Mittwoch, 20. Oktober 2010

Globalisierte Fruchtbarkeitsindustrie

Die Sonntagsausgabe vom 10. Oktober 2010 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat über einen blühenden Fruchtbarkeitstourismus deutscher Paare berichtet. Grund sei das restriktive deutsche Recht hinsichtlich künstlicher Befruchtung. „Im Internet wimmelt es von internationalen Angeboten, die in gelegentlich gebrochenem Deutsch mit den Fertigkeiten ihres medizinischen Personals und mit den lockeren Gesetzen ihrer jeweiligen Länder werben. Die Dienstleister praktizieren eine lukrative Spielart der „Regulierungs-Arbitrage“.“ Schreibt die Zeitung aus Frankfurt.

Mittlerweile hätten sich sogar manche Länder auf spezielle Dienstleistungen spezialisiert. So sei Dänemark besonders bei homosexuellen Frauen beliebt.

Dies hänge davon ab, was die nationalen Gesetze erlaubten. In Deutschland ist die Rechtslage der PID noch unsicher und außerdem können nur Eizellen befruchtet werden, die danach in die Gebärmutter eingepflanzt werden. In anderen Ländern können mehrere Eizellen befruchtet werden. Die Embryonen werden dann untersucht und nur der beste wird eingepflanzt – ein offensichtlicher Fall von Menschenselektion. Deutsche Paare, die „auf Nummer sicher gehen wollen“ , reisen in diese Ländern.

In Osteuropa ist es besonders einfach, Leihmutterschaften zu bekommen. „Deutsche Agenturen vermitteln Paare zum Beispiel nach Prag, nach Brünn, nach Moskau oder Bratislava, die gleichen Agenturen organisieren oft auch Schönheits-Operationen in Osteuropa. Es gilt die Faustformel: Je weiter weg vom deutschen Rechtsgebiet, desto mehr wird möglich. In der Ukraine werden kommerzielle Leihmutterschaften vermittelt . . .“ In den Vereinigten Staaten dürfen eingefrorene Embryonen adoptiert werden, in Spanien, dürfen fremde Eizellen verwendet werden, . . . „ ‚Es ist wie beim Autokauf. Die Leute setzen sich ans Internet und suchen, was am besten zu ihnen passt‘, sagt Markus Kupka, Leiter der Gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universität München.“

An diesen Fakten wird einmal wieder deutlich, daß es in Fragen des menschlichen Lebens nicht möglich ist, an den Grundprinzipien zu wackeln, ohne daß eine Lawine losbricht. Die Legalisierung der Abtreibung war der Beginn der Expansion einer „Kultur des Todes“ – der Begriff stammt von Papst Johannes Paul II. – die ohne Eingreifen Gottes kaum zu stoppen scheint.

Kommentare:

Ein anonymer wissender hat gesagt…

Wenn euch die erleuchtung kommen sollte, dass es mehr im leben gibt als eure verdrieslichkeiten, nehmt sie auf. Euer erkennen ist nur teil des allgemeinen wissens.
Oder habt ihr schon einen menschen erlebt, der aus einem pixel ein ganzes bild darstellen kann?
Ihr habt auf dieser, euer grundlage schon genügend verunstaltet, behindert und zurückgeworen. Ihr seid dabei, die früchte zu ernten.

Dirk hat gesagt…

Ja, die Wünsche der Menschen brechen sich Bahn. Wer denkt, er könnte sich dem verweigern, gibt seine Gestaltungsmöglichkeiten auf. Wie bei der Abbruch-Beratung. Tja, das läuft jetzt ohne Euch und Ihr seid ... raus. Selbst schuld. Nur schade, dass dadurch eine valide Meinung aus der Diskussion verschwindet, die vielleicht manche(n) noch hätte überzeugen können.

Trapin hat gesagt…

@Dirk

Gottes Gerechtigkeit wider eigene Gestaltungsmöglichkeiten...
Die Früchte erntet die dekadente Gesellschaft. Es überrascht doch keinen Christen, dass diese Dinge geschehen. Der Sinn solcher Publikationen ist doch nichts weiter, als den einzelnen -oder auch ein Volk- zu Umkehr zu rufen.


