Mittwoch, 20. Januar 2010

Videos des "March pour la Vie" - Marsch für das Leben in Paris am 17. Januar 2010 mit 20.000 Teilnehmern

Zum sechsten Mal wurde zum Protest gegen die Liberalisierung der Abtreibung vor 35 Jahren in Frankreich aufgerufen.





Kommentare:

Dirk hat gesagt…

"1974 verteidigte Simone Veil, Mitglied der Nationalversammlung, vor einer ausschließlich mit Männern besetzten Nationalversammlung und gegen die große Mehrheit hartnäckig ihre Gesetzesvorlage, in der es vor allem um die Selbstbestimmung der Frau geht. Damals starb in Frankreich täglich eine Frau an den Folgen einer illegalen Abtreibung. Die Gesetze wurden am 18. Januar 1975 verabschiedet, zunächst für eine fünfjährige Versuchsphase und 1979 bestätigt. Das "Gesetz Veil" räumte den Frauen eine kostbare Wahlfreiheit ein. Die Frauen müssen zwar eine Zwangsberatung in Anspruch nehmen, die endgültige Entscheidung über eine Abtreibung unterliegt jedoch - bis zur 10. Schwangerschaftswoche - einzig ihnen selbst. Darüber hinaus ist eine Abtreibung nur noch möglich, wenn eine Gefahr für die Gesundheit der Mutter besteht oder das Kind höchstwahrscheinlich schwer krank ist."

Man kann es nun nicht gut finden, dass in FR bis zur 10. Schwangerschaftswoche viel Wahlfriheit herrscht und damit das Recht des Kindes beschränkt wird. Und man muss das abwägen gegen die ansonsten stillschweigend in Kauf zu nehmende qualvolle Tötung der verzweifelten Mütter. Eine schwere Wahl. Und wer sich nicht von deontologischen Denkmustern lösen kann, der macht sich das Leben zusätzlich schwer. Aber mit fundementalistischer Polemik wird man hier nicht weiterkommen. In dieser Sache muss jeder in sein Herz schauen, wie er das sieht. Und er muss auch jedem anderen diese Wahl zugestehen.

Und wer die Zeit dazu hat, der lese dieses hier http://www.bdzv.de/2033.html#c5376 (hat nicht ohne Grund den Theodor-Wolff-Preis 2009 erhalten) und verstehe die Vielschichtigkeit der Geschichte. Meditation ist gefragt, Schreihälse aller Richtungen mögen sich an ihre Parolen verschlucken.

Trapin hat gesagt…

Ich kann es einfach nicht fassen, dass es überhaupt legalisierten Mord gibt.

Es ist nichts anderes als Mord.
Wie will man es anders nennen?

Ist es nicht schrecklich, dass Ärzte sich dafür hingeben zu morden? Sie haben jede Schamgrenze hinter sich gelassen. Für Schickeria-Treffs reichts aber noch.

Wo Gottes Gebote missachtet werden, geht es den Bach runter.

Wer wachen Auges ist, bemerkt, dass wir im freien Fall sind.

Wort Bild Gedanke hat gesagt…

Die Männer (!) haben also 1974 der Gesetzesvorlage zugestimmt. Über diese Tatsache kann die ganze bemühte Rethorik des obenstehenden Zitates nicht hinwegtäuschen. Auch ist die Erkenntnis der Problematik jedweder Staatseingriffe in das Leben der Menschen auch hier weder ein Novum noch singulär.
Es ist schon so, daß das Problem ungewünschter Schwangerschaften nicht nur tieftraurig, sondern auch vielschichtig ist. Deshalb auf eine deontologische Fundierung zu verzichten ist jedoch gerade deswegen abwegig und der Angelegenheit ohnehin völlig unangemessen. Ein jeder wird hier nur gerecht handeln können, wenn er dies gerade aufwendig und sorgfältig deontologisch erfaßt. Es gibt Pflichten (Schulbesuch und Steuernzahlen sind entgegen moderner Postulation jedenfalls keine allgemeinen) und die Annahme einer Pflicht, einem empfangenem Menschenkind auch in seinem Frühstadion die elterliche Versorgung zukommen zu lassen, befolgt den weisen Grundsatz der Unteilbarkeit und Gemeinheit von Rechten. Jede Abtreibung straft deshalb das Recht auf Leben Lügen, der Versuch, die korrellierenden Pflichten als Ismen, also als schädliche Überhöhung eines einzelnen Aspekts abzutun, geht hier fehl, weil es schlichtweg der grundlegende Aspekt ist. Jede Abtreibung schmeißt auch ein Stück des eigenen Menschseins zum Fenster hinaus.

