Dienstag, 8. Februar 2011

Parteiübergreifender Gesetzesentwurf für PID-Verbot

Ein völliges Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) haben Abgeordnete aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien gefordert. Die Gentests an im Reagenzglas erzeugten Embryonen erhöhten den sozialen Druck auf Eltern, ein gesundes Kind haben zu müssen, und bedeuteten eine Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben, heißt es in einem am Dienstag in Berlin vorgestellten Gesetzesentwurf. Vermutlich wird sich der Bundestag Ende Februar erstmals mit der PID befassen; erwartet werden drei bis vier Regelungsvorschläge.

Die Werteordnung des deutschen Grundgesetzes bestimme ausdrücklich, dass jeder Mensch den gleichen Anspruch auf Würde und die gleichen und unveräußerlichen Rechte auf Teilhabe besitze. Die Durchführung der PID solle deshalb unter Strafe gestellt werden. Der Gesetzesentwurf wurde unter anderem vom stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzende Günter Krings (CDU), seinem Fraktionskollegen Johannes Singhammer (CSU), Katrin Göring-Eckardt (Grüne), der früheren Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Pascal Kober (FDP) und Kathrin Vogler (Die Linke) vorgestellt.

In den vergangenen Wochen hatten Abgeordnete aller Fraktionen bereits zwei Gesetzesentwürfe vorgelegt. Beide halten an einem grundsätzlichen Verbot der PID fest, lassen aber in unterschiedlicher Strenge Ausnahmen zu.

Der erste Entwurf sieht eine Ausnahmemöglichkeit allein bei einer diagnostizierten genetischen Disposition mindestens eines Elternteils vor, "die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu Fehl- oder Totgeburten oder zum Tod des Kindes im ersten Lebensjahr führen kann". Unterstützt wird dieses Konzept unter anderem von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Rene Röspel (SPD) und Priska Hinz (Grüne) sowie Patrick Meinhardt, Sprecher der Gruppe der Christen in der FDP-Fraktion.

Der zweite Entwurf benennt mehrere Ausnahmen, bei denen die umstrittene genetische Diagnostik angewandt werden darf. Er beschränkt die Zulassung nicht nur auf genetisch vorbelastete Paare. Für diesen Entwurf plädieren unter anderen Peter Hintze (CDU), Ulrike Flach (FDP), Carola Reimann (SPD), Petra Sitte (Linke) und Jerzy Montag (Grüne).

In einem Gastartikel für die "Thüringer Allgemeine" erklärte Göring-Eckardt, die PID werde sich nicht auf wenige Fälle begrenzen lassen. "Wenn wir PID in bestimmten Fällen zulassen, wird es bei ein bisschen PID nicht bleiben; die Entscheidung für die Ausnahme ist - ob gewollt oder nicht - eine Entscheidung für PID."

Bei der pränatalen Diagnostik (PND) der Kinder im Mutterleib habe man gesehen, wie schnell die Ausnahme zum Normalfall werden kann. "Sie ist heute so selbstverständlich geworden, dass Schwangere oft geradezu dazu gedrängt werden", schreibt die Grünen-Politikerin und hohe Funktionärin der Evangelischen Kirche in Deutschland - sie ist EKD-Präses - weiter. Sie habe Sorge vor einer Gesellschaft, in der es "zunehmend irrational erscheint, sich für das Leben mit einem Kind mit Behinderung zu entscheiden, und der Druck auf alle jene steigt, die es dennoch tun".

Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen außerhalb des Mutterleibes auf genetische Fehler untersucht und geschädigte Embryonen vernichtet. In Deutschland galt sie bis zum Sommer 2010 nach gängiger Interpretation des Embryonenschutzgesetzes als verboten.

Anfang Juli 2010 entschied jedoch der Bundesgerichtshof (BGH), dass Gentests an Embryonen nach dem Wortlaut dieses Gesetzes nicht generell untersagt sind. Vermutlich wird sich der Bundestag in wenigen Wochen erstmals mit den Gesetzesentwürfen befassen.

Quelle: Katholische Presseagentur Österreich

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein völliges Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) haben Abgeordnete aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien gefordert.

Nein.

