Donnerstag, 3. März 2011

Verordnet bald EU-Gericht die totale Gleichstellung der Ehe mit den Homo-Partnerschaften?

Mit Bange wird die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte für den Fall Römer vs. Hamburg (Rechtssache C - 147/08) erwartet. Im ungünstigsten Falle könnte eine europaweite Oktroyierung der Gleichstellung von Homo-Partnerschaften mit der normalen Ehe folgen.

Angefochten wird die Privilegierung der Ehe durch das deutsche Grundgesetz. Dies sei „diskriminierend“, so die Begründung Römers. Anlaß für den Gang nach Straßburg war ein Streitfall im deutschen Arbeitsrecht, bei dem Römer unterlag.

Unterstützung erhielt Römer durch den Generalanwalt Niilo Jääskinen, der in seinem Schlußantrag behauptete, die ungleiche Behandlung von „eingetragenen Lebenspartnern“ gegenüber Eheleuten sei deswegen unzulässig, weil nach nationalem Recht die eingetragene Lebenspartnerschaft die Personen gleichen Geschlechts in eine Situation versetzt, die in Bezug auf diese Versorgungsbezüge mit der Situation von Ehegatten vergleichbar ist. Der in Art 6 (1) des deutschen Grundgesetzes verfassungsrechtlich gebotene besondere Schutz von Ehe und Familie rechtfertige nicht einen Verstoß gegen das Verbot der „Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung“ im Sinne des Unionsrechts, so Jääskinnen.

Das Urteil hätte weitreichende Konsequenzen für all jene Mitgliedstaaten, die im Laufe der letzten Jahre „eheähnliche“ Rechtsinstitute für Homosexuelle in ihre Rechtsordnungen aufgenommen haben. Diese eheähnlichen Rechtsinstitute müßten der Ehe in allen Belangen gleichgestellt werden.

Außerdem würde unter dem Vorwand der Diskriminierung zunehmend ein „Unionsrecht“ entstehen, das „Nationalrecht bricht. Die schlimmsten Befürchtungen, die bei der Einführung der europäischen Antidiskriminierungsregeln geäußert wurden, würden mit rasanter Geschwindigkeit Realität werden.

Weiterführender Link: Erziehungstrends

Kommentare:

protector fidei hat gesagt…

Im ungünstigsten Falle könnte eine europaweite ... Gleichstellung von Homo-Partnerschaften mit der normalen Ehe folgen.

Im ungünstigsten Falle

?

Das wäre doch wunderbar!

Oder spricht irgendetwas ernstzunehmendes dagegen?

Oldenburg hat gesagt…

@ vermeintlicher protectorfidei: Ja es spricht die Natur dagegen.

protector fidei hat gesagt…

Und was sagt denn die Natur so, vermeintlicher Oldenburg? Fördert die Überbevölkerung zwecks Erhalt des menschlichen Genoms! Gebt Eure Gene weiter, wo immer es geht!

Wenn Sie so auf den natürlichen Urzustand pochen, dann ernähren Sie sich bestimmt auch von Wurzeln, Beeren und selbstgefangenem Fisch. Sie wohnen in einer Höhle, in die Sie jedes geschlechtsreife Weibchen, das nicht von einem stärkeren Mann für sich beansprucht wird, hineinziehen und in den Genuß Ihres Genoms bringen. Fließend Wasser entnehmen Sie einem Bach, und zwar zweckmäßierweise etwas laufaufwärts von der Stelle, an der Sie sich nach Verrichtung Ihrer Notdurft säubern. Und Sie besitzen weder Auto noch Fernseher, weder Telefon noch Zentralheizung. Das wäre so etwa der natürliche Zustand. Schön kalt um die Jahreszeit...

Sie posten im Internet? Wie unnnatürlich. Und, oh Schreck, noch nicht einmal bei einer so blödsinniger Kasteiung wie einer "natürlichen" Lebensführung würde Ihr Argument gelten, denn: guckstu hier...