Wort Bild Gedanke hat gesagt…

@Trapin
Es gibt auch legalisierten Diebstahl, legalisierten Raub und legalisierte Freiheitsberaubung: Warum also, soll es, innert dieser "Logik", nicht auch legalisierten Mord geben? Hier ist wohl eine Revision Ihres Staatsglaubens angezeigt.
Einst glaubten die Menschen gemeinhin, daß Gott das Leben gibt und nimmt, der moderne Mensch hat Gott durch den Staat ersetzt. Man sieht daran, daß die Säkularisation eben nicht frei macht, sondern den Tod bringt - und zwar von Menschenhand. Und zwar in nie zuvor gekannter Zahl und Beschaffenheit.

Simon hat gesagt…

Andere Länder, andere und gleiche Erfahrungen, unterschiedliche und gleiche Deutungen, für andere nachvollziehbare oder irrige Reaktionen. Wer entscheidet, welche falsch sind?
Dirk hat gesagt, wie es ist:
"In dieser Sache muss jeder in sein Herz schauen, wie er das sieht. Und er muss auch jedem anderen diese Wahl zugestehen."
Jede andere Deutung, Meinung finde ich dazu unpassend, für die Allgemeinheit nicht tragbar.
Ich kenne selbst Beispiele, wo (stark scheinende, andere verachtende) Verfechter von Trapins Meinung in die Lage gekommen sind, anders als öffentlich verkündigt zu reagieren und zuhandeln.
Wer hat wohl angemessen reagiert? Die mit dem Kreuz nicht. Beim Helfen war auch keiner zu sehen.
Es gibt mehr, als es der Glauben glauben macht.
Wie war das mit dem Gebet: "... und führe uns nicht in Versuchung."
Falsch! Es sollt heißen:
Und führe mich in der Versuchung.
Und wie war das mit: "...so wie wir vergeben unsern Schuldigern."
Macht mal davon Gebrauch. Nicht nur blumige Worte.
Mir fehlt der Glaube (und auch die Beispiele) euren vollmundigen Worten - sind wohl mehr Dogmen - natürliche Taten von euch folge sehen zu können.
Doch ich habe Hoffnung, daß sich die Menschen für das Richtige (für sich selbst und die anderen) entscheiden werden. Und die lasse ich mir nicht nehmen.
Welche Hoffnung haben Sie, Trapin?

Wort Bild Gedanke hat gesagt…

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Nun ist dies gar kein Wunder. Es ist eben ein vielschichtiges Problem, bei dem die Ebenen nun einmal leicht durcheinanderkommen. Unsere Zeit hat es da besonders schwer. Hinzu kommt, daß Sichtbares und Berührbares uns eben selbst leichter berührt, die Frau, Mutter und Familie, die Sorgen der Aufzucht erfahren deshalb leicht und mehr Empathie als die oder der ungeborene unsichtbare Mensch, diese Eindringlinge in das Leben Anderer, obschon man doch "so aufgepaßt hat". Es ist deshalb hilfreich, neben den Schwingungen menschlicher Herzensgüte und Seelentrostes auch die Vernunft zu gebrauchen. Also zu schauen, ob die eigenen parteinehmenden Herzensregungen auch einer allgemeinen Logik unter Gebrauch bewährten Denkgebrauchs standhalten.

Das so erkennbar werdende Gesetz der Lebenserhaltung ist dabei auch deshalb wahr, weil es selbst die Herzensregungen, die anderes gebieten, erst ermöglicht.