Einige wenige Abgeordnete aus allen im Deutschen Bundstag vertretenen Parteien haben sich für ein völliges Verbot der PID ausgesprochen. Es besteht daher noch Hoffnung für die als Folge aus einem völligen Verbot zu erwartenden missgebildeten Kinder.

Der Chorleiter hat gesagt…

Von Menschen, die, vor allem geistig, Nachfolger derer sind, die ca. 400 Jahre gebraucht haben, um ein wissenschaftliches Bild der Erde und des Weltraums in seinen bewiesenen Strukturen anzuerkennen, sollte ich eine menschliche Meinung und Haltung zu PID und allen daraus erwachsenden Erkenntnissen und Forderungen zutrauen?
Ihr spinnt ja.
Wenn ihr ständig Wissensfreiheit und Unwissenheit mit Religionsfreiheit zu übertünchen sucht: Nicht akzeptabel.
Ich hoffe, dass die Natur und die Welt eure Haltung und euer Denken überlebt und entsprechen antworten wird.
Schön, dass wir nicht das einzige an grauen Zellen sind, was letztlich zur Entwicklung beitragen wird.
David besiegte Goliath. Kleine Anfänge der Erkenntnis werden die aufgeblasene historische Großmacht des Vordenkens zur Strecke bringen.

Anonym hat gesagt…

Was wollten Sie eigentlich sagen ?

Anonym hat gesagt…

Dank an Frau Göring - Eckard für die realistische Bewertung der Folgen einer bedingten PID-Freigabe.

Anonym hat gesagt…

"...für die realistische Bewertung der Folgen einer bedingten PID-Freigabe."
Was ist daran realistisch?
Der vorgänger kann zwar lesen, aber nicht begreifen.
Wenn das hier so weitergeht, kommen wir zu nichts vernünftigem. Dann gibts für alles und jedes schlichtweg ein verbot. Begreifen muß man nur, was geglaubt werden soll. Entwicklung? Bitte nicht so kompliziert. Verstehen? Zu weitsichtig.
Was 2000 jahre nur wurzel war, wird auch im 2001 keine blüten ansetzen, nachdem alles laub der erkenntnis nebst früchten, wenn es nicht dem glauben vorgeschwebt hat, abgerissen, vernichtet worden ist.
(Wieviel huren und alkohol wurden damals für die hochheiligen herren nach konstanz gekarrt, damit das christliche gekittet werden konnte?
Vielleicht findet die forschung mal was wirkliches gegen schwachsinn. Dran ist es lange.)

Gino hat gesagt…

"Je mehr Verbote, umso ärmer das Volk." - Laotse, Dao-de-dsching, Kapitel 57

Anonym hat gesagt…

Wenn Ausnahmenfür die PID zugelassen werden, ensteht daraus schnell eine Selektion menschlichen Lebens.
Diese Möglichkeit des Missbrauchs ist sehr realistisch.

Der Chorleiter hat gesagt…

Kirchlicher Rat und Beten statt ärztliche Indikationen durchzuführen zu lassen - oder wenigstens zu unterstützen - haben schon mehrmals real zum Ableben und, daraus entstanden, zum päteren Suizid geführt. Das habe ich mehrfach, mit Wut im Bauch, da ich es nicht ändern konnte mitmachen dürfen.
Da gebe ich auf euer Gequirtels aber nicht ein Deut.
Übrigens: Die Beteiligten als Götter in weiß zu benahmsen ist für 90 % mindestens Mobbing, beleidigend allemal.
Wer da nur glaubt, wo er wissen kann, wenn er sich bemüht, der ist nicht lebensecht. Da sollte man die Ausrede Religionsfreiheit verbieten.
Und wenn ihr euren Standpunkt noch so begreifogen anpreist, es wird Bürger dieses Planeten geben, die das Richtige tun werden, sich von euch keine Ketten anlegen lassen. Sie werden entspechend ihrem Wissen, Können und Gefühl für uns alle das Wesenliche, das Richtige tun.

Was ich sagen wollte: Ein Streben nach richtigem Umgang mit PID und die tangierenden Probleme: JA!
Verbot, zumal überwiegend nur glaubensgesteuert: NEIN!

