Freitag, 26. November 2010

Buchbesprechung: Die missbrauchte Republik, herausgegeben von Andreas Späth und Menno Aden

Reinhard Dörner

Wochenlang bildeten nahezu bis Mitte des Jahres 2010 die "entdeckten" Fälle von Kindesmissbrauch die Eröffnungsmeldung in vielen Nachrichtensendungen, häufig mit dem begleitenden Zusatz: "Immer mehr Missbrauchsfälle". Die Unisono-Verurteilung bezog sich in fast allen Meldungen auf die katholische Kirche, andere Organisationen wurden schamhaft verschwiegen oder einfach ausgeblendet. In keinem Fall erfuhr der Rezipient, woher denn diese plötzliche Informationsflut an Missbrauchserkenntnissen kommt, wer denn die "Aufklärer" sind. Diesem Mangel hilft eine wichtige Schrift ab, die sich der "Aufklärung über die Aufklärer" zuwendet, so der programmatische Untertitel.

"Die missbrauchte Republik", herausgegeben von Andreas Späth (KSBB) und Menno Aden (SWG) im Verlag Inspiration Un Limited, Hamburg/London 2010, ISBN 978-3-9812110-2-3, € 11,80, deckt schonungslos die gesellschaftlichen Hintergründe auf, unter denen es zum sogenannten Kindesmissbrauch kommen konnte. Diese "Aufklärung" wird gewährleistet durch ausgewiesene Fachleute wie Kurt J. Heinz, Gerard van den Aardweg, Christa Mewes, Albert Wunsch u.a., die z.T. schon vor Jahrzehnten davor gewarnt haben, "wohin die Reise geht", wenn bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungen nicht gegengesteuert wird. Schon das "Geleitwort des Mitherausgebers" weist auf die klare Frage der Wahrheit, nämlich der Gültigkeit der Werte in unserer Gesellschaft hin.

Die Aufsätze aller Autoren wirken so eindringlich wie entlarvend: "Wer wie Heiner Geißler argumentiert, der sexuelle Missbrauch in der katholischen Kirche sei eine Folge ihrer Körper- und Sexualfeindlichkeit, kommt spätestens dann in Erklärungsnot, wenn er die Ursachen der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen in einer Gesellschaft erklären soll, in der es seit der sogenannten sexuellen Befreiung ab den sechziger Jahren nahezu kein Tabu mehr gibt, das der Befriedigung sexueller Bedürfnisse entgegenstünde." Daher folgert Weihbischof Andreas Laun vollkommen zu recht, dass "gefährliche Ideologien und die sexuelle Revolution als Mittäterin" anzusehen seien. Auf den Punkt bringt van den Aardweg das Problem: Missbrauch durch Priester sei "'gewöhnliche' Homosexualität". Hier rückt van den Aardweg zurecht, was in der medialen Information missachtet wurde: die klare Unterscheidung zwischen Pädophilie und Homosexualität. Und er vergleicht die "Sittlichkeitsprozesse" von 1936/37 mit der "heutige(n) Heuchelei: die Partei, die damals pädophile und homosexuelle Priester jagte, war selbst eine Brutstätte solcher Täter und Skandale".

Andreas Späth ortet einen weiteren Schwerpunkt sexuellen Missbrauchs bei Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen bzw. unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses und verweist damit auf die entsprechenden Paragraphen 174a bzw. 174c. Gabriele Kuby beleuchtet die staatlichen Formen der Sexualisierung von Kindern und Jugendlichen, vom Sexualkundeunterricht über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über staatlich unterstützte Vereine wie Pro Familia u.a.m. Christa Mewes entlarvt selbsternannte Sexualaufklärer wie Helmut Kentler und resümiert, dass "alle Prognosen der sogenannten fortschrittlichen Sexisten (...) sich als falsch herausgestellt" haben. Daher ist es nur folgerichtig, dass Albert Wunsch als Sozialpädagoge und Psychologe sich der Frage zuwendet, wie "Kinder gegen Missbrauch geschützt werden" können. Ein wichtiges Kapitel schlägt Jürgen Liminski auf, indem er die treibenden Kräfte im Hintergrund benennt. In den üblichen Nachrichten hört man i.a. nichts davon, dass Frau Leutheusser-Schnarrenberger im Beirat der Humanistischen Union (HU) ist, ebenso wie die Grünen-Politiker Claudia Roth und Volker Beck wie auch bis zu seinem Tod der Sexualpädagoge Helmut Kentler. Ziel der HU war es immerhin, Pädophilie zu "entkriminalisieren".

Der für manche Leser möglicherweise wertvollere und gleichzeitig umfangreichere Teil des Buches besteht aus der Dokumentation. Diese beginnt mit dem "Umbau der Gesellschaft", zeigt die Vorstellungen der Grünen zu Sex mit Kindern auf, beleuchtet Ziele und Hintergründe der Humanistischen Union, die "Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität" die "Arbeitsgemeinschaft-Pädophilie" und beschreibt das Geflecht der letzten drei Genannten untereinander. Sie stellt die "Reformpädagogik zwischen Pädoerotischer Grenzüberschreitung und organisierter Kriminalität" dar und nennt Vertreter der Pädophilenbewegung: Fritz Sack und Lüdiger Lautmann, Helmut Kentler, Psychogruppen, Kindersex und Bombenterror - Die Kommune 2 und schließlich die Stadtindianer.

In einem letzten Teil wendet sich Harald Seubert "Anstelle eines Nachwortes" in philosophischen Überlegungen den "emanzipatorischen Quellen des Bösen" zu. Es folgen Kurzvitae der Autoren sowie ein Personen- und Sachregister.