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Wort Bild Gedanke hat gesagt…

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Nun sind wir aber auch damit noch nicht fertig, denn auch wenn wir erkennen, daß wir das Leben von Anbeginn schützen sollen, so ist damit noch nicht die Frage beantwortet, wie dies getan werden soll, vielmehr überhaupt getan werden kann. Und hier wird schnell klar, daß die Mutter, und insbesopndere die neu gewordene Mutter als Frau, gewonnen werden müssen. Mann kann nur Mutter und Kind schützen, dies ist Natur des Lebens. Lebensschutz fängt als Mutterschutz an, ja als Familienschutz, als Eheschutz. Wenn alle diese gewachsenen und womöglich natürlichen Institutionen aber durch den Herrn "Staat" ersetzt werden (Demokratie zerstört systemimmanent alles zwischen dem "Souverän" "Stimme/Individuum" und dem Abstraktum "Staat"), dann ist alles der Willkür der Mehrheit ausgesetzt, dann gibt es kein richtig und falsch, sondern nur noch ein "basta". Schon heute findet sich in Politikermunde allenfalls zu Sonntagsreden noch ein Wort zu den Familien, von der Ehe aber ist schon gar nicht mehr die Rede. Andererseits werden von Christen Ehe und Familie unchristlich und unwirklich überhöht. Worum es hier aber geht ist, daß sehr wohl erkennbar sein kann, was sein soll. Der Schutz auch des ungeborenen Menschen ist deontologisch geboten. Auch ohne die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse unterließen bereits die ersten Christen die Abtreibung, ja es war ihr Erkennungszeichen: "Christen - das sind die, die keine kleinen Kinder töten", hieß es erstaunt und beeindruckt bei den heidnischen Zeitgenossen damals, die sich gar nicht vorstellen konnten, wie eine Sippschaft, ein "Herd" (Haus/Hof/Familie) überleben sollte unter dieser Maßgabe.
Es ist diese - allzu verständliche und verzeihliche - Kleingläubigkeit, die uns auch heute beherrscht. Gott aber ist groß, wir dürfen ihm vertrauen. Und wir sind berufen seine Werkzeuge zu sein, den Ungeborenen ebenso wie den Schwangeren, den Müttern ebenso wie den Vätern zum Schutze, die Wahrheit Wirklichkeit werden lassen, daß in jedem Kinde die Göttlichkeit widerspiegeln läßt, für die uns im Christuskinde ein Zeichen gegeben ist. Diesem Christus nachfolgend gilt die besondere Barmherzigkeit aber dem Sünder, dem Manne, der seine Frau zur Abtreibung drängt und nötigt, der Frau, die über ihr Muttersein so verzweifelt ist, daß sie das Geschenk des Lebens ablehnt. Besonders aber denen, die - womöglich kalt und engagiert - ihr Recht auf ihr Leben über das ihres Nachwuchses stellen. Auch hier weht der Geist der Zeit. Das ganze 20. Jahrhundert hat auf Kredit gelebt, die Schuldenberge sind unermesslich, das "Blut" der Wirtschaft selbst ist staatliches Monopol(y)"Geld" geworden. Unser Geld ist Schuldgeld, verramscht alles nach uns schon jetzt. Als wenn wir das wichtigste wären. Da ist viel "archos" verlorengegangen, der Fluß der Zeit wird in kurzsichtiger Weise nur an der Stelle des eigenen Eintretens gesehen, die Zeitpräferenz ist hoch wie nie. Dies sollten Betroffene wie Urteilende zugleich bedenken: wir sind schlichtweg gewöhnt und verführt das Jetzt zu sehen und räumen schon deshalb diesem eine Vorrangstellung ein. Dies schadet dem Nachwuchs, den Kindern: Den Geborenen - und eben auch den Ungeborenen.

Wort Bild Gedanke hat gesagt…

Bezugnehmend auf Simon:
Auch ich kenne - und leider mehr als nur einen Fall - wo die Taten nicht den Worten und dem Status gefolgt sind. Die Menschen sind nicht perfekt, sie sind Sünder. Deshalb ist der Heiland gekommen.

Zu zwei ihrer Ausführungen erlaube ich mir noch Anmerkungen, da ich dies für wesentlich halte:

1) "Wer entscheidet, welche falsch sind?" Eine gute Frage. Die gewöhnlichen Antworten sind "die Mehrheit" (Bolschewisten), "der Staat" (Etatisten), "Parlament und Regierung" (Republikaner), "das Volk" (Demokraten), eine in der Neuzeit etwas ungewöhnliche: "die Kirche" (Katholiken). Wie man ein gutes Leben führt, damit beschäftigt sich die Philosophie unter dem Terminus Ethos. Aus alledem wird eines klar: Beliebig ist die Sache nicht. Allein schon die mögliche Vorstellung, das Gute und Richtige, erkennen und anstreben zu können, spricht dafür. Ihre Frage wurde aber nicht gestellt, als ein "WAS ist richtig, was ist falsch?", sondern bezeichnenderweise als eine nach dem "WER entscheidet?. Hier kommt Autoritätsstreben und Unterwürfigkeit zum Ausdruck, das Richterprinzip wird zum entscheidenden Prinzip erhoben. Auch ohne dies in Frage zu stellen, gebiert dies dann ganz natürlich die Fragen, wer die Autorität hat, also qua Kompetenz in Sachen theologischer, anthropologischer, ja vielleicht auch intuitiver Begründung Gefolgschaft erzeugen kann. Aber nicht nur Logie, sondern auch die Sophie, nicht nur der Verstand, auch das Herz und die Seele werden bejahen müssen.