Rm1.28-32
Und gleichwie sie es nicht für gut fanden, Gott in Erkenntnis zu haben, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt;



erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit; voll von Neid, Mord, Streit, List, Tücke;

Ohrenbläser, Verleumder, Gottverhasste, Gewalttäter, Hochmütige, Prahler, Erfinder böser Dinge, Eltern Ungehorsame,

Unverständige, Treulose, ohne natürliche Liebe, Unbarmherzige;

die, wiewohl sie Gottes gerechtes Urteil erkennen, dass, die solches tun, des Todes würdig sind, es nicht allein ausüben, sondern auch Wohlgefallen daran haben.

Anonym hat gesagt…

Schön abgepinselt aus diesem Buche.
Doch nicht einmal die Verfechter dieser Schriften halten sich dran, wenigstens nicht an das, was sie stört.
Wer hatte ein Wohlgefallen an Scheiterhaufen?
Wer half (zumindest) einen an das Kreuz zu nageln?
Wer heiligte Waffen.
Macht doch mal die Augen auf und den Sinn. Wir leben heute.

Matthäsius hat gesagt…

Zum Glück ist der Wissende anonym geblieben, sonst hätte der Unwissende jetzt auch noch einen Namen.

Anonym hat gesagt…

Ich habe einen und behalte ihn.
Bei Diskussion Aug in Aug kann er genannt werden, aber mir geht es ums Thema und die Fakten, da langt auch das Kürzel A, denn alles andere ist Schall und Rauch.
Übrigens, die Zeitung bringt auch die "Einigkeit" der Meinungen der Vertreter mit C, doch selten eine einleuchtende Begründung dieser.
Da wird dann aber der Name oft zur Bedrohung. Das mag ich nicht.

Dirk hat gesagt…

@Trapin
> Der Sinn solcher Publikationen ist doch nichts weiter, als den einzelnen -oder auch ein Volk- zu Umkehr zu rufen.

Der Sinn solcher Piublikationen ist es, zu informieren. Darum heisst es ja auch "Zeitung".

Der Gegenstand der Information ist einer, der mich traurig stimmt. Und er ist nicht zuletzt zu vermelden, weil sich vermeintlich lebensschützende Kräfte aus der Diskussion herausnehmen, indem sie Forderungen stellen, die sie (gelinde gesagt) ausserhalb des gesellschaftlichen Konsenses stellen und die konstruktive Beteiligung am Diskurs ablehnen, solange er nicht ganz klar mit dem Ziel geführt wird, dass ihre Meinung der Konsens wird.

Matthäsius hat gesagt…

»[…] die konstruktive Beteiligung am Diskurs ablehnen, solange er nicht ganz klar mit dem Ziel geführt wird, dass ihre Meinung der Konsens wird.«

Das stimmt tatsächlich, so wie bei allen anderen Zeitungen auch. Die Zeiten des (Versuches des) neutralen berichtens sind leider vorbei.
Jeder versucht seine Leserschaft zum teilen seiner eigenen Meinung hin zu manipulieren.
Hier passiert das etwas offener. Jeder weiß, welche Ansichten dieser Blog vertritt, es wird auch nicht verheimlicht, und wer es nicht mag, darf sich vom Rest der neutralen Presse formen lassen (keine Angst, Sie werden es gar nicht bemerken).

Trapin hat gesagt…

@Dirk

Wenn ich mich als Christ gegen den "Mainstream-gesellschaftlichen Konsens" stelle, heißt das nicht, dass ich mich aus der Diskussion herausnehme.
Und bitte nicht allen, die sich Christen nennen unterstellen, sie wären auch welche.

Wir gehen als Christen davon aus, das es eine absolute Wahrheit gibt.

Die anzunehmen aber ist notwendig und freiwillig.

Ich bin zwar katholisch getauft; habe aber die Entscheidung für Jesus vor 25 Jahren bewusst getroffen.

Dirk hat gesagt…

@Trapin
> Wenn ich mich als Christ gegen den "Mainstream-gesellschaftlichen Konsens" stelle, heißt das nicht, dass ich mich aus der Diskussion herausnehme.