Lest mal im Internet zu diesen Problemen nach. Ihr habt hier ja so einen netten Net-Spezi, der zu allem was zu linken weiß. Leider ist das Linken vorprogrammiert. Vielleicht kann er auch mal seine Augen und Ohren in Waage bringen.

Matthäsius hat gesagt…

»Kirchlicher Rat und Beten statt ärztliche Indikationen durchzuführen zu lassen - oder wenigstens zu unterstützen - haben schon mehrmals real zum Ableben und, daraus entstanden, zum päteren Suizid geführt. Das habe ich mehrfach, mit Wut im Bauch, da ich es nicht ändern konnte, mitmachen dürfen.«

Erzählen Sie uns doch wenigstens eines Ihrer vielfach angedeuteten Erlebnisse...!


»Da gebe ich auf euer Gequirtels aber nicht ein Deut.«

Das verstecken Sie aber gut...


»Verbot, zumal überwiegend nur glaubensgesteuert: NEIN!«

Braucht es nicht umso mehr Glauben, zu meinen, die Menschen würden sich automatisch immer für das Gute entscheiden?

Bis bald, Sie Glaubensheld...

Der Chorleiter hat gesagt…

Meine Erfahrungen sind und bleiben für meine Meinungsbildung umabdingbar. Schriftlich nehmen sie ungewollte Dimensionen an.
Doch wenn ein guter Freund sich seinen Weg sucht, um mit seiner Frau und dem sehr erwarteten Nachwuchs im Himmel zusammenzutreffen, trotz mehrfachem Mahnen und Hilfe ausschlagen, dann ist das Beten statt Handeln menschenverachtend, der Glaube an den Glauben so etwas von ... . Ersparen sie mir die Worte, die solch Handeln verdient. Und wenn so etwas im kurzen Abstand 2 Mal passiert, nachdem man sich von anderen gerade erholt hatte, dann weiß man: Die Hinwendung zum Verbot bei PID zeigt Unverständnis, Menschenverachtung, Glauben stärkend durch Wissen und Forschung verleumden.
Ihr Glaubensheld können sue für sich behalten. Ich bin Mensch, mit allen Vorzügen und, leider, zu vielen Fehlern und Nachsichten.
Und das vertrete ich.
Da es mehr Menschen bestimmenden Charakter ihrer Art gibt, ist ein Gegenpol dringend angeraten.
Ich, jedenfalls, suche nach Wegen, die von Problemen führen. Das sind in 99 % der Fälle nicht die, die zu ihnen geführt haben; wenn diese auch schön eben sind. Daher ein Wort eines Wissenden:
"Wir sollen glauben, weil unsere Urväter geglaubt haben. Aber diese unsere Ahnen waren weit unwissender als wir, sie haben an Dinge geglaubt, die wir heute unmöglich annehmen können. Die Möglichkeit regt sich, daß auch die religiösen Lehren von solcher Art sein könnten."
(Sigmund Freud, österr. Psychologe & Psychater, 1856-1939)

Anonym hat gesagt…

Ich darf rauchen, ich darf Alkohol konsumieren, ich darf die anderen meinen Fahrfehlern aussetze, ich darf an Alles glauben, was andere nicht diskriminiert (oder nur ein Bißchen) usw usf. Wenn ich anderes benötige, ob wirtschaftlich, finanziell oder psychisch, habe ich im Ausland genügend Auswahl.
Arm dran sind die, die sich nach den hiesigen Spielregeln halten müssen, da sie auswärtige Einsätze nicht tätigen können.
Man hat mich erzogen eine eigene Meinung zu haben, diese ständig abzuklopfen und immer als Kompaß im Leben zu haben. Und dessen Marschrichtungszahlen gelten für mich. Ob ein Verbot zu recht besteht, oder ich es tunlichst einhalten sollte, oder eine Abweichung für mich bräuchlich notwendig und besser als anderes für mich wäre, das entscheide ich.
Wenn Gott für euch das Maß aller Dinge, er der Unfehlbare für Alle und Alles ist, dann hat er auch meinen Verstand mit dem versehen, was gut für mich ist.
Bei mir konnte ich das schon feststellen; im positiven wie im negativen.
Goethes letzte Worte sind meine täglichen: "Mehr Licht."

