Mittwoch, 4. Mai 2011

Britney Spears: Die Sängerin, die neue Tiefpunkte an sexueller Verwahrlosung in der Pop-Musik einleitete

Britney Spears, die US-Amerikanische Pop-Sängerin, die von der Kritik am Anfang oft belächelt wurde, ist die Wegbereiterin einer neuen, fast pornographisch zu nennenden Form der Pop-Kultur. Das Video zu ihrer letzten Single „Till the World Ends“ zeigt knapp bekleidete Menschen – wohl die letzten Überlebenden einer zerstörten Welt - in orgiastischen Tanzszenen, die auf das Weltende warten. In der nihilistischen Umrahmung bewegt sich Britney Spears, die die Chefin dieser verkommenen Figuren ist, in engem Lederkostüm und singt mit ihrer fragilen Mädchenstimme laszive Texte. Das Video zeigt eine Welt, in der Hoffnung und liebe nicht mehr existieren und in der der Mensch verzweifelt ein letztes Bißchen Genuß sucht. Eine Welt mit Menschen, für die es keinen Sinn mehr im Leben gibt, die nicht mehr wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen. Im Grunde genommen eine wahrheitsgetreue Darstellung von verzweifelten Menschen, die sich komplett von Christentum losgesagt haben.

Am Anfang präsentierte sich Britney Spears in ihren Musikvideos noch in einem ganz anderen Stil. Ihre Karriere begann sie wie viele andere Berühmtheiten bei Disney als Moderatorin im „Mickey Mouse Club“. Dort blieb sie aber nicht lang und versuchte es auch nicht mit einer Schauspielerkarriere, sondern strebte schnell in die Musikindustrie.

Die am 2. Dezember 1981 geborene Sängerin wurde 1998 – noch 16-jährig - schlagartig weltberühmt mit ihrem Pop-Lied und 1999 mit dem gleichnamigen Album „Baby one more time“. Anschließend kam ein Erfolg nach dem anderen.

Sehr günstig für die Pop-Industrie, die sich damals in einer Krise befand.

Für das sehr junge Publikum versucht die Pop-Industrie Angebote zu kreieren, die sich sehr eng an der Lebenswirklichkeit der Zuhörer orientieren und ihre Sorgen, Sehnsüchte, Ängste und verborgene Wünsche zu replizieren versuchen. Aus diesem Grund bleibt für andere Hörergruppen diese Musik oft schwer zugänglich.

In den 1990er-Jahren war eines der kommerziell erfolgreichsten Formate der der sog. Boygroups oder Teeniebands. Dies waren Gruppen von mehreren sehr jungen männlichen Jugendlichen, die im Rahmen aufwendiger Choreographien schnulzige Lieder sangen, die das Herz der jungen Mädchen bewegen sollten. Bekannt aus dieser Zeit sind die Szenen, in denen kreischende Girls Stofftiere auf die Bühne warfen. Mehrere Sänger gewährleisteten, daß es für jeden weiblichen Geschmack einen Typen gab. Einige der bekanntesten dieser Boy-Bands waren die „New Kids on the Block“, die „Backstreet Boys“ „*NSYNC“, „Boyzone“, „Take That“, „Caught in the act“ und andere.

Das Format Boygroup war kommerziell außerordentlich erfolgreich und sorgte für riesige Umsätze, sowohl im Musikgeschäft, wie auch in der Vermarktung aller möglichen Markenartikel, die den Namen, die Gesichter oder sonstige Attribute der Boybands besaßen. Dank dieser Boybands stieg auch die Auflage der sog. Jugendzeitschriften wie Bravo enorm an und immer wieder kamen neue Titel auf den Zeitschriftenmarkt.

Doch ewig konnten die Boybands nicht im schnellebigen Popmusikgeschäft bestehen und Ende der 1990er-Jahre verloren sie zunehmend an Bedeutung und dementsprechend sanken die Einnahmen. Etliche Produzenten gingen Pleite.

Als Ersatz zu den Boybands entdeckte die Musikindustrie damals ein neues Geschäftsmodell, das der sehr jungen und noch mädchenhaft wirkenden Solosängerin. Britney Spears war das erste kommerziell erfolgreiche Produkt dieser neuen Phase der Pop-Industrie.

Genauso wie bei den Boygroups, muß die Solosängerin in der Lage sein, Identifikationsfigur für das sehr junge Publikum zu sein. Zu Zuhörer müssen im Pop-Star eine Projektionsfläche für ihre Wünsche, Sehnsüchte, Illusionen, Zukunftsvorstellungen usw. finden. Der Pop-Star muß die verborgenen Wunschvorstellungen ins Leben bringen.