Sie vielleicht nicht. Aber die katholische Kirche. Z.B. indem sie keine Beratungen für Abbrüche macht. Die Mädels gehn woanders hin und eine Chance ist vertan. So vergibt man Gestaltungsmöglichkeiten. Und auch wenn man sich auf unversöhnliche Extrempositionen stellt und glaubt, man habe die göttliche Wahrheit gepachtet.

Ich als Christ nehme zum Beispiel auch an, dass es eine absolute Wahrheit in Form eines göttlichen Willens gibt. Aber ich bin nicht verblendet genug, anzunehmen, dass ich sie in jedem Fall auch erkenne :)

@Matthäsius
Das ist ja gerade der Punkt, dass ich ein bestimmtes Blatt vor andern bevorzuge: Weil ich mit der Zeit merke, dass da in der Regel durchdachte und gut recherchierte Wertungen gegeben werden. Dann bekommen weitere Berichte einen Vertrauensvorschuß. Hier habe ich nur bemerkt, dass ganz bestimmte Autoren quasi jede selektive Wahrheit und jede Parole verbreiten dürfen. Daher verdient, nein: erfordert, hier jedes Wort eine hinterfragende Recherche.

Der Chorleiter hat gesagt…

Absolute Wahrheit gibt es hier, doch um den Todeszeitpunkt wird bis zum letzten Atemzug gestritten.
Solange die davon ausgehenden Linien der Befürworter und Gegner sich nicht anzunähern gewillt zeigen, kann ich bei meiner Meinung bleiben:
Die Fakten bestehen, die Anwendung der Möglichkeiten ist mangelhaft, ein Verbot sinnlos; verhindert auch kluge Lösungen.
Es scheint gelungen, unser oftmals ominöses Streiten und die hahnebüchenden Lösungen anderen Nationen irgendwie unterzuschieben. Statt kluger anderer Meinungen bekommen wir so unsere quengeligen Lösungen in gleicher Triestesse zurück angeboten.
Ich sehe das nicht als Erfolg unseres Exports. Für beide Seiten nicht.
Bleibt die Frage: Was kann ich tun, um mit meiner heutigen Wahrheit gegen die absolute Wahrheit zu punkten? Wie kann man denheutigen Gegebenheiten entsprechen?
Überlegt mal: Wenn es eine absolute Wahrheit gibt, müßte es auch eine absolute Natur geben. Und eine absolute Wissenschaft. (Und eine absolute Ehe) usw.
Da ist es gut, daß der Inhaber dieser absoluten Wahrheit, bisher, absolut unsichtbar blieb. Braucht man sich nicht auf eine Diskussion einlassen. Klug.

Matthäsius hat gesagt…

@Dirk

»Weil ich mit der Zeit merke, dass da in der Regel durchdachte und gut recherchierte Wertungen gegeben werden.«

Die Wertungen hier sind eigentlich recht gut durchdacht, auch wenn der weg dahin vielleicht manchmal nicht so transparent erscheint. Der Unterschied ist das Ergebnis und das kommt wiederum aus der Bewertungsgrundlage hervor. Die ist vermutlich anders als Ihre und Vieler, aber sie ist stabil!

Das Problem des Humanismus ist, daß er dir Methode zur Wertegrundlage gemacht hat. Man glaubt, die Vernunft sei der höchste Wert, dabei ist es doch nur ein Lösungsweg, der ohne Wertekonsens leer ist.
Wenn Sie Lebensmittel einkaufen, so ist es doch vernünftig das billigste und dafür viel zu kaufen, wenn Ihr Ziel ist, bei der nächsten Mahlzeit Ihren Magen schnell und effektiv voll zu kriegen. Genauso vernünftig wäre es aber, weniger und dafür teurer einzukaufen, wenn Ihnen eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtiger ist.
Welcher Wert ist nun besser? Bei dem einen leben Sie vielleicht länger, bei dem anderen vielleicht intensiver?

Man KANN Werte miteinander vergleichen! Und es GIBT gute und schlechte Werte!
Vieles ist nicht sofort offensichtlich.
Aber glauben Sie mir, diese hier funktionieren auf lange Sicht, über den momentanen Zeitgeist wird man in vielen Jahren kopfschüttelnd zurück blicken und sich fragen: Wie konnten sie nur so dumm sein?