Matthäsius hat gesagt…

»Meine Erfahrungen sind und bleiben für meine Meinungsbildung umabdingbar. Schriftlich nehmen sie ungewollte Dimensionen an.
Doch wenn ein guter Freund sich seinen Weg sucht, um mit seiner Frau und dem sehr erwarteten Nachwuchs im Himmel zusammenzutreffen, trotz mehrfachem Mahnen und Hilfe ausschlagen, dann ist das Beten statt Handeln menschenverachtend, der Glaube an den Glauben so etwas von ... .«

?!? Versuchen wir es noch einmal: Erzählen Sie uns doch wenigstens eines Ihrer einmal mehr angedeuteten Erlebnisse...!

Der Chorleiter hat gesagt…

Mein Freund (30) hat geheiratet (24), beide freuten sich nach 2 Fehlversuchen über das zu erwartende freudige Ereignis, obwohl der Arzt schon nach dem ersten Fehlschlag(33/27) einer Fehlgeburt nach 6 Monaten weitere als zu gefährlich für die Frau und das, was eintrat, vorher genau begründete. Herr Pfarrer in seiner göttlichen Weisheit sagte Gebetszuspruch von sich und der Gemeinde zu, nach: "Wird schon nicht so schlimm, wenn sie ihr Leben christlich ausrichten, gesund leben und fest an das Göttliche glauben."
Beim zweiten Versuch (35/29) nach ebebfalls 6 Monaten noch einmal mit dem Leben davon gekommen, war nicht der Verstand gewachsen, aber die Torschlußpanik. Nach 15 Monaten dann der finale Erfolg nach 7 schweren Monaten. Ein Jahr nach dem gedachten Zeugungsdatum dann sein Schlußstrich.
Was nutzt es mir, in seinem Abschiedsbrief für alle Hilfe bedankt zu werden und mir ja keine Vorwürfe machen zu sollen?
Pfarrer bei der Beerdigung der Frau: Gottes unerforschlicher Wille ... Bla,bla,bla.
Bei seiner Beerdigung zog er es vor, krank zu sein. Doch seine und ihre Eltern hatten schon einen Redner vom Fach und vom Feinsten aus der Verwandschaft gewinnen können. Und der hatte dann mit dem Kirchenältesten Stress, da er als Nichtchrist aus der Bibel zitierte.
Der ganze, mehrjährige Streit hat für mich seinen Vorteil: Ich brauche weniger Menschen grüßen.
Das ist der letzte von 4 mir wissentlich widerfahrenden, ähnlichen Fällen.
Und da will mich jemand mit PID und Kultur des Todes auf seine Speckschwarte locken?
Kann ich etwas dafür, wenn andere nicht gesittet mit Möglichkeiten umzugehen wissen? Anderen per Verbot dafür die Nutzung für Erfolg und wahre Hilfe versagen, obwohl in erster Linie ihre eigene Blödigkeit, Unwissenheit, Voreingenommenheit und ein geschwuseltes spiritistisches Etwas der Knackpunkt ist?
Ich bin Mensch und nicht nachtragend, doch ich wehre mich schon bei Anfängen. Mein schnüffelndes Mißtrauen ist wach und verläßlich. Es fehlte nur noch ein Erholungsaufenthalt in Bautzen.
Dann wäre ich wieder komplett.
Man liebt mit Vorliebe feige Gedanken, doch keine feigen Denker.
Gefestigte, überdauernde Gedanken, die nicht ins Bild der gerade Herrschenden, über den anderen Schwebenden passen, darf man jetzt, bis jetzt, äußern. Doch man ist als Denker der ewig falsche Hund, der über das Kuckucksnest flog.
Wenn die Rüstung oder das Geldgewerbe über den zweistelligen Gewinnbereich durch PID kommen kann oder gar ein dreistelliger in Aussicht ist, dann möchte ich nicht in ihrer Haut stecken.
Christen heiligten auch Waffen, wenn es um Brosamen der Macht ging.
Hier wendet sich der Gast mit Grausen.