Die Produzenten von Britney Spears haben ihr am Anfang das Image einer noch mädchenhaften jungen Frau verpaßt, die aber schon Züge feministisch motivierter Emanzipation und Interesse für Sexualität zeigte. Das mädchenhafte wurde mit der Behauptung unterstrichen, sie sei Jungfrau, was im Show-Geschäft ziemlich einzigartig ist. Spears selbst bekannte, bis zur Ehe jungfräulich bleiben zu wollen. Dies wurde selbst nicht zurückgenommen, als sie im Jahr 2001 Musikvideos wie beispielsweise „Slave 4You“ zu drehen begann, in denen sie sich äußerst lasziv zeigte und dessen Texte kaum noch als zweideutig zu bezeichnen sind.

Die Jungfrau, die sich wie eine Prostituierte der ganzen Welt zeigte, wirkte wohl für die Produzenten irgendwann doch zu lächerlich und Spears begann nun, die Öffentlichkeit mit ihren sexuellen Skandalen zu schockieren.

Das Laszive war aber nicht völlig neu. Von Anfang an kombinierte Britney Spears das mädchenhafte mit einer gewissen Anzüglichkeit, die zunächst nicht so provokant vorhanden war, doch immer zu ihr gehörte. Sie trug äußerst kurze Tops und sehr knapp geschnittene Hosen und zeigte dementsprechend sehr viel Bauch, was damals als Zeichen von Emanzipation und sexueller Selbstbestimmung galt. In den Musikvideos der Anfangszeit gab sie sich auch nicht gerade keusch, sondern sehr kokett bis hin zu verführerisch, manchmal mit deutlichen Lolita-Anflügen.

Durch diese Kombination von Elementen - sehr jung und keusch, lasziv und emanzipiert - unterschied sich Britney Spears deutlich von Vorgängerinnen wie Madonna, Debbie Gibson, Tiffany, Belinda Carlisle, die wesentlich älter waren und auch nicht ein Lolita-Image pflegten.

Ihr Künstlerauftritt wurde nach etwa drei Jahren ihres ersten Erfolgs mehr und mehr skandalöser. Sie zeigte sich ab 2001 als vollkommen emanzipierte, halbnackte, ledertragende Verführerin und setzte in ihren Musikvideos immer mehr erotische Tanzeinlagen aus Nachtklubs ein. Die lasziven Texte sang sie mit einer sehr fragilen und hohen Mädchenstimme – fast hauchend-, um so als Lolita oder als verdorbenes Mädchen zu wirken. Wäre sie in Nachtlokalen für Männer aufgetreten, wäre das schlimm genug gewesen. Doch sie war eine Identifikationsfigur, ein Modell für Mädchen, für Heranwachsende, die noch auf der Suche ihrer Persönlichkeit waren. Ein katastrophaleres Beispiel kann man sich kaum vorstellen.

Spears erschien in der Öffentlichkeit nicht nur zunehmend provokativ, sondern auch mit deutlichen Persönlichkeitsstörungen, was sie schließlich zu einer psychiatrischen Klinik und zum Entzug der Erziehungsrechte über ihre beiden Kinder führte. Der Vater war übrigens Justin Timberlake, ein weiteres Produkt der Disney-Industrie.

Trauriger Tiefpunkt dieser Entwicklung ist die Aufnahme eines Liedes Anfang 2011 zusammen mit der Sängerin Rihanna, in welchem die sexuelle Perversion Sadomasochismus – da wird sexueller Genuß durch Zufügen von Schmerzen gesucht - gepriesen wird. Das Lied läßt keinen Zweifel, worum es geht. In einer der Strophen wird folgendes gesungen: Stöcke und Steine mögen meine Knochen brechen, doch Peitschen und Ketten erregen mich. (Sticks and stones may break my bones/But chains and whips excite me).

Fazit: Eine Sängerin, die in den ersten – äußerst erfolgreichen - Jahren ihrer Karriere noch jungfräulich bis zur Ehe bleiben wollte und trotzdem zur Identifikationsfigur von Millionen Mädchen auf der ganzen Welt wurde, gerät nicht nur privat auf die schiefe Bahn, sondern liefert durch ihre Musik und ihre Videos ein katastrophales Beispiel an Unmoral und sexueller Verkommenheit ab. Sie kleidet sich zunehmend als Nachtklubtänzerin und singt mit kindlicher Stimme laszive Texte – all das einem Publikum, das aus Kindern und Jugendlichen besteht. Kinder, die so etwas sehen, könnten verführt werden, Britney Spears nachzumachen und auf ihre sexualisierte Art und Weise Anerkennung und Status anzustreben.

