me, and hate not his father, and mother, and wife, and children, and brethren, and sisters, yea, and his own life also, he cannot be my " – Luke 14.26.

"And the brother shall deliver up the brother to death, and the father the child: and the children shall rise up against their parents, and cause them to be put to death." – Matthew 10.21.

...also wenn Ihnen DAS als erstrebenswert erscheint, dann finden Sie unsere aktelle Gesellschaft vielleicht einfach zu ruhig und langweilig?

Gino hat gesagt…

Kommt es euch bekannt vor?
"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."
Aristoteles
Und wir leben noch.

Anonym hat gesagt…

Er hat ja die Sorge um sein Land!Aber sein Land ist untergegangen - und so wirds unserem auch passieren.

Anonym hat gesagt…

Dann machen wir im Nichts Urlaub?

West hat gesagt…

Auf keinen Fall sollten Texte aus der Bronze- und Eisenzeit (daher kommen nämlich unsere einzigen Texte von Gott, zumindest dem, auf dem sich die SU beruft) das letzte Wort in bioethischen Debatten haben. Menschenrechte sollten das letzte Wort haben, uneingeschränkt und unveräußert.

Anonym hat gesagt…

Die Wertedebatte wird dann wohl wie immer sein: Jeder darf seine Meinung sagen solange es die meinige ist.
Und dann immer auf andre draufhauen, wenn sie sich 'ne eigne Meinung leisten, die nict vorrangig aus dem schlauen Buch stammt.
Und Kommunisen nicht am Streit teilnehmen lassen.
Und keine Rechten. Und keine Linken.
Und dann am Ende kommt heraus: Wir sind ein ehrenwertes Haus.
Tja. Der Glaube machts halt nicht immer. Und der Herr V. hätte seine Dezimierung.
Ach. Is dat skön.
Schöne Ferien.