Anonym hat gesagt…

Obwohl man Ihr schlimmes Erlebnis im Zusammenhang mit der PID nur erahnen kann , verstehe Ihre scheinbar aus der Verzweifelung entstandene Wut auf Menschen die die PID ablehnen.
Die Gegner der PID lehnen sie aus den unterschiedlichsten Gründen ab.Man macht es sich etwas zu einfach,wenn für die vielfältigen Begründungen immer der Glaube als Motivation für die Ablehnung in den Vordergrund geschoben wird.
Vielleicht wäre der Glaube sogar ein Aspekt mit PID verantwortungsvoll umzugehen, um den Betroffenen zu helfen, ohne ein Riesengeschäft mit Babys aus dem " Bestellkatalog" zu machen.
Ich kann mir vorstellen, dass diese Entscheidung jedem Volksvertreter ganz unabhängig von der Weltanschauung eine schwere Entscheidung abverlangt. Das Ergebnis kann zum Fluch und Segen werden.

Der Chorleiter hat gesagt…

Ich schrieb, daß ich nicht verstehe, wie man Möglichkeiten für einige, gute, gängige Möglichkeiten, mit einem Strich in die Versenkung schieben will.
Weltoffen werden, begreifen:
Andere haben auch das Problem.
Andere haben - vielleicht sogar - mehr oder intensivere Erfahrungen.
Genau rekunden: Ist es brauchbar für den Menschen, wem bringt es, was bringt es.
Der bisherige Nadelpieks an Forschung, ungeordneten Beispielen, Hickhack der Begründungen - besonders bei uns - bringt gar nichts. Schon gar keine Entscheidungsgrundlage.
Daher stimmt ihr letzter Satz, auch hier genau.
Ziel ist es, Segen zu geben, ein Segen für die Menschen zu schaffen. Im Verbot sehe ich nur, dem Fluch aus dem Weg zu gehen, Angst vor, durchaus vorhandenen, Fehlinterpretationen und verwerflichen Handlungen zu haben.
Jede Sache ist mit ihrem Gegenteil vorhanden. Ich sollte sie aber möglichst so stellen, daß das Gegenteil, wenn es Schaden macht, unwirksam, zumindest mit Minderung gegen 0 gesetzt wird.
Zur Weltanschauung sei nur gesagt, daß Glauben vor Wissen genau so schlecht ist wie Wissen ohne Fühlen. Immer kommt es auf das salomonische Gleichgewicht des Wissens an. Wer nur glaubt oder nur fühlt, dieses Gleichgewicht zu haben, der weiß es nicht. Er kann bis zur Gewißheit des Wahren dieses fühln oder glauben, solle es auch. Bis zur relativen Wahrheit sollte man aber gelangen. Und deren Vergänglichkeit durch neue, bessere Erkenntnisse entgegenwirken.
Und das kann reiner Glauben kaum; aus eigenen Anschauungen bin ich sogar der Meinung, nicht.
Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren.

Matthäsius hat gesagt…

Das ist natürlich eine sehr tragische Geschichte, die Sie da erlebt haben.
Aber was hätte die Präimplantationsdiagnostik in diesem Falle verändert? Sie würde doch lediglich schwere Veränderungen des Genoms des Embryos feststellen, nicht aber die Gefahren für die Mutter mit einer Schwangerschaft.

Über die Sprüche des Pfarrers besteht sicher Streitpotential, aber ist denn Gott für unsere Entscheidungen verantwortlich? Ist es Seine Schuld, wenn wir zu Menschen gehen um die Antwort zu bekommen, die wir hören wollen, oder ist es unsere eigene?
Fragen Sie das Ihren Redner vom Fach: »Ist Gott mein Sündenbock?«

Zum »salomonischen Gleichgewicht«:
»Wer weise ist, der höre zu und wachse an Weisheit, und wer verständig ist, der lasse sich raten, daß er verstehe Sprüche und Gleichnisse, die Worte der Weisen und ihre Rätsel.
Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.«
[Sprüche Salomos]

Der Chorleiter hat gesagt…

Die Beispiele gehen nicht um Sinn oder Unsinn der PID zu erkennen, sondern sollen für den Umgang mit Problemen, hier eben PID gehen.

