Dienstag, 17. Mai 2011

Der BVL-Vorsitzende Lohmann fordert Fairness und Respekt im Umgang mit Bischof Ludwig Gerhard Müller und seinem konsequenten Nein zur Scheinberatung

Presseerklärung des Bundesverbands Lebensrecht/Berlin

„Es ist schon erstaunlich und erschreckend zugleich, welcher Aufschrei nun inszeniert wird, weil der Regensburger Bischof kein Buch vorstellen möchte, dessen Verfasser Hans Maier aktiv als Beiratsmitglied die Scheinberatung von Donum Vitae unterstützt. Offensichtlich sind bei dieser Empörung und der völlig absurden Behauptung, in der Kirche werde die Meinungsfreiheit unterdrückt, einige Fakten und Koordinaten in Vergessenheit geraten, die aber sehr wichtig für ein faires und klares Urteilsvermögen sind.

Fakt ist, dass nach einer lebhaften Diskussion inner- und außerhalb der Kirche über die Frage, ob sich Katholiken an der Ausstellung eines Beratungsscheines beteiligen dürfen, der als Lizenz zur Abtreibung Ungeborener "berechtigt", der damalige Papst schließlich klar und deutlich entschieden hat.

Fakt ist: Aus katholischer Überzeugung darf es keinerlei direkte oder indirekte Beteiligung an diesem System der Tötung unerwünschter Kinder geben. Der daraufhin von politischen Laien 1999 gegründete Verein Donum Vitae, den seit der Gründung Professor Hans Maier aktiv unterstützt, widersetzt sich dieser kirchlich eindeutigen Weisung und hat sich für die generelle Mitwirkung beim Abtreibungsgeschehen entschieden.

Fakt ist auch, dass die Abtreibungszahlen alarmierend hoch geblieben sind, auch seit der Gründung und trotz der Arbeit dieses Vereins. Im Verhältnis zu den Geburten in Deutschland sind sie sogar leider weiter gestiegen. Dies wird aber weder von Donum Vitae noch von Pro Familia thematisiert oder gar öffentlich beklagt. Es gibt auch in der „Woche für das Leben“ so gut wie keine Initiative von Donum Vitae gegen Abtreibung.

Fakt ist leider auch, dass der im Widerspruch zur katholischen Kirche gewählte Weg der Scheinberatung offenbar zu keinem besseren Lebensschutz geführt hat, also die Existenzbegründung von Donum Vitae allein durch statistische Fakten leider widerlegt wird. Mehr als 110.000 Abtreibungen bei nur rund 660.000 Geburten allein in 2010 sprechen eine deutliche Sprache des Scheiterns des
"Beratungskonzeptes" , das viele Politiker wie Hans Maier vertreten.

Fakt ist ebenfalls, dass jede Mitwirkung an einer Tötung eines noch nicht geborenen Menschen – auch durch die Aushändigung einer schlichten Beratungsscheines – zur Mitschuld führt. Nicht zuletzt deshalb gibt es keine Mitgliedsorganisation des BVL, die solche Scheine ausstellt. Stattdessen gehen wir konsequent den Weg der Aufklärung und Hilfe und setzen ein klares, uneingeschränktes und bedingungsloses Ja zum Leben. Wir sind sehr dankbar dafür, dass es Kirchenvertreter aus allen Konfessionen gibt, die sich wie der Regensburger Bischof Müller eindeutig und unmissverständlich zum Lebensschutz und zu einer Kultur des Lebens bekennen. Es ist gut, dass sie dabei auch keine falschen wohlklingenden Kompromisse eingehen und sich so dem Mainstream mutig widersetzen.

Es wäre nur fair und ehrlich, in dem Regensburger Streit der konsequenten Botschaft der Kirche für das Leben und gegen eine Unkultur des Todes eine echte Chance zu geben. Es offenbart mangelnde Redlichkeit, einerseits dem Verteidiger der römischen Lehre Vorwürfe und anderseits der Kirche insgesamt absurde Unterstellungen zu machen. Jeder kann seine Meinung in unserem Land frei sagen, aber an kirchlich verantwortetem Ort sollten keine Irrlichter angezündet oder mentale Nebelkerzen geworfen werden. Ein klares Bekenntnis zum Leben darf niemals verdunkelt werden. Dies geschieht ohnehin schon an leider viel zu vielen Orten. Das zu erkennen und zuzugeben, entspräche sowohl der Vernunft wie auch dem Gebot der Ehrlichkeit.“

Bundesverband Lebensrecht e. V.
Fehrbelliner Straße 99 · 10119 Berlin

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Hauptsache, lebenswerte Menschen - in staatlich sanktionierter und international genehmigter Kleidung - dürfen lebensunwerte Menschen - in dieser, notfalls auch mit normalem Räuberzivil verkleidet, von weiteren Lebendigheiten final ausschließen.
Denkendes Leben von denkendem Leben zu beseitigen ist erwünscht. Man warte also auf die gesteigerte Geburtenrate. Macht vielleicht mehr Spass und ist interessanter.
Sein Leben zu gestalten ist jedem selbst gegeben. Dazu gehört auch die Weiterführung der menschlichen Gemeinschaft. Und da gibt es mehr Möglichkeiten als nur die fast legitime Art ungewollte Nachkommen zwecks vertrackter Erbfolge und störende Ergebnisse eines probaten Abendteuers erotischer Natur mit, sagen wir mal Kleiderbügeln u.ä. zu beseitigen. Da kann man dann auf eine Beratung verzichten, und so den Schein wahren.
Oh, ihr Lebenswisser.
Wie soll das aussehen: Einer Person mit Fairness gegenübertreten, die ihre Fairness zum Allgemeingut erhebt, damit Kritik ausgeschlossen wird?
Da sind, GsD, in euren Reihen schon andere Töne zu vernehmen. Und denen helfe ich lieber.
S(ch)ein oder Nichts(ch)ein ist hier die Frage.