Nein, ich will Ihnen etwas sagen: Da spricht überhaupt nichts dagegen, ausser dass Sie es nicht kennen.

Und es redet eine Religionsgemeinschaft dagegen, die in ihren Reihen durch ungeschickte organisatorische Maßnahmen (etwa die erzwungene Ehelosigkeit vieler Amtsträger) selbst eine ganze Reihe Homsexueller beherbergt und beschützt. Und jetzt hat sich dieser Haufen so in sein selbst aufgebauschtes Gerede verrannt, dass er gar nicht anders kann, als das bis zur völligen Unglaubwürdigkeit zu verteidigen. Und dabei solchen Mumpitz produziert wie 2351ff.

Und Sie reden von natürlich?

Nein, kehren Sie lieber erst einmal zum Urzustand eines funktionierenden Kollektivs zurück! Und dann können wir über so etwas reden.

Matthäsius hat gesagt…

Nun Protector Fidel-ei, jetzt fangen Sie auch schon an mit Argumenten wie »wir sehen ja selbst in der Tierwelt, daß...«
Sie wissen, was »Oldenburg« meint und daß er recht hat, aber das erfordert Profil und das kennen Sie nicht...
Und so argumentieren Sie wie alle, über die Sie sich so ärgern, weil es keine vernünftigen Gegenargumente auf Grundlage ihrer Denkweise gibt.

Es erfordert vermutlich keine weitere Dikussion, denn sie würde nie zum Ziel führen. Hier darf ich wieder ein Zitat meines Lieblingswissenschaftlers Albert Einstein (1879-1955) anbringen: »Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.«

Es ist von ein Denkfehler die »sexuelle Orientierung« zur Ethnie zu erklären. Nun haben wir es getan und werden uns aus diesem Problem nicht mehr herauswinden können, bis wir begreifen, das es die Wurzel unseres Denkens ist, die faul ist.

Über den kategorischen Imperativ hatte ich mich bereits geäußert, und je mehr ich diese Diskussionen lese (und mit diskutiere...), desto überzeugter werde ich.

Der Chorleiter hat gesagt…

Ich sehe, daß ich bei diesem Thema noch nicht widerlegt wurde.
Verbot und Ignoranz mit Meinungszwang bringt nichts. Besonders nicht den Menschen, die damit umzugehen haben.
Eure Nächstenliebe entpuppt sich immer mehr als Eitelkeit und Überheblichkeit.

Oldenburg hat gesagt…

Entschuldigen Sie "protector fidei", mein Name ist Paul Herzog von Oldenburg und Ihrer?

Anonym hat gesagt…

wenn das wirklichkeit wird, dann knöpfen wir uns mal die herrschaften vor, die sowas verzapfen

DEWo hat gesagt…

@protector fidei

(Der Kommentar wurde von mir schon einmal heute gegen 9.00 Uhr abgeschickt, aber nicht veröffentlicht ... vielleicht habe ich einen „technischen“ Fehler begangen ...)