Daß man lange Zeit Religiöses in den Fokus des Erkennens stellte, war der Entwicklung geschuldet, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Doch Gutes einem Überuns zuzuordnen und Sünden für uns Menschen übrig zu lassen ist ein Spiel für Kinder. Wir Erwachsene, Erkennensollende fahren besser, wenn wir unsere Leistung reell einschätzen und sie nicht immer durch einen Filter sehen würden. Erkenntnis ist immer ein Erfolg des Fleißes und Bekenntnis die richtige Schlußfolgerung daraus. Es ist immer die Frage nach der täglichen Ehrlichkeit zur Erkenntnis.
Wie sagte einmal eine, die sich als Vomblattsängerin gemeldet hat nach furchchtbar schiefen Tönen auf die Frage: Ich denke, sie können vom Blatt singen? - Aber nicht beim ersten Mal.
Bei allem Streben nach Erfolg und Richtigem ist die Furcht ein schlechter Berater. Ist in meiner Weltanschauung eben etwas anders, ich finde menschlicher.
Negative Erlebnisse sollten immer, so man sie überlebt, zu positiven Erkenntnissen führen, nicht in erster Linie zu Angst vor Wiederholung - neuen, fremd wirkenden Ideen.

Matthäsius hat gesagt…

»Doch Gutes einem Überuns zuzuordnen und Sünden für uns Menschen übrig zu lassen ist ein Spiel für Kinder.«

Nun, hier liegt das Problem: die Diagnose über das Dilemma der Menschheit. Sie sagen, es gibt keinen Gott, der Mensch hat sich selbst aus dem Nichts produziert, ist gut und sein eigener Gott.
Ich sage, es gibt Gott, Er hat den Menschen gemacht, der hat sich gegen Ihn entschieden. Nun ist der Geschaffene und all sein Trachten schlecht.

Einer von uns hat recht, der andere liegt falsch! Dies sind jeweils die Grundlage unseres Denkens, und je nach Wurzel wächst der entsprechende Baum.

Die Diskussion ist immer wieder interessant, klar, aber sie ist eigentlich auch unsinnig, denn wie ich schon sagte, »Sie betonten wiederholt, auf der Suche nach der Wahrheit zu sein, aber Sie haben ›Ihre Wahrheit‹ schon gefunden.«
Und das ist nicht verboten in Deutschland, jeder darf seine eigene Wahrheit haben und publizieren, ob sie nun wahr ist oder nicht.
Was wollen Sie mehr?

Der Chorleiter hat gesagt…

Ich habe meine Wahrheit für mich und durch mein Tun gefunden, für mich.
Das Problem ist, sie von anderer Seite so gefiltert zu bekommen, wie sie zu Glaubenskriegen, Sünden und Tötungen geführt hat. Und das mit Anspruch auf ewig und einzig und allgemeingültig und absolut. Fehlt nur noch die bei anderen Richtungen des Glaubens durch ihre Verbindung mit der weltlichen Macht angedrohte und praktizierte finale Lösung für Andersdenkende.
Wäre es bei uns so friedlich und, leider - meine ich -, so religionsoffen, wenn es hieße: Staatsreligion?
Dann gäbe es auch, fataler Weise, nur eine öffentliche Wahrheit.
Und wir hätten ein Dilemma.
Jetzt haben wir die Schwierigkeit, den Menschen zum Tun und Denken für das Wohlergehen von sich selbst, seinem Nachbarn und unserer Gesellschaft gleichermaßen, ohne Bevormundung, und den geltenden Gesetzten unserer wie den internationalen Gesetzen anzuhalten. Und dabei soll er frei sein und sich auch frei fühlen.
Jeder kann so frei sein, wie es sein Wissen zuläßt. Wenn ich vorrangig glaube, glauben muß, glaube ich auch nur, frei zu sein.
Ich freue mich über jede Erkenntnis, die mir mein Wissen stützt, einen Glauben nimmt oder bestätigt.
Meine Freiheit erkennt ihre Grenzen an, zeigt mir, ob diese nur zeilich, ethisch, philosophisch oder starr sind. Die Bestätigung oder der Widerspruch sind mein Maß im Handeln und Denken.
Da hilft mir auch nicht, wenn mir einer nur sagt, was ein großer Vordenker gesagt haben soll.