Freitag, 15. April 2011

PID-Debatte im Bundestag zeigt: Der Dammbruch war die Liberalisierung der Abtreibung

Am 14. April 2011 wurde im Deutschen Bundestag über die drei Anträge zur gesetzlichen Regelung der Untersuchung künstliche befruchteter Eizellen debattiert. Zwei Anträge fordern eine eingegrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID), ein Antrag fordert ein Verbot von PID.

Für die Befürworter der Untersuchung ist es widersinnig, PID zu verbieten, wenn das Embryo später ohnehin abgetrieben werden kann. So sagte beispielsweise Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), ein völliges Verbot stünde im Widerspruch zum bereits geltenden Fortpflanzungsrecht.

Diese Argumentation ist bedenklich, da der Begriff Fortpflanzungsrecht im Sinne von Recht gar nicht existiert, obwohl er oft in supranationalen Institutionen Europas oder in den Vereinten Nationen immer wieder verwendet wird. Für die Bundesjustizministerin wäre eine Zulassung von PID eine logische Folge der getroffenen Regelungen zur Abtreibung aus dem Jahr 1001. Daß damals die Abtreibung weiterhin als illegal eingestuft wurde – gleichwohl straffrei – spielt für die FDP Frau offenbar keine Rolle in der Beurteilung von PID. Ähnlich argumentierten Krista Sager (Grüne) und Frank-Walter Steinmeier: Man könne nicht Abtreibung zulassen und PID verbieten.

Erstaunlicherweise sagte gerade der FDP-Abgeordnete Pascal Kober, daß die Frage, ob mit der Freigabe der Abtreibung eine Grenze überschritten sei, berechtigt sei.

Für ein Verbot haben sich 192 Abgeordnete festgelegt. Für einen der beiden Formen der Zulassung 251 (215 – 36) 177 sind noch unentschlossen, wodurch ein Ergebnis der Debatte noch nicht absehbar ist. Nach der ersten Lesung im Bundestag wird über die drei Anträge in den Ausschüssen beraten werden. Federführend ist der Gesundheitsausschuß.

Kommentare:

Yoshimo hat gesagt…

Nicht zu fassen, was im theologischen Elfenbeinturm alles diskutiert wird.

Eine embryonale Stammzelle (und um diese geht es bei der vorliegenden Thematik) ist kein Fötus mit Organen, aus welchem später ein Baby entsteht, sondern hat lediglich das POTENTIAL, sich zu einem solchen Fötus zu entwickeln. Die "Tötung" einer embryonalen Stammzelle ist folglich unbedenklich, da kein Leben vernichtet wird. Ein Embryo hat weder kognitiven Funktionen, noch ein Bewusstsein oder gar Bewusstsein für seiner selbst. "Die Natur", also jenes Gefüge aus Raum, Zeit und Materie, dem viele Menschen mit anthroposophischer Leichtigkeit die Rolle einer Person zusprechen, "tötet" im Übrigen selbst den Löwenanteil an embryonalen Stammzellen im Mutterleib ab.

Deshalb: Ja zur uneingeschränkten PID, ja zur uneingeschränkten Stammzellenforschung, ja zur Abschaffung des so genannten "Ethikrates", ja zum Klonen und ja zu Designerbabys. Wir brauchen diesbezüglich endlich Jasager und keine "Dagegen-Partei" bestehend aus christlichen Psychotikern.

Heult halt, aber es ist so.

Anonym hat gesagt…

Ich bin entsetzt bis erschüttert über so viel Ignoranz von "Yoshimo".
Auch Du bist einzigartig geschaffen! Und das nicht von Atheisten, sondern von dem einen Gott. Alfred Nobel hatte nach der Erfindung des Dynamites für den Rest seines Lebens ein schlechtes Gewissen. Das hat er sich sogar viel (sein Vermögen) kosten lassen. Was ist nur los in unserer Gesellschaft? Reichen die Katastrophen der Sinflut, nach dem Turmbau zu Babel und bei Sodom und Gomorra nicht aus. Warum reichen die Lehren der Vergangenheit nie aus?