Ihre Argumentation ist zwar nachzuvollziehen im Hinblick darauf, was Sie eigentlich meinen, doch heißt das noch lange nicht, dass sie auch schlüssig ist. Sie vermischen hier Betrachtungsebenen, die nicht unbedingt so etwas miteinander zu tun haben, wie Sie es gerne verstanden wissen wollen.
Auf der einen Seite gibt es eine Zunahme von Annehmlichkeiten, was die äußeren Lebensumstände vornehmlich bei den „entwickelten“ Völkerschaften betrifft, und die Grundlagen dafür sind hauptsächlich in der technischen „Weiterentwicklung“ zu suchen. Und gerade hier finden Sie Stagnation bis Rückgang der Bevölkerungszahlen, wie die Statistiken ausweisen. „Primitivität“ der Lebensumstände wird von Ihnen als „natürlich“ apostrophiert – doch gerade hier liegt der Irrtum: Das würde bedeuten, dass wir zurückkehren müssten zu einem Leben ohne jegliche technische Hilfsmittel: im Baströckchen zurück in den Urwald – oder so ähnlich!
Fortschritt im Sinne von Erleichterung der menschlichen Lebensumstände können durchaus auch der Würde des Menschen dienen – doch das nur dann, wenn sich der Mensch bewusst ist und bleibt, welche Rolle im Leben er sich selbst zumisst.
Ein Mensch, der verantwortungsbewusst lebt, versucht eben nicht, seine „Genome um jeden Preis“ zu jeder Nacht- und Tageszeit „weiterzugeben“. Der besonders den männlichen Vertretern der menschlichen Rasse eingepflanzte Fortpflanzungs-Trieb hat unbestreitbar schon viel Unheil und Schaden in der Begegnung der Geschlechter angerichtet, wenn der Mensch nicht bereit ist, im Bewusstsein um bestimmte Zusammenhänge, sich ein Mindestmaß an Selbstbeherrschung aufzuerlegen. Und gerade hier ist unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten zunehmend entgleist, nicht zuletzt beflügelt von einem Geist, der sich auch aus Umtriebigkeiten der „68er“ und ihren Nachfolgeströmungen entwickelt hat. Man braucht sich nur anzusehen, was der immer noch amtierende Europaabgeordnete Cohn-Bendit an pädophilem Gedankengut in einem Buch veröffentlichte, das in den 70er Jahren in Frankreich erschienen war: Hier wird deutlich, wie abscheulich vordergründig triebgesteuert ein Mensch sein kann, wenn er nicht bereit ist, andere Wertvorstellungen menschlichen Zusammenlebens, die sich vorwiegend an Vorgaben des Neuen Testaments orientieren, zu akzeptieren, die ja bekanntlich den Humanismus wesentlich mitgeprägt haben.
Ich möchte darauf verzichten, dies hier weiter auszuführen, doch muss ich noch den Kreis schließen zu dem Ausgangspunkt der heutigen Thematik: Es geht nicht darum, homosexuelle Menschen zu diskriminieren und sie gar als minderwertige Mitmenschen abzustempeln. Wie sich ein Mensch auf Partnerschaften einlässt, steht letztlich in seiner eigenen Verantwortung, abgesehen davon, dass er seine höchst eigene Entwicklungsgeschichte aufweist gemäß der Summe aller Lebensumstände, die ihn geprägt haben.
Doch die Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zur eigentlichen tradierten ehelichen Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau bis hin zum Adoptionsrecht ist nicht akzeptabel, denn vielerlei Forschungen haben ergeben, dass ein heranwachsender Mensch sich grundsätzlich besser entwickeln kann, wenn er Elternteile beiderlei Geschlechts hat. (Ich spreche hier nicht davon, dass das Elternverhalten hier besser funktioniert als in einer gleichgeschlechtlichen Quasi-Elternpartnerschaft, denn Erziehungsfähigkeit wird einem nicht am „Hochzeitstag“ auf den Geschenketisch gelegt!)

Der Chorleiter hat gesagt…

So, wie ihr Begriffe wählt, sind eure (KuM) Kenntnisse von diesem Gebiet: Haaresträubend.
Ich spreche euch hiermit den wahren Willen zum Diskutieren ab.
Nietsche hat dafür den richtigen Begriff geprägt und ich schließe mich diesem an.
Und ihr wollt so Großes für Erziehung und Zusammenleben tun?
Für den Menschen? Für die Menschen?
DHseSg.

Anonym hat gesagt…

Das Ganze lässt nur eine Schlussfolgerung zu: die eingetragene Lebenspartnerschaft gehört komplett abgeschafft!

protector fidei hat gesagt…

@Oldenburg: Guten Tag, Durchlaucht. Mein Name ist Protector Fidei. Aber Sie dürfen mich auch ruhig mit "Protector" und "Sie" anreden ;-)

@DEWo: Natürlich habe ich das "natürlich"-Argument von O. hier nur satirisch überhöht, um darauf hinzuweisen, dass "natürlich" im Wortsinne nur ist, sich a-sozial oder sonstwie rückständig zu verhalten. Insofern bitte ich um Entschuldigung, Sie von der eigentlichen Diskussion abgelenkt zu haben und verstehe Ihren diesbezüglichen Unmut.