Damit kommen wir zu

2) "In dieser Sache muss jeder in sein Herz schauen, wie er das sieht."
Eben noch wurde eine autoritative Person als Entscheidungsträger von ihnen thematisiert. Nun aber werfen sie jeden auf sich selbst, was wahrscheinlich tolerant klingen soll. Nur sind tolerante Normen eben keine. Wenn sie schreiben, daß in DIESER Sache sich die Sache soundso verhält, dann geben sie damit implizit zu erkennen, daß dies kein Grundsatz, also kein Gesetz im kantschen Sinne ist. Dann aber ist zu begründen, warum ausgerechnet in dieser Sache so zu verfahren ist. Der Unterschied zu Anderem wird also diese Position begründen können sollen. Dies fehlt mir hier. Dann schreiben sie MUSS (das Lieblingswort des Politikers). Wenn damit kein naturgesetzliche Kausalität gemeint ist, was nicht angenommen werden kann, dann ist doch die Notwendigkeit genau dieser (und keiner anderen) Waltung zu begründen. Damit sind wir mitten in einer deontologischen Auseinandersetzung, die, wie schon weiter oben dargelegt, hier eben unvermeidlich ist und nicht eingespart werden kann, was selbst aus diesem toleranzkonnotiertem Postulat selbst hervorgeht und es mithin doch als, wenn auch postmodern und zeitgeistig geadelt seiend, in sich widersprüchlich entlarvt.

...

Wort Bild Gedanke hat gesagt…

Irgendwie ist die Reihenfolge meines Beitrages, den ich aufgrund von Blogrestriktionen in drei Teile aufteilen mußte, durcheinandergeraten. Der letzte Teil ist der erste, dann geht es weiter. Ich werde es noch auf meinem Blog zusammenhängend veröffentlichen:
Wort Bild Gedanke

Simon hat gesagt…

1. Das Wort MUSS ist nicht in meinem Sprachschatz aber in Zitaten, leider, schon.
2. Interessant zu lesen, doch ich glabe nicht gern, ganz bestimmt nicht, wenn ich etwas (und manchmal, vorläufig, nur mir) beweisen kann.
3. " "WER entscheidet?. Hier kommt Autoritätsstreben und Unterwürfigkeit zum Ausdruck, das Richterprinzip wird zum entscheidenden Prinzip erhoben."
Es war eine allgemeine Frage, deren Antwort weitreichend ist, hier gar nicht anklingt.
Die von ihnen hineingelegte Interpretation mag ihren Vorstellungen und Werten entsprechen, der Frage nicht und ist von einer Antwort weit entfernt.
4. Die Urchristen beschäftigten sich mit dem Lebensende, dem Leben nach dem Tod, ähnlich der Zeugen Jehovas. Ihren Status, das Nichttöten, haben sie verloren als sie Soldaten stellten!
Und bis heute merke ich von einer Läuterung oder gar Änderung nichts.

Mag religiös das gesagt und gar gefordert werden was will:
Jeder sollte in sich hineinschauen, Ratio und Emotio in kluge Übereinstimmung bringen, anderen nicht schaden.
Die Wahrheit wird siegen. Denn nur bei den Christen gibt es Sünder, wie festgestellt.
Ich lasse mir von keinem sagen, du bist Sünder, du bist ungläubig!
Das ist auf der einen Seite eine Feststellung, ich finde: ohne Wert, für meiner Seite wäre es aber eine waschechte Beschimpfung, ...lästerung.
Christen sind nicht die erste und schon gar nicht einzige Glaubensrichtung. Die richtige?
Wenn ihre Rede überzeugender, ihre Taten besser als die anderer sind, dann kann oder wird etwas draus werden. Aber erst dann.
Überzeugend von ihren Grundsätzen her für Andersdenkende sind sie nicht.