Mittwoch, 1. September 2010

Kommentar zur Allensbach-Studie über die Familie in Deutschland: Überzogenes Vertrauen auf "Vater Staat"

Mathias von Gersdorff

Zu den erfreulichen Erkenntnissen aus der Studie des Allensbach-Institut gehört es, daß sich die Deutschen endlich mehr Kinder wünschen, daß sie allgemein den Wert von Familie und Familienleben mittlerweile stärker erkennen.

Allerdings stimmt es zugleich bedenklich, in welchem Ausmaß sie auf "Vater Staat" setzen, auf daß dieser ihre Wünsche verwirkliche. Dies ist ein Anzeichen dafür, daß der Sozialismus bereits in die Mentalität vieler Menschen eingedrungen ist.

An sich sollten die Familien gegenüber dem Staat autonom sein und durchaus nicht auf das Wohlwollen von Politikern und Bürokraten angewiesen. Das Bewußtsein für die Unabhängigkeit der Familie ist offenbar in Deutschland bereits stark ramponiert, nicht zuletzt als Folge der sozialistischen Sozial- und Familienpolitik seit Beginn der sozialliberalen Koalition durch Willy Brandt.

Bundesministerin Köhler freut sich, daß sie eine Politik betreibt, die von der Mehrheit der Befragten offenbar bejaht wird: der Ausbau der Kinder-Betreuung außer Haus und die Flexibilisierung der Arbeit. Allerdings wünschen die Deutschen - wie die von Allensbach ermittelte Zustimmung zum "Elternjahr" zeigt - zugleich, daß zumindest die Kleinkinder zuhause erzogen werden können.

Von einer christdemokratischen Familienministerin, die mit der katholischen Sozialdoktrin vertraut sein müßte, möchte man erwarten, daß sie sich besorgt zeigt, weil ein hoher Anteil der Befragten sich auf die "öffentliche Hand" verlassen will, was dem Subsidiaritäts-Prinzip widerspricht. Offenbar geht das Bewußtsein immer mehr verloren, daß die Familie als Institution vor dem Staat existiert und daß ihre Rechte zugleich Naturrechte sind und keine vom Staat verliehenen "Gnadengeschenke". Der Staat verdankt seine Existenz der Familie, nicht umgekehrt. Er muß lediglich die Bedingungen dafür schaffen, daß sich die Familien frei entfalten und unabhängig von staatlichen Einflüssen leben können; dies ist nur möglich, wenn sie finanziell unabhängig sind. Dieser klassische Freiheitsgedanke geht offenbar immer mehr verloren - zum Schaden der Familien.

Leider untersucht die Studie nicht, wie destruktiv sich die Sexuelle Revolution und der damit verbundene moralische Verfall auf das Bewußtsein dessen, was Familie ist, auswirken. Pornographie, Homo-Ehe, sexuelle Libertinage vernichten zunehmend die sittlichen Grundlagen für die Existenz gesunder Familien. Es wäre interessant zu wissen, ob sich inzwischen Antikörper gegen diese Dekadenz gebildet haben.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

www.staatsglaube.de

Anonym hat gesagt…

Kein Wunder nach 200 Jahren, dass der Socialismus - staatliche Hilfe an Bedürftige - allmählich ins Bewusstsein eingedrungen ist.
Der Staat lenkt und unterstützt Lebensweisen der Bürger, in denen Kinder keine wirtschaftliche Rolle mehr haben, daher muss Vater Staat zu seiner eigenen Aufrechterhaltung - aus den Steuern der zugelassenen Reichen - an die nächste Generation immer mehr abgeben.
Aus ist es mit der überreteten arianischen Ketzerei, dass Kinderkriegen Folge der schlimmen Sexualität ist.