Dieses Buch ist eine Fundgrube der Information, der Argumentationshilfe und der klaren Linie für alle, die sie (noch) nicht gefunden haben. Wenn es möglich wäre, müßte man es zur Pflichtlektüre für alle Medienschaffenden erklären.

Den beiden Herausgebern gebührt besonderer Dank, dass sie sich als Vertreter evangelischer Kreise so intensiv für die Ehrenrettung kirchlicher Moral, der katholischen wie evangelischen, starkmachen, indem sie die Wahrheitsfrage stellen. Denn letztlich sind die Vorwürfe des Missbrauchs ein Frontalangriff gegen kirchliche ethische Regeln, ja gegen den Glauben an Gott.

Eine kleine Kritik zur praktischen Arbeit am Buch: Die Fußnoten stehen immer am Ende jedes Aufsatzes bzw. jeder Dokumentation. Um gewinnbringend am Buch arbeiten zu können, gehören die Fußnoten an das Seitenende.

"Die missbrauchte Republik", herausgegeben von Andreas Späth (KSBB) und Menno Aden (SWG) im Verlag Inspiration Un Limited, Hamburg/London 2010, ISBN 978-3-9812110-2-3, € 11,80

Das Buch kann HIER bestellt werden

Kommentare:

Chorleiter hat gesagt…

Wenn ich auf der Straße Gefahreb erkenne, warte ich nicht auf ein verwirrendes Wort oder den Hinweis auf Vorsicht: Ich tue es einfach.
Ich kann mir nicht denken, daß dieses Buch zur Klerheit beiträgt oder beitragen soll. Bisher war es in solchen Fällen nur ein Umlenken der Blickrichtung, nicht, eine Lösung des Problems.
Sollte das gute Stück mal in der Bibliothek angeboten werden, kann ich es auch einmal probieren, doch kaufen käme, nach dieser Lobpreisung erst recht nicht, für mich nicht in Frage.
Jeder sieht seine Seite, jeder findet die Gegenseite fies. Und als heranwachsender wird man von beiden Seiten vollgedröhnt.
Nein, Danke.
Da bleibe ich bei meiner elterlichen Erziehung und der Weisheit meiner Vorfahren.
Das Abwegige dieser Hinweise trat schon genügend ans Tageslicht.

A.Vollbrecht hat gesagt…

Ich setze das

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/torben-grombery/immer-mehr-schwerstkriminelle-gewaltverbrecher-klagen-sich-aus-der-sicherheitsverwahrung-in-die-frei.html

hier mal mit rein !
" Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf ", meinte AUCH die "DDR-Elite" (sogar auswendig, ohne Zettel) ! Gerade "zerbricht" in Hamburg wieder eine "bürgernahe" Prostitutionsregierung (vielleicht sollten es die "Grünen" mit der Wiederbelebung Ronald Schills versuchen); Merkels Parteisoldat Wulff Knuddelt die "Schande Israels":

http://zmag.de/artikel/avigdor-lieberman-schande-israels

und "Spiegel"-Leser sind mal wieder die Uninformiertesten :

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/redaktion/altpapier-das-ehemalige-nachrichtenmagazin-spiegel-enthuellt-sich-selbst.html

, der Wahnsinn nimmt seinen Lauf !!
P.S. Weiß jemand Neuigkeiten über den Ermittlungsstand der Duisburger "Love-Parade", dem Lieblingskind der DORTIGEN "CD"U ??
P.P.S. Gott schütze ALLE Kinder des Universums !

Chorleiter hat gesagt…

Werter Herr Vollbrecht, daß es so ist, wissen die meisten. Welchen Glauben oder welche Weltsicht haben die Richter und Politiker?
Handabhacken ist in unseren Breiten nicht üblich, doch Gehirnabschalten sichtbar.
Solange es eine vorherrschende, christliche Sicht gibt, werden wir uns mit diesen Problemen befassen müssen, denn ein Einfach-nach-unserem-Buch-handeln ist ein Ding, was auch nicht funktioniert, noch nie richtig funktioniert hat. Eine andere Meinung ist bei euch nicht rauszuquetschen.
Freiheit ist nicht nur, sich mit und an allem zu bedienen, doch auch ein kluger, bewußter Verzicht ist Freiheit.
So, wie ihr das Einhalten oder Übertreten von Geboten heiligt oder verdammt, ist kein Vehalten aufzubauen. (Siehe das Ungemach an Verhalten und Kommentar im Post über David Berger.)
Das Leben wird nun einmal von uns Menschen gelebt. Wie wir unsere Täglichkeit begründen ist entweder Verstehen oder Entschuldigung. Und das sollte aus heutiger Sicht sein.
Und jetzt würde ein nächstes Kapitel beginnen.

A.Vollbrecht hat gesagt…

...Neuigkeiten AUCH von der Duisburger "CD"U-Loveparade:

http://info.kopp-verlag.de/video.html?videoid=236

P.S. Gott schütze den Geist der Regierenden UND des WAHLVOLKES !!

Anonym hat gesagt…

Tatsächlich habe ich diese Buch empfohlen bekommen - ich sollte es doch unbedingt mal lesen, was für ein Skandal...
Ein Skandal tatsächlich. Das fand ich auch und zwar bereits nach den ersten 20 Seiten.
Dieses Buch ist ein so offensichtlicher Ablenkungsversuch von den Verfehlungen, die in kirchlichen Einrichtingen begangen wurden, ein rückwärtsgerichtetes, unreflektiertes und peinliches Moralgefasel. Es ist... einfach ein Skandal. Pfui!
Hier wird mit Steinen geworfen, aber ganz ordentlich... Und ich dachte immer in der Bibel heißt es: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein...