Mittwoch, 16. Februar 2011

EKD einigermaßen gegen PID

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat sich gegen eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. In der Stellungnahme wird allerdings darauf hingewiesen, daß ein wichtiger Teil des Rates eine Zulassung in einigen Fällen für vertretbar hält.

Insofern ist die Stellungnahme der EKD zwar eine Verbesserung der bisherigen Position, aber nicht wirklich befriedigend.

Insbesondere wird vermieden, den Status des Embryos zu definieren, bzw. ab wann man nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle von einem Menschen sprechen muß. Der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Nikolaus Schneider, sagte dazu gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (16. Februar 2011): „Wir haben die Frage (des Status des Embryos) offengelassen. Mir war wichtig, dass unser ethisches Urteil auch der Lebenssituation der Eltern standhält. Sie müssen erkennen können, dass man sich mit ihren Nöten auseinandergesetzt hat.“ Die FAZ kritisierte dieses Zögern der EKD: „Hier liegt die weltanschauliche Triebfeder der gesamten Debatte - und somit der genuine Beitrag der Kirchen. Es ist wichtig, dass die Statusfrage auch in der politischen Diskussion über die Neuregelung der PID gestellt wird. Die Politik will das aber vermeiden. Denn dann käme die Debatte auch an anderer Stelle wieder in Bewegung - bei der Abtreibung.“

Für Präses Schneider ist die Stellungnahme der EKD lediglich ein „Diskussionspapier“. Die Evangelische Kirche ist in der Frage um die PID sehr gespalten. So spricht sich beispielsweise Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der EKD, für ein Verbot aus.

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