Old Geezer hat gesagt…

...und daß in dieser Gesellschft, zu dieser Zeit, die Abtreibung einfach auch manchmal DER SINNVOLLSTE Weg sein kann, ist für Euch 'Lebenschützer' scheint's einfach unvorstellbar, nicht wahr?

Oder daß Eure Beratungsstellen mit Eurer sturen Haltung nichtmal mehr die Chance erhaltne, Frauen zu überzeugen, die eine Abtreibung zumindest in Erwägung ziehen, stört auch auch nicht?
Hauptsache der Schein vor Rom bliebt gewahrt?

ich hat gesagt…

Nein zu herrn Müller, punkt
Wenn er denkt, dass sein schutzmantel bischof ihm den respekt schafft, wieder nein.
Glauben darf er es trotzdem, denn glauben ist seine lieblingsspeis.
Das ist meine konsequenz.
Ich kriege seine und seinesgleichen meinung auch respektlos um die ohren gehauen. Wie will er oder sein paladin da etwas anderes verlangen dürfen?

Der Chorleiter hat gesagt…

Es ist für mich ein Bruch in der Logik: Als Soldat töten zu dürfen, denn der zu Beschießende ist einer Meinung, die nicht lebenswert scheint.
Als Arzt nach derzeitigen Erkenntnissen zu Behinderungen und schlimmer neigende menschliche Samen nicht von der vollständigen Entwicklung ausschließen zu dürfen.
Euch fehlt ein Gebot:
Du sollst lernen und begreifen, damit du vernünftig denken kannst ehe du handelst.
Und das 12. Gebot: Halte mit der Entwicklung Schritt und behindere sie nicht zu deinen Gunsten.

Wer dagegen verstößt, handelt nicht fair und hat kaum Respekt verdient.
Wer nehmen will, der sollte auch zum Geben bereit sein; besonders in der Tat.

Anonym hat gesagt…

Ich lade die "Denker" ein, sich mal eine Abtreibung anzusehen- das Ausweiden der "mein Bauch gehört mir-Frau", die letzten Bewegungen des abgetriebenen Menschen- und dann diese Frau einige Zeit zu begleiten, damit man die seelischen Veränderungen mitträgt!Selbst Frauen die im IIWkrieg von marodierenden Soldaten vergewaltigt wurden und abgetrieben haben, tragen bis heute schwer an der Last der Abtreibung, mehr noch als am Vergewaltigungsakt...
Ceterum censeo, sollte jeder Mann der mit einer Frau ein Kind gezeugt hat, dabei sein, wenn die Abtreibung erfolgen sollte!Laßt bitte Frauen reden, diskutiert nicht über ihre Köpfe hinweg!

Anne hat gesagt…

Ich habe es an meiner Schwester mitleiden dürfen, doch nach Feststellung des Arztes war das die letzte Möglichkeit für sie am Leben zu bleiben. Sie verzichtet auch auf sämtliche Hilfsmittes, um eine Wiederholung auszuschließen.
In der Jugendgruppe nebst Pfarrer hat man die Aufregung und Lösung nicht verstanden. Da bin ich dann auch mit weg.
Meine Familie, besonders die Einfühlung unserer Mutter, ersetzt uns alles. Auch den wahren Glauben. Der Himmel über uns ist besser als die Mauern um uns. Oder ein Turm, wie ein drohender Zeigefinger.
Die Geschicht vor Jesus, der Lebensweg Christus, die Zeit des Paulus - alles besser als eine aufgesetzte Rede oder Regeln, die am Glauben vorbeigehen.
Und dann noch die dem Leben entkleideten Männer mit starken Worten gegen die Frauen und dazu selbst keine haben.
Was wissen denn die, wie es einem Menschen weiblicher Art geht? Da reichts doch nur bis weibisch.
Ja. Es gibt viel zu tun; vielleicht ist losgelöst besser?
Für das Leben? - Daladihü.

Protector Fidei hat gesagt…

Fakt ist auch, dass die katholische Kirche sich ihrer Möglichkeit zur Mitgestaltung selbst beraubt hat, als sie sich von der römischen Zentralinstanz hat entmündigen lassen. Und so interessiert wohl auch diese Presseerklärung nicht wirklich die Presse, sondern nur die Enttäuschten. Und der Text findet sich ausser auf der Seite des Bistums nur auf ein paar Sektiererseiten. Fast ist man geneigt, dieses Paradestück, wie sich eine gesellschaftliche Kraft selbst ins Abseits gestellt hat, zu bedauern.

Der Chorleiter hat gesagt…

Ein schönes Buch von
Christian Nürnberger
"Das Christentum",
ISBN 978 3 87134 570 8
Man sollte doch dabei ein Nachdenken über das Gegenteil, das besonders Betonte und das Geschlußfolgerte legen, denn der Umgang mit Sünde und Realität ist sonst recht einseitig.
An GOTT glauben ist nicht gleich GOTT glauben. Und des Menschen Worte sind wohl mehr sein Wollen denn sein Wissen.
Wer sich hier als Halbgott aufspielt. sollte doch einmal näher beleuchtet werden. Da, wo viel Licht strahlt, ist auch viel Schatten.