Denn im Gegensatz zum auf Krawall gebürsteten Matthäsius, der lieber den Diskussionsstil von Claus Weselsky wählt, haben Sie da wirklich einen Punkt!

Es scheint mir auch sehr fragwürdig, einem gleichgeschlechtlichen Paar die Erziehungsvollmacht für einen jungen Menschen in die Hand zu geben. Dasselbe könnte man allerdings auch über manches heterosexuelle Pärchen sagen. Hier wirkt deswegen auch ein starkes Regulativ in Gestalt der recht rigiden Prozesse, die einer Adoption vorgelagert sind. Und ich denke, dass man da den vorhandenen Prozessen durchaus trauen kann, denn diese sind ganz am Kindeswohl orientiert und sie werden, wie ich in meiner unmittelbaren Umgebung mehrfach beobachten konnte, von den Zuständigen auch mit großer Ernsthaftigkeit in diesem Sinne gelebt.

Und ich halte die Schwankungsbreite der von Chorleiter so zutreffend angemahnten Erziehungsqualität in der Referenzgruppe leiblicher Eltern für erheblich breiter als den, möglicherweise mit Recht, vermuteten Unterschied zwischen einem hetero- und einem homosexuellen Paar.

Daher erlauben Sie mir bitte, bei gleicher Faktenlage zu einem anderen Ergebnis zu kommen als Sie:

a) Die Gleichberechtigung der Beziehungen selbst ist, wie auch Sie ja schon halb eingeräumt haben, zu begrüßen und

b) im Falle des Adoptionsrechtes geht es nicht um die Ego-Erfüllung der angehenden Adoptiveltern sondern um das Kindeswohl, das im Einzelfall ins Zentrum der Bewertung zu stellen ist.

Und beides, da verzeihen Sie mir bitte den Seitenhieb auf unseren armen Matthäsius, ist in deutlicher Übereinstimmung mit der kristallinen Redlichkeit, nicht aber mit der hier herrschenden Argumentation.

Für Ihren wertvollen Diskussionbeitrag bedanke ich mich bei Ihnen!

protector fidei hat gesagt…

Ja, da verschwindet öfters mal einer, obwohl er korrekt abgeschickt wird. Das ist aber wohl eher ein Problem von blogger.com als ein Zeichen technischen Unvermögens vor der Tastatur oder böswilliger Zensur. Mal sehen, wann meiner erscheint, den ich vor einer Viertelstunde abgeschickt habe...

Matthäsius hat gesagt…

Ihr Beitrag ist möglicherweise zu lang, wenn er nicht erscheint. Dann müßten Sie Ihn vielleicht einfach halbieren und in zwei Hälften posten. Sie brauchen nicht zu warten, entweder er ist sofort da, oder nie.

protector fidei hat gesagt…

Er war da. Und jetzt isser wieder weg. Vielleicht war er wirklich zu lang. Also versuch ich's mal in zwei Happen. Es folgt also, was folgen sollte...

protector fidei hat gesagt…

@Oldenburg: Guten Tag, Durchlaucht. Mein Name ist Protector Fidei. Aber Sie dürfen mich auch ruhig mit "Protector" und "Sie" anreden ;-)

@DEWo: Natürlich habe ich das "natürlich"-Argument von O. hier nur satirisch überhöht, um darauf hinzuweisen, dass "natürlich" im Wortsinne nur ist, sich a-sozial oder sonstwie rückständig zu verhalten. Insofern bitte ich um Entschuldigung, Sie von der eigentlichen Diskussion abgelenkt zu haben und verstehe Ihren diesbezüglichen Unmut.