Der Chorleiter hat gesagt…

@ Matthäsius

Es scheint, die von ihnen geprägte Fassung von Zeitgeist und dessen Einschätzung durch die Späteren läßt sich auf sie und die ihren und die wenig vorausdenkenden reduzieren.
Es ist ein Leiden, und besonders das der Deutschen, ein Ding nicht in seiner Zeit, nicht in seinen Umständen zu sehen.
Zum Thema Wert sollten sie sich einmal die Geschichte der Tulpenzwiebeln und Holland ansehen. Was sie darüber loslassen ist finster, sehr finster.
Zum Thema Humanismus darf man nicht das Wort menschlich ohne Wertung benutzen, denn auch morden ist menschlich - aber auch human?
Und so könnte die Diskussion fortgeführt werden.
Andere Länder - andere Sitten, andere instellung - anderes Denken. Und trotzdem vergleich- und erklärbar. Wenn nicht - dann stimmt meist etwas nicht.

Dirk hat gesagt…

@Matthäsius
> Die Wertungen hier sind eigentlich recht gut durchdacht

nö.

Sieht meist eher aus, als die reflexartige Projektion einer selektiven Wahrnehmung. Dieser Artikel ist absolut symptomatisch dafür. Er ignoriert das Kernproblem seiner Weltsicht (wenn man die Leute nicht einsperrt, dann suchen sie sich ihre Optionen) und zieht den falschen Schluß (Die Legalisierung der Abtreibung war der Beginn der Expansion einer „Kultur des Todes“).

Bei etwas weniger selektiver Wahrnehmung würde er reflektieren, welche Probleme er überhaupt mit PID hat. Sinnvoll angewandt führt sie zu mehr Nachwuchs, als wenn man sie ausschließt. Oder halten Sie's lieber mit Monty Python? Und wenn er etwas sinnvolles zu kritisieren fände, könnte er es anführen. Und dann könnten wir es diskutieren.

Aber leider werden nur schwer nachprüfbare Behauptungen wie Dänemark sei besonders bei homosexuellen Frauen beliebt aufgestellt und eben gerade nicht gut durchdachte Folgerungen gezogen.

Und das ist schade, nein: es ist bitter. Denn das Thema ist zu wichtig, um damit so fahrlässig umzugehen. Aber seine Obrigkeit macht es ihm ja vor, wie z.B. bei der Abbruchberatung. Da bleibt einem sogar die Schadenfreude im Halse stecken.

Matthäsius hat gesagt…

@ Chorleiter

Nun, das Problem bei Vorhersagen wie meinen ist, daß wir uns wohl noch etwas gedulden müssen, um nachprüfen zu können, ob sie stimmen oder ich mich geirrt habe...

@ Dirk

»Er ignoriert das Kernproblem seiner Weltsicht (wenn man die Leute nicht einsperrt, dann suchen sie sich ihre Optionen) und zieht den falschen Schluß (Die Legalisierung der Abtreibung war der Beginn der Expansion einer „Kultur des Todes“).«

Das müssen Sie mir etwas näher erklären. Was ist Ihrer Ansicht nach das Kernproblem derer Weltsicht?
Und was wäre der RICHTIGE Schluß?

Der Chorleiter hat gesagt…

Das Problem der Voraussge ist wie das spätere Nachprüfen ihres Eintreffens nicht unter Weglassen der zeitlichen Gegebenheiten möglich. Das Heute aus der Sicht von Vorgestern und das Vorgestern aus der Sicht des Heute bilden einen Vergleich für das Übrmorgen.
Abtreibung war schon vorgestern vorhanden, aber verboten - eigentlich kaum machbar. Doch hat man früher diese Möglichkeit genutzt. Nicht zur Zufriedenheit, sprich mit zu vielen Fehlern und nur zur Steuerung eigenen Vorteils.
Heute sind wir im Erkennen weiter. Das sollte bei der Beurteilung dieser Möglichkeit eine Rolle spielen.
Doch von einer Seite wird Neues einfach negiert, neuen Möglichkeiten ihre Existens aus dem althergebrachten Denke einfach abgesprochen.
So wird man zu keinem vernünftigen Ergebnis gelangen.
Die Welt ist groß und zeigt an einigen Orten andere Gedanken, andere Lösungen. Wer seine Gedanken nicht öffnet und von absoluter Wahrheit spricht, gibt ein Recht vor, das er nicht hat. Er ist zu Neuem nicht handlungsfähig. Ein mehraliges oder potenziertes Falsch wird durch Wiederholung, und sei sie noch so oft und intensiv, nicht richtig.