Mit Britney Spears ist der Musikindustrie etwas Erstaunliches, wenngleich satanisches, gelungen und zwar, daß sich sehr junge Mädchen mit einer sich erotisch in Szene setzenden Sängerin identifizieren. Mit Spears gelang es, eine Frau, die wie eine Prostituierte aussieht, als Teenie-Idol zu verankern. Seitdem herrscht unter den weiblichen Sängerinnen ein trauriger Wettbewerb, wer provokanter und unmoralischer auftritt.

Viele der erfolgreichen Pop-Stars sind seitdem diesem Muster gefolgt: Christina Aguilera, Lindsay Lohan, Miley Cyrus, Rihanna, Ashanti, Sugababes, Pussycat Dolls usw.

Kommentare:

Gino hat gesagt…

Was ihr könnt, das kann ich schon lange: Ich wiederhole mich:
"Auch Nonnen, die oft mangels Mitgift in die Klöster gezwungen wurden, waren so sittenlos, daß sich ehrliche Huren über den unlauteren Wettbewerb beschwerten."
Peter de Rosa, ehemals Dekan für Theologie am Corpus Christi College

night hat gesagt…

Ich hoffe dem Autor dieses Artikels ist klar, dass wen er nicht so unbedeutend wäre er sofort mehrere Anzeigen wegen Rufmords, Verleudung, etc. am Hals hätte. Ich dachte diese Plattform hat mehr zu bieten, als die typische Hetze und Verunglimpfung die man eigentlich nur von Seiten Islamischer Terroristen kennt. Mein Beileid an die Kinder des Autors.

Anonym hat gesagt…

Der Markt reguliert alles, ... oder?

Anonym hat gesagt…

Ist Kindesmissbrauch nicht auch eine Art von Verwahrlosung der Sitten, oder war das früher ein beliebtes und nicht so gesehenes Spiel?

Anonym hat gesagt…

@ Anonym, ja, Missbrauch ist auch eine Verwahrlosung der Sitten und wird deshalb auch strafrechtlich verfolgt. Sollte mit allen Formen der Kinderverführung passieren.

Kerkermeister hat gesagt…

...und würde Britney Spears sich über die Institution Kirche äußern, MvG würde von Blasphemie spechen...

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Night, Ihrem Kommentar zufolge dürften Sie kein professioneller Jurist sein. Nur weil man in einer Demokratie jedem Rechte zuerkennt, hält sich jeder Bürger gleich für einen akademischen Juristen. Nein, V. Gersdorf schreibt die Wahrheit, ja er hält sich noch zurück. Ich würde jedoch ergänzen, dass diesen Pop-Ikonen das eigentliche Talent fehlt, weshalb sie sich an dei Zielgruppe (Pop)ulation wenden, und ihre Lücken mit vorgeblichen Sex-Skandalen zu schließen, weil sie glauben, ein Genie müsse gelegentlich von seiner Leidenschaft übermannt werden.
Ein Kenner sieht (oder hört) sofort, dass den Kompositionen Witz und Charme fehlen, dass die Tanzeinlagen nachgemacht sind (Vorbild meist afro-amerikanische Ghetto-Kids oder laszive, sexuell verzerrte Ballett-Attidüden), kurz, es hat keine Substanz.
Dies berechtigt unsere Pop-Ikonen jedoch nicht, andere mit ihrem Outfit und ihrer Musik zu belästigen. Was sagt man z. . dazu, wenn so eine "Nena" sich mit so einer "Kim Wilde" lesbisch gebärdet?

ich hat gesagt…

Ach, is dat nett geschrieben. Klingt wie ... .
Da bliebe dann die meinung zu einigen texten, die von mozart vertont wurden; dazu noch berichte von der auftrittspraxis.
Wenn ihr was nicht mögt, ist es eins, doch dann noch ne einschätzung des ganzen - da weiß man, wer herrn von und zu G. flausen in den kopf gesetzt hat.
Für schuster bleib bei deinen leisten kann man weiterdenkend sagen ... bleib bei deinem kreuz.

Der Chorleiter hat gesagt…

Z.B.: "O du eselhafter Martin"
KV 560
Werde mal schauen, was da noch so gibt.
Danke

Anonym hat gesagt…

Auch wenn ich weder Britney Spears, ihr Auftreten noch ihre Musik mag, muss ich bemängeln, dass Sie offensichtlich nicht sehr gut recherchieren, sonst würden Ihnen solche groben Schnitzer wie die Behauptung, dass Justin Timberlake der Vater von Spears Kindern ist, nicht passieren. Ein paar Sekunden Recherche auf Google hätte Ihnen den richtigen Namen Kevin Federline verraten.