Väterpower hat gesagt…

Ganz eindeutig sind Abtreibung und PID verbrechen, zu denen wir nicht ja sagen. Das hat wohl deswegen mit Christsein was zu tun, weil es was mit Respekt vor menschlicher Würde und dem Abbild von Gott - sein zu tun hat.
Dass Atheisten oder antichristen sich oft in solchen Dingen auf die Dunkle Seite schlagen hat eben mit der Dunklen Seite zu tun.
Yoshimo, Du wurdest gewogen und für zu leicht befunden.
In diesem Fall 6 , setzen.

Gino hat gesagt…

"Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten!" unbekannt

"Verbot ist Gewalt." Gino

A. Vollbrecht hat gesagt…

...ich erlaube mir folgendes beizu steuern :

http://fitandclean.li/InterviewChargaff.pdf

P.S. Gott schütze den Geist des Erskommentators !
P.P.S. Ich heule nicht, ich fühle.

Der Chorleiter hat gesagt…

Die Frage ist immer:
Wem nutzt was?
Habe ich die Auswahl verschiedener Methoden, bleibt immer noch die Frage nach der Notwendigkeit.

Ein Mensch will ein Kind, ein anderer Mensch sein Leben beenden.
Was brauche ich dazu, was schließe ich aus, was lehne ich ab?
Und die Fragen:
Was ist gut?
Was ist schlecht?
Was ist machbar?
Was ist abzuraten?
Ist es für die Menschheit vertretbar, wenn aus Glaubens- oder Gewissensgründen von vornherein etwas abgelehnt wird, ohne auf den Ümfang der Entscheidung und deren Möglichkeiten einzugehen?
Wir Menschen sollten lernen, mit den bestehenden Möglichkeiten besser umzugehen, sie wirkungsvoll für die Dinge einsetzen, für die sie den größten Nutzen - und sei es nur für einen kleinen Teil - bringen.
Wenn wir uns nicht klar sind, für welches Ergebnis wir arbeiten oder forschen, was wir mit den Erkentnissen tun können, was wir unternehmen sollen, damit wir unser aller Leben - im Kleinen wie im Großen - besser, erträglicher machen, dann können wir uns nicht nur auf eine Erkenntnisrichtung berufen.
Wenn eine Organtransplantation nicht vor einem Beinbruch schützt, dann ist wohl falsch gedacht worden.
Zum Vorposter: Wenn das Alter seine Tücken hat, kann auch ein Jungbrummen nicht helfen, denn den gibt es nicht. Doch es gibt ein Vorher, dessen Forderung für später von vielen negiert werden.

Und es gibt Dinge, da sind wir auch heute ohne Rat.
Worauf schieben wir das am besten?

Eine schöne Vorosterwoche mit vielen Freuden für alle.
Lebe mit Lust, merkst du nicht, daß du mußt.

Anonym hat gesagt…

Um mal anzuregen, den Denkapparat in Bewegung zu bringen und die andere Seite dieses Problems sichtbar zu machen hier das PID-Gutachten der gbs-Ethikkommission im Internet:
http://www.giordano-bruno-stiftung.de/pid.pdf

Nun dürft ihr euch darüber auslassen.
Fröhlichen Sonntag allgemein.

Anonym hat gesagt…

Wenn ich diesen Artikel lese:
http://www.tagesschau.de/inland/zollitsch162.html
komme ich zu der Erkenntnis:
Jeder hat ein Recht auf Dummheit.
Eigenartig. Mal drüber nachdenken.

Anonym hat gesagt…

Mal was zur Erweiterung des Denkapparates. Für die, die es ernst meinen bestimmt weiterführend:
http://www.youtube.com/watch?v=jlIRrEOtdaY

Anonym hat gesagt…

Dann waren wohl relidienste der dammbruch für die liberalisierung der abtreibung von wissen und denken?