Matthäsius hat gesagt…

»Heute sind wir im Erkennen weiter. Das sollte bei der Beurteilung dieser Möglichkeit eine Rolle spielen.«

Was genau haben wir heute erkannt, was wir vorgestern noch nicht wußten?

Dirk hat gesagt…

@Mattäsius
> Was ist Ihrer Ansicht nach das Kernproblem derer Weltsicht?

Das Kernproblem ist die Vernachlässigung der Realität. Frauen in bestimmten Situationen wollen ihr Problem durch Abtreibung lösen und wenn man sich stur stellt, bekommt man keinen Zugang zu diesen Frauen. Ziemlich unabhängig von der gesetzlichen Situation werden sie dann ihr momentanes Ziel erreichen, notfalls eben mit einem alten Kleiderbügel. Für wen das dann die richtige Entscheidung gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht. Der ultimative Griff ins Klo für die Organisation Kirche, die Frau und das werdende Leben. Stellt man sich dagegen nicht stur, dann bekommt man die Betroffenen an den Tisch, und erhält damit die Chance, einzuwirken, Hilfsangebote zu machen und vielleicht ohne zu überreden umzustimmen. ICh würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass die katholische Kirche für jede Abtreibung verantwortlich ist, bei der sie der betroffenen Frau die Beratung verweigert hat.

Mit der PID ist es nicht wirklich anders. Es gibt die Möglicjkeit, und deswegen wird sie genutzt werden. Notfalls eben in Kenia, Dänemark oder auf dem Mond. Wer sich dem verschließt, verliert seine Gestaltungsoption.

> Und was wäre der RICHTIGE Schluß?

Was ist schon richtig... Aber wenn die katholische Kirche sich und ihre Sicht auf die Dinge in die Diskussion einbringen will, dann sollte sie sich nicht unnötig selbst ins Abseits stellen, sondern mit ruhiger Freundlichkeit ihre Werte einbringen. Extrempositionen, Dialogverweigerung oder offenbare Verblendung führen in der Regel nicht dazu, dass man von anderen als Meinung wahrgenommen wird.

Klar geworden?

Der Chorleiter hat gesagt…

@ Matthäsius
Nur ein kurzer Ausblick:
"Bibelforscherin: "Gott ist nicht der Weltenschöpfer"
Nijmegen/ Niederlande - Die Annahme, dass die Bibel Gott als Schöpfer der Erde und des Himmels ausweist ist falsch - zumindest glaubt dies die niederländische Bibelforscherin Professor Ellen van Wolde von der Radboud Universiteit Nijmegen und erklärt, dass es sich um einen über Jahrhunderte hinweg tradierten Übersetzungsfehler handelt.
[...]
Die Forscherin hat den biblischen Text neu untersucht und ihn auch in einen Kontext anderer Schöpfungsmythen, etwa aus dem alten Mesopotamien gesetzt. Laut van Wolde steht das hebräische Verb "bara", wie es in dem ersten Satz der Genesis verwendet wird, nicht für "(er)schaffen", sondern vielmehr für "teilen/scheiden". Der erste Satz des 1. Buch Mose müsse übersetzt also "Am Anfang teilte/schied Gott Himmel und Erde" lauten."
Vielleicht finde ich noch die Bezugsquelle.
Und deren Beispiele gibt es noch viele, wenn man sie sehen will.
Es sind aber keine Dogmen, es sind Teile von Erkenntnissen, die bewiesen oder wiederlegt werden, die zu neuen Fragen und Antworten führen, die Wahrheit verschiedenster Ansichten erweitern oder verbessern.
Die Teilchenphysik und neueste Ausgrabungen mal ganz beiseite gelegt.
Und alles fing damit an, daß Christen sich der kämpfenden Truppe anschlossen (Du sollst nicht töten?), die Erde ist eine Kugel und nicht das Zentrum (zwischen Entdeckung/ Beweis und Anerkennung fast 5oo Jahre), auch die Leugnung des Gebrauchs von Blitzableitern usw. usf.
Internet strapazieren, dann merken sie, daß die Frage daneben gegriffen ist.