Denn im Gegensatz zum auf Krawall gebürsteten Matthäsius, der lieber den Diskussionsstil von Claus Weselsky wählt, haben Sie da wirklich einen Punkt!

Es scheint mir auch sehr fragwürdig, einem gleichgeschlechtlichen Paar die Erziehungsvollmacht für einen jungen Menschen in die Hand zu geben. Dasselbe könnte man allerdings auch über manches heterosexuelle Pärchen sagen. Hier wirkt deswegen auch ein starkes Regulativ in Gestalt der recht rigiden Prozesse, die einer Adoption vorgelagert sind. Und ich denke, dass man da den vorhandenen Prozessen durchaus trauen kann, denn diese sind ganz am Kindeswohl orientiert und sie werden, wie ich in meiner unmittelbaren Umgebung mehrfach beobachten konnte, von den Zuständigen auch mit großer Ernsthaftigkeit in diesem Sinne gelebt.

...

protector fidei hat gesagt…

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Und ich halte die Schwankungsbreite der von Chorleiter so zutreffend angemahnten Erziehungsqualität in der Referenzgruppe leiblicher Eltern für erheblich breiter als den, möglicherweise mit Recht, vermuteten Unterschied zwischen einem hetero- und einem homosexuellen Paar.

Daher erlauben Sie mir bitte, bei gleicher Faktenlage zu einem anderen Ergebnis zu kommen als Sie:

a) Die Gleichberechtigung der Beziehungen selbst ist, wie auch Sie ja schon halb eingeräumt haben, zu begrüßen und

b) im Falle des Adoptionsrechtes geht es nicht um die Ego-Erfüllung der angehenden Adoptiveltern sondern um das Kindeswohl, das im Einzelfall ins Zentrum der Bewertung zu stellen ist.

Und beides, da verzeihen Sie mir bitte den Seitenhieb auf unseren armen Matthäsius, ist in deutlicher Übereinstimmung mit der kristallinen Redlichkeit, nicht aber mit der hier herrschenden Argumentation.

Für Ihren wertvollen Diskussionbeitrag bedanke ich mich bei Ihnen!

protector fidei hat gesagt…

...

Und ich halte die Schwankungsbreite der von Chorleiter so zutreffend angemahnten Erziehungsqualität in der Referenzgruppe leiblicher Eltern für erheblich breiter als den, möglicherweise mit Recht, vermuteten Unterschied zwischen einem hetero- und einem homosexuellen Paar.

Daher erlauben Sie mir bitte, bei gleicher Faktenlage zu einem anderen Ergebnis zu kommen als Sie:

a) Die Gleichberechtigung der Beziehungen selbst ist, wie auch Sie ja schon halb eingeräumt haben, zu begrüßen und

b) im Falle des Adoptionsrechtes geht es nicht um die Ego-Erfüllung der angehenden Adoptiveltern sondern um das Kindeswohl, das im Einzelfall ins Zentrum der Bewertung zu stellen ist.

Und beides, da verzeihen Sie mir bitte den Seitenhieb auf unseren armen Matthäsius, ist in deutlicher Übereinstimmung mit der kristallinen Redlichkeit, nicht aber mit der hier herrschenden Argumentation.

Für Ihren wertvollen Diskussionbeitrag bedanke ich mich bei Ihnen!

protector fidei hat gesagt…

...

Und ich halte die Schwankungsbreite der von Chorleiter so zutreffend angemahnten Erziehungsqualität in der Referenzgruppe leiblicher Eltern für erheblich breiter als den, möglicherweise mit Recht, vermuteten Unterschied zwischen einem hetero- und einem homosexuellen Paar.

Daher erlauben Sie mir bitte, bei gleicher Faktenlage zu einem anderen Ergebnis zu kommen als Sie:

a) Die Gleichberechtigung der Beziehungen selbst ist, wie auch Sie ja schon halb eingeräumt haben, zu begrüßen und

b) im Falle des Adoptionsrechtes geht es nicht um die Ego-Erfüllung der angehenden Adoptiveltern sondern um das Kindeswohl, das im Einzelfall ins Zentrum der Bewertung zu stellen ist.

...

protector fidei hat gesagt…

...

Und beides, da verzeihen Sie mir bitte den Seitenhieb auf unseren armen Matthäsius, ist in deutlicher Übereinstimmung mit der kristallinen Redlichkeit, nicht aber mit der hier herrschenden Argumentation.

Für Ihren wertvollen Diskussionbeitrag bedanke ich mich bei Ihnen!

D. hat gesagt…

Interessant. Wenn ein Herr von und zu mit Argumenten wie "es spricht die Natur dagegen." oder ein Anonymer mit Schlussfolgerungen wie "die eingetragene Lebenspartnerschaft gehört komplett abgeschafft!" daher kommt, herrscht Stille, wenn aber ein Protector Fidei seine Argumente gut ausformuliert und darlegt, was er meint, sind diese schlecht. Abgesehen davon ist auf ein so schwammig vormuliertes Argument wie die dagegensprechende Natur der Verweis auf die Tierwelt passend., soviel dazu.

Zu Ihrem Zitat, Matthäsius: »Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.«
Früher wurden u.a. auch Homosexuelle kirchlicherseits getötet, Schlagwort Blasphemie. Das Problem der sinnlosen Gewalt und der offensichtlichen Diskriminierung von Homosexuellen wurde aber soweit ich weis nicht mit der christlichen Denkweise gelöst. Was ich damit sagen will: Hier gibt es mehrere Denkweisen, wie damals auch, nur ist die Frage, welche von ihnen das Problem geschaffen hat und welche sie nun lösen soll. Ist das Problem die Homosexualität, oder die Kirche, die sich mit Verweisen auf die Bibel und sehr dünnen Argumenten dagegen sträubt, diese als genauso normal wie die Heterosexualität anzusehen? Darüber könnte man hier sicher lange diskutieren.

Eine Frage an DEWO:
"denn vielerlei Forschungen haben ergeben, dass ein heranwachsender Mensch sich grundsätzlich besser entwickeln kann, wenn er Elternteile beiderlei Geschlechts hat."
Vielerlei Forschungen haben ergeben, das Karotten an Bäumen wachsen und erst durch industrielle Verfahren ihre orange Farbe bekommen. Belege?
Es ist einfach, Aussagen durch Forschungen zu unterstützen, wenn man deren Existenz nicht nachweisen muss.
Ich hätte zu bieten:
http://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Adoption/LSVD_Essentiels-BMJ-Studie.pdf
Oder, um eine neutralere Quelle zu nehmen:
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/152896.html
Was haben sie zu bieten?

Liebe Grüße
D.

protector fidei hat gesagt…

Sich durch die 25-seitige Metastudie von Stacey und Biblarz zu arbeiten, ist sicher nicht jedermanns Sache. Aber es ist die Zeit absolut wert. Danke für den Hinweis, lieber D.

Dass Kinder aus homosexueller Erziehung weniger zu geschlechtsspezifischem Rollenverhalten neigen, überrascht nicht wirklich, muss hier aber manchem ganz greulich vorkommen: Wenn die Unterschiede zwischen Mann und Frau also nur anerzogen sind, wie sollte man rechtfertigen, dass z.B. Frauen keine Priester werden können?

Umgekehrt: "...we propose that homophobia and discrimination are the chief reasons why parental sexual orientation matters at all." Sie sind also sogar noch selber schuld, wenn sich wirklich Nachteile ergeben sollten. Das ist Gold.

Aber jetzt wieder ernsthaft: Ich korrigiere nach reiflichem Nachdenken (und nach Konsultation mit Frau Fidei) meine vorherige Aussage und komme zu dem Schluss, dass die sexuelle Orientierung der zukünftigen Adoptiveltern als solches bei der Einzelfallprüfung zur Adoptionsfreigabe keine Rolle spielen sollte.

protector fidei hat gesagt…

Nachtrag: das mit der Schädlichkeit der Homohetze sehen auch Vertreter der Heimmannschaft so:

“I realise that homosexuals feel they can give a child love and support that even many straight families can’t provide, but I’ve been there. I know the finger-pointing and the shame one carries. For years, you struggle with the thought that you might be a homosexual. People say ‘like mother, like daughter.’Most of us become promiscuous to prove we’re straight.”

(zitiert in einer Kritik von Bill Muehlenberg an einer adoptionsfreundlichen Studie)

Gino hat gesagt…

Ich verlange nicht, daß der Kleinbürger seine Moral aufgibt, ich verlange nur, daß er mir meine läßt.
(Jose Ortega y Gasset, span. Kulturphil., Soziologe u. Schriftst., 1883-1955)

Anonym hat gesagt…

Ein alter Witz aus der Zeit des Kommunismus nach dem 2. Weltkrieg:

Grün wird am Eisernen Vorhang vor der Grenzschutz erwischt. Beim Verhör fragt er üblicher Weise zurück:
- Ist es wahr, dass Homophilie ursprünglich bei Juden, Christen eine Todessünde und bei Atheisten schweres Verbrechen war?
- Ja, ja, wir erinnern uns noch an unseren Religions- und Parteiunterricht...
- Ist es wahr, dass heute so ein Verhalten bereits straflos geworden ist?
- Allerdings, so ist es liberaler...
- Ich wollte nicht einwarten, bis es zur Pflicht wird!!!"

(Das war die gesunde Meinung des Proletariates. Ich als Psychiater und Chgrist bin auch nicht "gescheiter".)

Anonym hat gesagt…

"Angefochten wird die Privilegierung der Ehe durch das deutsche Grundgesetz."

Wieso ist der Autor dieser Seite so ein epischer Hurensohn und erklärt nie, wieso er von "Privilegien" schreibt?

Anonym hat gesagt…

Nun, da es ja nichts nutzt, hier zu diskutieren, hätte ich einfach gerne eine Antwort auf folgende Fragen: Was spricht gegen eine völlige Gleichstellung und warum ist das Familienfeindlich?
Ich bin schwul, lebe mit meinem Partner seit 4 Jahren zusammen, also in einem "eheänlichen" Verhältniss, wie man bei Heteropärchen so gerne sagt. Wir haben keine Kinder, wir möchtan auch keine. Wir haben eine Katze. Leben ein friedliches Leben, gehen gerne in Kino, mögen gutes Essen, verreisen gerne und auch ansonsten haben wir die gleichen Sorgen und Nöte, die jeder hat. Und nun erklären sie mir mal, warum wir eine Gefährdung für die Familie sind? Was tun wir denn, dass in Gefahr ist? Nichts. Nur weil wir und nicht "fortpflanzen"? Das tun viele Heteropaare auch nicht. Nennen sie mir nur einen triftigen Grund (!), warum sie sich durch mich und mein Verlangen nach einer Gleichstellung bedroht fühlen. Trotzdem sind die evtl verheiratet und sind keine Gefahr für die Familie.
Leider ist die Argumenationskette der Gegner und vor allem von den Verfassern dieser Seite so hauchdünn, dass es sich nicht lohnt mit ihnen zu diskutieren.

Ich kann nur sagen: Wachen sie auf. Wir haben 2011. Die Welt hat sich weiter entwickelt. Zum Glück! Ein paar Ewiggestrige werden aber wohl nicht so schnell aussterben.

Gruß, Philip aus Münster

Der Chorleiter hat gesagt…

Gute Meinungsäußerung.
Die Damen und Herren hier sind bei diesem Thema auf Ablehnung gebürtstet.
Warum sollten sie etwas neu überlegen, wenn die gepflegte Historie eine totale Übernahme des Vergangenen ohne Blick auf das Heute vorschreibt?
Entweder Gebot oder Verbot. Nicht nachdenken; nachplappern ist bequemer.