Matthäsius hat gesagt…

Lassen Sie uns mal ein Bild malen:
Mal angenommen unsere Gesetzgebung schafft es, den §218 wieder so zu verändern, daß Abtreibung (Sie hatten ja dieses Thema so eingebracht) völlig verboten wäre.
Mit Sicherheit würde es einige Petitionen dagegen geben, die Parteien würden wettern wie schlecht diese Entscheidung doch sei usw., aber letztlich würde es durchgesetzt...
Was würde passieren?
Zur Zeit spricht man von ca. 130.000 Abtreibungen pro Jahr. Alles ungeplante Schwangerschaften, einige vielleicht geplant aber wegen möglicher Behinderung des Kindes schließlich doch abgebrochen.
Schätzungsweise würden viele Frauen nun etwas gewissenhafter verhüten. Vielleicht kommt es zu etwa 5.000 ungewollten Schwangerschaften weniger.
Die anderen 125.000 Schwangeren würden ihr Leid beim Frauenarzt beklagen. Dieser hätte zuvor einfach einen Überweisungsschein ausgefüllt: Schwangerschaftsabbruch!
Jetzt darf er das nicht mehr. Ein paar wenige würden einen Zettel mit einer Telephonnummer unter dem Tisch durch schieben. Nehmen wir einmal an 20.000. Die Hälfte davon würde diesen Zettel vermutlich wieder vernichten, denn es wäre ja illegal. Die andere Hälfte würde illegale Kliniken aufsuch und zu ihrem Ziel kommen.
Alle anderen würden eine Beratungsstelle empfehlen. Diese gibt Hilfestellungen, klärt Frauen über ihre Möglichkeiten auf, wo sie Hilfe finden können bei der Erziehung ihrer Kinder, finanzielle Unterstützung usw..
Vielleicht würden auch einige, sagen wir mal hochgerechnet 5.000 Frauen die Methode mit dem alten Kleiderbügel versuchen. Bei der heutigen Medizin ist es unwahrscheinlich, das mehr als 10% diesen »Eingriff« nicht überleben. Vielleicht trauen sich manche nicht ins Krankenhaus..., also sagen wir 20%.
Es bleiben 110.000 Babies, die überleben. 110.000 Frauen müßten mit den Konsequenzen ihres Handeln klar kommen. Und sie würden es auch, wenn ihnen nichts anderes übrig bleibt.
Sie würden lernen, Verantwortung für ihr eigenes und das Leben ihrer Kinder zu übernehmen.
Vielleicht würde auch die Hälfte davon ihre Kinder zur Adoption freigeben. Für wie viele Paare, die Jahre auf ein Kind hoffen, und doch keines bekommen, würde sich nun alles ändern.

»Was ist mit den Frauen, die durch eine Vergewaltigung schwanger wurden?« fragen Sie?
Nun, das ist tatsächlich ungerecht. Aber wie viel Ungerechtigkeit gibt es so oder so, gegen die wir nichts unternehmen können?

Fazit: 1.000 tote Frauen und vielleicht 2.000, ach sagen wir 5.000 Frauen, denen Ungerechtigkeit widerfährt, gegen 110.000 lebende Menschen.
Sind uns die 5.000 Frauen 130.000 Menschenleben wert?
»Aber es sind doch noch gar keine richtigen Menschen!« sagen Sie?
Mit welchem Recht legen Sie das fest?
Mit welchem Recht legt irgendwer das fest?

Mit welchem Recht, legten wir fest, das Juden doch gar keine richtigen Menschen seien?
Fanden Sie auch Dietrich Bonhoeffers oder Sophie Scholls Ansichten auch »extrem«?
Finden Sie, Dr. Mengele war ein ganz normaler Arzt?

Wie kommen wir überhaupt dazu, die Geschichte so zu bewerten?

Antworten Sie lieber nicht, ich werde es vermutlich auch nicht mehr tun...

Der Chorleiter hat gesagt…

@ Matthäsius
Tun Sie es, wenn Sie es für richtig finden, doch auf solche Milchmädchenrechnung und das in halber Öffentlichkeit antworte ich, denn Ihre Argument sind für mich keine.
Sie werden den Sinn einer Möglichkeit nicht verstehen, wenn sie die Reihenfolge der Abläufe wie Zettel hin und herfliegen lassen.
Fakt ist und bleibt:
Abbruch einer Schwangerschaft aus Gründen, die menschliche oder medizinische Ursachen haben. Der Umgang mit entstehender oder entstehen wollender, oder entstehen sollender Schwangerschaft ist der Punkt, der einen anderen Umgang erfordert.
Und das ist das, was ich weiß - nicht, was ich nur glaube zu wissen.
Das Leben beginnt mit der Geburt, den alles andere ist, was zur Geburt, sprich: Leben führt.
Und die psychische Keule mit Namen Lebensschützer nach Ihrer und ihrer Begriffsbestimmung sollte sich um das Davor und noch mehr um das Danach kümmern.
Ist wohl zuschwierig?
Na ja, ein Verbot ist halt leichter.
Und nun eine letzte Frage:
Wie lösen wir, nämlich alle, die Ihrer und die meiner Meinung sind das Problem zur beidseitigen Zufriedenheit, Akzeptanz?

Dirk hat gesagt…

@Mattäsius
Da Ihre Zahlen frei erfunden sind, erübrigt sich eine Diskussion darüber tatsächlich.

@Chorleiter
Haben Sie einen Link zu einer einigermaßen seriösen Quelle?
Besten Dank!

Der Chorleiter hat gesagt…

@ Dirk
Einen speziellen Link habe ich nicht, doch einerseits gibt der PC über Wikipedia mit angeschlossenen Literaturhinweisen zeitraubendes, aber interessantes her, andererseits auch kirchliche Seiten und, nicht zu vergessen, hat neine Bib auch ein reichhaltiges Angebot.
So lernt man beide Seiten, das Für und Wider, dieses Problems, ich würde sagen, ausführlich und kompetent kennen.
Eine Meinung sollte man sich nach Wertung der Informationen selbst bilden, denn jeder versucht zu punkten; es ist gut, diese nach Zeitchen zu überprüfen.
Selbst neutral - so es das in diesem Fall geben sollte - Scheinendes stellt sich bei genauem Hinsehen irgendwie vereinnahmt heraus, wenn man es durchleuchtet.
Aus meiner Sicht kann man den Herren hier keine absolute Wahrheit bieten. Und von ihnen keine, in meinem Sinne absolute, bekommen.

Matthäsius hat gesagt…

»Wie lösen wir, nämlich alle, die Ihrer und die meiner Meinung sind das Problem zur beidseitigen Zufriedenheit, Akzeptanz?«

Ein weiser Mann sagte einmal:
»Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt der oder lacht, aber es gibt keine Ruhe.«

→ Es wird keine Antwort kommen...

Der Chorleiter hat gesagt…

@ Matthäsius

Danke.
Wie sagte ein Kluger?
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Daß Sie so denken, hatte ich ich befürchtet.
Da es viele Leute dieser Ansicht sind, die so denken, schreckt mich nicht ab, meine Meinung zu vertreten.
Es läßt mich weiter nach gesunden Möglichkeiten suchen, Lösungen zu finden, die für die Menschen gut sind und besser durchsetzbar.
Eine Art des Stils, aus einer gehobenen, Recht heischenden und gebietenen Position heraus zu verhandeln, habe ich schon übelebt.
Ob schwarz, ob rot, die Hauptsache, man droht.
Oma hat zwei Kriege lebend überstanden und 40 Jahre Ost konnten ihrer Frohnatur nichts anhaben.
In ihrem Sinne und im Andenken an ihre christliche und menschliche Art werde ich auch so etwas zu überstehen wissen.
Es helfe mir die Kraft des Denkens nicht von dieser Linie abzukommen.

Lieber nur anonym hat gesagt…

Und so wird das problem immer zum vorteil des einen, kaum zum positiven für die weiterentwicklung. Und wer dann nicht weiter weiß, setzt gern mit bis zu gewalt und mehr fort. Hauptsache mein recht gewinnt.
Ihr redet von klugen und weisem menschen?
Ihr solltet sie mal kennenlernen, zuhören und begreifen. Vielleicht habt ihr ne chance.
Sonst bleibt euch nur ein duell:
Internet ohne tastatur.

Anonym hat gesagt…

Ein weiser Mann sagte einmal:
»Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt der oder lacht, aber es gibt keine Ruhe.«

Oder um es anders Auszudrücken: "Ich hab keinen Bock auf Konsens! Ich hab Recht und du laberst! Friss oder Stirb!"
Eine Einstellung die wohl niemanden verwundert.

A hat gesagt…

1 zu 0,
und der Geruch von Eichenlaub.
OOder?

Der Chorleiter hat gesagt…

Ein interessanter Ausgang, der es so zeigt, wie es ist. Wenn schon ein Ausspruch mit ...du sollst nicht ... beginnt, könnte man auch einsetzen ... es ist verboten ... . Dch man könnte heute drüber reden, bis etwas Erquickliches, von beiden Lagern Anerkanntes zustande käme.
Doch kann man dieser Forderung je gerecht werden?
Übrigens: Wer etwas Anderes oder anders weiß ist noch lange kein Unwissender.
Wenn hier schon das Reden so ausgeht, bin ich richtig froh, daß die Hände ruhig gehlten werden. Die Dispute im TV sind nicht weit entfernt, mit anderen Mitteln beendet zu werden.

Matthäsius hat gesagt…

Nun Chorleiter, wir könnten die Diskussion durchaus nochmal anheizen, aber Sie wollten ja nicht mehr, so schien mir.

Gehen wir noch einmal zurück auf meine letzte Frage an Sie:
Was genau haben wir heute erkannt, was wir vorgestern noch nicht wußten?

Sie erinnern sich, auf welchen Ihrer Kommentare ich die Frage gestellt hatte:
»Heute sind wir im Erkennen weiter. Das sollte bei der Beurteilung dieser Möglichkeit eine Rolle spielen.«

Noch eine kurze Erinnerung worum es ging:
»Abtreibung war schon vorgestern vorhanden, aber verboten - eigentlich kaum machbar. Doch hat man früher diese Möglichkeit genutzt. Nicht zur Zufriedenheit, sprich mit zu vielen Fehlern und nur zur Steuerung eigenen Vorteils.«

Wollen Sie das noch beantworten?

Der Chorleiter hat gesagt…

Ich habe nicht aufgehört, mich mit diesen, wie auch tendierenden Fragen zu beschäftigen.
Daher kann das wohl:
Ein Verbot ändert nichts an den Voraussetzungen, verbessert also nichts.
Die einen können und werden es sich weiterhin leisten. Das Rumpfuschen wird, da Legalität (die bleibt auch weiterhin erhalten) nicht für alle finanziell machbar ist, größeren Schaden anrichten.
Und das Wesentliche: Es ist eine Möglichkeit, die bei vernünftigen Umgang, den Menschen hilft.
Sie werden es NICHT schaffen, Ihre Schwestern und Brüder im Glauben von einer 100 prozentigen Umsetzung des Verbotes zu überzeugen und zur Durchsetzung anzuhalten.
Die Strafe (ein übler Brauch des Nachher) trifft auch hier in unvertretbarem Maß arme Sünder, die sich einen rechtsfreien Korridor nicht schaffen können.
Und es kommt für die Wissenschaft zu unzumutbaren - da bei uns der Zwang zu etwas eine Umgehung schafft - Verhältnissen.
Statt Klärung wird den unkontrollierbaren Ausnahmen Tür und Tor geöffnet.
Das Gewesene ist nicht Menschenwürdig, das von einigen Kreisen Verlangte menschenwürdige Lösung. Wer von der absoluten Wahrheit spricht, spricht absolut ohne Respekt vom Menschen.